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Indonesia



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 180 bis 240 Minuten


Bewertung (max. 10)

9 Punkte (HOlg)



Verlag

Splotter Spellen
Splotter Spellen


Autor

Joris Wiersinga,
Jeroen Doumen


Bild



Sonstiges:

Spiele von Splotter Spellen sind ja meist ungewöhnlich. Oft mit ungewöhnlich langer Spieldauer, dafür aber meist auch ungewöhnlich gut. Ein Grund mehr einen genaueren Blick auf die 2005er Neuheit dieses Verlages zu werfen, das mit Indonesien schonmal einen ungewöhnlichen Handlungsort für ein Spiel hat und verglichen mit den Schachtelgrößen von Roads & Boats oder Antiquity diesmal auch ungewöhnlich klein ausgefallen ist. Und das, obwohl das Spiel wohl genauso wie die vorgenannten einzustufen ist, wenn man mal z.B. die Spieldauer vergleicht.

Der Spielplan ist trotz der kompakten Schachtelgröße nicht zu klein ausgefallen sondern entsprechend oft gefaltet. Zu sehen sind zahlreiche Regionen Indonesiens die farblich unterschieden und in mehr oder weniger zahlreiche Gebiete unterteilt sind. Die Seeregionen sind durch blaue Linien voneinander abgegrenzt und zum Teil recht groß. Hier muss man hin und wieder schon mal genauer hinsehen um festzustellen welche Landregionen ein Schiff von welcher Seeregion nun tatsächlich erreichen kann doch dieses Problem, wenn man es denn so nennen will, besteht nur in der ersten Partie.
Um die einzelnen Unternehmen darzustellen gibt es zum einen größere Plättchen die als eine Art Besitzurkunde fungieren und zum anderen entweder kleine Holzschiffe für die Transportunternehmen oder kleine Rohstoffplättchen für die produzierenden Unternehmen. Städte werden durch Glasperlen in drei Farben dargestellt. Die blauen stellen Städte der Größe 1 dar, die gelben Städte der Größe 2 und die roten der Größe 3.
Zum Spielmaterial gehören dann noch ein Bündel Geldscheine, Münzen in Form von Pappcountern und Entwicklungsstandanzeiger (Holzchips) für jeden Bereich der ausgebaut werden kann und natürlich in jeder Spielerfarbe.

Nachdem die erste Spielerreihenfolge ausgelost ist, jeder Mitspieler einen Hunderter als Startkapital erhalten hat und die Holzchips in den Spielerfarben auf der Entwicklungstabelle in allen Bereichen auf das Feld mit der "1" platziert sind kann es auch schon losgehen. Der weitere Spielaufbau ist gleich in die erste Phase des ersten Spielabschnitts integriert.

Drei Spielabschnitte (a, b, c) gibt es und immer wenn kein oder nur noch Unternehmen einer Sorte (Schiffs-, Reis-, Gewürz-, Öl-, Kautschuk- oder Fastfoodunternehmen) zum Gründen zur Verfügung stehen endet ein Spielabschnitt mit Ablauf der letzten Phase. Sieben solche Phasen gibt es und diese werden gemäß der Reihenfolge auf den Übersichtskarten so oft komplett durchgeführt, bis ein Spielabschnitt wie oben beschrieben endet.

Die erste Phase wird eigentlich nur dann ausgeführt, wenn ein neuer Spielabschnitt beginnt, also auch bei Spielbeginn. Jeder Spieler erhält ein Stadtkärtchen des entsprechenden Spielabschnitts und platziert eine Stadt der Größe 1 auf eine der auf dem Kärtchen markierten Regionen. Alle aus dem vorangegangenen Spielabschnitt noch ausliegenden Unternehmen, die nicht durch die Mitspieler gegründet wurden, werden entfernt und alle "Besitzurkunden" der Unternehmen, die im anstehenden Spielabschnitt zur Verfügung stehen und entsprechend mit a, b oder c markiert sind, werden in die auf dem Plättchen angegebene Region gelegt.

In Phase 2 bieten die Spieler auf die Spielreihenfolge. Wer hier am meisten Geld investiert genießt das Privileg zuerst zum Zug zu kommen. Zwar fehlt das Geld für den Rest des Spiels für evtl. anstehende Aktionen, jedoch nicht bei der Endabrechnung. Auf die Spielerreihenfolge investiertes Geld wird auf das "Bankfeld" der eigenen Übersichtskarte gelegt und verbleibt dort bis zur Endabrechnung.
Damit ist auch das Spielziel schon klar, es gilt mit seinen Unternehmen in den drei Spielabschnitten mehr Geld zu erwirtschaften als die Mitspieler. Wer auf der Entwicklungstabelle einen oder mehrere Fortschrittaktionen auf das Gebot der Spielreihenfolge verwendet, der erhält einen entsprechend hohen Multiplikator auf sein Gebot (siehe Phase 5) und entlastet dadurch seinen Geldbeutel unter Umständen erheblich.

Phase 3 ermöglicht es den Spielern, die Fortschrittaktionen (siehe Phase 5) in ausreichender Zahl auf den Bereich "Merges (Fusionen)" investiert haben, Fusionen von Unternehmen gleicher Art einzuleiten. Jedes Unternehmen umfaßt zunächst eine Besitzurkunde. Funsionieren zwei Unternehmen, werden diese Besitzurkunden zusammengelegt, das neue Unternehmen umfaßt also dann zwei Besitzurkunden. Einen ausreichenden Fortschrittsstand im Bereich Fusionen zu haben heißt also, dass ein Spieler eine solche Fusion nur dann einleiten kann, wenn sein Fortschrittsmarker im Bereich Fusionen mindestens auf Stufe zwei steht, also ein Level hat, das der Anzahl der Besitzurkunden entspricht, die das fusionierte Unternehmen umfassen wird.
Will ein Spieler im späteren Spielverlauf Unternehmen miteinander fusionieren, die schon vorher ein- oder mehrmals fusioniert worden sind und demzufolge aus mehr als einer Besitzurkunde bestehen, muss dieser Spieler seinen Fortschrittsmarker im Bereich Fusionen also auch entsprechend hoch haben.

Ist eine Fusion zulässig, wird diese auch durchgeführt. Inhaber des "neuen" Unternehmens wird derjenige, der das höchste Gebot in der folgenden Versteigerung abgibt, doch nicht immer kann jeder auch tatsächlich mitbieten, selbst wenn er über ausreichend finanzielle Mittel verfügt. Voraussetzung ist nämlich, dass ein Spieler einen freien "Slot" für das Unternehmen zur Verfügen hat. Zu Spielbeginn hat jeder Spieler einen freien Slot. In jeder Phase 5 kann eine Fortschrittaktion darauf verwendet werden, seine Slots zu erhöhen um so mehrere Unternehmen besitzen zu dürfen. An der Versteigung eines fusionierten Unternehmens können also immer nur die Spieler teilnehmen, die entweder einen freien Slot haben, oder Besitzer eines der Ausgangsunternehmen waren (denn die haben ja zwangsläufig einen Slot frei).

Jedes Unternehmen hat eine gewisse Größe, die der Anzahl an Ressourcenplättchen oder Schiffe auf dem Spielplan entspricht. Jede Ressource hat einen bestimmten Wert, z.B. hat Reis den Wert 20, und die Multiplikation der Größe des fusionierten Unternehmens (Summe der Ressourchenplättchen der Ausgangsunternehmen) mit dem Wert der Ressource ergibt den Grundwert des neuen Unternehmens und der stellt gleichzeitig das erste Mindestgebot dar, das abgegeben werden muss. Der Spieler, der die Fusion ausgelöst hat, darf zuerst bieten. Danach kommen die Spieler in Spielreihenfolge an die Reihe und können das Gebot erhöhen oder passen und damit aussteigen. Erhöht wird immer um ein Vielfaches der Wertes (Anzahl der Resourchenplättchen) des neuen Unternehmens.
Wer den Zuschlag erhält, bekommt die Besitzurkunden beider Unternehmen. Das Höchstgebot wird im Verhältnis der Unternehmensgrößen unter den Vorbesitzern aufgeteilt bzw. wenn einer der Besitzer der Ausgangsunternehmen den Zuschlag erhält, muss er den anderen ausbezahlen.
Das hört sich alles vielleicht etwas kompliziert an, ist es aber eigentlich nicht. Viel schwieriger als die Durchführung einer Fusion ist es mit wenig Spielerfahrung abzuschätzen, wie hoch man bei so einer Fusion mitbieten sollte und so wird in dieser Phase auch mal das eine oder andere Vermögen verzockt bzw. das eine oder andere Schnäppchen gemacht. Letzters insbesondere dann, wenn man in der Lage ist die Fusion eines lukrativen Unternehmens einzuleiten und kaum einer freie Slots hat und/oder die Unternehmensbesitzer bzw. Mitbieter wenig liquide sind.

Wer freie Slots hat, der darf in Phase 4 neue Unternehmen gründen. Wer dies darf und möchte (Spielreihenfolge muss beachtet werden) nimmt sich die Besitzurkunde des gewünschten Unternehmens und platziert stattdessen einen Ressourcenmarker in ein Gebiet der entsprechenden Region. Schiffsunternehmen platzieren ein Schiff in der entsprechenden Seeregion. Ein neues Unternehmen der Größe 1 ist entstanden.

Phase 5 ist die schon öfter erwähnte Fortschrittsphase. Entsprechend der Spielreihenfolge können die Spieler immer einen Fortschritt in einem der Bereiche durchführen und den Fortschrittsmarker um ein Feld weiterrücken. Alle Bereiche sind interessant und wichtig aber man muss sich entscheiden und nicht selten werden hier die Weichen für Sieg oder Niederlage gestellt.
Man kann den Multiplikator für das Gebot der Spielreihenfolge erhöhen, die Zahl der Slots für Unternehmen aufstocken oder die Möglichkeit Fusionen durchzuführen um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Für Schiffsunternehmen ist es sicherlich auch interessant die Transportkapazität der eigenen Schiffe zu erhöhen um so in der nächsten Phase mehr Waren transportieren zu können usw.
Möglichkeiten gibt es viele, eine einzig Richtige nicht. Je nach eigener Unternehmenslage macht die eine oder andere Verbesserung mehr oder weniger Sinn. Machen möchte man am liebsten immer alles und so ist diese Phase eine richtige Dilemmaphase für die meisten Spieler.

In Phase 6 entsteht die meiste Bewegung auf dem Spielbrett. Entsprechend der Spielerreihenfolge dürfen alle Spieler ggf. in mehreren Durchgängen mit jedem eigenen Unternehmen eine Aktion durchführen. Schiffsunternehmen dürfen sich vergrößern und gemäß des Fortschrittswertes im Bereich Expansion neue Schiffe ins Spiel bringen, produzierende Unternehmen produzieren Waren und versuchen diese an Städte zu verkaufen.
Ein Unternehmen produziert soviele Waren, wie es Ressourchenplättchen umfaßt und versucht diese mittels eigener oder fremder Schiffunternehmen in die Städte zu bringen, in denen Nachfrage nach dieser Ressource besteht. Eine Stadt der Größe 1 benötigt von jeder Ressource die derzeit auf dem Spielplan produziert wird genau eine Ware. Eine Stadt der Größe 2 zwei Waren usw. Der Geldwert einer Ware ist auf den Übersichtskarten der Spieler abzulesen und man bekommt diesen für jedes gelieferte Warenplättchen. Allerdings muß man den Inhabern von Schiffsunternehmen, deren Schiffslinien man bei der Belieferung ggf. benutzt hat bezahlen. Ein Fünfer pro benutztem Schiff und pro Warenplättchen sind dann fällig, wobei natürlich die Transportkapazität der Schiffsunternehmen nicht überschritten werden darf.
Ein Unternehmen, das alle produzierten Waren verkaufen konnte, darf kostenlos um soviele Plättchen expandieren, wie es der Fortschrittsmarker in diesem Breich vorgibt, wenn genügend Nachbargebiete frei sind. Ein Unternehmen muss natürlich immer zusammenhängend sein und darf nicht mit einem gleichen anderen Unternehmen zusammenwachsen.
Konnten nicht alle Waren verkauft werden, kann man zwar auch Expandieren allerdings muss dann dafür bezahlt werden.

Bevor wieder mit Phase 1 begonnen wird, kann es in Phase 7 noch zu einem Städtewachstum kommen. Hat eine Stadt alle Waren die es benötigt, also beispielsweise eine Stadt der Größe 2 von allen produzierten Waren genau zwei Warenplättchen, dann wächst diese Stadt. Die Warenplättchen werden vom Spielplan genommen und die Glasperle durch die nächst wertvollere ersetzt.

Sind jetzt noch Unternehmen verschiedener Art zu haben, wird Phase 1 übersprungen und es beginnt mit Phase 2 eine neue Runde.
Endet der dritte Spielabschnitt, endet auch das Spiel, wobei die letzten Einnahmen der Spieler noch verdoppelt werden und anschließend der reichste Spieler und damit der Gewinner des Spiels ermittelt wird.

Wäre Indonesia doch spielerisch so gut wie Roads & Boats und Antiquity, das dachte ich mir als ich das Spiel erstmals am Messestand sah und den Erklärungen der Spielregel lauschte. Spieldauer, -ausstattung und der Preis paßten ja schon in diese Liga, denn mit 60 EUR ist Indonesia nun ja nicht gerade ein Schnäppchen.
Der erste Eindruck nach der Regelerklärung war zwar nicht schlecht, aber auch nicht umwerfend. Der zweite Eindruck, nach der ersten Partie war da schon um längen besser, der dritte noch besser und so gings weiter! Indonesia ist ein super Spiel dessen Potential sich dem Spieler erst nach ein, zwei Partien erschließt. Was alles berücksichtigt werden kann und muss ist schon der Hammer.
Die Spielerreihenfolge ist oft von entscheidender Bedeutung doch das Geld das man hier investiert fehlt dann natürlich wieder an anderer Stelle. Durch Fusionen läßt sich viel Geld machen, aber auch verspielen. Hier gilt es immer wachsam zu sein und zum einen eine gewisse Summe Bares und zum anderen einen freien "Slot" bereit zu haben, um bei einer Fussion auch mitbieten zu können. Nicht dass ein vielversprechendes Unternehmen, am Ende sogar noch ein eigenes, für ein Appel und ein Ei an die Konkurrenz geht.
Wo und was sind die lukrativsten Unternehmen? Lieber produzieren oder auf Schiffsunternehmen setzen und (unauffällig) mitkassieren wenn die anderen verkaufen. Beides hat seine Vorteile. Wer Produziert verdient oft ein bisschen mehr, insbesondere im etwas fortschrittenerem Spielverlauf, da beispielsweise Öl schon ganz ordentlich Gewinn abwirft wenn man es denn verkaufen kann. Da ist es auch nicht besonders tragisch, wenn man einen Fünfer pro Schiff, das man von einem fremden Schiffsunternehmen für den Transport nutzt, bezahlen muss. Am Anfang hingegen läßt sich aber als Schiffsunternehmer zum einen ganz gut verdienen und zum anderen kann man recht gut Einfluss darauf nehmen, welche produzierenden Unternehmen gut laufen sprich liefern können. Das schönste produzierende Unternehmen bringt nichts, wenn kein Schiffsunternehmer die Waren transportiert.

Wer es nicht spielt kann bestenfalls ahnen, was in Indonesia steckt. Wenngleich der Preis recht hoch und die Ausstattung zwar bis auf die Holzschiffe (das hätten in jeder Farbe schon ein paar mehr sein dürfen aber man kann sich behelfen) üppig aber nicht immer funktional ist - die Glasperlen welche die Städte darstellen passen oft einfach nicht vollständig in das Gebiet, in dem sie sich befinden sollen und wenn dann noch Waren geliefert werden wirds richtig eng - lohnt sich eine Anschaffung in jedem Fall. Im Gegensatz zu Roads & Boats sowie Antiquity ist diesmal so richtig Interaktion im Spiel. Es entwickelt nicht (nur) jeder vor sich hin, da wird um Unternehmen geschachert was das Zeug hält. Die produzierenden Unternehmen wollen die Schiffsunternehmer zu sich locken während die Schiffsunternehmer die Produzierenden dazu bewegen wollen ihre Schiffslinie für einen Transport zu nutzen und nicht die der Konkurrenten. Kurzum es ist was los in einer Spielerunde Indonesia.

Vielen Dank an Splotter Spellen für das Rezensionsexemplar!


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