Sie sind schon putzig, diese Maulwürfe. Zumindest wenn man sie nicht in seinem Vorgarten hat und sie dort ihr Unwesen treiben, sprich ihre Hügel hinterlassen. Und im Spiel Maulwurf Company, der Neuauflage des gleichennamigen Spiel aus dem gleichen Hause von 1995, ist das auch der Fall. In vier Farben, mit Baseball-Kappe auf dem Kopf, buddeln sich die Maulwurffigürchen durch vier Ebenen bis letztlich einer die goldene Schaufel in der letzten Ebene erreicht.
Gut, die Motivation der Maulwürfe in diesem Spiel ins Erdreich vorzudringen mag einem etwas seltsam vorkommen, denn wozu braucht ein Maulwurf eine goldene Schaufel, und eigentlich buddeln die Tierchen im Spiel auch gar nicht wirklich. Im Gegenteil, sie können nur in die tieferen Regionen vordringen, wenn sie schneller als andere eines der bereits vorhandenen Löcher erreichen. Schneller deshalb, weil natürlich nicht so viele Löcher wie Maulwürfe vorhanden sind und diejenigen, die kein Loch finden aus dem Spiel sind. Natürlich nimmt mit der Zahl der wetteiferden Maulwürfe auch die Zahl der vorhandenen Löcher von Ebene zu Ebene ab, bis nur noch ein Loch genau einem Maulwurf den Weg zur Schaufel bietet.
Doch alles beginnt an der Oberfläche, der obersten Ebene. Reihum werden die Maulwürfe der Spieler - sechs bis zehn, je nach Mitspielerzahl - verteilt, wobei natürlich kein Maulwurf in ein Loch gesetzt werden darf. Jetzt kommen die Zugscheiben ins Spiel, mittels derer alle versuchen soviele eigene Maulwürfe wie möglich in die vorhandene Löcher zu ziehen, denn nur so bleiben sie im Spiel und wahren die Chance auf Sieg und Schaufel.
Entsprechend der Zahl auf der Zugscheibe (1 - 4) muss ein Maulwurfe des entsprechenden Spielers gezogen werden, wobei dieser keine anderern Maulwürfe überspringen und auch nicht abbiegen darf. Die Zugweite muss voll ausgeschöpft werden und darf nur verfallen, wenn kein regulärer Zug möglich ist. Das bedeutet im schlimmsten Fall, dass ein Maulwurf, der schon eines der Löcher erreicht hat, wieder herausgezogen werden muss.
Benutzte Scheiben sind aus dem Spiel, bis alle aufgebraucht wurden. Dann werden alle gemischt und stehen wieder zur Verfügung. In die nächste Ebene vorgedrungen wird erst, wenn alle Löcher durch Maulwürfe besetzt sind. In diesem Fall wird die oberest Ebene vorsichtig nach oben weggenommen und auf der nun freiliegenden Ebene in gleicher Weise weitergespielt.
Der Spieler, der mit seinem Maulwurf das einzige und letzte Loch der untersten Ebene erreicht, beendet das Spiel als Gewinner.
Die Maulwurf Company war und bleibt ein hervorragendes Familienspiel, das von den jüngeren und auch den älteren gleichermaßen gern gespielt werden kann. Sicherlich herrscht bei diesem Spiel mehr die Illusion von taktischen Möglichkeiten, beispielsweise beim Einsetzen oder, insbesondere am Anfang, dem Ziehen der Maulwürfe, als dass man am Ende tatsächlich der Glücksgötting Fortuna die Entscheidung über Sieg und Niederlage entreissen könnte, aber irgendwie macht es einfach Spass. Nur Taktiker und Strategen fühlen sich möglicherweise unterfordert.
Durch die Möglichkeit die Ebenen in sechs verschiedenen Positionen einzusetzen ergeben sich immer wieder neue Wege und man weiss nie, wie genau die Wege nach unten verlaufen.
Bei Maulwurf Company kann ich nur sagen: "Wers nicht hat, kanns nicht spielen!". Und das wäre schade.
Vielen Dank an Ravensburger für das Rezensionsexemplar!
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