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Rheinländer



Anzahl Spieler

Für 3 bis 5 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 45 bis 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

6 Punkte (HOlg)

Weitere Bewertungen

6 Punkte (Thomas Fischer)


Verlag

Parker
Parker


Autor

Reiner Knizia
Reiner Knizia


Bild



Sonstiges:

Rheinländer spielt, wie sollte es auch anders sein, am Rhein, dem längsten Fluß Deutschlands und auch einem der bedeutensten Flüsse Europas. Bereits die Römer nutzten den 1320 km langen Fluß als Handelsweg und schließlich wurde er zur Hauptachse des Wasserstraßennetzes im westlichen Mitteleuropa. Mächtige Herzöge regierten von ihren Burgen an den Ufern des Rheins und Machtkämpfe, in die sich auch die Kirche mittels einflußreicher Bischöfe einmischte, waren keine Seltenheit. Jeder Spieler ist einer dieser Herzöge und versucht seine Herrschaft über die Rheinlande auszudehnen und seine Macht zu vergrößern.
Das Spielmaterial ist optisch sehr gelungen (insbesondere die Herzogfiguren), die Anleitung verständlich und die Regeln nicht allzu kompliziert. Die besten Voraussetzungen für einen schnellen Einstieg und ein reizvolles Spiel sind also gegeben.
Zur Vorbereitung werden die Stadt-, Burg- und Kirchenplättchen verdeckt gemischt und auf die runden Felder des Spielplans, der das Rheintal zeigt, verteilt. Ziel des Spiels ist es dann, seine Ritter so zu setzen, daß sie entlang der Rheinufer Herzogtümer bilden. Die größe und die Anzahl der Herzogtümer entscheiden über die Anzahl der Punkte, die man bekommt und wer die meisten Punkte bei Spielende hat, ist Herrscher über den Rhein.
Drei Schritte muß ein Spieler durchführen, sobald er an die Reihe kommt:

1. Karte ausspielen,
2. Ritter, Bischöfe und ggf. eine Bastei einsetzen und
3. Karte nachziehen.

Fünf Karten haben die Spieler auf der Hand. Das Ausspielen einer Karte im 1. Schritt des Spielzuges dient dem bestimmen der Felder des Spielplans, auf denen im 2. Schritt ein Ritter eingesetzt werden darf. Die Karten sind von 1 - 54 durchnummeriert, genauso wie die einzelnen Flußfelder des Rheins auf dem Spielplan. Zu jedem dieser Flußfelder gehören die beiden rechts und links angrenzenden Uferfelder, sie bilden zusammen ein Gebiet. Spielt man also eine Karte aus, darf man in Schritt zwei einen seiner Ritter auf eines der beiden Uferfelder stellen. Sind beide Uferfelder besetzt, kann auch auf das Rheinfeld selbst ein Ritter gesetzt werden.
Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, die ausgespielte Karte als "Verstärkungskarte" auszuspielen. In diesem Fall wird kein Ritter in das angegebene Gebiet gestellt sondern auf ein Feld (fast) freier Wahl. Das ausgewählte Feld muß an ein bereits durch einen eigenen Ritter besetztes Feld angrenzen und darf nicht an ein durch einen fremden Ritter besetztes Feld grenzen. Auch Flußfelder sind zur Verstärkung nicht erlaubt. Auf diese Weise wird auch sehr gelungen der Glücksfaktor durch das zufällige Ziehen der Karten relativiert.

Sobald mindestens zwei benachbarte Uferfelder des Rheins durch Ritter (egal welcher Farbe) besetzt sind, handelt es sich um ein Herzogtum. Hat ein Spieler die Mehrheit an Rittern in einem Herzogtum, darf dieser das Herzogtum als das Seine ansehen und als Zeichen des berechtigten Besitzanspruches eine seiner Herzogfiguren danebenstellen.
Befindet sich in einem Herzogtum mindestens eine Kirche, darf unter die Herzogfigur eine Bischofsmarke gelegt werden.
Ein Spieler der die Mehrheit an Bischöfen auf dem Spielplan hat, erhält die Macht des Erzbischofs und darf die Erzbischofkarte vor sich ablegen. Der Erbischof kann fremde Ritter "bekehren". Das bedeutet, daß man bereits eingesetzte fremde Ritter durch eigene Ritter ersetzen kann, wenn man die passende Karte ausspielt und einen Ritter auf das entsprechende Feld einsetzen dürfte.
Besetzt ein Ritter, der zu einem Herzogtum mit Herzog gehört, eines der beiden Felder, die an eine Burg angrenzen, so darf der "Besitzer" des Herzogtums die Burg für sich beanspruchen und einen Ritter seiner Farbe auf die Burg setzen. Gehört der Ritter, der die Burg eingenommen hat, zu keinem Herzogtum oder zu einem ohne Herzog, darf der "Besitzer" des Ritters die Burg einnehmen und gründet so ein neues Herzogtum. Auf diese Art kann ein Spieler unter Umständen 2 Ritter auf einmal einsetzen und ggf. heftig auf bestehende Mehrheitsverhältnisse Einfluß nehmen und/oder Herzogtümer entstehen oder sich vereinigen lassen. Denn man bedenke, auch die Ritter in bzw. auf den Burgen zählen zu den Herzogtümern und werden bei der Ermittlung von Mehrheitsverhältnissen berücksichtigt.

Nach dem Einsetzen des Ritters (und ggf. eines Herzogs) darf ein Spieler zusätzlich noch eine seiner drei Basteien ins Spiel bringen. Die Bastei wird auf ein beliebiges Uferfeld gesetzt. Sie blockiert das Feld auf dem sie steht, sodaß dort kein Ritter mehr eingesetzt werden kann und hindert dadurch Gegner an der Vergrößerung ihrer Herzogtümer und schützt eigene Herzogtümer vor Übergriffen (Verschiebung der Mehrheitsverhältnisse).
Der "Wert" eines Herzogtums besteht aus einem Punkt für den Herzog zuzüglich aller Punktwerte der in diesem Herzogtum enthaltenen und bei Spielbeginn zufällig auf dem Spielplan verteilten Städte (angegebener Punktwert), Burgen (je 1 Punkt) und Kirchen (je 1 Punkt). Anschließend wird in Schritt 3 wieder eine Karte vom verdeckten Stapel nachgezogen. Ist die nachgezogenen Karte die "Bitte mischen - Karte", werden alle verdeckten und bereits ausgespielten Karten wieder zusammengemischt und zum Nachziehen bereitgelegt.

Soweit zum Entstehen und Wachsen von Herzogtümern und deren Wertigkeit. So richtig interessant wird es allerdings erst, wenn die Spieler versuchen ihre Position zu festigen und Herzogtümer die Besitzer wechseln, denn erst dann (und bei der Schlußabrechnung) bringen Herzogtümer Punkte.
Herzogtümer können den Besitzer wechseln, wenn sich durch das Einsetzen eines neuen Ritters die Mehrheitsverhältnisse geändert haben oder zwei Herzogtümer zu einem verbunden werden. Im letzteren Fall muß einer der beiden (bei gleicher Ritterzahl sogar beide!) ursprünglichen Herzöge das Feld räumen. Die "neuen" Herzöge übernehmen auch die Herrschaft über die Burgen in ihren Herzogtümern und dürfen ggf. fremde Ritter in Burgen durch eigene ersetzen. Jeder "alte" Herzog erhält für den Verlust seines Herzogtums den Punktewert desselben in Form von Münzen, die er verdeckt vor sich ablegt.
Das Spiel endet, sobald ein Spieler seinen letzten Ritter eingesetzt hat. Die laufende Runde wird zu Ende gespielt, anschließend wird gewertet. Alle Spieler ermitteln die Werte ihrer Herzogtümer, wobei die Herzöge nun 5 Punkte einbringen, und erhalten die entsprechende Anzahl an Münzen. Die Erzbischofkarte bringt weitere 5 Punkte ein und derjenige mit den meisten Münzen wird neuer "Herrscher über die Rheinlande".

Rheinländer ist ein Spiel in "Knizia-Qualität". Stimmig, abstrakt, strategisch und trotzdem immer wieder mit überraschenden Wendungen, mit geringem Glücksanteil und gehobenem Wiederspielfaktor. Die zufällige Verteilung der Städte, Burgen und Kirchen bei Spielbeginn sorgt für immer andere Wertigkeiten der Gebiete und erfordert jedesmal ein Überdenken "alter", in früheren Spielen erfolgreicher, Strategien um auch in einer neuen Runde Rheinländer um den Sieg mitzuspielen.

Vielen Dank an Parker für das Rezensionsexemplar!


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