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Puerto Rico



Anzahl Spieler

Für 3 bis 5 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 90 bis 150 Minuten


Bewertung (max. 10)

10 Punkte (HOlg)

Weitere Bewertungen

10 Punkte (Thomas Fischer)


Verlag

Alea
Alea


Autor

Andreas Seyfarth


Bild



Sonstiges:

Puerto Rico beweist einmal mehr: Spiele aus dem Hause Alea sind eigentlich immer Top!!! Zumindest bisher. Und das jüngste Mitglied der Alea-Reihe ist sogar das für meinen Geschmack Beste seiner Art!

Neues Land wurde entdeckt, die Insel Puerto Rico, und dieses bietet reichlich Ressourcen und Möglichkeiten für eine neue Existenz. Die Ländereien eignen sich hervorragend für Tabak-, Zucker-, Indigo-, Mais- oder Kaffeplantagen und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch Städte entstehen und neue Kolonisten dort ihr Glück suchen. Und die Plantagenbesitzer und Stadtväter, die Mitspieler, warten schon sehnsüchtig auf diese wertvollen und für ein Wachstum notwendigen Arbeitskräfte!

Jeder der bis zu 5 Mitspieler hat ein kleines Puerto Rico in Form eines Ablagetabelaus mit je 12 Plantagen- und Stadtfeldern vor sich liegen, auf dem zu Spielbeginn aber nur eine Plantage vorhanden ist. Diese erste Plantage wird durch eine Startaufstellung vorgegeben und um welche Plantage es sich handelt (Indigo oder Mais) hängt von der Spielreihenfolge ab.

Wirft man einen Blick in die Spielanleitung, wirkt Puerto Rico zunächst sehr komplex. Ist es eigentlich auch, jedoch nicht was Regeln und die Spielzüge der Spieler angeht, wie man sehr schnell feststellen wird, sondern eher was die Möglichkeiten, die sich einem Spieler am Zug bieten, betrifft.
Kommt ein Spieler an die Reihe, kann wählt er eine der verschiedenen Rollen, in die jeder Spieler schlüpfen kann, aus. Diese Rollen können Siedler, Bürgermeister, Baumeister, Aufseher, Händler, Kapitän oder Goldsucher sein, wobei ein Goldsucher bei 4 und beide Goldsucher erst bei 5 Mitspielern im Spiel sind. Wer eine dieser Rollen wählt, löst die damit verbundene Aktion für alle Spieler aus, kommt aber in den Genuß eines Privilegs, das nur ihm, als Inhaber dieser Rolle in dieser Runde zusteht. Eine in einer Runde gewählte Rolle steht erst wieder in der nächsten Runde zur Verfügung.

Die Rollen im einzelnen:

Siedler:
Der Siedler bringt neue Plantagen bzw. Steinbrüche ins Spiel. Jeder Spieler darf sich eine der offenliegenden Plantagen auswählen und auf sein Ablagetableau legen. Derjenige, der die Rolle gewählt hat, darf sich stattdessen auch einen Steinbruch nehmen. Auf diesem kann zwar nichts angebaut werden, er sorgt jedoch für Vergünstigungen während der Baumeisterphase (siehe weiter unten).

Bürgermeister:
Die mit dem Bürgermeister verbundene Aktion sorgt für neue Kolonisten. Auf dem Kolonistenschiff liegen zu Spielbeginn soviele Kolonisten wie Spieler am Spiel teilnehmen. Zunächst nimmt sich der Bürgermeister einen Kolonisten vom allgemeinen Vorrat (also nicht vom Schiff!) und anschließend auch einen vom Schiff. Dann nehmen alle Spieler reihum einen Kolonisten vom Schiff, bis dort keiner mehr vorhanden ist. Diese Kolonisten können nun sofort auf Plantagen und Gebäude in der Stadt verteilt werden, denn eine Plantage oder ein Stadtausbau ist erst dann produktiv, wenn dort auch ein Kolonist arbeitet.
Zunächst noch überschüssige Kolonisten können in San Juan auf dem Tabelau abgelegt werden. Dort warten sie bis zur nächsten Bürgermeisterrunde, um vielleicht dann Arbeit zu finden.
Am Ende dieser Phase werden dann neue Kolonisten aufs Schiff gelegt, soviele wie unbesetzte Felder in den Stadtbauten aller Spieler vorhanden sind, mindestens aber soviele wie es Mitspieler gibt.

Baumeister:
Wird der Baumeister gewählt, können die Spieler neue Gebäude in ihren Städten errichten. Das können Produktionsgebäude sein, welche die Erträge der Plantagen weiterverarbeiten zu Waren, die dann verkauft oder verschifft werden können, oder Stadtausbauten, die in den einzelnen Phasen ihren Inhabern Vergünstigungen bescheren. Ein Beispiel vielleicht: Wer in seiner Stadt ein Hospiz errichtet und mit einem Kolonisten austattet, bekommt in jeder Bürgermeisterphase einen Kolonisten vom allgemeinen Vorrat extra.
Neben diesen Vorzügen hat jedes Gebäude auch einen gewissen Wert in Form von Siegpunkten für die Endabrechnung. Das oben bereits angesprochene Hospiz beispielsweise bringt bei Spielende nochmals zwei Siegpunkte.
Doch nichts im Leben ist umsonst, alle Gebäude kosten Geld, eine immer zu knappe Ressource! Die Baukosten sind auf den Gebäuden abgedruckt und müssen sofort bezahlt werden. Wer hier einen mit einem Kolonisten besetzten Steinbruch sein Eigen nennt, muß eine Dublone weniger bezahlen. Manche Gebäude erlauben auch den Einsatz von 2, 3 oder gar 4 Steinbrüchen, sofern vorhanden.
Das Privileg des Baumeister ist es, eine Dublone weniger zahlen zu müssen.

Aufseher:
Der Aufseher sorgt für die Produktion von Waren. Jeder Spieler produziert gemäß seiner Produktionsketten Waren, die er offen vor sich ablegt. Der Aufseher selbst darf sich einen Warenstein mehr nehmen als er eigentlich produzieren würde.
Produktionsketten bedeutet, daß eine Plantage nur dann Waren produziert, wenn sie zum einen mit einem Kolonisten besetzt ist und zum anderen in einem ebenfalls von mindestens einem Kolonisten besetzten, weiterverarbeitenden Betrieb in der Stadt, veredelt werden kann (Beispiel: Eine Indigoplantage produziert nur dann einen entsprechenden Warenstein, wenn auf ihr ein Kolonist liegt und einen besetzte Indigoküperei in der Stadt vorhanden ist.). Eine Ausnahme bilden die Maisplantagen, diese benötigen keine Weiterverarbeitung.

Händler:
In der Händlerphase können waren ins Warenhaus verkauft werden. Beginnend mit dem Spieler, der die Aktion gewählt hat, können die Spieler je einen Warenstein in das Warenhaus verkaufen. Die Preise die man dort erzielt, sind auf dem Gebäude abgebildet. Der Haken an der Sache ist, das Warenhaus bietet nur Platz für 4 Warensteine und zwar 4 verschiedenen Warensteine! D.h. wenn ein Spieler bereits Tabak ins Warenhaus verkauft hat, kann ich das nicht mehr tun (natürlich gibt es ein Stadtgebäude, das einem das doch ermöglicht, aber das muß man ja erstmal haben). Erst wenn am Ende einer Händler-Phase das Warenhaus komplett gefüllt ist, wird es wieder leergeräumt.
Einige Stadtausbauten sorgen für höhere Gewinne in dieser Phase!

Kapitän:
Wer in diese Rolle schlüpft, sorgt dafür, daß in der neuen Welt produzierte Waren in die alte Heimat verschifft werden. Drei Warenschiffe mit einer von der Spielerzahl abhängigen Lagerkapazität stehen zur Verfügung. Allerdings darf auf jedem Schiff nur eine Warensorte und zwar eine, die noch auf keinem anderen Schiff ist, verschifft werden.
Beginnend mit dem Kapitän liefern die Spieler Waren in die Schiff, für die sie pro Warenstein einen Siegpunkt bekommen (der Kapitän einen mehr - nicht pro Stein sondern einmal einen Siegpunkt mehr in dieser Phase!). Es wird reihum von jedem Spieler eine Warensorte geliefert, wer liefern kann, muß auch. Dies wird solange fortgesetzt, bis kein Spieler mehr liefern kann.
Schiffe, die nach dieser Phase voll sind, werden wieder leergeräumt! Auch hier gibt es wieder Stadtausbauten, die einem Vergünstigungen einräumen. Der Hafen beispielsweise bringt einem pro Lieferung auf eines der Schiffe einen Siegpunkt mehr und die Werft stellt einem ein (imaginäres) eigenes Schiff zur Verfügung, das nur von einem selbst genutzt werden kann.
Am Ende einer jeden Kapitänsphase (und das macht diese Rolle so besonders interessant und gefährlich!) müssen die Lagerkapazitäten der Spieler überprüft werden. Grundsätzlich darf jeder Spieler nämlich nur einen einzigen Warenstein nach dieser Phase übrigbehalten, alle anderen müssen ohne Ertrag abgegeben werden. Spätesten wenn man viele und viele verschiedene Waren produziert sollte man über den Bau eines kleinen oder großen Lagerhauses nachdenken, das einem die Lagerung einer oder gar zweier Warensorten erlaubt.

Goldsucher:
Wer einmal gar nicht weiß, was er machen soll, knapp bei Kasse ist oder meint, alle anderen Rollen bringen den Mitspielern mehr als einem selbst, der wählt den Goldsucher. Dieser bringt einem eine Dublone ein, das wars.

Wird in einer Runde eine Rolle nicht ausgewählt (es sind ja immer mehr Rollen als Mitspieler vorhanden!) wird auf diese eine Dublone gelegt, die derjenige bekommt, der diese Rolle als nächstes wählt. So werden auch weniger begehrte Rollen spätestens nach zwei, drei Runden allein schon wegen der Dublonen immer interssanter und lukrativer.

Das Spiel endet, wenn ein Spieler seine 12 Stadtfelder bebaut hat, das Kolonistenschiff nach einer Bürgermeisterphase nicht mehr voll besetzt werden kann oder in der Kapitänsphase die Siegpunkt-Chips zur Neige gehen. In jedem Fall wird die Runde noch zu Ende gespielt, jeder Spieler soll gleichoft am Zug gewesen sein, dann werden die Siegpunkte gezählt.

Das wars an Regeln. Rolle wählen, Aktion ausführen, fertig. Eigentlich gar nicht so kompliziert oder? Die vielfältigen Möglichkeiten durch die einzelnen Rollen sorgen für die Komplexität! Immer wieder bringt die für einen an sich interessanteste Rolle einem anderen Spieler viel mehr ein, als einem selbst. Sollte man sie trotzdem wählen?
Welche Gebäudekombination ist für einen sinnvoll? Dazu kommt, daß nicht jedes Gebäude von jedem gebaut werden kann, da es nicht in ausreichender Zahl vorhanden ist. Man muß auch schonmal flexibel auf eine Situation reagieren, in der einem ein Mitspieler das letzte Gebäude der so dringenden Art vor der Nase weggeschnappt hat. Hätte man doch lieber selbst den Baumeister gewählt und zuerst ein Gebäude wählen dürfen. Aber dann hätte vielleicht das Geld nicht gereicht.

Puerto Rico ist das Spiel um einen Gelegenheitsspieler zum Vielspieler zu machen. Im Grunde ist man schnell im Spiel drin (zumindest wenn man es erklärt bekommt und sich nicht selbst durch die Regeln beißen muß) und die mit Erklärung und Spiel ins Land gehenden bis zu 3 Stunden vergehen wie im Fluge ohne Langeweile. Puerto Rico ist für mich das bisher beste Spiel des Jahrgangs, das nur schwer zu übertreffen sein wird. Leider stehen mir nur maximal 10 Punkte für die Bewertung zur Verfügung, denn Spielmaterial, Spielspaß, Wiederspielfaktor, alles ist bei Puerto Rico vom Feinsten!

Vielen Dank an Alea für das Rezensionsexemplar!


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