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Kleopatra und die Baumeister



Anzahl Spieler

Für 3 bis 5 Spieler
ab 8 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

6 Punkte (HOlg)



Verlag

Days of Wonder
Days of Wonder


Autor

Bruno Cathala,
Ludovic Maublanc


Bild



Sonstiges:

Kleopatra war das letzte Mitglied des ptolemäischen Herrschergeschlechtes, das Ägypten regierte und wohl auch das Bekannteste. Und wie die meisten Herrscher, nicht nur in Ägypten, war es auch für Kleopatra selbstverständlich die besten Baumeister in ihre Dienste zu stellen. Natürlich auch und insbesondere, wenn es um den Bau ihrer eigenen Palastanlage geht und genau das ist Gegenstand des Spiels "Kleopatra und die Baumeister" aus dem Hause "Days of Wonder".
Die Mitspieler sind die für den Bau verantwortlichen Baumeister und der Konkurrenzkampf ist hart. Da ist es nicht immer möglich auf dem Pfad der Legalität zu bleiben, doch wer es übertreibt kann noch so effektiv gewesen sein, er wird den Lieblingstieren Kleopatras, den Krokodilen, zum Fraß vorgeworfen.

Die opulente Ausstattung brachte das Spiel schon vor dem Erscheinungstermin intensiv ins Gespräch und offensichtlich hat der Verlag Gefallen daran gefunden die Aufmerksamkeit der Spielerszene auf diese Weise auf seine Spiele zu lenken. Dem Spiel Kleopatra und die Baumeister jedenfalls liegt eine Werbekarte bei, die eine Herbstneuheit des Verlages ankündigt. Die Karte beschränkt sich aber lediglich auf den Hinweis, dass es sich dabei um "etwas wirklich Großes" handelt. Nun, zumindest bei mir hat der Verlag sein Ziel erreicht, ich bin gespannt und die Erwartung ist hoch!

Doch bis es soweit ist, beschäftigen wir uns mit Kleopatra und ihren Baumeistern. Die Ausstattung ist wirklich ein Hingucker, keine Frage, doch wie sieht es spielerisch aus?
Wie so oft geht es ums Geld. Schon die Baumeister des alten Ägyptens waren wohl dem schnöden Mammon sehr zugetan, denn die fünf Talente zu mehren ist das Ziel des Spiels. Geld verdient man, indem man möglichst viel zum Palastbau beiträgt. Es können Sphinxen vor dem Palast sowie zwei Obelisken errichtet werden. Der Eingang wird von einem zweiteiligen Säulengebilde umrahmt an das sich rund um den Palast eine Reihe von Säulen anschließen und auf dem Palast entsteht eine Gartenanlage, die neben Kleopatras Thron auch ein Mosaik beinhaltet sowie Heiligtümer.
Es gibt viel zu tun, packen wirs an. Jede Runde stehen die Baumeister vor der Entscheidung entweder auf dem Marktplatz personelle Unterstützung und/oder Baumaterial in Form von Karten zu besorgen oder bereits erworbenes Baumaterial für den Bau einzusetzen.

Baumaterial und Personen, die einen bei den Bauvorhaben unterstützen sind an mehreren Marktständen erhältlich und es wird immer das gesamte Angebot eines Standes ausgewählt. In erster Linie orientiert man sich dabei an seiner Kartenhand, dem angestrebten Bauprojekt und den an den einzelnen Ständen offen liegenden Karten. Bei Spielbeginn werden die Karten etwa zur Hälfte offen in den Nachziehstapel eingemischt und später entsprechend ausgelegt, so dass an den meisten Marktständen zumindest einige der Karten im Angebot zu sehen sind.
Das richtige Bauteil zur richtigen Zeit bringt am meisten Geld (siehe dazu auch weiter unten die Bauphase), doch jedes benötigt ganz spezielle Ressourcen in unterschiedlicher Zahl und wer auf ein bestimmtes Bauteil spekuliert muss nicht nur die Mitspieler sondern auch die Kartenhand im Auge behalten! Wer am Ende seines Spielzuges nämlich mehr als 10 Handkarten besitzt, muss entweder alle überzähligen Karten abwerfen und kassiert einen Korruptionspunkt oder alle Karten werden behalten und für jede überzähliche Karte wird ein Korruptionspunkt kassiert. Tja und Korruptionspunkte können bei Spielende - jeder Spieler "sammelt" sie in einer Pyramide - selbst für einen an sonsten erfolgreichen Baumeister verhängnisvoll sein, denn wie bereits Eingangs erwähnt, der/die korruptesten Baumeister landen in Krokodilmägen. Korruption zahlt sich eben nicht aus, doch ohne kommt man nicht aus. So sind beispielsweise die Dienste der Personen, die man auf dem Marktplatz anheuern kann immer mit dem Erhalt von Korruptionspunkten verbunden. Es gilt das "richtige" Maß herauszufinden.
Wurde ein Marktstand ausgewählt, werden je eine neue Karte auf die drei Marktstände gelegt, so ist immer für Nachschub gesorgt und jedem Spieler stehen alle drei Marktstände zur Verfügung.

Wer sich dafür entscheidet eines der noch verfügbaren Objekte zu bauen muss die erforderliche Zahl und Art von Ressourcen besitzen und abgeben. Drei Nil-Händler stehen jedem Spieler quasi als Ressourcen-Joker zur Verfügung, wenn ein Bau mal dringlich ist und die benötigten Ressourcen nicht vorhanden sind, wobei diese Händler am Ende, so man sie nicht eingesetzt hat, auch nochmal bares Geld (je drei Talente) wert sind. Ihr Einsatz will also gut überlegt sein und er sollte letztlich mehr als der Bonus für den Nichteinsatz bei Spielende bringen.
Je größer und damit ertragreicher für den Baumeister ein Bauobjekt ist, desto mehr Baumaterialien werden benötigt. Allerdings sind die Erträge für die Baumeister nicht immer fix, so wie bei den Bauteilen des Throns oder der Obelisken, wofür man je 12 Talente erhält. Von den sechs zu bauenden Sphinxen bringen die erste, dritte und fünfte "nur" 2 Talente, die zweite, vierte und sechste jedoch 5 Talente. Von daher wird jeder Baumeister darauf achten die Sphinxen immer möglichst paarweise zu errichten, um selbst die "wertvollere" zweite Sphinx zu errichten und diese nicht den Mitspielern zu überlassen.
Wer ein Mosaikteil im Palastgarten errichtet sollte darauf achten möglichst viele Plamfelder zu "überbauen", denn das bringt Extra-Talente und wer sich den Türrahmen widmet wird auf zahlreiche Säulen um den Palast herum achten, denn diese steigern die Belohnung für die Errichtung des Türrahmens. In jedem Fall ist es lukrativ innerhalb eines Spielzuges mehr als ein Objekt zu errichten, denn dann zeigt sich Kleopatra in jedem Fall großzügiger.
Einige Baustoffkarten sowie die korrupten Personen sind sehr nützlich, aber dafür auch mit dem Nachteil von einem oder mehreren Korruptionschips verbunden. Diese werden in der jeweiligen Pyramide eines Spielers abgelegt. Diese sind auch nicht einfach wieder loszubekommen. Ein Möglichkeit ist es, dem Hohepriester mehr Talente zu opfern, als die Mitspieler, doch ob ein solches Opfer überhaupt im Spiel erbracht werden darf oder wie oft, das ist ungewiss, wie wir noch sehen werden. Die zweite Möglichkeit besteht darin beim Bau des Mosaiks in Kleopatras Garten Heiligtümer zu bilden. So werden durch das Mosaik komplett abgeschlossene Gartenbereiche bezeichnet, in die kein weiteres Mosaik gelegt werden kann da keine passendes Mosaik (mehr) im Spiel ist, denn jedes Mosaikteil hat seine eigene Form und Größe. Ein solches Heiligtum kann mit einer von zwei eigenen Anubis-Statuen markiert werden und bei Spielende darf auf jedes Feld eigener Heiligtümer ein Korruptionspunkt abgelegt werden, der dann nicht mehr negativ in der eigenen Bilanz zu Buche schlägt.

Am Ende einer jeden Bauphase wird mit den Würfeln, anfangs fünf, die kein Symbol aufweisen gewürfelt. Alle Würfel, die das Symbol aufweisen, werden auf dem Altar des Hohepriesters gelegt und sobald dort der fünfte Würfel abgelegt wurde, muss dem Hohepriester ein Opfer in Form von Talenten dargebracht werden. Die Spieler entscheiden sich geheim, wieviel ihrer hart erarbeiteten Talente sie opfern wollen. Der spendenfreudigste Spieler darf als Belohnung Korruptionschips abgeben, alle anderen erhalten entsprechend ihrer "Spendenplatzierung" eine immer größere Zahl dieser Chips in ihre Pyramide. Nach der Opfergabe werden alle Würfel wieder auf eine Seite ohne Symbol gedreht. Es kann also während eines Spieles nie oder auch öfter Mal zu einer "Opferrunde" kommen.

Jedesmal, wenn eine Art Bauteil komplett verbaut wurde, beispielsweise alle Sphinxen, dann rückt Kleopatra um ein Feld näher an den Palasteingang heran und bringt das Spiel seinem Ende näher. Sobald Kleopatra das letzte Feld erreicht und damit nur noch Bauteile einer Art vorhanden sind, endet das Spiel. Auf der Spielerhand befindliche Karten, deren Einsatz Korruptionschips bedeutet hätte, bedeuten noch einen Korruptionschip pro Karte, dann wird ermittelt welche(r) Spieler die meisten davon in seiner Pyramide hat. Dieser oder diese Spieler sind sozusagen aus dem Rennen, sie werden an Kleopatras Krokodile verfüttert und haben mit dem Sieg nichts mehr zu tun. Alle anderen zählen ihre Talente und ermitteln so den besten der Baumeister.

Kleopatra und die Baumeister beinhaltet bekannte Mechanismen und würzt diese mit reichlich Spannung insbesondere durch die Korruptionschips, die am Ende mindestens einen Spieler das "spielerische Leben kosten". Es werden Rohstoffe gesammelt, welche man in unterschiedlichster Zahl und Kombination für den Bau und damit die Einnahme der zum Sieg erforderlichen Talente benötigt und auch die im Spiel vorhandenen Charaktere bedeuten schon recht reizvolle Vorteile. Ãœber allem aber schwebt ständig die Bestrafung bei zu vielen Korruptionschips in der eignen Pyramide. Und es ist absolut nicht ausreichend Dank eines guten Gedächtnisses die Anzahl der Korruptionschips in den Pyramiden der Mitspieler zu kennen, denn diese können allzu oft während des Spiels noch nicht abschätzbare Umstände verändert werden, positiv wie negativ (Heiligtümer, Opfer an den Hohepriester).
Es bleibt also immer die Spannung: Hab ich mich zu weit aus dem Fenster gelehnt? Bekomme ich doch noch die "Rechnung" für allzu korruptes Vorgehen? So kann es durchaus vorkommen, dass ein Baumeister, der sich schon abgeschlagen wähnte doch noch die Nase vorn hat. Das Material trägt sein übriges zum Spielgefühl bei so dass man ein spannendes und kurzweiliges Spiel mit überschaubaren Regeln hat, dass auch optisch gefällt und die Stimmung des Themas gut transportiert. Eine Runde Kleopatra und die Baumeister dürfte für alle Beteiligten ein gelungener Spieleabend sein.

Vielen Dank an Days of Wonder für das Rezensionsexemplar!


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