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Thurn & Taxis



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 45 bis 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

6 Punkte (HOlg)



Verlag

Hans im Glück
Hans im Glück


Autor

Andreas Seyfarth,
Karen Seyfarth


Bild



Sonstiges:

Die Kombination Andreas Seyfarth und Hans im Glück dürfte so manches Spielerherz höher schlagen lassen. Der Autor von Puerto Rico bringt ein Spiel bei einem Verlag, der für seine teilweise herausragenden Spiele bekannt ist, unter. Das muss doch geradezu genial sein!? Es kann, es muss aber nicht!

Thematisch und vom Material her ist Thurn und Taxis schon mal ansprechend und kann mit Puerto Rico - und mit diesem Spiel vergleicht man es bei Kenntnis des Autors unweigerlich - mithalten. Beim Lesen der Regel merkt man sehr schnell, dass der Spielablauf weniger komplex ist. Das macht ein Spiel ja nun noch nicht schlecht, höchstens familientauglicher und außerdem entfernt man sich jetzt doch langsam gedanklich vom sich aufdrängenden Vergleich mit dem Ausnahmespiel des gleichen Autors.

Es geht also darum ein Postkutschenunternehmen aufzubauen und möglichst viele Poststationen in den Städten zu errichten. Je mehr Poststationen man auf dem Spielplan hat, desto mehr Bedingungen, die einem Bonusplättchen mit Siegpunkten einbringen, erfüllt man fast zwangsläufig. Doch entscheidend ist auch die Geschwindigkeit, in der das Unternehmen eines Spielers expandiert, denn wer eine Bedingung für eine Bonusplättchen sehr bald erfüllt stellt zum einen sicher, dass ein entsprechendes Plättchen überhaupt noch vorhanden ist, und zum anderen erhält er auch ein höherwertigeres Plättchen als alle Spieler, die diese Bedingung zu einem späteren Zeitpunkt erfüllen.
Wer beispielsweise als Erster in allen Städten Bayerns eine Postkutschenstation errichten kann, der erhält das oberste Bonusplättchen dieses Landes mit dem Wert 5. Das zweite Plättchen, das an den nächsten Spieler vergeben wird, der in allen Städten Bayerns vertreten ist, hat nur noch einen Punktewert von 4.

So wie für Bayern gibt es auch Bonusplättchen für alle anderen, auf dem Spielplan vertretenen Länder und auch für die Bedingung in allen Ländern ausserhalb Bayerns mit mindestens einer Postkutschenstation vertreten zu sein. Und für alle gilt: Der Erste kriegt das höchste Bonusplättchen und damit die meisten Siegpunkte.

Doch wie bringt man seine 20 Postkutschenstationen auf dem Spielplan unter? Dazu gibt es Städtekarten, die denen auf dem Spielplan entsprechen. Sechs davon liegen immer offen aus und die erste Aktion eines Spielers ist das aufnehmen einer solchen Karte. Anschließend muss eine Karte von der Hand ausgespielt werden, wodurch eine neue Postkutschenstrecke begonnen oder eine bereits ausliegende fortgesetzt wird.
Fortsetzen darf man eine Strecke aber nur dann, wenn die Stadt auf der ausgespielten Karte mit einer der Städte auf den Karten an den Enden der ausliegenden Strecke auf dem Spielplan durch einen Weg verbunden ist. Die Karte darf nicht zwischen Karten der Auslage gelegt werden und sich auch noch nicht in der Auslage befinden. Kann man die ausliegende nicht regulär fortsetzen, müssen die Karten der Auslage auf den Ablagestapel und mit der ausgespielten Karte wird eine neue Strecke begonnen.

Sobald eine ausliegende Strecke mindestens drei Karten/Städte umfasst, kann man sie werten und dadurch Poststationen auf dem Spielplan einsetzen. Dabei hat man die Wahl, ob man in eine Stadt jedes Landes, durch das die Strecke führt eine Poststation einsetzt oder in jede Stadt nur eines Landes. Es braucht wohl nicht erwähnt zu werden, dass nur Städte in Frage kommen, die sich auch in der ausliegenden Strecke befinden!?!
Führt eine Strecke beispielsweise durch viele Städte ein und desselben Landes macht es wohl Sinn seine Stationen nur in dieses eine Land, dafür aber in alle Städte zu setzen. Beinhaltet eine Strecke nur wenige Städte einzelner Länder führt aber dafür durch mehrere Länder, macht es Sinn in nur eine Stadt eines jeden Landes eine Station einzusetzen.
Wichtig dabei ist es aber vor allem, dass man möglichst schnell die Bedingungen für Bonusplättchen erfüllt. Wer durch die eine Alternative nur eine Station platzieren aber dafür ein 5er Bonusplättchen bekommen kann, der sollte das in jedem Fall tun, auch wenn er durch die andere Alternative mehr Stationen einsetzen könnte.
Auch ist bei der Streckenwertung zu beachten, dass man für eine Strecke bestehend aus 5, 6 oder 7 Städtekarten auch Bonusplättchen erhält, solange der Vorrat reicht. Auch hier gilt, dass der Punktewert der Plättchen immer weiter sinkt, je mehr Spieler die Bedingung erfüllt haben.

Was man durch eine Streckenwertung noch erhalten kann sind Postkutschenkarten. Diese haben den Wert 3, 4, 5, 6 oder 7 was bedeutet, dass man sie erhält, wenn die zu wertende Strecke aus mindestens so vielen Städten besteht. Allerdings erhält man in jedem Fall immer nur die nächsthöhere Kutschenkarte! Wer also die Kutsche mit dem Wert 3 schon hat, eine Strecke mit fünf Städtekarten wertet, der erhält trotzdem "nur" die Kutschenkarte mit dem Wert 4. Je höher der Wert der Kutschenkarte, desto mehr Siegpunkte bringt diese am Ende, wobei jeder Spieler immer nur seine höchste Kutschenkarte bei der Abrechnung einbringen darf.

Jeder Spieler darf während seines Spielzuges einmal die Unterstützung einer Amtsperson in Anspruch nehmen. Der Postmeister - und das ist die Amtsperson, deren Unterstützung alle Spieler in der ersten Runde in Anspruch nehmen müssen - erlaubt das wählen von zwei Städtekarten aus der Auslage. Da die Spieler anfangs keine Städtekarten auf die Hand bekommen, ist es praktisch unumgänglich, dass der Postmeister in der ersten Runde von allen gewählt werden muss.
Wer mit den ausliegenden Städtekarten so gar nicht zufrieden ist, der kann sich an dem Amtmann wenden, der das Austauschen aller Städtekarten der Auslage erlaubt.
Der Postillion erlaubt das Ausspielen von zwei Handkarten um seine Poststrecke zu beginnen bzw. fortzusetzen, und der Wagner hilft beim Erlangen von Postkutschenkarten. Wer durch ihn unterstützt wird, der kann eine Postkutschenkarte bekommen, die vom Wert her die gewertete Strecke um bis zu zwei übersteigt. Am deutlichsten wird dies wohl an einem Beispiel! Eine Spieler hat die Kutschenkarte 4 und wertet eine Strecke bestehend aus drei Städtekarten. Nutzt er die Unterstützung des Wagners, kann der Spieler für die Dreier-Strecke die Kutschenkarte mit dem Wert 5 erhalten, da er die 4er Kutsche bereits besitzt.

Das Spielende wird eingeläutet, sobald ein Spieler die Kutschenkarte mit dem Wert 7 erhält oder seine letzte Station auf dem Spielplan einsetzt. In beiden Fälle wird noch die laufende Runde zu Ende gespielt und anschließend die Siegpunkte für die Kutschenkarte und die Bonusplättchen zusammengezählt. Jede nicht verbaute Station bedeutet einen Minuspunkt. Der Gewinner ist derjenige mit der höchsten Gesamtpunktzahl.

Wie gesagt, Thurn und Taxis ist optisch und thematisch ansprechend. Spielerisch aber für meinen Geschmack etwas seicht. Ein wenig fühlt man sich an Kardinal und König erinnert, das mir aber alles in allem besser gefallen hat.
Die Spieler optimieren still ihre Strecken vor sich hin wobei neben dem Erfüllen von Bedingungen für Bonusplättchen letztlich nur wichtig ist, möglichst viele Poststationen zu bauen und mit fortschreitendem Spiel immer längere Strecken zur Wertung zu bringen. Und bei beidem hat das Kartenglück seine Hand im Spiel, das zwar durch die Hilfe des Amtmann meist abgemildert werden kann, aber dann auf jeden Fall die Möglichkeit die Unterstützung einer anderen Amtsperson in Anspruch zu nehmen kostet.
Anfangs ist es eigentlich in erster Linie wichtig, mit dem Postmeister die Kartenhand so aufzustocken, dass sich nach Möglichkeit schon vor dem Beginn einer neuen Strecke deren Verlauf abzeichnet bzw. deren Weiterführung erstmal gesichert ist ohne dass man sich auf das Kartenglück und ggf. den Amtmann verlassen muss. Wer zu oft Strecken ohne Wertung ablegen und von neuem beginnen muss gerät schnell ins Hintertreffen und das ist eigentlich kaum noch aufholbar. Bei der Auswahl der Karten für eine Strecke bzw. deren Planung sollte man wenn möglich darauf achten die Strecke entweder durch möglichst viele verschieden Länder zu führen oder durch möglichst viele Städte eines einzigen Landes, denn dadurch ist sichergestellt, dass man bei der Streckenwertung möglichst viele Stationen einsetzen kann.

Thurn und Taxis ist für mich ein nettes Familienspiel, nicht mehr und nicht weniger. Eine Runde macht Spass, haut einen aber nicht vom Stuhl.

Vielen Dank an Hans im Glück für das Rezensionsexemplar!


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