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Liebe & Intrige



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 45 bis 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

6 Punkte (HOlg)



Verlag

Goldsieber
Goldsieber


Autor

Kira Verena Samol,
Ellen Maria Ernst


Bild



Sonstiges:

Wir müssen uns irgendwo um die Mitte des 18. Jahrhunderts, irgendwo in Italien befinden. Giacomo Casanova treibt sein verführerisches Unwesen und wir sind Mütter oder Väter dreier heiratsfähiger Töchter, die es "gut unter die Haube zu bringen" gilt. Heiratswillige Partner scheint es ja in Hülle und Fülle zu geben, doch es ist nicht immer leicht die Töchter an den (richtigen) Mann zu bringen, denn wie so oft sind die leicht zu habenden natürlich nicht gut genug für die eigene(n) Töchter und die anderen haben doch mitunter recht eigene Vorstellungen von ihrer Zukünftigen was das Aussehen, das Ansehen oder die Bildung angeht und sind außerdem natürlich von Konkurrentinnen umschwärmt.

Und wo trifft man den/die Richtigen? In der Spelunke sind immer viele Männer anzutreffen, aber dort lauern Gefahren in Form von Alkohol, welcher der Bildung schadet und Casanova der dem Ansehen der Damen nicht gerade zuträglich ist. Im Theater oder Boulevard ist es da schon wesentlich "sicherer", aber die Auswahl an Männern ist doch eher spärlich, wobei auch hier ab und an ein "Schnäppchen" zu machen ist.

Wie auch immer, derjenige, der zuerst drei Töchter verheiratet beendet das Spiel. Doch nicht unbedingt als Gewinner, denn drei Schwiegersöhne von niedrigem Stand werden durch zwei Schwiegersöhne der oberen Zehntausend locker aufgewogen. Und dann gibt es da noch die Bonuspunkte (je 2) für die Familie mit den (insgesamt gesehen) schönsten, angesehensten und intelligentesten Töchtern. Es gewinnt derjenige mit den meisten Punkten.

Doch eines nach dem anderen...äh...eine nach der anderen. Drei Töchter(-tafeln) werden zufällig an jeden Mitspieler verteilt, wobei nur die erste, die oben auf liegt zu sehen ist. Neben einem Portrait der holden Weiblichkeit ist auch der Name, eine kurze Beschreibung und drei Eingenschaftsleisten (Ansehen, Schönheit, Bildung) zu sehen. Die rosafarbenen Ziffern (wie sollte es bei diesem Spiel auch anders sein) stellen die Ausgangssituation, sozusagen den Ist-Zustand der jeweiligen Tochter in diesen drei Bereichen dar.

Der Spielplan zeigt sechs Orte, die man mit seiner Tochter, dargestellt durch eine Holzfigur in der Spielerfarbe, aufsuchen kann, und nahezu an jedem dieser Orte kann man Männerbekanntschaften schließen. In der Schneiderei sind jedoch nur Frauen anzutreffen, dafür kann man hier etwas für sein Aussehen tun und dieses um zwei Punkte auf der entsprechenden Eigenschaftenleiste verbessern.
Und dann wären da noch die Spelunke, 7 mögliche Männerbekanntschaften in Form von Spielkarten, das Theater, 3 Heiratskandidaten, der Boulevard, 2, die Armenküche, 3 und der Park mit 5 heiratsfähigen mehr oder weniger jungen Männern. Und so besteht die erste Aktion eines Spielerzuges meist darin, einen dieser Orte mit der Spielfigur aufzusuchen, um Bekanntschaften neu zu schließen oder Bestehende aufzufrischen. Doch zunächst müssen/dürfen dort die Ortsaktionen ausgeführt werden. Am Boulevard beispielsweise verbessert sich sowohl das Ansehen, als auch die Bildung, in der Armenküche steigt das Ansehen, in der Schneiderei die Schönheit und im Theater die Bildung. Das ist ja alles noch recht positiv! Gefährlich wird?s im Park und in der Spelunke, denn dort muss man in jedem Fall Casanova aus dem Weg gehen und in der Spelunke auch noch den Versuchungen des Alkohols widerstehen.

Beide Gefahrensituationen werden mit Würfeln entschieden, dem Casanova- und dem Trinkwürfel. In beiden Fällen geht die Geschichte gut aus, wenn ein Kleeblatt gewürfelt wird. Taucht beim Trinkwürfel eine Flasche auf, ist man bzw. die Tochter dem Alkohol erlegen und verliert einen Bildungspunkt.
Beim Casanovawürfel wird es kritisch, wenn das Hut-Symbol gewürfelt wird. Erreicht der Schönheitswert der Tochter dann auch noch den beim Hut angegebenen Zahlenwert, interessiert sich Casanova für die Tochter, was sich in einem Minuspunkt im Bereich Ansehen niederschlägt.

Egal wie die Sache ausgeht, anschließend darf an jedem Ort der mehr oder weniger große Stapel an Männerkarten durchgesehen und eine ausgewählt und unter der Tochtertafel gelegt werden. Dort dürfen nur drei verschiedene Männerkarten ausliegen, mehr als drei Männerbekanntschaften lassen sich nur schwer parallel managen, ohne dass diese mitbekommen. Allerdings gibt es auch keine Hochzeit nach dem ersten Date. Auch nicht nach dem zweiten und so muss die Karte des Lieblingskandidaten (bzw. desjenigen, dessen Anforderungen an Ansehen, Schönheit und Bildung man auch erfüllen kann) drei Mal gefunden werden.
Erst wenn man eine Männerkarte dreimal unter der Tochtertafel ausliegen hat und dann noch die Anforderungen dieses Mannes erfüllt, ist eine Eheschließung beschlossene Sache. Auf dem Portrait des entsprechenden Mannes auf dem Spielplan wird ein Verheiratet-Marker der entsprechenden Spielerfarbe gelegt und sämtliche Karten dieses Mannes und der möglicherweise weiteren Bekanntschaften dieser Tochter werden auf den Ablagestapel gelegt. Die Tochtertafel wird beiseite gelegt und man widmet sich nun in gleicher Weise der nächsten Tochter.

Damit nicht alles gar so friedlich abläuft, Konkurrenz ja bekanntlich das Geschäft belebt und das Spiel nicht nur Liebe sondern auch Intrige im Titel trägt, können die heiratswütigen Töchter auch Intrigen spinnen. Gute Partien werden da auch schon mal ausgespannt und sicher ist man nur in der Schneiderei. Sobald man an einem anderen Ort auf eine Konkurrentin trifft, sollte man misstrauisch werden, denn man könnte Opfer einer Intrige werden.
Eine solche Intrige wird einfach nur durch eine der Damen am Ort angekündigt, welche auf ihre Aktion neue Männer kennen zu lernen verzichtet, danach spricht der Intrigenwürfel. Zeigt er ein Kleeblatt, war die Intrige erfolgreich und die Initiatorin dieser Intrige darf sich beim Opfer eine Männerkarte nehmen und ihren eigenen Bekanntschaften hinzufügen. Schlägt die Intrige fehl, erleidet man leider selbst genau dieses Schicksal, eine der eigenen Männerkarten wandert zur Konkurrentin.

Und dann wäre da noch die 46 Ereigniskarten. Als letzte Aktion eines Zuges darf man eine solche Karte vom verdeckten Stapel ziehen und während seines Spielzuges beliebig viele davon ausspielen. Am Ende des Zuges darf man jedoch nur fünf auf der Hand behalten. Mit diesen Karten kann man beispielsweise eine Zofe an eine der sechs Orte entsenden. Sie ermöglicht es einen Blick in den Stapel Männerkarten zu werfen, damit man besser beurteilen kann, ob sich das Aufsuchen diese Ortes auch lohnt. Ganz besonders interessant ist das natürlich im Falle der Spelunke oder das Parks.
Wieder andere Karten erlauben es die Eigenschaftwerte zu beeinflussen, teilweise sowohl die eigenen als auch die der Konkurentinngen.

Liebe & Intrige ist sicher kein Strategie- oder Taktikhammer, ganz im Gegenteil. Das Würfelglück, insbesondere bei den Intrigen, aber auch in der Spelunke oder bei Casanova und natürlich auch bei den Männerkarten ist schon drastisch, aber deswegen (und vielleicht noch wegen der Farbe der Spieleschachtel) von einem Spiel von Frauen (nur) für Frauen zu sprechen wäre wohl etwas übertrieben.
Sicherlich sind Frauen, insbesondere diejenigen, die sich im heiratsfähigen Alter befinden oder heftig drauf zusteuern die Hauptzielgruppe, aber auch so mancher Mann mag sich vom Spielethema angesprochen fühlen. Mir beispielsweise, der ich mit der "richtigen" Einstellungen, also nicht übermäßigen Erwartungen was die Komplexität angeht oder den strategisch-taktischen Anforderungen, die das Spiel an die Spieler stellt, an die Sache rangegangen bin, hat das Spiel trotz des mangelnden Tiefgangs ganz gut gefallen. Vielleicht nicht zuletzt auch aufgrund der Tatsache, dass ich mit meinen zwei Töchtern in zwar einer noch recht weit entfernten aber stetig näher rückenden Zukunft einmal die Aufs und Abs von Beziehungen aus weiblicher Sicht miterleben darf.

Das Spiel bringt an sich nämlich nichts wesentlich Neues, vielleicht mal abgesehen vom Thema, dass man in ähnlicher Form aber wesentlich komplexer und aus Männersicht nur schon mal mit Emira hatte. Auch Spielerisch ist nicht wirklich viel geboten (Ort aufsuchen, Karte wählen und/oder Eigenschaften verbessern und ggf. mit Würfeln intrigieren) und trotzdem macht es Spaß wenn man mit der richtigen Erwartung an das Spiel rangeht, das Glück hat ebenso eingestellte (oder weibliche) Mitspieler zu haben und dem Thema etwas abgewinnen kann.
Die Optik des Spiels und das Spielmaterial jedenfalls sind bestens gelungen und passen zum Thema wie die Faust aufs Auge. Kann man das Spiel nun empfehlen? "Nüchtern" betrachtet sicher nicht uneingeschränkt, aber zu einer Probepartie ist auf jeden Fall zu raten und wer weiß, vielleicht entdeckt sogar der ein oder andere Mann seine weiblich Ader.

Vielen Dank an Goldsieber für das Rezensionsexemplar!


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