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Colosseum



Anzahl Spieler

Für 3 bis 5 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 bis 120 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Days of Wonder
Days of Wonder


Autor

Wolfgang Kramer,
Markus Lübke


Bild



Sonstiges:

Nicht nur durch Eroberungen und ihre militärische Vormachtstellung waren die Römer bekannt. Auch ihre Baukunst und ihre Vorliebe für Unterhaltung ist noch heute nach zu vollziehen. Das Kolloseum in Rom war damals der grösste Bau der römischen Antike und ist noch heute ein Wahrzeichen der Stadt Rom.
Und so beschäftigt sich die Nürnberger Neuheit Colosseum von Days of Wonder mal zur Abwechslung nicht mit den militärischen Bereichen des römischen Reiches sondern, wie der Titel schon vermuten lässt, geht es streng nach dem Motto "Brot und Spiele" um Arenen, Gladiatoren, Schauspiele und Zuschauer. Drei bis fünf Spieler versuchen sich als römischer Impresario eines Kolosseums gegen die Konkurrenz durchzusetzen und durch das erfolgreichste Schauspiel mit den meisten Zuschauern zu unsterblichen Ruhm zu gelangen.

Anfangs steht jedem Impresario nur ein kleines Kolosseum bestehend aus zwei Bauteilen zur Verfügung, in dem auch nur kleinere Stücke aufgeführt werden können. Zwei Programme für solche Veranstaltungen bekommt jeder bei Spielbeginn, zusammen mit einem Startkapital von 30 Münzen und auch einer von der Mitspielerzahl abhängigen Anzahl an Spektakelplättchen, welche Gladiatoren, Raubtiere, Streitwägen, Fackeln, Musiker usw., kurz die Ausstattung und Besetzung der Schauspiele darstellen.
Auf dem Programmkärtchen lässt sich ablesen welche Spektaktelplättchen man haben sollte, wieviel es kostet (nur die ersten beiden bei Spielbeginn erhält man kostenlos), wie gross das Colosseum mindestens sein muss um es aufzuführen und wieviele Zuschauer es bei welcher Besetzung in die Arena lockt. Allerdings kann die Zuschauerzahl noch durch weitere Faktoren positiv beeinflusst werden. Beispielsweise locken Senatoren, ein Konsul oder gar der Kaiser selbst zusätzlich noch weitere Zuschauer an. Diese lassen sich wiederrum leichter ins eigene Colosseum bringen, wenn man eine Kaiserloge baut und auch eine mit Luxusplätzen ausgestatte Arena sorgt für noch mehr Zuschauer. Wer die meisten Spektakelplättchen bestimmter Arten (mindestens drei) besitzt, der hat auch immer den "Star" dieser Sorte in seinen Reihen, beispielsweise den Star-Gladiator, der sich natürlich auch positiv auf die Zuschauer auswirkt. Und selbstverständlich sorgt ein guter Ruf für mehr Zuschauer, so dass bereits aufgeführte andere Schauspiele die Zuschauerzahl erhöhen.
Die Zuschauerzahl ist letztlich dann auch der entscheidende Faktor, denn es gewinnt der Spieler, der am Ende das erfolgreichste Schauspiel, welches die meisten Zuschauer hatte, aufgeführt hat.

Fünf Spielrunden haben die Spieler Zeit Programme für Schauspiele zu kaufen, dazu passende Spektakelplättchen zu kaufen bzw. zu erhandeln und ihre Stadien auszubauen. Jede Runde hat die folgenden fünf Phasen:

1. Investieren:

Sein Geld, das nur bei Gleichständen entscheidend ist, sollte man in dieser Phase investieren. Entweder in ein Programm für ein neues, grösseres Schauspiel, oder in den Ausbau des eigenen Stadions durch Luxusplätze (10 Münzen, 5 zusätzliche Zuschauer), Kaiserloge (5 Münzen) oder einfache Vergrösserung (10 Münzen).
Programme werden vor den Spielern ausgelegt, Ausbauten der Arena werden direkt an bzw. auf die bereits ausliegenden Stadionteile gelegt, welche sich auf einer Leiste befinden, auf der sich die Senatoren, Konsulen und der Kaiser bewegen (siehe Phase 4).

2. Spektakelplättchen erwerben:

In der Mitte des Spielplans befinden sich fünf Märkte, auf denen je drei zufällig gezogene Spektakelplättchen angeboten werden. Der Startspieler wählt einen Markt aus und gibt ein Startgebot von mindestens acht Münzen ab. Reihum müssen die Spieler nun entweder erhöhen oder aussteigen, bis ein Höchstbietender feststeht, der die drei Spektakelplättchen vor sich auslegt. Für diesen ist diese Phase damit beendet. War der Höchstbietende derjenige, der das Startgebot abgegeben hat, wandert dieses Recht nun zum nächsten Spieler in Uhrzeigerrichtung und der leergeräumte Marktplatz wird wieder aufgefüllt.
War der Höchstbietende ein anderer, so darf der Startspieler erneut einen Markt auswählen und ein Startgebot abgeben. Der nun leere Markt wird allerdings nicht aufgefüllt.
Hatte jeder Spieler die Möglichkeit Startgebote abzugeben bzw. einmal am Markt einkaufen können ist diese Phase beendet. Wer möchte, kann auch auf das Recht ein Startgebot abzugeben verzichten.

3. Mit Spektaktelplättchen handeln:

Nicht immer sind alle drei Spektakelplättchen, die man auf einem Markt kaufen konnte wirklich von Interesse für einen selbst, meist aber dann für einen der anderen Mitspieler, die ihrerseits wieder für einen selbst Interessantes nicht benötigen. Diesem Dilemma kann in dieser Phase abgeholfen werden, in der jeder Spieler reihum einmal die Möglichkeit bekommt, mit seinen Mitspielern Spektakelplättchen zu tauschen.
Gehandelt wird ausschliesslich mit Spektakelplättchen und/oder Münzen, insbesondere sind keine Versprechungen und Zusagen für kommende Runden zulässig. 4. Veranstaltung aufführen:

In dieser Phase dürfen die Spieler reihum eine Veranstaltung aufführen, für die sie das Programmplättchen besitzen. Man muss zwar nicht alle geforderten Spektakelplättchen besitzen, allerdings führt jedes fehlende Plättchen zu sinkenden Zuschauerzahlen und eine Mindestanforderung muss erfüllt sein. Selbstverständlich muss das Colosseum die erforderliche Grösse besitzen.
Wer sich dazu entschliesst hat dann zunächst die Möglichkeit die Senatoren, Konsule und/oder den Kaiser zu bewegen und möglichst in das eigene Stadion zu ziehen, das sich ja auf der Leiste befindet, auf der diese gezogen werden.
Es wird mit einem Würfel gewürfelt, mit zweien, wenn der Spieler eine Kaiserloge in seiner Arena hat, und das/die Würfelergebnisse gibt die Zugweite vor. Wer so eine oder mehrere der hochgestellten Persönlichkeiten auf ein freies Feld seines Colosseum bewegt erhöht damit seine Zuschauerzahl (3 Zuschauer pro Senator, 5 Zuschauer pro Konsul, 7 Zuschauer für den Kaiser).
Wer das nicht schafft, der sollte zumindest versuchen mit einer dieser Figuren (oder mit zweien, wenn zwei Würfel verwendet wurden) ein sog. Ruhefeld zu erreichen, denn das bringt dem Spieler ein Kaiserplättchen. So ein Kaiserplättchen ist schon recht nützlich, kann es doch auf vier verschiedene Weisen recht eingesetzt werden. Zwei davon in der Investitionsphase eingesetzt berechtigen zu einer zweiten Investition, während einer Veranstaltung können sie abgegeben werden um drei weitere Zuschauer ins Stadion zu bringen, oder man verwendet sie um eine hochgestellte Persönlichkeit um bis zu drei Felder in oder auch gegen den Uhrzeigersinn zu bewegen, oder man tauscht sie gegen 6 Münzen ein. Der einzige Nachteil an diesen Plättchen: man kann sie nur einmal, also für eine dieser Möglichkeiten verwenden und diese Entscheidung fällt oft genug schwer.

Wurde eine Schauspiel aufgeführt wird geprüft, wieviele Spektakelplättchen fehlen und wieviele Zuschauer daher ins Stadion gelockt wurden. Diese Zahl wird um fünf pro bereits zuvor aufgeführtem Schauspiel erhöht. Jedes Plättchen Luxusplätze in der Arena erhöht die Zuschauerzahl um 5, jeder Star um 4 und auch die hohen Herren (Senator, Konsul, Kaiser) schlagen zu Buche. Wer in vorausgegangen Runden die Rekordzuschauerzahl hatte, der hat auch ein Podest erhalten, von denen jede Runde eines an den Spieler mit dem aktuellen Zuschauerrekord vergeben wird. Jedes Podest erhöht die Zuschauerzahl nochmals um je 3, genauso wie jedes ggf. eingesetzte Kaiserplättchen.
Steht die genaue Zuschauerzahl fest, so stehen auch die Einnahmen aus dieser Veranstaltung fest, die der jeweilige Spieler aus der Bank ausbezahlt bekommt. Ist die Zuschauerzahl die bisher höchste dieses Spielers, wird sein Spielstein auf der Wertungsleiste auf diesen Wert versetzt.
Die Zuschauerzahlen der einzelnen Aufführungen der Spieler werden also nicht addiert, es wird nur das jeweils beste Ergebnis auf der Leiste festgehalten. Einnahmen werden allerdings immer ausbezahlt, auch wenn die Aufführung weniger erfolgreich gewesen sein sollte als Vorausgegangene.

5. Abschlusszeremonie:

Während der Abschlusszeremonie wird ein Podium an den Spieler mit dem bisher besten Zuschauerergebnis vergeben und jede Aufführung fordert ihren Tribut an Verschleiss von Materialien usw.
Eines der für eine Aufführung verwendeten Plättchen muss abgegeben werden und ist aus dem Spiel.
Derjenige, der sich während der Abschlusszeremonie an letzter Stelle der Wertungsleiste befindet, darf nun eine Gattung Spektakelplättchen nennen, und derjenige, der in dieser Runde das Podium gewonnen hat, muss diesem nun eines seiner Plättchen dieser Gattung kostenfrei überlassen.

Nach fünf Runden endet das Spiel und der Spieler der mit einer seiner Aufführungen die meisten Zuschauer in sein Colosseum locken konnte gewinnt das Spiel.

Colosseum ist wie von Days of Wonder bereits gewohnt bestens ausgestattet, insbesondere die mit Tunika bzw. Lorbeerkranz ausgestatteten Konsul- bzw. der Kaiser-Pöppel sind klasse. Auch sonst ist das Spielmaterial stimmungsvoll gestaltet, macht "Appetit" auf das Spiel und ist reichhaltig vorhanden. So reichhaltig, dass der Verlag vorsichtshalber gleich noch eine Anleitung zum optimalen Einräumen des Spielmaterials in die Schachtel beigelegt hat.

Auch spielerisch ist viel geboten, man könnte fast sagen es ist für jeden mindestens ein was dabei. Verhandeln, Versteigern, Optimieren, Taktieren, Bauen, Würfeln, auf den ersten Blick wirkt das Spiel sogar irgendwie überladen mit Mechanismen doch alles passt thematisch zusammen und funktioniert.
Interessant ist auch die Tatsache, dass letztlich nur eine Aufführung, die jeweils Beste eines Spielers gewertet wird und damit über Sieg und Niederlage entscheidet, die anderen aber trotzdem nicht unwichtig sind, sondern im Gegenteil die Grundlage des Erfolges bilden. Jede zuvor durchgeführte Veranstaltung schlägt ja mit fünf zusätzlichen Zuschauern zu Buche und sorgt, was noch wichtiger ist, für die unbedingt notwendigen Einnahmen um die Voraussetzungen für die ganz "Grossen" Veranstaltungen zu schaffen, die dann den Sieg bringen sollen.

Bereits die ersten verteilten und in Phase zwei der ersten Runde erworbenen Spektakelplättchen sollten die Grundlage für die Planung der weiteren Schauspiele sein, die man später aufführen möchte. Wer beispielsweise gleich zu Anfang mehrere Spektakelplättchen einer Art bekommt, sollte diesen Umstand bei der Auswahl seiner weiteren Schauspiele berücksichtigen, so dass möglichst viele der vorhandenen Plättchen möglichst oft und auch in verschiedenen Aufführungen eingesetzt werden können.
Es sind letztlich zwar reichlich Unwägbarkeiten im Spiel, die eine flexible Strategie erfordern, aber Fakt ist, dass man auf jeden Fall eine der grossen Veranstaltungen aufführen muss, wenn man mit dem Spielsieg in Zusammenhang gebracht werden will. Auch wenn man die Besetzung nicht vollständig zusammenbringt sind mehr Zuschauer zu erwarten als mit einem mittleren oder gar kleinen Schauspiel dessen Voraussetzungen man vollständig erfüllt.

Die Spieldauer ist meines Erachtens in der ersten Partie nicht einzuhalten, aber das ist bei vielen Spielen so. Allerdings dauert das Spiel auch so schon relativ lang, so dass die erste Partie schon mal abendfüllend werden kann. Doch langweilig wird einem im Spiel nie. Es bleibt bis zum Schluss spannend und im Gegenteil, kaum meint man für die tollen grossen Aufführungen gerüstet zu sein, ist das Spiel auch schon vorbei.
Colosseum ist bei uns jedenfalls recht gut angekommen und hat die Option immer mal wieder auf dem Spieltisch zu landen.

Vielen Dank an Days of Wonder für das Rezensionsexemplar!


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