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Africa 1880



Anzahl Spieler

Für 3 bis 6 Spieler
ab 14 Jahre


Spieldauer

Ca. 120 bis 180 Minuten


Bewertung (max. 10)

6 Punkte (HOlg)



Verlag

Truant
Truant


Autor

Francis Pacherie


Bild



Sonstiges:

Africa 1880 ist ein fast reinrassiges Verhandlungsspiel. Ohne Diplomatisches Gespür wird man sich schwer tun, das Spiel zu gewinnen. Im Spielverlauf ist also für viel Interaktion gesorgt. Es dürfte kaum langweilig werden, zumal die ausgehandelten Vereinbarungen nicht zwingend eingehalten werden müssen! Doch man sollte es sich nicht mit allen verscherzen, denn wie gesagt, ohne (gute) diplomatische Beziehungen wird es schwer! Der Spielplan zeigt eine Karte von Afrika, das in 32 Territorien eingeteilt ist. Bis zu sechs Nationen werden durch die Mitspieler vertreten, die bestrebt sind das Afrika der Jahre 1880 bis 1914 zu kolonisieren. Neben der Afrikakarte ist auf dem Spielplan noch je eine Botschaft der beteiligten europäischen Nationen zu finden, in die zu Spielbeginn jeder Spieler je einen seiner Flaggenkärtchen legen darf (Ausnahme: die eigene Botschaft, dort wird kein eigener Marker plaziert!). In der ersten Spielrunde (1880) erreichen die europäischen Mächte beginnend mit Großbritannien über Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande und Belgien die afrikanische Küste und legen je einen Marker in eine beliebige Küstenregion. Die folgenden Spielrunden bestehen aus fünf einzelnen Phasen, die nach der Reihe abgehandelt werden.

Phase 1: Diplomatische Verhandlungen:
In dieser Phase wird die Grundlage aller folgenden Phasen gebildet. Es wird darüber verhandelt, welche Nationen eine Allainz eingehen oder auch nicht bzw. zwischen welchen Nationen sich ein Konflikt nicht mehr auf diplomatischem Weg verhindern läßt. Diese Phase sollte zeitlich Beschränkt sein! 8 Minuten haben die Mitspieler Zeit, sich gegenseitig davon zu überzeugen, unbedingt mit einem selbst und nicht mit den Mitkonkurrenten eine Allianz einzugehen (und sich dann in der zweiten Phase auch daran zu halten!!!). Diese Verhandlungen können am Tisch geführt werden oder in einem anderen Zimmer zwischen allen am Spiel Beteiligten oder auch nur zwischen 2, 3 oder mehr Nationen. Alles was hierbei jedoch vereinbart wird, ist in keinster Weise bindend!

Phase 2: Schriftliches Festlegen der Befehle:
Sobald die Verhandlungen abgeschlossen sind (spätestens nach 8 Minuten) schreibt jeder Mitspieler geheim die Befehle in seinen dafür vorgesehenen Befehlszettel, die er seinen Markern auf dem Spielfeld erteilen will. Dabei können(!) die in Phase 1 mühsam erarbeiteten Vereinbarungen berücksichtigt werden.
Zunächst wird jedem Marker der eigenen Nation ein Befehl erteilt. Ein Marker kann den Befehl "Entwicklung", "Expedition" oder "Nichts" erhalten. Nach jedem Entwicklungsbefehl wird ein neuer Entwicklungsmarker auf eines der quadratischen Felder eines Territoriums gelegt. Der Expeditionsbefehl bedeutet, daß in dem erforschten Territorium ein eigener Marker abgelegt wird. In jedes erforschte Gebiet kann aber nur ein Marker einer Nation gelegt werden, auch wenn eine Nation mehrere Expeditionen in dasselbe Gebiet unternommen hat.
Falls noch freie Küstenregionen vorhanden sind, kann ein "Landebefehl" für eine dieser Territorien erteilt werden. Wird solch ein Befehlt erteilt, kann die entsprechende Nationen dieses Küstengebiet mit einem eigenen Marker besetzen.
Zum Schluß legt jetzt noch jeder Spieler seine diplomatischen Beziehungen fest, die er zu den anderen Ländern unterhalten will und die für eine Runde gelten. Diese diplomatischen Beziehungen können den Status "Allianz" oder "Konflikt" annehmen. Dieser Status ist an Hand der Diplomatiemarke in den Botschaften der Nationen zu erkennen. Diese zeigen entweder eine Friedenstaube (Allianz) oder eine Kannone (Konflikt).
Bei einer Allianz sind alle Marker der betreffenden Nationen auf dem Spielplan die noch keine Kolonie sind alliiert. Im Falle einer konfliktbelasteten Beziehung wird dieser in Phase 4 entschieden.

Phase 3: Verlesen der Befehle:
Haben alle Mitspieler ihre Befehlszettel ausgefüllt, werden diese verlesen und aufgeführt. Territorien werden entwickelt oder erforscht, evtl. freie Küstenregionen werden besetzt und der Diplomatistatus zwischen den Nationen wird in den Botschaften mittels des Diplomatiemarkers angezeigt.

Phase 4: Auswerten von Konflikten:
Jetzt entscheidet sich, welche Spielmarker vom Spielfeld entfernt werden müssen und welche bleiben. Liegt in einem Territorium nur ein Marker, gibt es keine Probleme, er bleibt liegen. Interessant wird es, sobald zwei Marker verschiedener Nationen im selben Gebiet liegen. Sobald eine dieser Nationen "Allianz" gewählt hat, die andere Nationen jedoch Krieg, muß diese das Spielfeld räumen. In allen anderen Fällen bleiben beide Marker liegen.
Liegen gar mehr als zwei unterschiedliche Marker in einer Region, müssen alle Marker, für die von den anderen Nationen mehr Konflikte als Allianzen angegeben wurden, entfernt werden.

Phase 5: Errichtung von Kolonien:
Sobald ein Territorium vollständig entwickelt ist und sich mindesten 1 Marker oder ausschließlich alliierte Nationen darin befinden, wird daraus eine Kolonie und einer der Kolonie-Marker wird dort plaziert. Ab diesem Zeitpunkt gilt für dieses Gebiet die Konfliktauswertung der Phase 4 nicht mehr! Die Marker können jedoch weiterhin Expeditionsbefehle in benachbarte Gebiete erhalten.

Das Spielende ist nach der 8 Runde erreicht oder sobald der letzte Koloniemarker plaziert wurde. Jetzt erfolgt die Endabrechnung und es zeigt sich, wie erfolgreich man bei der Koloniesierung Afrikas war. Jeder Marker, der sich alleine in einer Kolonie befindet, bringt 8 Punkte, Marker, die sich zusammen mit anderen Ländern in einem Kolonie-Territorium befinden bringen 3 Punkte und jedes Land, das mit der eigenen Nation in der letzten Runde eine Allianz eingegangen ist, bringt nochmals je einen Punkt. Wer die meisten Punkte ergattern konnte, gewinnt das Spiel.
Wem Diplomacy zu komplex und zeitaufwendig ist, wer aber trotzdem Verhandlungsspiele schätzt, ist mit diesem Spiel gut bedient. Es ist relativ schnell erklärt und von der Spielzeit in einem akzeptablen Rahmen (zumindest verglichen mit Diplomacy!). Jedoch dürften nur Schnellentschlossene zum "Zuge" kommen, denn von diesem Spiel wurden nur 600 Stück hergestellt, sodaß es eigentlich schon jetzt zu den Sammlerstücken zu zählen ist.

Vielen Dank an Truant für das Rezensionsexemplar!


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