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Patrizier



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 45 Minuten


Bewertung (max. 10)

5 Punkte (HOlg)



Verlag

Amigo
Amigo


Autor

Michael Schacht
Michael Schacht


Bild



Sonstiges:

Patrizier waren ursprünglich die Mitglieder der Oberschicht des antiken Roms und später leitete sich der Begriff Patriziat davon ab, der im Zusammenhang mit der Oberschicht vieler mittelalterlicher Städte verwendet wird. Und wie es sich für Oberschichten gehört, man wohnt in prächtigen Bauwerken um seinen Wohlstand zu zeigen. Im Falle des Spiels Patrizier von Amigo sind das turmartige Wohnhäuser, die sog. Patrizier- oder Geschlechtertürme.

Als Mitspieler in diesem Spiel sind wir jedoch keine Patrizier sondern Bauherren, welche die Türme für die Wohlhabenden bauen um so zu Ruhm und Ehre zu gelangen. In neun bzw. zehn (bei fünf Spielern) Städten kann man baulich tätig werden, allerdings nur wenn man auch einen entsprechenden Bauauftrag hat. Und je zwei Ruhmesplättchen mit unterschiedlichen Wertigkeiten (2 bis 9) können in jeder Stadt errungen werden. Das wertvollere bekommt, wer am meisten zum grösseren der beiden dort entstehenden Türme beiträgt und das zweite Plättchen wer am eifrigsten am kleineren Turm gewerkelt hat.

Doch wo und wieviel gebaut werden darf hängt vom jeweiligen Bauauftrag ab. Diese gibt es in Form von Karten in den Farben der vorhandenen Städte und sie ermöglichen das Bauen in der jeweils farblich passenden Stadt. Die Anzahl der Wappen auf einem Bauauftrag geben an, wieviele Etagen in der Stadt in einem oder ggf. auch beiden - es gibt genau zwei Bauplätze in jeder Stadt - Türmen gebaut werden dürfen.
Auf einigen Karten ist auch noch eine Sonderaktion abgebildet, die man zusätzlich zu seiner Bauaktion ausführen darf, beispielsweise das Versetzen der obersten Etage eines Bauplatzes in einer Stadt auf den anderen Bauplatz. Das ist zwar nicht in der Stadt erlaubt, in der man gerade baut, aber in allen anderen und da lassen sich die Mehrheitsverhältnisse im "grossen" Turm einer ruhmversprechenden Stadt ausser der Reihe verändern.
Einige Karten zeigen auch Portraits von Patriziern und auch die sollte man nicht gänzlich ausser Acht lassen. Am Ende erhält man nämlich je sechs Sonderpunkte für drei gleiche Patrzizier.

Alles dreht sich also um die Bauauftragskarten, auf denen auch zu sehen ist, wieviele Etagen insgesamt in einer Stadt gebaut werden dürfen. In manchen Städten dürfen insgesamt fünf Etagen auf zwei Türmen gebaut werden, in anderen sieben oder neun und sobald die letzte zulässige Etage errichtet wurde, wird die Stadt gewertet. Die Mehrheit an Etagen in den Türmen ist entscheidend, bei Gleichstand hat derjenige den Vorrang, dessen Etage höher im Turm liegt. Die Mehrheit im grösseren Turm bringt das höherwertige Ruhmesplättchen ein, die im kleineren Turm das "kleinere" Ruhmesplättchen.

Drei Bauaufträge hat jeder anfangs auf der Hand und zu Beginn eines Zuges muss ein Spieler einen davon ausspielen und offen auf einem Ablagestapel ablegen. Anschliessend werden entsprechend der abgebildeteten Wappen Etagen auf den/die Türme der entsprechendfarbigen Stadt errichtet und ggf. die Sonderaktion ausgeführt.
Neben jeder Stadt ist ein Kartenablagefeld, auf dem ein Bauauftrag offen liegt. Als Abschluss seines Zuges darf man sich den Bauauftrag bei der Stadt, in der man gerade gebaut hat, auf die Hand nehmen. Sollte dort keine Karte mehr vorhanden oder auf dem ausgespielten Bauauftrag ein Fragezeichen abgebildet sein, darf man sich eine beliebige Bauauftragskarte bei einer beliebigen Stadt nehmen.
Sofern noch Bauauftragskarten im verdeckten Nachziehstapel vorhanden sind, wird das freigewordenen Kartenfeld aufgefüllt und der nächste Spieler kommt an die Reihe.

Das Spiel endet, sobald alle Karten ausgespielt und damit alle Bauteile der Spieler verbaut sind. Alle Städte wurden somit gewertet oder werden es jetzt noch, die Ruhmesplättchen sind verteilt. Befinden sich im Stapel der ausgespielten Bauaufträge eines Spieler Gruppen von drei gleichen Patrizierköpfen, so bringt jede dieser Gruppen zusätzliche sechs Siegpunkte, die zu denen der Ruhmesplättchen gezählt werden. Wer die meisten Ruhmespunkte hat, gewinnt.

Patrizier ist schon sehr vom (Karten-)Glück bestimmt, aber zumindest einige taktische Möglichkeiten sollten beachtet werden, damit man sich nicht ausschliesslich auf sein Glück verlassen muss.
Mit den Patrizier-Portraits lassen sich recht ordentlich Punkte machen, und das ohne dass es zu offensichtlich für die Mitspieler ist, zumindest wenn diese nicht ganz genau aufpassen. Wer zwei oder drei Dreiergruppen zusammenbekommt hat schon mal 12 bzw. 18 Punkte sicher, das ist nicht ganz, aber fast schon die halbe Miete.
Eine weitere Möglichkeit gut Punkte abzuräumen besteht aus der Kombination von spätem Bauen und den Bauauftragkarten mit zwei Wappen. Wer in einer Stadt schon vertreten ist und am Schluss nochmal zwei Etagen errichten kann und damit die Wertung auslöst, der kann nicht selten beide Ruhmesplättchen einsacken. Zumindest sollte bei jedem Bauvorgang eine "gute" sprich in der momentanen Spielsituation gelegene Bauauftragskarte herausspringen.
Gegen Ende des Spiels wird es am spannensten und man hat nochmal grösseren Einfluss darauf, welche Bauauftragskarten man auf die Hand bekommt. Viele Städte haben schon keine Bauauftragskarten mehr ausliegen, was bedeutet, dass man eine beliebige anderenorts ausliegende Karte wählen darf. Eine prima Gelegenheit noch den einen oder anderen dringed benötigten Patrizier zu holen oder eine Karte mit der man die Wertung in einer Stadt nicht nur auslösen sondern am besten auch noch zu seinen Gunsten beeinflussen kann.

Trotz der genannten taktische Möglichkeiten spielt das Glück erheblich mit, am wenigesten im Spiel zu zweit. Die Regeln sind einfach, unkompliziert und damit schnell bewältigt und auch die Spieldauer dürfte eigentlich für keinen halbwegs Spieleinteressierten eine Hürde darstellen. Allein die Tatsache, dass man sein Spiel in den eigenen Händen zu haben scheint, tatsächlich aber vieles vom Glück bestimmt wird, führt bei mir zu einem zwiespältigem Gefühl. Ja, es ist kurzweilig, hat auch einige (wenn auch weniger als es den Anschein hat) taktische Möglichkeiten, aber trotzdem hält sich bei mir der Wiederspielreiz doch sehr in Grenzen.
Wer sich also am Glücksfaktor, einfachen Regeln, kurzer Spieldauer und einem etwas aufgesetzt wirkenden Thema nicht stört, der macht mit Patrizer sicher keinen Fehlkauf. Gelegenheitsspieler fühlen sich in einer bei einer Runde Patrizier mit Sicherheit wohl und gut unterhalten.

Vielen Dank an Amigo für das Rezensionsexemplar!


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