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Die Macher



Anzahl Spieler

Für 3 bis 5 Spieler
ab 14 Jahre


Spieldauer

Ca. 180 bis 240 Minuten


Bewertung (max. 10)

8 Punkte (HOlg)



Verlag

Hans im Glück
Hans im Glück


Autor

Karl-Heinz Schmiel


Bild



Sonstiges:

Wo fängt man bei solch einem Spiel am besten mit einer Beschreibung an? Einerseits ist zu sagen, daß "Die Macher" ein äußerst komplexes Spiel ist, andererseits will ich auch niemanden abschrecken, denn das hätte das Spiel wirklich nicht verdient! Wer sich die zugegebener maßen nicht unerhebliche Mühe macht, sich intensiv mit dem umfangreichen Regelheft auseinanderzusetzen, wird mit einem hochkarätigem Spiel der oberen Klasse belohnt.
Bereits 1986 gab es dieses Spiel schon einmal, war aber recht schnell vergriffen und ist 1998 trotz seiner Komplexität von zwei Verlagen neu aufgelegt worden. Die Regeln wurden überarbeitet, der Spielablauf gestrafft und angepaßt und nun können echte Spielefreaks so richtig ins politische Geschehen Deutschlands eingreifen.

Fünf Parteien (CDU, SPD, FDP, Grüne und neuerdings auch die PDS) wetteifern um Wählerstimmen in sieben Bundesländern, um am Ende die meisten Siegpunkte in Form von Mandaten, Übereinstimmungen zwischen Wahlprogramm der Partei und Bundesmeinung, Parteibasis und Einfluß auf die Bundesmedien zu haben. Die Mitspieler haben dabei die Aufgabe, den Wahlkampf ihrer Partei in den einzelnen Bundesländern zu organisieren, um trotz knapper finanzieller Mittel am Ende besser als die Konkurrenten dazustehen.
Um auf alle Einzel- und Feinheiten des Spiels einzugehen, wären mehrere Seiten erforderlich. Daher will ich hier nur einen groben Überblick bezüglich des Spielgeschehens darstellen.

16 Bundesländer liegen in Form von je einem Plättchen und einer Karte bereit, aber nur vier davon liegen zunächst auf dem Spielplan und nur drei weitere kommen im weiteren Spielverlauf hinzu. Das erste auf den Spielplan gelegte Land ist das aktuelle Wahlland, das nach der ersten von sieben Spielrunden abgerechnet wird. In den drei weiteren offen auf dem Spielplan liegenden Bundesländer kommt es in den folgenden Runden zur Wahl. Jedes Land hat unterschiedliche Einstellungen und Meinungen zu den verschiedensten politischen Themen. Im aktuellen Wahlland liegen diese Meinungen (4 Stück) offen, so daß die Parteien zum einen darauf Einfluß nehmen oder zum anderen ihr Parteiprogramm anpassen können. Das Programm jeder Partei besteht zu Spielbeginn aus 5 zufällig gezogenen Meinungskarten, die offen aufgelegt werden. Drei weitere dieser Karten hat jeder Spieler auf der Hand, um Einfluß nehmen zu können. In den Ländern, in denen erst in den nächsten Runden gewählt wird, sind noch nicht alle bis gar keine Meinungen bekannt. Je näher aber dort der Wahltermin rückt, desto mehr Meinungskarten werden für dieses Land aufgedeckt.

Bereits in der ersten Spielphase (Tagung der Parteikommission) haben die Spieler dann die Möglichkeit auf ihr Parteiprogramm Einfluß zu nehmen, um es besser an die Volksmeinung der Bundesländer anzupassen. In der zweiten Spielphase (Schattenkabinett) wandern Mitglieder des Schattenkabinetts in die Bundesländer, die nachdem sie aufgedeckt und bezahlt wurden Aktionen wie Stimmenfang, Meinungsänderung oder Imagepflege usw. durchführen. Diese ausgespielten "Schattenkabinett-Karten" entscheiden auch mit darüber, welche Parteien unter Umständen eine Koalition bilden können (Übereinstimmungen in den Parteiprogrammen!). Auf diese Weise ist schon so manch "starker" Partei noch der Wahlsieg entrissen worden. Auch die Medien sind wie im richtigen Leben ein nicht zu unterschätzender Faktor im Wahlkampf und wer genug Geld für die Medien erübrigen kann hat nicht unerheblich Einfluß auf die Meinung des Volkes in einem Wahlland.
Zu viel Geld sollte man bei diesen Aktionen jedoch nicht verplanen, denn anschließend haben die Parteien die Möglichkeit Wahlveranstaltungen abzuhalten um dadurch Stimmen zu werben. Das ist, wie sollte es auch anders sein, wieder mit Kosten verbunden. Letztlich entscheiden aber die Wähler über den Ausgang einer Wahl (oder?). Schließlich werden im Rahmen jeder Wahl auch Umfragen durchgeführt und wer Einfluß darauf haben will, welche Umfrage besser nicht veröffentlicht bzw.welche Umfrage dem Trend der eigenen Partei gut tun würde und unbedingt an die Öffentlichkeit gebracht werden sollte, muß auch hier noch ein paar Mark locker machen können. Der Trend einer Partei ist nämlich auch nicht völlig außer Acht zu lassen. Die Zahl der Wahlveranstaltungen multipliziert mit der Summe des Trendes einer Partei und der Übereinstimmungen von Parteiprogramm mit der Volksmeinung ergibt schließlich die Stimmen, die eine Partei bei dieser Länderwahl erhält. Sind alle Wahlveranstaltungen im aktuellen Wahlland (man kann auch in Ländern, in denen erst in den nächsten Runden gewählt wird bereits Wahlveranstaltungen oder auch andere Aktionen durchführen!) in Stimmen umgerechnet, steht die Partei oder Koalition fest, die den Wahlsieg zumindest in diesem Bundesland davonträgt.
Die errungenen Stimmen der Parteien werden an Hand der Länderkarte in Mandate umgerechnet (Mandate = Siegpunkte). Der oder die Wahlsieger dürfen anschließend noch eine der Ländermeinungen zur Bundesmeinung erklären. Bei Spielende bringen Übereinstimmungen zwischen Bundesmeinung und Parteiprogramm weitere Siegpunkte. Außerdem dürfen der/die Wahlsieger je einen Medienstein auf den Bundesplan setzen, der ebenfalls in der Endabrechnung Siegpunkte bedeutet.

Bevor das "alte" Bundesland durch ein neues auf dem Spielplan besetzt wird und das im Uhrzeigersinn nächste Bundesland zum aktuellen Wahlland wird, bekommen die Parteien je nach Stimmenanteilen bei der letzten Wahl neue Geldmittel zur freien Verfügung. Wer hier zu kurz gekommen ist, hat auch die Möglichkeit eine Spendenquelle anzuzapfen. Dies ist aber durch die Parteimitglieder nicht gerne gesehen und verringert unter Umständen die Parteibasis, die aber ebenfalls Siegpunkte bei Spielende einbringt.
Ist der eben beschriebene Wahlkampf in sieben Bundesländern durchgeführt worden folgt die Schlußabrechnung. Die Partei mit den meisten Siegpunkten gewinnt!
"Die Macher" ist ein ziemlich komplexes Spiel, das es jedoch absolut wert ist, sich näher damit zu befassen. Die unterschiedlichen Bundesländer, die in den einzelnen Spielrunden zum Einsatz kommen, fordern das taktische Verständnis der Spieler immer wieder aufs neue heraus.

Vielen Dank an Hans im Glück für das Rezensionsexemplar!


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