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Gangster



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 bis 90 Minuten


Bewertung (max. 10)

6 Punkte (HOlg)



Verlag

Amigo
Amigo


Autor

Thorsten Gimmler


Bild



Sonstiges:

Die Vereinigten Staaten in den 30er Jahren, insbesondere Chicago in den 30er Jahren, das verbindet man mit Al Capone. Und wer oder was war Al Capone? Ein Gangster, womit wir schon den Titel des neuen Amigo-Spiels haben. Während Al Capone die Unterwelt von Chicago kontrollierte, ist die Konkurrenz im Spiel Gangster deutlich größer. Bis zu fünf Mitspieler kämpfen als Gangsterbosse um die Vorherrschaft in den einzelnen Stadtteilen von Chicago, wobei die besonders lukrativen Stadtteile besonders umkämpft sind.

Die relativ schlichte Aufmachung ist schon Geschmackssache. Sehr nüchtern aber irgendwie passend. Man mag sie, oder man hasst sie, ich habe beide Extremfälle erlebt und mir selbst hat die Optik des Spiels auch erst auf den zweiten Blick gefallen. Der Spielplan zeigt die einzelnen Stadtteile, denen Wertungstabelaus zugelost werden. Auf diesen sind freie Plätze, auf denen die Gangster der einzelnen Banden abgelegt werden können um so ihre Präsenz in diesem Viertel zu demonstrieren. Und die Siegpunkte, die es dort zu holen gibt, sind abzulesen. Nicht immer kassiert dabei derjenige der am zahlreichsten vertreten ist die meisten Siegpunkte, man muss schon darauf achten in wie weit sich ein personelles Engagement in einem Viertel lohnt.
Ein gewisses Überraschungsmoment kommt durch das Fragezeichen ins Spiel, das auf den Punkteübersichten einiger Tabelaus zu sehen ist. Die Siegpunkte, die sich dahinter verbergen werden erst unmittelbar vor der Wertung durch eine Casinokarte mit einem Wert zwischen 1 und 6 offenbart.

Zwei Gangster (Holzwürfel) und ein Fahrzeug (Holzfigur) haben alle zu Beginn bereits auf dem Brett, der Standort wird zufällig ermittelt und sieben weitere Bandenmitglieder befinden sich im inneren des Fahrzeugs, das durch ein Tabelau vor den Spielern darstellt wird. Manchmal sind auch ein oder zwei Gangster der Konkurrenz im Fahrzeug, doch die haben einen weniger bequemen Platz im Kofferraum und mit hoher Wahrscheinlichkeit das Hafenbecken...äh...-buffet als Fahrziel, doch dazu später mehr.
Drei Bewegungskarten mit den Werten 1, 2 und 3 dienen während des Spiels der Fortbewegung des Fahrzeugs. Einmal eingesetzt, steht eine Bewegungskarte erst wieder zur Verfügung, wenn alle einmal eingesetzt wurden. Die vorgegebene Fahrstrecke muss komplett gefahren werden. Damit ist auch schon die erste von drei Aktionsmöglichkeiten während eines Spielerzuges erklärt.

Die zweite Aktionsmöglichkeit ist das Ausladen eines Gangster (eigener oder fremder, auch das kann mal Sinn machen!) in dem Viertel, in dem sich das Fahrzeug befindet. Der Gangster kommt auf das nächste freie Feld des Ablagetabelaus, wobei evtl. durch das Einladen von Gangstern entstandene Lücken erst dann aufgefüllt werden dürfen, wenn auch das letzte Ablagefeld belegt war.

Als letzte Aktionsmöglichkeit gibt es noch das Einladen eines Gangster, wobei eigene Bandenmitglieder vorne Platz nehmen während die Konkurrenz im Kofferraum landet. Dort ist normalerweise Platz für einen Gangster.
Und diese wertvolle Fracht ist einer der Gründe den Hafen, ein ganz besonderer Ort der Stadt, aufzusuchen. Siegpunkte gibt es dort nämlich nicht zu holen, jedoch können dort Gangster der Konkurrenz für den Rest des Spiels abgeladen werden und sind aus dem Spiel. Und ein Privilegplättchen darf/muss genommen werden, von denen jeder immer maximal zwei gleichzeitig besitzen kann. D.h. wählt man sein drittes Plättchen, muss das zuerst gewählte dafür entfernt werden.

Diese Plättchen bieten recht interessante Möglichkeiten. So kann die Zugweite des Fahrzeugs bei Bedarf um 1 erhöht werden, Fahrzeuge der Konkurrenz können in ein Nachbarviertel versetzt werden oder ein Bodyguard verhindert das Kidnappen eigener Gangster, zumindest in dem Viertel, in dem sich das eigene Fahrzeug befindet.
Wer gerne destruktiv spielt kann auch seinen Kofferraum ausbauen, so dass nun zwei gegnerische Gangster Platz haben um ihrem vorzeitigen Spielende im Hafen entgegen zu sehen. Es gibt also zahlreiche Möglichkeiten und man hat jedes Mal beim Besuch im Hafen die Qual der Wahl.

Ein Spielzug ist schnell erledigt. Einladen, Ausladen oder Fahren, die Entscheidung ist meist schnell getroffen und noch schneller ausgeführt. Jedesmal wenn ein Spieler seine drei Bewegungskarten eingesetzt und demzufolge zurückerhalten hat, wird eine Bezirkskarte aufgedeckt. Ist ein Polizist zu sehen, geschieht nichts, ansonsten wird in den gezogenen Bezirk eine Dopplermarke gelegt, d.h. dort werden die Punkte bei der Wertung verdoppelt.

Sobald alle Dopplermarken eingesetzt sind, kommt es zur ersten von drei Wertungen. Entsprechend der Tabelaus in den Stadtvierteln werden je nach Präsenz der einzelnen Bandenmitglieder Siegpunkte (ggf. verdoppelt) vergeben. Nach der Wertung gibt es etwas Nachschub an Gangstern für jede Abteilung und weiter gehts, bis zur nächsten Wertung.
Nach der dritten Wertung steht derjenige, der die Unterwelt kontrolliert fest! Wer die meisten Siegpunkte erringen konnte, gewinnt das Spiel.

Gangster von Amigo ist mit seinen recht einfachen Regeln absolut gelegenheitsspielertauglich. Der Glücksanteil beschränkt sich auf die Punkte-Verdoppler - es gibt nur acht für zehn Stadtteile - und einen Siegpunktwert, der erst zum Zeitpunkt der Wertung bekannt ist sich aber immer zwischen eins und sechs bewegt. Ansonsten ist Taktik gefragt und Überzeugungskraft, denn es ist natürlich immer besser, wenn die Gangster der anderen im Hafen landen und bei der Erreichung dieses Ziels ist das Talent zu überzeugen immer hilfreich.

Hört sich eigentlich ganz gut an und doch will sich bei mir kein wirkliches Hochgefühl einstellen. Während bei wenigen Spielern das Ganze berechenbarer und damit taktischer wird, kommt erst eine gewisse Interaktion und damit Leben ins Spiel wenn möglichst viele Mitspieler beteiligt sind. Plötzlich sind auch mal Stadtviertel, die eigentlich weniger Siegpunkte einbringen interessant, weil der (Gangster-)Aufwand einfach viel geringer ist und man mit wenig Aufwand und ohne zu sehr aufzufallen Punkte sammelt.
Auch muss man nicht unbedingt gleich in der ersten Runde der Führende sein, denn der wird von der Konkurrenz für den Rest des Spiels immer mit kritischen Augen betrachtet werden und mit Sicherheit den einen oder anderen seiner Gangster im Hafen wieder finden.
Für meinen Geschmack sind die 60 bis 90 Minuten, die eine Runde Gangster schon dauert, etwas zu lang. Die Aktionsmöglichkeiten werden schnell Routine und es wird etwas monoton. Vielleicht wären zwei Wertungsrunden ausreichend gewesen vielleicht bin aber auch ich nur das Problem.

Sehr wahrscheinlich lässt sich über Gangster sehr vortrefflich streiten. Manch einer mag die Optik, ein anderer hasst sie und genauso könnte es sich mit dem Spiel an sich verhalten.

Vielen Dank an Amigo für das Rezensionsexemplar!


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