Rundgang auf der Spielwarenmesse
2003 in Nürnberg:
Unserer Runde begann bei Amigo:
Dort fanden wir die neueste Ausgabe der Bohnenfamilie Bohn Hansa - allerdings
nicht im gewohnt kleinen Kartenspiel-Schachtelformat, sondern als "normal" große
Spieleschachtel mit Spielplan!
Das eigentlich gewohnte gelbe Design mutete doch etwas seltsam an im ersten
Moment und ließ eher an ein HABA-Spiel als an ein "großes" Bohnenspiel denken.
Der Spielmechanismus ist dem Bohnenanbau und Handel treu geblieben, wirkt aber
durch die neuen Möglichkeiten des Bohnenkaufens, des Ziehens von Stadt zu Stadt
und der Einladung anderer Spieler zum Handeln sehr interessant. Während zu Beginn
der Bohnenarea Bohnanza bei uns sehr
beliebt war, war das Problem nach der zigsten Erweiterung, das irgendwie die
Luft raus war. Jetzt aber sind wir schon sehr neugierig auf das erste Bohnenbrettspiel.
Aber was ist nun denn so neuartig? Nun, zunächst einmal der Spielplan: Es sind
Städte durch Wege verbunden, die ich besuchen kann in dem ich meine Handkarten
abwerfe.
Fortbewegen wird man sich auf dem Spielplan mit kleinen Holzkutschen, welche
leider nicht bedruckt sind und erst auf den zweiten Blick als solche erkennbar
sind.. 3-5 Spieler übernehmen die Aufgabe von Bohnenhändlern, welche mit Hilfe
von Karten von Stadt zu Stadt reisen und zu versuchen, lukrative Aufträge zu
erfüllen um den entsprechenden Profit einzustreichen. Zwei Handkarten bedeuten
also ich kann zwei Wegstrecken weit ziehen, um dann dort in der Stadt Bohnen
zu kaufen, Aufträge zu erfüllen oder Einladungen zum Handeln auszusprechen um
mir auf diesem Weg fehlende Bohnen zu ertauschen. Gerade die letztgenannte Aktion
kann sehr wichtig sein, um Aufträge zu erfüllen. Doch wehe einem, wenn das die
Mitspieler bemerken! Das kann dann fast zum finanziellen Ruin führen.
Am Ende eines jeden Spielzuges kann der Spieler Aufträge nachziehen oder auch
welche kaufen. Gewonnen hat der Spieler, der es schafft, durch Erfüllen der
besten Aufträge am meisten Bohnentaler zu erwirtschaften.
Ähnlichkeiten mit Palmyra fallen bei
der Preisgestaltung der Bohnen in den Städten auf, die Auftragserfüllung kennen
wir von Auf Achse, dennoch scheint diese
neue Mischung das Beste aus den genannten Spielen geschickt kombiniert zu haben.
Die Spielzeit ist mit ca. 90 Minuten angesetzt, das Spiel wird etwa 26 Euro
im Handel kosten.
Unser erster Eindruck ist
sehr positiv, wenn man sich an das grelle gelb erst einmal gewöhnt hat. Es dürfte
vor allem den Fans der Bohnenfamilie sehr gut gefallen, da neue Elemente in
das bewährte Spiel eingebaut sind und so neuen Spielreiz bringen.
Ein weiterer zu erwähnender positiver Aspekt ist der Schachteleinsatz, der das
Sortieren der Bohnen einfach macht und durch das Einlegen des Spielplanes in
der Schachtel nichts durcheinander kommt. Nichts ist ätzender, als vor Beginn
eines Spieles erst wieder alle Plättchen einzusortieren… Auch als Familienspiel
sicherlich gut zu empfehlen, spielbar ab ca. 12 Jahren.
Die Mitternachtsparty mit Hugo, dem Schlossgespenst ist vielen noch von
Ravensburger bekannt. Die Grafik ist nicht aufregend anders. Stimmungsvoll wird
das Spiel natürlich beim schummerigen Dämmerlicht, da der kleine Geist Hugo
im Dunkeln leuchtet!
Die Dracheninsel
verspricht eine aufregende Schatzjagd für 3-6 Personen. Offiziell ist das Spiel
für 5 Personen mit der Spielzeit von 60 Minuten konzipiert, aber wen etwas längere
Wartezeiten zwischen den Spielzügen nicht abschrecken, der kann auch mit 6 Spielern
loslegen.
Der Spielplan ist mit verschiedenen Geländeplättchen bestückt, welche ein Spieler
nur mit entsprechenden Karten überqueren kann. Ist das Schatzfeld in der Mitte
erreicht, muss ich einen Partner suchen, denn der schwere Schatz ist nur zu
zweit transportabel.
Schwer fällt wahrscheinlich dann erst einmal die Einigung, zu welchem Boot (das
der eigenen Farbe oder zu dem Boot des Helfers) man den Schatz bringt.
Dort angekommen, stellt sich dann noch die Frage, ob der Schatz genauso brüderlich
geteilt wird, wie zuvor die Goldkisten geschleppt wurden. Wenn ja, wird der
zweiteilige Schatz gerecht aufgeteilt. Bei - wahrscheinlichen - Unstimmigkeiten
werden Sonderkarten ausgespielt, um im Kartenduell den Schatz zu gewinnen und
alleine zu behalten.
Die anderen Mitspieler sehen natürlich nicht ungerührt zu und versuchen ihrerseits,
den Schatz zu kapern oder den Weg zu erschweren. Das Spiel geht über mehrere
Runden, gewonnen hat der Spieler, welcher am meisten Schatzgold an sich raffen
konnte.
Neu ist auch die "gelbe Reihe" von Amigo, in der die Spiel Hamstern,
Kunterbunt, Leonardo, Merlin (ehemalig Ikarus), Der
Plumpsack geht um, Rinks und Lechts von Reinhard
Staupe neu aufgelegt sind. Nähere Information finden Sie hierzu auf der
Seite des Autors Reinhard Staupe.
Die Neuheit von Eurogames wird mit Sicherheit schon mit Spannung erwartet:
Mare Nostrum.
Hierbei geht
es um die Vormachtstellung im Mittelmeerraum.
Zu Beginn hat der Spieler Einfluss auf einige Provinzen sowie ein/zwei Städte
oder Festungen. Mit den Karawanen nutzen sie Ressourcen. Man hat noch keine
Armee oder Flotte, keine Tempel oder Märkte stehen im jeweiligen Reich. Diese
benötigt man, um sein Reich auszudehnen.
In der Handelsphase erhalten die Spieler Steuereinkünfte durch die Städte und
Ressourcen durch die Karawanen, Man tauscht mit den anderen Spielern Handelskarten,
um seine Möglichkeiten für den Erwerb zu erweitern.
In der Bauphase kann man Legionen, Karawanen und Flotten erwerben, Märkte und
Tempel errichten und den Einfluss auf andere Provinzen ausdehnen. Wenn die Einkünfte
hoch genug sind, ist es möglich Monumente zu errichten und Helden anzuwerben.
In der Strategiephase bewegt man Flotten und Legionen, greift seine Mitspieler
an, um fremde Regionen zu erobern.
Hat man eine Schlacht gewonnen, kann man entweder die Ressourcen der eroberten
Provinz nutzen oder sein Reich vergrößern. Jedoch nicht nur Eroberungen sondern
auch effizienter Handel und gut platzierte Tempel und Märkte helfen dem Ziel
näher zu kommen. Das Spiel ist für 3-5 Spieler ausgelegt und dauert zwei
Stunden und länger.
Unser nächster Besuch galt Schmidt Spiele. Dort stießen wir auf Europa
Tour.
Im ersten Augenblick denkt man an eine Neuauflage der Deutschland-Reise oder
Europareise, aber nein! Das bekannte Team Alan R. Moon und Aaron Weissblum haben
hier ein Familien-Reisespiel mit den Komponenten Glück und Taktik auf den Markt
gebracht, das nichts mit langatmigen Würfeln und Bildkarten zu tun hat.
Bei dem pfiffigen Globetrotter-Spiel führen viele Wege nicht unbedingt nach
Rom, aber immer zum Ziel. Vorausgesetzt - man findet die richtigen Wege….Die
Spieler tauschen Landes-, Flugzeug- und Schiffkarten ein, um sich dann so schnell
wie möglich eine Reiseroute zusammenzustellen (erinnert das Routenplanen nicht
- mal wieder - ein klein wenig an Elfenroads?!).
Es gibt natürlich einige Hindernisse: Weder am Anfang noch am Ende der Route
darf eine Schiffs- oder Flugzeugkarte liegen, die Reisenden dürfen nur in Länder
gleicher Farbe wechseln und nur Flugzeuge benutzen, die ebenfalls unter gleicher
Farbe fliegen. Dieses Familien-Reisespiel lässt 2-4 Spieler ab 8 Jahren reisen.
Doch Alan R. Moon und Aaron Weissblum haben noch mehr auf Lager: Mit Stop
it! Wird es einen turbulenten Kartenspass für 2-6 Spieler geben. Die Spieler
werden von fünf Stapeln gleichzeitig (!!!) nach 133 Karten grabschen, was das
Zeug hält. Ja, richtig gelesen! Nicht das Loswerden von Karten, sondern das
schnelle Aufnehmen ist hier gefragt.
Im Chaos gibt es natürlich auch Methode: Es darf nur nach der richtigen Farbe
gerafft werden und nur nach der Karte, die oben auf dem Stapel liegt. Das alles
lediglich mit einer Hand, denn die andere hält die gezogenen Karten - und zwar
immer schön nach Farben sortiert! Versteht sich. Zudem gibt es noch pro Farbe
je zwei Stop it! - Karten, die das Spiel schlagartig unterbrechen, dann
wird abgerechnet und wer die wenigsten Karten der gestoppten Farbe in der Hand
hält, bekommt eine Minuskarte. Dann geht es auch schon weiter - bis die nächste
Stop it!-Karte kommt….kurz: Ein hektischer, turbulenter Kartenspaß.
Ligretto hat Geburtstag! Dieses rasante Kartenspiel feiert das Chaos
am Kartentisch - und das seit 15 Jahren! Zu diesem Anlass gibt des Ligretto
in einer hübschen Metallbox, in der 4 Kartensätze (160 Karten) Platz haben.
Schaut gut aus und kommt für ca. 15 Euro in den Handel.
Mit Piratenfang und Ritter-Rennen schickt Playmobil seine Helden
auf den Spielplan. Jetzt fangen die auch noch an, wird mancher stöhnen…Ansichtssache,
denn da kamen zwei wirklich nette Würfel-Laufspiele heraus, die als Bonus pro
Spiel eine besondere Playmobilfigur bieten, die im Handel so nicht erhältlich
sein wird.
Beim Ritter-Rennen müssen die 2-6- Edelmänner einen tiefen Burggraben
überwinden, um den in der Burg verschanzten Ritter gefangen zu nehmen. Es müssen
Brückenteile gelegt werden, die aber auch wieder vom missgünstigen Mitspieler
zerstört werden können. Gut aufpassen heißt die Devise, und mit etwas Würfelglück
geht es dem bösen Ritter mit toller Playmobil-Rüstung dann doch an den Kragen.
Ab 6 Jahre können sich die Nachwuchsritter daran versuchen - viel Spaß und die
Playmobilfigur sind ihnen sicher!
Beim Piratenfang können sich 2-4 kleine Seeräuber ab 4 Jahren dem Playmobil-Piratenkapitän
anschließen. Das Würfel-Laufspiel von Reiner Knizia gewinnt auch hier zusätzlichen
Reiz natürlich durch die Sonderfigur des Seeräuberkapitäns.
Weiter ging
es zum Hans im Glück Stand, welcher mit den Händlern und Baumeistern
als Carcassonne-Erweiterung viele Fans des Spiel des Jahres begeistern
wird. Schon wieder eine Erweiterung! Dieses Aufstöhnen mag von manchen Spielern
kommen…geht das jetzt schon so los wie bei Siedler,
das einem ein Spiel scheibchenweise vorgesetzt wird?
Nein, Carcassonne war von Beginn
an wo wie es in der Grundversion ist als abgeschlossenes Spiel geplant. Die
vielen Anregungen und Einsendungen aber, die der Verlag erhielt, zeugten von
den Fans und von dem Interesse an dem Spiel und seinen vielen Möglichkeiten.
Diese zweite Erweiterung von Klaus-Jürgen Wrede, die nur mit dem Grundspiel
zusammen spielbar ist, fügt dem Spiel einige raffinierte Ideen hinzu. 24 neue
Landschaftkarten bieten nicht nur neue Geländekombinationen wie Brücken und
verwinkelte Städte, sondern enthalten auch Warensymbole, mit denen die Spieler
Wein, Tuch und Korn erwerben können. Die besten Händler können am Ende des Spiels
zusätzliche Gewinne einstreichen.
Neu ist auch der Baumeister. Spieler, die diese Figur in eine Stadt setzen,
können künftig bei der Stadterweiterung immer eine zweite Karte legen. Auch
für die Bauern gibt es frohe Kunde:
Hat ein Spieler
zu seinem Bauern ein Schwein auf die Weise gestellt, gibt's am Ende mehr Punkte.
Erwähnenswert ist auch das bedruckte Stoffsäckchen, das der Erweiterung beiliegt
und das Ziehen und Aufbewahren der Karten erleichtern wird.
Selbstverständlich ist Händler und Baumeister auch mit der ersten Erweiterung
oder dem Fluss (soweit vorhanden) kombinierbar.
Das Spielmaterial für den 6. Spieler ist gleich mit enthalten. Einigen sollte
man sich zu Beginn einer Runde Carcassonne vielleicht nur über die Bauernregel,
da mittlerweile ja drei unterschiedliche Regeln kursieren.
Und noch eine frohe Botschaft für alle Fans dieses tollen Spieles: HIG stellt
für die Messe in Essen wieder ein kostenloses Give-away in Aussicht!!!!
Doch vor lauter Carcassonne - Begeisterung kann man/frau nicht an der Neuheit
des Verlages vorübergehen: Amun-Re.
Das neue Spiel
von Knizia ist ein packendes Taktikspiel vor der Kulisse altägyptischer Tempel
und Pyramiden.
Die
Spieler tauchen ein in die Rolle rivalisierender Dynastien im alten ägyptischen
Königreich. Ziel ist es, das Ansehen zu steigern und dieses durch den Bau von
Pyramiden augenfällig zu dokumentieren, die den Spielern Siegpunkte erreichen
lassen.
Zu Beginn jeder Runde werden Gebiete am Nil mit verschiedenen Eigenschaften
versteigert, welche mit Gold bezahlt werden müssen. Es müssen Bauern gekauft
werden, um Ernten einzufahren und Steine werden gekauft um Pyramiden zu bauen,
welche wiederum Siegpunkte bedeuten.
Auch den Göttern muss geopfert werden, damit der Nil steigt und die Länder fruchtbar
sind. Sollten die Götter mit den Opfern nicht zufrieden sein, droht Dürre, die
auch ertragreiche Regionen am Nil beeinflussen kann. Not und vor allem schwindende
Erträge drohen! Am Ende der Runde bleiben nur die gesammelten Ruhmespunkte,
die Regionen werden wieder neu ausgelost. Bereits gebaute Pyramiden bleiben
bestehen und steigern so den Wert mancher Provinzen.
Sonderkarten ermöglichen weiteres Taktieren, beispielsweise erhält der Spieler
Ruhmespunkte dafür, dass er mehrere Provinzen direkt am Nil oder auf derselben
Seite des Stromes hat. Auch bei den Opfern kann man Einfluss auf den Pegelstand
des Flusses nehmen. Hat man selbst nur Regionen am Wüstenrand und würden Überschwemmungen
keinen Nutzen für die eigene Person bringen, kann man auch die Opfergaben der
anderen Spieler verringern, indem man Minuskarten spielt. So fällt deren Ertrag
schlechter aus. Dieses hochtaktische Spiel scheint einer der Höhepunkte der
Messe im Brettspielebereich zu sein, lassen wir uns überraschen!
Der Zoch-Verlag bietet mit zwei Neuheiten wieder gewohnt schöne Holzspiele:
Capt`n Clever ist eine listige Schatzsuche für 3-4 junge Kapitäne ab
6 Jahren, bei der man versucht, die Seerouten der Mitspieler zu verlängern und
sein eigenes Schiff geschickt zum Sieg zu manövrieren.
Mit Gulo Gulo erwartet uns ein Geschicklichkeitsspiel im beliebten Zicke
Zacke-Format. Jeder Spieler bewegt seinen Vielfraß über 19 Wegplättchen hinweg.
Um voran zu kommen, muss bei jedem Spielzug ein zu dem Wegeplättchen farblich
passenden Ei aus dem Nest geholt werden. Doch Vorsicht vor dem Eierklau-Alarm!
Fällt der ziemlich wackelige Alarmstab beim Eierklau aus dem Nest, zieht der
Spieler rückwärts.
Am Ende des Weges gelangen die Vielfraße an einen verdeckten Plättchenstapel,
in dem sich Klein-Gulo befindet. Wer dieses Plättchen aufdeckt und das lila
Ei aus dem Nest holt, befreit den Sprössling und gewinnt das Spiel. Ein Nervenkitzel
für jung und alt, der zugleich die Motorik schult.
Das Thema
"Herr der Ringe" war allgegenwärtig auf der Messe vertreten: Neue Herr der Ringe
Spiele von Kosmos, Table Top - Figuren, Puppen und vieles mehr. Besonderst beeindrucken
fanden wir die Nachbildung von Helms Klamm von Games Workshop.
Und weiter ging es zu Kosmos.
Auch hier wurde das Spielerherz begeistert! Doch der Reihe nach: Die Catanfamilie
hat ihr Gesicht verändert und im wahrsten Sinne des Wortes Nachwuchs bekommen.


Schon vor drei Jahren wurde auf der Nürnberger Spielwarenmesse eine wunderschöne
dreidimensionale Catan-Spielwelt ausgestellt. Seit dem riss die Nachfrage nach
dreidimensionalen Modellen der Figuren nicht ab, und nun stellte sich die Frage,
ob nicht Zeit für Tapetenwechsel sei. Gedacht, getan! Eine neue Catan-Generation
ist geboren.
Die durch Holzmaterialien
stilisierten Straßen, Siedlungen und Städte beim Grundspiel, die Schiffe bei
der Seefahrererweiterung und auch die Städte und Ritter-Ausbauten werden durch
die neuen, naturgetreu modellierten Figuren alle Siedlerfans ansprechen meint
Kosmos.
Alle? Nun, Auch hier werden die Ansichten möglicherweise geteilt sein. Das gros
der Käufer wird begeistert sein, sicherlich. Aber vielleicht werden auch einige
die natürlichen Holzteile weiter den Plastikfiguren vorziehen - Holz statt Plaste!
Das mag jeder für sich beurteilen, sehen Sie selbst:
Wahre Siedlerfans werden aber um den Kauf der Spiele nicht umhinkönnen. Lassen
wir uns überraschen…
Doch nun
zum versprochen Nachwuchs:
Für 2-4 Kinder ab einem Alter von 4 Jahren bietet Klaus Teuber nun auch den
kleinsten Siedlern die Möglichkeit, sich in einem Spiel zu messen. Mit einer
Spieldauer von 15-20 Minuten wird auch die Geduld der lieben Kleinen nicht überstrapaziert.
In zahlreichen Kindergarten-Testrunden wurde deutlich, dass der lebhafte aber
im Grunde friedliche Spielablauf bei den "Kindern von Catan" sehr gut
ankommt. Der konstruktive Aufbau eines gemeinsamen Dorfes, der durch die große
Vielfalt der individuell gestalteten Holzgebäude einen ganz besonderen Reiz
gewinnt.
Im Catandorf stehen unterschiedliche große Wohnhäuser, eine Kirche, ein Brunnen,
eine Schule ein Turm und ein Torhaus, Bäckerei und Metzgerei sowie als Höhepunkt,
das catanische Rathaus.
Ein König kehrt
zurück: Löwenherz nun nicht mehr bei Goldsieber sondern bei Kosmos in
neuer Gestalt und mit neuen Regeln. Klaus Teuber hat seinen erfolgreichen Klassiker
überarbeitet, mit dem Ziel das Regelwerk zu vereinfachen und das Spielgeschehen
zu beschleunigen um damit die Gesamtspieldauer zu verkürzen. Die Schwierigkeit
bestand darin, den großen Spielreiz und seine taktischen Möglichkeiten zu erhalten.
Franz Vohwinkel, der bekannte Grafiker, gestaltete das neue Design des Spieles,
und das ist ihm sehr gut gelungen. Auch die Figuren wurden neu gestaltet in
ansprechender 3D Optik, ähnlich den neuen Siedlerfiguren.
Den Konservativen unter uns mag es etwas zu bunt erscheinen, aber auch hier
wird sich wohl im Vergleich das neue Design durchsetzen.
Was ist neu außer der Optik? Treibende Kraft des Spieles sind die so genannten
Machtkarten. Mit ihrer Hilfe können Grenzen gezogen und Ritter für die eigene
Sache gewonnen werden. Um Gold zu erlangen, kann man Machtkarten verkaufen,
man erhält den aufgedruckten Wert.
Um die Machtkarten auszuspielen, entrichtet man den entsprechenden Betrag an
Gold. Siegpunkte erhält immer derjenige, dem es gelingt, um seine Burgen herum
möglichst große Fürstentümer zu bilden, in deren Grenzen sich ertragreiche Minen,
reiche Dörfer oder gar die edle Königsstadt befinden. Die Punktewertung der
Gebiete hat sich ebenfalls verändert: Jedes Feld hat seinen festen Wert (z.
B.: Waldfelder 1 Siegpunkt, Dörfer 3 Siegpunkte).
Auf seiner Homepage hat Klaus Teuber unter www.klausteuber.de
eine interaktive Spiel-Einführung entwickelt so dass man sich auf bequeme Art
mit der Regel vertraut machen kann. Die neue Spieldauer ist mit 60 Minuten bei
2-4 Spielern angesetzt, der Preis wird bei ca. 30 Euro liegen.
Ein neues Zwei-Personen-Spiel heißt Avalon von Leo Colovini.
Im Reich von König Artus liegt eine Strecke von 11 Gebietskarten. Diese Karten
liegen verdeckt. Aufgabe der Spieler ist es, zu diesen Gebieten vorzudringen,
ihr Geheimnis zu lüften, möglichst viele in Besitz zunehmen und dann jene, die
besonders wertvoll sind, für den Rest des Spieles erfolgreich gegen Angriffe
zu verteidigen.
Es gewinnt, wer zuerst 15 Siegpunkte hat. Für Ihre Aktionen stehen den Spielern
insgesamt 40 Ritter(karten) und 40 Zauberinnen(karten) in fünf Farben zur Verfügung.
Ungewöhnlich ist das Thema dieses Spieles, das im Spielesektor bis jetzt noch
nicht in dieser Weise umgesetzt wurde. Auch die Grafik ist aufsehenserregend
- man wird sie mögen - oder auch nicht. Der Mechanismus erinnert auf den ersten
Blick an Cäsar und Cleopatra.
Ballon-Cup
ist ein weiteres Zweier-Spiel, bei dem Heißluftballons zur richtigen Zeit am
richtigen Ort mal ganz niedrig oder auch mal ganz hochfahren müssen.
Das Hundertwasser
Spiel DieHölzerSiebeN ist eines der letzten Werke, an denen der Künstler
Friedensreich Hundertwasser gegen Ende seines Lebens noch beteiligt war.
Es handelt sich um eine limitierte Auflage von 2000 nummerierten Exemplaren,
welche ein mit dem Hundertwasser-Nachlassstempel versehendes Zertifikat enthalten.
Sie sind im Hundertwasser-Werkverzeichnis unter der Nummer 997 registriert.
Kunstobjekt und Spiel zugleich: Sieben große architektonische Holzelemente die
im Siebdruckverfahren nach exakten Vorlagen von Hundertwasser bedruckt wurden.
Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 299 Euro richtet sich des Spiel in erster
Linie an Sammler und Kunstliebhaber.
Apropos Kunst:
Das Spitzweg-Spiel von Fritz Gruber ist ein aufwendig gestaltetes Legespiel,
das sich auch an Rommé -Liebhaber wendet. Es enthält 80 großformatige Spitzweg-Bilder-Karten
und eine 12-seitige Broschüre über die im Spiel enthaltenen Werke des populären
Künstlers.
Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Galeristen, die ein Interesse daran haben,
möglichst viele und wertvolle Spitzweg-Bilder in großen Ausstellungen unterzubringen.
Dieses Spiel ist auch gut für zwei Spieler geeignet und dauert ca. 30-40 Minuten.
Für alle Herr der
Ringe Fans: Darauf haben Sie gewartet! Das Herr der Ringe Meisterquiz
eignet sich vor allem für die allein in Deutschland Millionen zählende Fangemeinde.
Das Quiz kann von 2-4 Spielern gespielt werden und bietet mit mehr als 1.000
Fragen rund um das Geschehen der Herr der Ringe Triologie eine echte Herausforderung.
Enthalten ist zudem ein Spielplan, bei dem die Spieler in Hobbingen starten
und von Ort zu Ort gen Mordor ziehen. Es wird vor dem Betreten jedes Feldes
ausgewürfelt, ob eine leichte oder schwere Frage gestellt wird. Wer an der Frage
scheitert, wird auf seinen weg nach Mordor zurückgeworfen. Sieger ist der Erste,
der Mordor erreicht und die Finalfrage richtig beantwortet.
Die Spieldauer mit 70 - 90 Minuten ist etwas für die wahren Fans.
Das Herr der Ringe Kinderspiel ist für kleine Hobbits ab 6 Jahren konzipiert,
die wohl einmal zu den großen Fans gehören werden. Reiner Knizia hat hier das
Thema kindgerecht mit Hilfe von Würfeln umgesetzt.
Weiter geht es zu Ravensburger...
Die absolute Innovation
verspricht der Verlag bis zur Messe in Essen und hat den Prototyp des Spieles
King Arthur mit einer elektronischen Intelligenz schon jetzt in Nürnberg.
Den Stoff für die Geschichte liefert die Arthus Sage, eine Erzählung, die seit
jeher die Menschen fasziniert. Das mittelalterliche England sucht einen König.
Ritter aus dem ganzen Land stellen sich aufregenden Abenteuern mit dem Ziel,
das Schwert Excalibur aus dem Stein zu ziehen und den Thron zu besteigen.
Wie
in der Geschichte wandern auch die Ritter auf dem Spielplan von Ort zu Ort und
von Abenteuer zu Abenteuer.
Während des Spieles begegnen die Ritter streitlustigen Brückenwächtern, freigiebigen
Wirten und geschäftstüchtigen Burgherren und beeinflussen das Geschehen des
Spiels.
Ihre Stimmen erklingen aus dem faustgroßen Stein, der auf dem Spielplan verankert
ist und in dem das Schwert Excalibur steckt. Die Elektronik im Spiel denkt mit
und merkt sich alle Züge der Figuren.
Sie belohnt noble
Taten und sanktioniert unritterliches Gebaren, z. B. in Gestalt von freundlichen
oder weniger freundlichen Figuren der Sage, die durch den Stein zum Spieler
sprechen. Bei der Vorführung beeindruckte das Spiel ungemein, man möchte sofort
selber mitspielen und ausprobieren was denn an der Sache dran ist.
Die Wartezeit bis zum Herbst, bis das Spiel in den Handel kommt, wird hart.
Es hat etwas Mystisches, diese Sage, und sie scheint gut umgesetzt zu sein.
Aber auch der Preis wird etwas mystischer: Ca. 60 Euro wird der Spaß wohl mindestens
kosten.
Können/Wollen sich das viele Spieler leisten? Die Neugierde und das Besondere
an der Sache wird wohl siegen…Wir freuen uns auf Essen bleibt da wohl nur zu
sagen.
Ravensburger hat auch eine neue Produktlinie aus Holz, ab April werden da zwölf
neue Titel auf den Markt kommen. Die Zielgruppe sind Kinder von 3 - 8 Jahren.
Die Materialien wirken ausgezeichnet, hochwertiges Holz wird hier verarbeitet,
bekannte Autoren wie Heinz Meister und Reinhold Wittig haben ausgefeilte Spielideen
entwickelt.
Mit der Nacht der Vampire (2-4 Spieler, ab 8 Jahren), dem Affentempel
(2-4 Spieler, ab 7 Jahren) und der Geisterstunde (2-4 Spieler, ab 8 Jahren)
werden wir uns auf neue Familienspiele freuen dürfen.
Aus der
alea Reihe kommt von Reinhold Staupe Edel, Stein und Reich. Basierend
auf dem früheren Basari finden wir hier eine stark überarbeitete Version mit
neuen Möglichkeiten. Ohne Spielplan und mit Ereigniskarten werden neue Dimensionen
eröffnet.
Auch Eiszeit klingt sehr interessant und wird im April erhältlich sein.
Neu ist die Marke fishtank. Sie wurde für die 10-16-jährigen geschaffen,
die sich von der Kinderzeit mit dem blauen Ravensburger Dreieck verabschieden
wollen. Aus dieser Reihe kommt auch ein Vorreiter im Fantasy Genres: Behind.
Hierbei handelt es sich um eine völlig neue Art von Sammelkartenspiel kombiniert
mit Table-Top-Elementen und Rollenspiel. Die Basis dieses Spieles wird aus 300
Sammelkarten und 60 Charakterchips bestehen. Durch geschicktes Führen der eigenen
Charaktere wie Werwölfe, Vampire, Geister, Tempelritter und Schwestern versuchen
die Spieler, ihr Spielziel zu erreichen.
Dabei werden die Charaktere real mit Hilfe der Charakterchips bewegt. Die Karten
geben dabei die verschiedenen Aktionsmöglichkeiten an.
Dieses absolut neuartige Projekt wird ab Juni in den Handel gehen.
Die neue fishtank
- Reihe wird sicher noch einige Fun-Spiele auf den Markt bringen, wie z. Bsp.
die Partydose mit Chupa Chups Lollies, bei der ein Opfer einen Gürtel umgeschnallt
bekommt und Bälle mit gekonnten Hüftbewegungen auffangen müssen. Zur Belohnung
gibt es dann - na, raten Sie mal - einen Lolly!
Goldsieber bringt auch wieder schöne Kinder- und Familienspiele.
Das Schneckenrennen ist ein schnelles kurzweiliges Kartenspiel für 2-5
Spieler ab 7 Jahren.
Prinzessin Pimpernell kann von kleinen Helden ab 12 Jahren bei 3-4 Spielern
befreit werden.
Besonders erwähnenswert in mehrfacher Hinsicht ist Fridolin Fuchs. Warum? Nun,
Kinder werden es lieben, Eltern werden es hassen. Sechs‚ Tongeneratoren sorgen
für stimmungsvolle Atmosphäre!
Was da heißt: Bei Aktivierung gackert und schnarrt und maunzt es, was das Zeug
hält. Die Kinder wird des begeistern, da sind wir uns sicher. Es macht ja schließlich
Lärm. Aber nach wiederholter Aktivierung spürt man als "älterer" Mensch
schnell, wie das Nervenkostüm dünner wird...
Aber es soll ja auch den Kindern Spaß machen. Am besten, man schenkt es den
Nachbarskindern und schickt seine Lieben zum Spielen hin.
Pussycat ist ein Zweipersonenspiel ab 8 Jahren, ein kurzweiliges spiel
für Zwei die einen netten Abend miteinander verbringen wollen und nach dem einen
oder anderen kleinen Gefecht lieber schnurren als knurren.
Den Abschluss
unseres Rundganges bildet New England.
Hier hat das bei den Neuheiten stark vertretene Autorenteam Moon/Weissblum ein
Entwicklungspiel für entdeckungsfreudige Erwachsene herausgebracht, bei dem
man viel bieten muss, bei dem aber auch viel geboten ist.
Die Spieler sind Amerikas ersten Siedlern auf der Spur, als Pilgerväter-Familien
in Neuengland. Parzellen müssen erworben und urbar gemacht werden.

Als Schlusswort möchten wir uns bei den Verlagen und Ihren sympathischen Vertretern
sehr herzlich bedanken: Es war sehr interessant und hat viel Spaß gemacht! Wir
haben viele sehr nette Gespräche geführt und mindestens genauso viele nette
Menschen getroffen!
Vielen Dank auch den netten Spielepräsentatoren...