Holgs Spieleteufel       Würfel Teufel



  Startseite
  Editorial / Impressum
  News
  Rezensionen
  Forum (inkl. Ringkriegbereich)
  Meine Top Ten
  Spielecharts
  Spieleevents
  Wunschliste
  Verkaufsliste
  Zitate zum Thema Spiele
  Schweinfurter Spieletage
  Schweinfurter Spieletreff
  Blackjack
  Lieblingscasino
  Novoline Spiele
  Onlinecasiontest
  Links
  Counterstatistik
  RSS-Feed
  Awards
  holger.kiesel@spieleteufel.de
  Datenschutzerklärung
  Follow me on
  
   


 
   

Darjeeling



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 45 bis 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Abacus Spiele
Abacus Spiele


Autor

Günter Burkhardt
Günter Burkhardt


Bild



Sonstiges:

Eine der renommiertesten Teesorten, der Darjeelingtee, ist Namesgeber einer Abacus-Neuheit der Essenmesse 2007. Angebaut wird er in Indien, genauer gesagt in Darjiling und im Spiel versuchen die bis zu fünf Spieler in einer von drei Teeanbauregionen mit ihrem Teesammler möglichst viele Teekisten verschiedener Sorten gewinnbringend, d.h. siegpunktträchtig zu verschiffen. Doch Teekenner oder -liebhaber muss man nicht sein, um bei Darjeeling erfolgreich zu sein, vielmehr sind Taktik, ein waches Auge auf die Mitspieler und insbesondere ein gutes Gespür für Timing gefragt.

Einen festen Spielplan gibt es bei Darjeeling nicht. Vor dem Spiel entscheidet man sich für eine der drei Teeregionen (Indien, China oder Sri Lanka), die mit den Teekistenplättchen quasi wie ein Landkartenausschnitt ausgelegt wird. Indien eignet sich als Einstieg und für alle Mitspielerzahlen während das "schmale" Sri Lanka für 2 oder 3 Mitspieler und das weitläufige China für 4 oder 5 Mitspieler empfohlen wird, damit man sich nicht zu sehr aus dem Weg gehen kann bzw. nicht zu eng aufeinander sitzt. Auf diese Weise also legt man schon vor dem Spiel fest, ob und wie sehr die Teesammler der Spieler beim Teekistensammeln in Konkurrenz zueinander geraten.

Abhängig von der Mitspielerzahl stehen drei bis sieben Schiffe zur Verfügung, auf welche die Spieler im Verlauf des Spiels ihre Teekisten verladen und dafür solange jedes Mal zu Beginn ihres Zuges Siegpunkte kassieren, wie sich die Kisten auf dem Schiff befinden. Neben den Schiffen ist jeweils ein Multiplikator zu sehen, der für das Schiff an oberster Stelle relativ hoch ist und nach unten hin immer weiter absinkt. Mit diesem Multiplikator darf der Spieler am Zug als erste Aktion seines Zuges seine Teekisten auf den Schiffen multiplizieren und sich den/die Wert(e) als Siegpunkte auf der Punkteleiste gutschreiben.
Jedes Mal wenn nun ein Spieler während seines Spielzuges Teekisten verschifft werden die Teekisten des untersten Schiffs an den jeweiligen Besitzer zurückgegeben. Alle anderen Schiff rutschen um die freigewordene Position von oben nach unten nach, die Teekisten auf den Schiffen verlieren also langsam aber stetig an Wert (wir erinnern uns, der Multiplikator sinkt nach unten immer weiter ab), bis sie schließlich ganz aus der Wertung herausfallen.
Anschließend wird das eben geleerte Schiff wieder oben eingesetzt und befindet sich jetzt an oberster Position. Der Spieler legt so viele Holzwürfel auf dieses Schiff wie er Teekisten verschifft hat und hofft möglichst lange Siegpunkte dafür zu bekommen.

Mit der zweiten Aktion während eines Spielerzuges werden nun Plättchen mit Teilen von Teekisten eingesammelt. Dazu darf der der anfangs irgendwo am Rand der gewählten und ausgelegten Teeanbauregion eingesetzte Teesammler bewegt werden. Das Plättchen an der Zielposition wird aufgenommen und hinter den eigenen Sichtschirm gelegt, die freigewordene letzte Position des Teesammlers wird mit einem neuen Plättchen aus dem Beutel besetzt.
Doch es ist nicht so einfach, wie es sich anhört die gerade benötigten Teekistenteile zu bekommen, denn nur selten liegen diese in unmittelbarer Nähe. Des Weiteren darf die Figur eines Teesammlers seine Ausrichtung vor seinem Zug maximal um 90 Grad verändern. Soll er sich um 180 Grad drehen, so kostet das zwei Siegpunkte, die einem auf der Siegpunktleiste abgezogen werden. Nach einer evtl. Drehung darf geradeaus beliebig weit gezogen werden, wobei jedes übersprungene Plättchen einen Siegpunkt kostet. Muss dabei gar der Teesammler eines Mitspielers oder eine Stadt, von denen bis zu drei in Form von Holzplättchen ausliegen können, übersprungen werden, so kostet dieses Überspringen sogar zwei Siegpunkte. Ein Zug von einem Ende zum anderen kann so also ganz schön Siegpunkte kosten und man muss sich gut überlegen, was sich noch lohnt und was nicht.

Wie auch immer, das Plättchen am Zielort wird aufgenommen und hinter den Sichtschirm gelegt, wo sich Zug für Zug mehr Plättchen mit Kistenteilen verschiedener Farben ansammeln. Sobald man mehrere dieser Plättchen zu einfarbigen Kisten zusammenlegen kann, darf man diese als dritte Aktion seines Spielzuges verschiffen. Dazu legt man die gewünschte Zahl Plättchen vor den Sichtschirm. Befindet sich der Teesammler des Spieler auf einer horizontal oder vertikal benachbarten Position zu einer Stadt, so darf die volle Anzahl ausgelegter Teekisten auch verschifft werden, ist man weiter entfernt wird eine Kiste weniger auf das Schiff geladen.
Siegpunkte für diese Ladung gibt es erst zu Beginn des nächsten Zuges, aber einen satten Bonus von 1 Siegpunkt pro Kiste erhält man sofort, wenn man vier oder mehr Kisten einer Farbe auf einmal auslegt. Anschließend wird noch der Nachfragebonus ermittelt. Für jede Teesorte gibt es zwei Spielsteine, die sich in einem Nachfragebarometer befinden und die bei Spielbeginn in zufälliger Reihenfolge dort platziert wurden. Das Nachfragebarometer hat ein Gefälle, so dass alle Spielsteine eine Position nach unten rutschen, wenn der unterste Stein entfernt und oben wieder eingesetzt wird. Genau diese Aktion wird nach dem Verschiffen durchgeführt und der Nachfragebonus den der aktive Spieler erhält ergibt sich anschließend aus der Anzahl an Spielsteinen, die sich im Nachfragebarometer zwischen den Spielsteinen der Farbe befinden, welche der Farbe der verschifften Teekisten entsprechen.
Spätestens an dieser Stelle erkennt man zum ersten (aber nicht letzten Mal) die Wichtigkeit eines guten Timings beim Verladen von Kisten.

Sobald ein Spieler 100 Siegpunkte oder mehr erreicht endet das Spiel sofort. Jede halbe Teekiste, die sich dann noch hinter den Sichtschirmen der Spieler befindet, zählt einen Minuspunkt und wer dann auf der Siegpunktleiste am weitesten vorne liegt, hat gewonnen.

Zu erwähnen wären noch die beiden möglichen Sonderaktionen. Diese darf durchführen, wer ein Sonderplättchen besitzt und einsetzt. Man erhält diese Sonderplättchen jedes Mal, wenn der Teesammler ein Plättchen mit drei halben Teekisten darauf einsammelt. Jedes Sonderplättchen kann für beide Sonderaktionen eingesetzt werden.
Die eine Sonderaktion erlaubt es die volle ausgelegte Anzahl an Teekisten aufs Schiff zu verladen, auch wenn der Teesammler nicht in unmittelbarerer Nähe einer Stadt ist und die zweite Sonderaktion verdoppelt den Nachfragebonus für eine Verladeaktion.
Wer allerdings zu sorglos diese Dreier-Plättchen einsammelt um möglichst viele Sonderaktionen zur Verfügung zu haben, kann am Ende Probleme damit bekommen alle oder zumindest möglichst viele Plättchen los zu werden, so dass diese dann erhebliche Minuspunkte einbringen können. Dreier-Plättchen sind wesentlich schwerer in einer Ladung unterzubringen als Plättchen mit weniger Kistenhälften.

Darjeeling hat recht einfache Regeln, spielt sich flüssig ist aber alles andere als banal. Es gibt viel zu bedenken. Sonderaktionen können bei gutem Timing satte Punkte einbringen (Verdoppelung des Nachfragebonus) aber dafür muss man Dreier-Plättchen einsammeln, die man auf keinen Fall übrig behalten sollte. So manch sicher geglaubte Sieg kann so noch dahin gehen.

Meist ist es auch ratsam, sich nicht allzu weit von einer der Städte zu entfernen, denn sonst verliert man eine Teekiste beim Verschiffen. Nicht nur dass das vergeudete und am Ende möglicherweise schmerzlich vermisste Siegpunkte sind, zu weit entfernt von einer Stadt ist es einem auch nicht erlaubt einzelne Teekisten zu verladen und das macht öfter mal Sinn, als es zunächst den Anschein hat.
Allzu oft hat ein Mitspieler drei, vier oder noch mehr Teekisten auf einem Schiff liegen, dass einen sehr hohen Multiplikator hat. Da kann man auch durch das Verladen einer einzigen Kiste den/die Mitspieler ärgern und deren Siegpunktmultiplikatoren senken.

Und jetzt erkennt man zum zweiten Mal wie wichtig das Timing sein kann. Wer noch so viele Teekisten auf einen Schlag verschifft wird dennoch nicht allzu viele Punkte kassieren, wenn unmittelbar danach auch alle oder zumindest viele weitere Spieler Teekisten verladen. Bis man wieder am Zug ist und die zuvor verladenen Kisten Siegpunkte bringen, ist deren Multiplikator dann oft schon wieder recht weit abgesunken und schon bis zum darauf folgenden Zug sind sie möglicherweise sogar wieder aus der Wertung herausgefallen. Wer also bei seinen Verladeaktionen einen Zeitpunkt erwischt, zu dem die Mitspieler nicht gleich auch wieder Verladeaktionen durchführen (können), der kann seine Teekisten einiges länger auf Schiffen mit lukrativen Multiplikatoren halten und Runde für Runde Siegpunkte kassieren, während er in aller Ruhe die nächsten Verladeaktionen vorbereitet.

Das Spielmaterial ist ansprechend und im Wesentlichen funktional. Einzig das Aufsammeln und Nachlegen der Plättchen während der Bewegungen der Teesammler ist mitunter eine recht fummelige Angelegenheit. Mit zittrigen Händen ist da bald nicht mal mehr zu erahnen, ob es sich bei der Auslage um Indien, China oder Sri Lanka handelt, aber das ist glücklicherweise nicht wesentlich für das Spiel und stört nur die Optik.

Darjeeling ist wieder ein Spiel das es schafft alle Arten von Spieler anzusprechen. Es ist regeltechnisch einfach, spielerisch aber trotzdem nicht seicht und hat eine Spieldauer, die eigentlich für jeden akzeptabel sein dürfte. Alles in allem absolut einen Blick wert, bei uns ist das Darjeeling durch die Bank gut angekommen.

Vielen Dank an Abacus Spiele für das Rezensionsexemplar!


Ähnliche Spiele:
(Familienspiel, Taktik)

Dschunke
Java
La Citta
Löwenherz
Caylus
Mexica
Puerto Rico

weitere Treffer...


Spiele vom selben Autor:
(Günter Burkhardt)

Kupferkessel Co
Manitou
On Top
Maori
Herr der Ziegen
Cairo


Spiele vom selben Verlag:
(Abacus Spiele)

Hanabi
Race for the Galaxy - Aufziehender Sturm
Race for the Galaxy - Rebellen vs. Imperium
Valdora
Race for the Galaxy
Aquaretto
An den Ufern des Nils

weitere Treffer...


Spiele vom selben Jahrgang:
(2007)

Descent - Quelle der Finsternis
Hamburgum
Cuba
Anno 1701
Perry Rhodan - Die kosmische Hanse
Battlelore
Im Jahr des Drachen

weitere Treffer...