Spielemesse - Essen 2005
Drei Tage
Spielemesse in Essen und ein Mensch mutiert zu einem Wesen, das ohne Schlaf,
Nahrung und sonstige banale Bedürfnisse auskommen kann, bis er einfach vor
Erschöpfung über einem Spielbrett zusammenbricht.
Man möchte nur noch die neuen
Spiele aufreißen, den Duft tief inhalieren und genüsslich Figuren und Plättchen
ausstanzen, Spielregeln lesen und draufloszocken.
Wie jedes Jahr stellt sich
hinterher die Frage: Was war DAS Spiel der Messe?
Nun, dem ersten Eindruck
nach ist es für mich Antike (Bild links) von Eggert-Spiele.
Im Gegensatz zu Neuland,
kommt zu dem ansprechenden Spielmechanismus auch noch eine tolle Grafik dazu.
Eine Testrunde zu fünft bestätigte den guten Eindruck sofort.
In diesem
Jahr gab es einige Spiele Rund um das Thema Spiele. Neben Aloha
von Cwali und Big Kini (Edition
PlayMe) haben mich besonders Indonesia
(Bild unten) von Splotter Spellen
und Kaivai von pfifficus
(Bild links) angesprochen.

Ein Missverständnis gab es
bei dem Kartenset Ereignisse auf Catan, welches
nur in Kombination mit dem Buch „ Im Zeichen des Sechsecks“ (die Geschichte
Catans) für 5 Euro gab und nicht wie angekündigt
für 1,50 EUR. Viele wollten eben nur die Karten und so gab es wohl manche
Diskussion an der Kosmostheke.
Und es gab
auch einige „Enttäuschungen“, was die Erhältlichkeit von Neuheiten anging.
Besonders enttäuscht war
ich als ich feststellen musste, das Shear Panic (Bild links) aufgrund von Vorbestellungen
schon vor dem eigentlichen Beginn der
Messe ausverkauft war.
Allerdings konnte man bereits am Stand seine eMail-Adresse hinterlassen, ein
Art Voranmeldung für die zweite Auflage.


Das Preisniveau der Messe, so kommt es mir immer wieder vor, ist auf einem
seit der Einführung des Euro gewohnt hohen Niveau. Kaum ein Spiel, das nicht
ein reines Kartenspiel ist, kann man noch unter 20 Euro haben und das obwohl
Ausstattung manchmal eher etwas spärlicher ist.
Drachenreiter von Amigo hat das Spielprinzip von Ben Hur übernommen und
das Thema eines römischen Wagenrennens durch eine Drachenwettflug ersetzt.
Schön ist auch, um noch etwas bei Amigo zu bleiben, dass Zatre hier ein neues
Zuhause gefunden hat und somit weiterhin erhältlich ist - vielleicht wird
dadurch das Spiel sogar noch etwas populärer.
Auch Oltre Mare ist Dank Amigo wieder
erhältlich und das mit einer ansprechenden Ausstattung, wenn auch die Schiffe
wohl teilweise Produktionsfehler (siehe Information auf der Amigoseite)
aufweisen. Das lässt sich ja glücklicherweise beheben.

Die Erweiterungen zu Memoir’44
waren von den offensichtlich auch in Deutschland zahlreich vorhandenen Fans
schnell vergriffen, zumindest auf der Messe.
Bei Eagle Games gab es wie immer wieder opulent
ausgestattete Spiele. Nachdem ich aber von Civilisation
seinerzeit recht enttäuscht war (tolles
Thema, tolle Ausstattung, schwache Regeln), setze ich meine Hoffnungen aber
auf Conquest of the Empire.
Die Neuauflage des gleichnamigen Spiels aus der MB Gamemaster
Serie, da kann man nicht viel falsch machen. Gefallen die „neuen“ Regeln nicht,
spielt man einfach nach den alten.
Marquis von Czarnè fand ich äußerst ansprechend! Die Ausstattung und Aufmachung
wirkt sehr edel und auch spielerisch hoffe ich keinen Fehlkauf getan zu haben.

Phalanx Games hatte
die mit Spannung erwartete Erweiterung für den Ringkrieg
leider noch nicht dabei, aber Mesopotamien und
Packeis am Pol machen dafür einen recht guten Eindruck.


Ravensburger
hatte außer dem obligatorischen Sudoku eigentlich
nur die Insel dabei, die so neu ja nun nicht mehr ist. Nachdem mich King
Arthur zunächst doch sehr gereizt hat und die anschließende Ernüchterung
noch immer anhält, habe ich die Insel keines Blickes gewürdigt.
Reef Encounter
von Richard Breese ist mit einer etwas anderen Grafik bei dem italienischen
Verlag „What's Your Game?“
im Angebot gewesen. Ob nun besser oder nur anders, das ist
wohl Geschmackssache, mir persönlich hat die alte Ausgabe vielleicht
besser gefallen. Die Neuauflage ist für meinen Geschmack etwas zu dunkel geraten.
Wie immer
muss auch ein Blick auf die Kosmos Neuheiten geworfen werden. Falls 30 Tische
am Kosmosstand waren, wurden was die Neuheiten angeht an 29 Tischen Elasund gespielt. Der 30. Tisch war dann von den ganz
harten Tolkien-Fans besetzt die sich auf Beowulf von Knizia einliessen und sich vom Spiel
bespielen ließen. Aber da muss die Tolkiengemeinde wohl durch.

Aber der Preis….Mehr
als 200 Euro lässt das Spielerherz mal schnell ausrechnen, was das in normalen
Spielen ausmacht. Und doch bleibt die Sehnsucht…So gilt wohl bei vielen der erste und der letzte Blick auf der
Messe diesem Spiel.
