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Aquädukt



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 8 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 Minuten


Bewertung (max. 10)

5 Punkte (HOlg)



Verlag

Schmidt Spiele
Schmidt Spiele


Autor

Bernhard Weber


Bild



Sonstiges:

Zur Messe in Essen 2005 hat sich der Verlag Queen Games spielerisch mit Aquädukten in seinem Spiel Aqua Romana auseinander gesetzt. Wenige Monate später taucht das Thema wieder auf, diesmal bei Schmidt Spiele. Aquädukt heißt diese Nürberg-Neuheit 2006, die allerdings nur thematisch mit Aqua Romana verwandt ist. Spielerisch - dafür aber in keinster Weise thematisch - erinnert man sich da eher an das Spiel Santiago von Amigo aus dem Jahre 2003 was ja nun erstmal nicht gerade gegen das Spiel spricht, denn Santiago gehört schon zu den richtig Guten.

Während des Spielverlaufs entsteht auf dem in Baugrundstücke unterteilten Spielplan, welche in unterschiedlich große Gruppen zusammengefasst und mit einer Nummer versehen sind, eine römische Stadt. Die Bewohner der Gebäude sind allerdings nur dann gewillt dort wohnen zu bleiben, wenn die Versorgung mit Wasser gesichert ist und das versuchte man zur Zeit der Römer durch den Bau von Aquädukten zu erreichen.
Doch um Wasser per Aquädukt zu transportieren benötigt es auch Wasserquellen und so können neben Wohnhäusern und Aquäduktabschnitten auch Wasserquellen auf dem Spielplan platziert werden. Und schon sind alle Möglichkeiten während eines Spielerzuges erwähnt! Wer an die Reihe kommt, entscheidet sich also, ob er Häuser baut, ein Aquädukt um bis zu zwei Teilstücke erweitert bzw. eines von einer Wasserquelle ausgehend beginnt oder eine Wasserquelle einsetzt.

Beim Häuserbau wird zunächst mit dem 20-seitigen Würfel gewürfelt. Das Ergebnis gibt die Gruppe von Baugrundstücken vor, auf denen ein Plättchen mit einem, zwei, drei oder vier Wohnhäusern errichtet werden kann. Aus dieser Gruppe möglicher Baugrundstücke darf ein freies Grundstück gewählt werden. Ist dieses Grundstück allerdings bereits bewässert, also durch ein Aquädukt versorgt, darf nur ein Gebäudeplättchen mit der niedrigsten Gebäudezahl, die der Spieler noch vor sich liegen hat, platziert werden. Das ganze sollte wohl nicht in einem totalen Glücksspiel enden. Ist kein Baugrundstück mehr frei, darf der Würfelwurf wiederholt werden.
Der Häuserbau ist allerdings nicht verpflichtend. Wer nach dem Würfeln dort kein Gebäudeplättchen ablegen will, der muss das auch nicht tun, allerdings ist in diesem Fall sein Zug sofort beendet. Wird gebaut, dann darf diese Aktion noch bis zu zweimal wiederholt werden, sobald aber nach einem Würfelwurf nicht gebaut wird, endet der Zug sofort.
Nicht zu bauen kann durchaus Sinn machen. Sobald nämlich eine Gruppe von Baugrundstücken vollständig bebaut ist müssen alle nicht mit Wasser versorgten Gebäudeplättchen wieder entfernt werden. Sie werden nicht an die jeweiligen Spieler zurückgegeben sondern komplett aus dem Spiel entfernt. Und wer will schon beispielsweise ein eigenes Plättchen mit vier Wohnhäusern auf diese Weise verlieren?

Wer sich für das Einsetzen einer Wasserquelle entscheidet nimmt eine der blauen Glasperlen und legt diese auf eine Kreuzung. Damit endet der Zug auch schon.

Sobald mindestens eine Wasserquelle im Spiel ist, kann ausgehend von dieser ein Aquädukt errichtet bzw. erweitert werden. Die Teilstücke werden durch blaue Holzstäbchen dargestellt, die immer zwischen zwei Grundstücke an ein bereits liegendes Teilstück oder an eine Wasserquelle angelegt werden. Die beiden angrenzenden Grundstücke werden dadurch mit Wasser versorgt.
Wichtig beim Aquäduktbau ist, dass jedes Aquädukt nur zwei Anlegemöglichkeiten besitzt, es darf nicht verzweigen. Auch dürfen nie zwei verschiedene Aquädukte zusammenwachsen, sich kreuzen oder wieder mit sich selbst verbunden werden.
Was dafür erlaubt ist, ist das Legen von zwei Teilstücken an derselben Stelle, wodurch ein doppeltes Aquädukt entsteht, zumindest auf diesem Teilstück. Das hat den Vorteil, dass nicht nur die beiden unmittelbar benachbarten Grundstücke bewässert werden sondern auch die beiden an diese angrenzenden Grundstücke. So kann man unter Umständen auch mal ein Gebäudeplättchen "retten", an dem man wohl kaum noch ein Aquädukt vorbeiführen könnte.

Sobald das letzte Aquäduktstäbchen gelegt wurde, wird noch die laufende Runde zu Ende gespielt und anschließend zählt jeder Spieler die Gebäude auf seinen bewässerten Plättchen. Wer die meisten Gebäude in der Stadt unterbringen konnte gewinnt das Spiel.

Schon während des Regelstudiums musste ich sofort an Santiago denken, doch Aquädukt ist bestenfalls eine Art Santiago-Light. Zwar müssen Plättchen bewässert werden, doch während bei Santiago wesentlich mehr zu bedenken ist geht es bei Aquädukt "lediglich" darum die richtige Aktion zum richtigen Zeitpunkt zu wählen und etwas Würfelglück beim Gebäudebau zu haben. Taktische Möglichkeiten sind zwar vorhanden, wie wir weiter unten noch sehen werden, greifen aber nur wenn das Würfelglück bzw. -pech an diesem Tag "frei hat".
Wer zu sorglos drauflos baut wird sehr schnell feststellen, dass eine Gruppe Baugrundstücke auch mal ruck zuck voll ist ohne dass ein Aquädukt auch nur in Sicht ist. Der Verlust der nicht mit Wasser versorgten Gebäude kann einen schon mal aus dem Spiel werfen, insbesondere wenn nicht alle Mitspieler in ähnlichem Umfang davon betroffen sind. Gute Spieler versuchen so eine Situation schon mal gezielt herbeizuführen, da heißt es aufpassen.
Auch sollte man die Bewässerung seiner "wertvollen" Plättchen nicht zu lange aufschieben. Gerade in voller Besetzung ist eine Partie Aquädukt urplötzlich auch mal bedeutend schneller zu Ende als man dachte und selbst wenn das Spielende keine "Bedrohung" darstellt, führen die lieben Mitspieler, wenn möglich und man ihnen die Zeit läßt, auch mal ein Aquädukt geschickt an einem eigenen Gebäude vorbei.

Aquädukt ist, wie so einige der Nürnbergneuheiten aus 2006, eher leichte Kost. Taktische Möglichkeiten gibt es schon im Spiel, keine Frage, aber alle Taktik wird zu oft durch die Würfel beim Häuserbau zerstört. Die einfachen Regeln und die für ein Spiel dieser Kategorie angenehme Spieldauer machen das Spiel aber zu einem guten Familienspiel. Taktikliebhaber dürften jedoch sehr wahrscheinlich mit einer Partie Santiago besser bedient sein.

Vielen Dank an Schmidt Spiele für das Rezensionsexemplar!


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