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Doge



Anzahl Spieler

Für 3 bis 4 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 bis 90 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Goldsieber
Goldsieber


Autor

Leo Colovini


Bild



Sonstiges:

Venedig dürfte zu den bekanntesten Städten bzw. Gegenden Europas zählen. Kein Wunder, daß sie auch als Thema für ein Brettspiel herangezogen wird. Noch nachvollziehbarer wird das Ganze, wenn man berücksichtigt, daß der Autor des Spiels dort geboren wurde.

Gemeinhin wird das Oberhaupt einer Stadt (Ober-) Bürgermeister genannt. Nicht so in Venedig, zumindest nicht im mittelalterlichen Venedig, der Blütezeit dieser Stadt. Mehr als 1000 Jahre gab es in Venedig das Amt des Dogen, dessen Macht sich im Laufe der Jahrhunderte zwischen der eines Herzogs und eines Königs bewegte.

Jede vornehme Familie Venedigs, die etwas auf sich hielt, suchte dieses Amt durch ein Familienmitglied zu bekleiden und genau darum geht es in diesem Spiel. Die Spieler sind Familienoberhäupter, die versuchen das Amt des Dogen für die eigene Familie und damit an Ansehen und Macht zu gewinnen.

Wie wird man denn nun Doge? Tatsächlich wurde ein Doge mittels eines komplizierten Los- und Wahlverfahrens bestimmt, im Spiel aber entscheiden die Prachtbauten (Palazzi), welche die Familien in den einzelnen Stadtteilen errichten!

Dies ist jedoch nicht so einfach, wie es sich vielleicht anhört! Einen Palazzo darf nur errichten, wer die vorgeschriebene Anzahl an Häuser in dem entsprechenden Stadtteil errichtet hat, und diese Zahl steigt im Laufe des Spiels (mit jedem errichteten Palazzo) stetig an. Sind für den ersten Palazzo eines Stadtteils "nur" 3 Häuser nötig, braucht es für den fünften Prachtbau schon 7 Häuser.
Häuser wiederrum darf nur bauen, wer in einer Runde den größten Einfluß auf einen Stadtteil ausübt, womit wir uns schon mitten in der ersten Phase des Spiels befinden.

7 Stimm-Marker mit unterschiedlichen Werten von 0 bis 3 stehen den Spielern zur Verfügung und diese werden reihum in 3 bzw. 4 Durchgängen (je nach Mitspielerzahl) verdeckt in die einzelnen Stadtteile gelegt. Hierzu wählt jeder Spieler zunächst verdeckt eine Karte, die einen Stadtteil repräsentiert, und legt anschließend verdeckt einen oder mehrere Stimm-Marker auf die Karte.
Sobald alle Spieler ihre Wahl getroffen haben, werden die Stimm-Marker verdeckt in den entsprechenden Stadtteil gelegt. Sind schließlich alle Druchgänge auf die gleiche Weise durchgeführt worden, kommt es zu den Abstimmungen.

Der Reihe nach (die genaue Reihenfolge wird zufällig durch Karten ermittelt) werden die Stimm-Marker aller Mitspieler in den Stadtteilen aufgedeckt und die Mehrheitsverhältnisse ermittelt. Derjenige mit den meisten "Stimmen", darf zwei Häuser errichten, derjenige mit den zweitmeisten immerhin noch 1 Haus. Wer die für einen Palazzo erforderliche Gebäudezahl vorweisen kann, darf nun die entsprechende Zahl Häuser aus dem Stadtteil entfernen und dafür einen der begehrten Palazzi errichten.
Die meisten Stimmen in einem Stadtteil bedeuten auch die Gunst des dort ansässigen Beraters. Dieser darf nach einer erfolgreichen Wahl in einen anderen Stadtteil gesetzt werden und zum Zeichen, daß er zur Zeit im Auftrag des Wahlsiegers unterwegs ist, bekommt er den Kontrollring des erfolgreichen Spielers aufgesetzt.
In dem Stadtteil, in dem der Berater eingesetzt wird, bedeutet er eine Stimme für den Spieler, der ihn Kontrolliert. Auf diese Weise kann man seinen Einfluß in einem Stadtteil geltend machen, in den man keine Stimm-Marker gelegt hat oder seinen Stimmanteil in einem Stadtteil stärken, in dem zwar eigene Stimm-Marker liegen, die Konkurrenz aber recht groß scheint.
Wer auf die Vorzüge des Beraters verzichtet, darf stattdessen ein Haus aus diesem Stadtteil hinaus oder in diesen Stadtteil hinein versetzen, um ggf. so die erforderliche Häuserzahl in einem Stadtteil zu erreichen.

Neben den 6 Stadtteilen kann man seinen Einfluß auch im Dogenpalast geltend machen. Dort können zwar weder Häuser noch Palazzi errichtet werden, allerdings kann derjenige mit den meisten Stimmen im Palast gleich zwei Berater in seinen Dienst stellen und auch dem Zweitplazierten steht noch ein Berater zur Seite.
Diese Möglichkeit das Spielgeschehen zu beeinflussen sollte nicht unterschätzt werden. Zwei Berater auf einmal in den gleichen Stadtteil eingesetzt können noch so manch vom Gegner sicher geglaubtes Abstimmungsergebnis kippen!

Eine Spielrunde endet, sobald alle Abstimmungen durchgeführt wurden. Die Stimm-Marker werden an die Spieler zurückgegeben und eine neue Runde kann beginnen.
Die nächste Runde bringt neue Abstimmungsergebnisse, Berater wechseln die Fronten und Häuser und Palazzi entstehen.

Den Mitspielern "aus dem Weg zu gehen" und friedlich in nur einem Stadtteil vor sich hin zu werkeln bringt vielleicht jede Menge Häuser und Palazzi in diesem Stadtteil aber keinesfalls den Sieg.
Diesen erreicht, wer zuerst entweder in jedem der 6 Stadtteile einen Palazzo, 7 Palazzi in 5 Stadtteilen oder 8 Palazzi in 4 Stadtteilen errichtet.

Doge ist eine gelungene Mischung aus Taktik, Strategie und Bluff. Das Einschätzen der Gegner (welche Stadtteile werden die Mitspieler wohl in dieser Runde "heimsuchen") sowie eine gut geplante Vorgehensweise (immerhin gibt es drei Gewinnmöglichkeiten) sind unabdingbar.

Vielen Dank an Goldsieber für das Rezensionsexemplar!


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