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Hart an der Grenze



Anzahl Spieler

Für 3 bis 6 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 45 bis 70 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Kosmos
Kosmos


Autor

Andre Zatz,
Sergio Halaban


Bild



Sonstiges:

Wer gerne und häufig seinen Urlaub im Ausland verbringt, der kennt das wahrscheinlich. Die Zollabfertigung am Flughafen. Oft wird man einfach durchgewunken, einige müssen ihr Gepäck öffnen und den Kofferinhalt den kritischen Augen eines Zollbeamten aussetzen. Unbesorgt können die sein, die nichts zu verbergen haben, aber vielleicht hat der eine oder andere trotzdem immer so ein gewisses Kribbeln im Bauch.
Nun im Spiel "Hart an der Grenze" gehört diese Kribbeln zum Rundenablauf wie bei anderen Spielen das Einsetzen von Aktionspunkten oder das Ausspielen von Karten. Es wird nämlich geschmuggelt was das Zeug hält. Mit Ehrlichkeit, also der ausschließlichen Einfuhr von legalen Waren, wird man das Spiel wohl kaum gewinnen können.

Zum Spielmaterial gehören sechs Blechdosen, eine davon in einem Catan-Design, welche als Koffer für die Mitspieler dienen, jede Menge Warenkarten, ein Sheriffstern und je 6 Holzmarker für eine Zusatzkontrolle und für eine Beschlagnahmung. Auf jeder Karte ist eine von sechs Waren zu sehen, drei Warenarten sind in gelb gehalten und legal, drei sind rot und illegal. Auf der Deckelinnenseite der Koffer können die Spieler unter anderem sehen, wieviele Warenkarten einer Sorte im Spiel sind.

Jeder Spieler erhält außer seinem Koffer fünf Warenkarten und 30 Dollar Startkapital. Einer bekommt zusätzlich den Sheriffstern, er ist der Zollbeamte der ersten Runde und kann seine Handkarten zunächst beiseite legen. Alle anderen wählen 1 bis 5 ihrer Handkarten aus, legen sie in ihren Koffer und sagen die Anzahl der Karten an sowie eine legale Warenart, von der die im Koffer befindlichen Waren angeblich sind, an, z.B. "Ich habe drei Sombreros in meinem Koffer". Klar, keiner gibt von vornherein zu illegale Waren einführen zu wollen.
Anschließend kann sich der derzeitige Zollbeamte nach genauem Studium der Gesichter der Mitspieler und dem Zählen der Schweißperlen auf deren Stirn dafür eintscheiden einen der Verdächtigsten zu kontrollieren. Das "Opfer" öffnet den Koffer natürlich nur dann bereitwillig, wenn er nichts zu befürchten hat und der Kofferinhalt seiner Ansage entspricht. Für eine falsche Verdächtigung gibt es nämlich eine Entschädigung aus der Bank, deren höhe von der Anzahl und Art der legalen Waren abhängt und die Waren darf man natürlich auch behalten.
Sollte der Kofferinhalt nicht so ganz den angegebenen Waren entsprechen kann und sollte man versuchen den Zollbeamten zu bestechen. Man bietet ihm eine gewisse Summe, damit er ausnahmsweise mal ein Auge zurdrückt. So ein Bestechungsversuch macht eigentlich auch immer Sinn, denn wenn der Koffer geöffnet wird und illegale Waren zum Vorschein kommen, ist abhängig von der illegalen Ware und deren Anzahl eine relativ hohe Strafe an die Bank zu bezahlen, ganz zu schweigen davon, dass diese illegalen Waren natürlich abgegeben werden müssen und nicht mehr verkauft werden können. Ausserdem ist der Erfolg eines Bestechungsversuches gar nicht so unwahrscheinlich. Der aktuelle Zollbeamte kann in dieser Runde keine Waren transportieren und daher ist eine Bestechnung die einzige Möglichkeit in dieser Runde überhaupt zu Geld zu kommen.

Der Zollbeamte versucht also abzuwägen, wie hoch wohl der Gewinn des Schmugglers ausfallen dürfte und versucht ein möglichst grosses Stück vom Kuchen abzubekommen, der Schmuggler andererseits ist auf Schadensbegrenzung bedacht und wägt ab ob die Bestechungssumme für ihn günstiger ist als der Verlust der illegalen Waren und die zu bezahlende Strafe. Kommt eine Einigung zu Stande erhält der Zollbeamte die vereinbarte Summe und der Schmuggler kann passieren. Ist keine Einigung zu erwarten erhält der Zollbeamte zwar kein Geld doch der Kontrollierte muss seinen Koffer öffnen, alle illegalen Waren abgeben und für jede dieser Waren eine Strafe zahlen, die abhängig von der Warenart ist. Die Werte können auf den Karten abgelesen werden. Die legalen Waren dürfen vor dem Koffer abgelegt werden und auch die anderen Spieler leeren nach der Kontrolle ihre Koffer und legen die Waren, natürlich auch die Illegalen, vor dem Koffer ab.

Der Sheriffstern wird weitergegeben, die Kartenhand der Spieler wieder auf fünf aufgefüllt und eine neue Runde beginnt.

Einmal während des gesamten Spiels darf man als Zollbeamter seine beiden Spielsteine einsetzen und eine zweite Kontrolle durchführen bzw. die illegalen Waren eines beliebigen, nicht kontrollierten Koffers, beschlagnahmen und vor seinen eigenen Koffer legen.

Sobald jeder Spieler einmal Zollbeamter war, endet einer von insgesamt drei Durchgängen und alle Waren, die vor den Koffern der Spieler angehäuft wurden können nun zu Geld gemacht werden. Doch zuvor darf jeder Spieler bis zu drei Waren unter den Koffer legen. Diese können am Ende des Spiels möglicherweise zum doppelten Preis verkauft werden. Möglicherweise bedeutet, dass das Ganze mit einem gewissen Risiko verbunden ist. Abhängig von der Mitspielerzahl darf von jeder Warenart immer nur eine bestimmte Anzahl zum doppelten Preis verkauft werden (eine Übersicht befindet sich auf der Deckelinnenseite eines jeden Koffers). Haben alle Spieler insgesamt mehr Waren dieser Art unter dem Koffer, dann darf derjenige Spieler zuerst bis maximal zum zulässigen Limit verkaufen, der die meisten Waren dieser Art hat. Ist das Limit dann nocht nicht erreicht, darf der mit den zweimeisten Waren verkaufen usw.
Ist das maximal zulässige Limit erreicht und ein Spieler hat dann noch Waren dieser Art übrig, hat er Pech gehabt und bekommt gar nichts mehr dafür. Das kann, wie ich in einer meiner Runden am eigenen Leib erfahren habe, sehr, sehr schmerzhaft sein! Doch man muss nichts zurückbehalten und kann auch alle Waren gleich zum regulären Preis verkaufen, wobei die richtige Ware zum doppelten Preis verkauft der halbe Sieg sein kann. Der Verkaufspreis ist auf den Karten abzulesen. Es braucht wohl nicht erwähnt zu werden, dass dabei die Schmuggelware mehr Geld als die legalen Waren einbringt!

Nach drei Durchgängen und nachdem alle zurückgelegten Waren entweder zum doppelten Preis verkauft oder ersatzlos abegegeben wurden endet das Spiel. Der reichste Spieler und damit auch erfolgreichste Schmuggler gewinnt das Spiel.

Hart an der Grenze ist ein klassisches Bluffspiel. Ohne Pokerface und starke Nerven braucht man gar nicht erst anzutreten. Obwohl es sich letztlich um ein reines Kartenspiel handelt ist das Spiel nicht gerade als günstig zu bezeichnen, was in erster Linie wohl an den Blechdosen liegen dürfte, die als Koffer verwendet werden aber irgendwie das Spielgefühl unterstreichen und einfach dazu gehören.

Wer gut bluffen und seine Mitspieler einschätzen kann, der wird mit diesem Spiel seine helle Freude haben! Am meisten Spass macht das Spiel in voller Besetzung obwohl es auch mit weniger Spielern gut funktioniert. Die Zusatzkontrolle fällt bei weniger als fünf Spieler weg, was auch Sinn macht, denn sonst könnte ein Zollbeamter in seinem Zug mehr als die Hälfte aller Koffer kontrollieren und anschließend auch noch einen beschlagnahmen. In der richtigen Besetzung kann ein regelrechtes Rollenspiel daraus werden und die Spieler gehen so richtig in ihren Rollen als Schmuggler, Zollbeamter oder ehrlich empörter Reisender, der nichts zu verbergen hat, auf. In solchen Runden ist Spass pur angesagt!

Vielen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar!


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