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Anno 1701



Anzahl Spieler

Für 3 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 90 bis 120 Minuten


Bewertung (max. 10)

8 Punkte (HOlg)



Verlag

Kosmos
Kosmos


Autor

Klaus Teuber
Klaus Teuber


Bild



Sonstiges:

Sowohl Brett- als auch Computerspielern ist die Anno-Reihe seit Langem ein Begriff. Anno 1701 ist das dritte PC-Spiel dieser Reihe und auch im Brettspielbereich treffen wir mit Anno 1701 - Das Brettspiel auf das dritte Spiel dieser Reihe. Nach Anno 1503 (mit seiner Erweiterung) und Anno 1701 - Das Kartenspiel wird auch diese Erfolgsserie nach einem Kartenspiel diesmal wieder mit einem "großen" Brettspiel fortgesetzt.

Das Catan-Logo auf der Anno 1701 - Das Brettspiel Schachtel macht deutlich, dass noch eine andere Erfolgsserie mit von der Partie ist, zumindest was einige Spielmechanismen angeht. Die Rede ist von "Die Siedler von Catan". Damit ist vielen schon klar, wie sie das Spiel aus ihrer Sicht einzustufen haben. "Klasse, ein neues Spiel mit Catan-Mechanismen" oder "Nicht schon wieder ein Siedlerklon!"

Zu den ähnlichen Mechanismen gesellt sich ein ähnliches Spielziel. Die Siegpunkte sind bei Anno 1701 Gunststeine, die eingesetzt werden wollen, und das gelingt in erster Linie durch den geschickten Einsatz von Rohstoffen bzw. Waren. Goldgeschenke, zahlreiche Kolonien und gute Handelsbeziehungen, eine mit reichlich Kanonen bestückte Flotte, prestigeträchtige Gebäude und möglichst viele zufriedene Bürger benötigt man um die königliche Gunst möglichst oft, mindestens aber fünfmal gewährt zu bekommen. Nur wem das gelingt, der darf seine fünf Gunststeine auf den Spielplänen einsetzen und gewinnt das Spiel. Was sich eigentlich recht einfach anhört ist dann doch recht schwierig umzusetzen, wie wir noch sehen werden.

Jeder der drei oder vier Mitspieler erhält einen kleinen Spielplan, auf dem seine Insel zu sehen ist und ein kleines Startkapital. Auf der Insel sind Felder mit Zahlenwerten zu finden, welche, die meisten vermuten es sicher schon, Rohstoffe abwerfen wenn ihre Zahl in der Rohstoffphase gewürfelt wird. Des Weiteren sind einige leere Felder zu finden und damit Platz für die ersten neuen Gebäude und Einwohner. Am Anfang verfügt jeder nur über ein Dorfzentrum und einen Siedler. Drei weitere Einwohner werden verdeckt abgelegt und können gegen Abgabe der erforderlichen Rohstoffe auf ihre aktive Seite gedreht werden, genauso wie zwei Gebäude, die man sich aus vier zufällig gezogenen Ausbauplättchen der ersten Stufe aussuchen darf.
Auf einem zweiten Spielplan, auf dem alle Spieler agieren, ist eine Insellandschaft zu sehen. Diese Inseln sind unerforscht, die Inselplättchen liegen noch verdeckt. Auf dem Startfeld in der linken oberen Ecke hat jeder Spieler anfangs ein Schiff, mit dem er diese Inseln erkunden und eine erste Kolonie gründen kann.

Auf einer Übersichtstafel wird festgehalten, über wie viele Kanonen, Handelsbeziehungen (Handelssäcke) und glückliche Einwohner ein Spieler verfügt, ob er in einem dieser Bereiche mindestens den Wert drei hat und zusätzlich besser als die anderen dasteht. Ist dies der Fall darf der entsprechende Spieler einen seiner fünf Gunststeine in dieser Spalte einsetzen. Doch die Gunst gewährt zu bekommen und sie zu behalten sind zwei paar Stiefel. Sobald ein anderer Spieler mehr Kanonen oder mehr Handelssäcke oder mehr glückliche Einwohner vorweisen kann, gewährt die Königin ihre Gunst dem anderen.
Weitere Gunststeine können nach direkten Goldspenden an die Königin in der geforderten Höhe auf dieser Übersichtstafel eingesetzt werden. Die erste Spende muss sieben Goldstücke umfassen, anschließend wird diese Art die Gunst zu erlangen von mal zu mal "teurer". Das letzte Mal ist die königliche Gunst durch Spenden für eine Summe von 12 Goldstücken zu erlangen. Nicht gerade billig dafür sind diese Gunstbezeugungen aber von Dauer, man kann sie nicht mehr verlieren.
Im Spiel zu viert kann man auch durch das Gründen neuer Kolonien Gunststeine einsetzen. Die ersten beiden Spieler, die über mindestens sieben Kolonien verfügen, dürfen einen ihrer Gunststeine im Koloniebereich der Übersichtstafel ablegen.

Doch bis die Königen die ersten Male eine Gunst gewährt ist einiges zu tun. Die Spieler kommen reihum an die Reihe und jeder Spieler beginnt seinen Zug mit dem Auswürfeln der Rohstofferträge für alle Mitspieler. Wie von den Siedlern von Catan gewohnt bringt jedes Rohstofffeld der Spieler-Insel mit der passenden Zahl einen Ertrag in Form einer Rohstoff- bzw. Warenkarte. Auch auf den neu zu entdeckenden Inseln gibt es ertragreiche Felder, deren Waren einem bei passendem Würfelergebnis zur Verfügung stehen, wenn man dort eine Kolonie gegründet hat. Auf diese Weise erhalten die Spieler Werkzeuge, Tuch, Holz, Ziegel und später auch Tabak, Rum oder Goldmünzen.
Die Werte 7, 2 und 12 sind auf keinem Rohstofffeld zu finden. Bei diesen Zahlen gibt es keine Erträge, stattdessen wird ein Ereignis ausgelöst. Die oberste Ereigniskarte vom verdeckten Stapel wird aufgedeckt und die Auswirkungen der beiden angezeigten Ereignisse werden für alle Spieler angewandt.
Ein Feuer betrifft diejenigen mit mehr als sieben Waren und "verbrennt" die Hälfte aller Waren der betroffenen Spieler. Kommt es zur Steuererhebung erhalten alle Spieler für jeden glücklichen Bürgern auf ihrer Insel ein Goldstück und verlangt die Königin ihren Tribut, müssen alle Spieler, denen zweimal die königliche Gunst gewährt wurde, ein Goldstück bezahlen. Bei drei oder mehr Gunsterweisungen werden sogar drei Goldstücke fällig.

Nach den Erträgen darf der aktive Spieler beliebig viele der folgenden Aktionen in beliebiger Reihenfolge durchführen:

  1. Handeln:
    Der aktive Spieler darf mit seinen Mitspielern Rohstoffe und Waren beliebig tauschen.

  2. Bauen:
    Gegen Abgabe der erforderlichen Rohstoffe dürfen alle Gebäude und Einwohner, die verdeckt auf dem eigenen Inseltabelau liegen "gebaut" werden, d.h. auf ihre aktive Seite gedreht werden.
    Im Falle der Einwohner und einiger Gebäude darf auf die Plättchen ein Gunststein gesetzt werden. Die meisten Gebäude gewähren Vergünstigungen, die man ab sofort nutzen kann oder erhöhen die Zahl der Kanonen, Handelssäcke oder glücklicher Bürger, was ebenfalls zum Einsetzen eines Gunststeines führen kann.
    Ein Schiff kann für ein Holz, ein Tuch und ein Werkzeug gebaut und auf das Startfeld des allgemeinen Spielplans gesetzt werden, allerdings stehen jedem Spieler maximal zwei Schiffe gleichzeitig zur Verfügung.

  3. Ausbauplättchen kaufen:
    Es dürfen beliebig viele Ausbauplättchen gekauft werden, solange der Goldvorrat ausreicht. Für ein Goldstück zieht man das oberste Plättchen, für zwei Gold darf man aus den obersten drei Plättchen eines auswählen.
    Es gibt zwei Stapel dieser Ausbauplättchen, wobei man mit einem Siedler nur vom "1-er" Stapel ziehen darf. Erst wenn man mindestens über einen Bürger (Ausbaustufe II) verfügt kann man auch Ausbauplättchen der Stufe 2 kaufen.
    Das gekaufte Plättchen wird verdeckt auf dem Inseltabelau abgelegt und kann noch im gleichen Zug gebaut werden. Entweder wird es auf ein noch leeres Feld, auf ein Rohstofffeld (das dann natürlich keine Erträge mehr abwirft) oder auf ein Feld mit einem noch nicht gebauten Ausbauplättchen abgelegt, welches dann zurückgegeben werden muss.

  4. Gebäudevorteile nutzen:
    Einige Gebäude, die man im Laufe des Spiels baut, gewähren Vorteile, die man natürlich auch nutzen kann. Der Siedler, den man bereits am Anfang auf seiner Insel hat, ermöglicht beispielsweise das Tauschen von drei gleichen Waren gegen eine beliebige andere. Jeder Vorteil durch ein Gebäude darf nur einmal pro Spielzug genutzt werden (es sei denn man hat zwei Gebäude, welche denselben Vorteil gewähren).

  5. Goldspende an die Königin:
    Wer über ausreichend Gold verfügt, der kann auch eine direkte Spende an die Königin in Erwägung ziehen, um einen seiner Gunststeine einsetzen zu dürfen. Verfügt man über die für die nächste Gunstgewährung auf dem Übersichtstabelau geforderte Summe und ist bereit diese zu zahlen, dann darf man dort einen Gunststein einsetzen.
Hat man alle gewünschten Aktionen durchgeführt kann man noch in See stechen sofern man Schiff in seiner Flotte hat. Jedes eigene Schiff auf dem allgemeinen Spielplan verfügt grundsätzlich über 4 Bewegungspunkte. Alle Segel, die auf evtl. bereits errichteten Gebäuden zu sehen sind, erhöhen diese Zugweite jeweils um 1. Es wird ein Schiff nach dem anderen bewegt, jedes Feld kostet einen Bewegungs-punkt und man darf während seines Zuges mit einem Schiff nicht zweimal auf dasselbe Feld ziehen.
Wer ein Feld mit "?" betritt muss seine Bewegung unterbrechen und sofort eine entsprechende Ereigniskarte ziehen. Manchmal trifft man auf Händler denen man eine Ware verkaufen kann, wobei der Betrag, den dieser zu zahlen bereit ist, von der Anzahl der bereits vorhandenen Handelsbeziehungen (Handelssäcke) abhängt.
Ein anderes Mal muss man sich mit einem Piraten auseinandersetzen. Entweder man übergibt ihm das Verlangte oder man bekämpft ihn. Unterliegt man, weil das Würfelergebnis plus alle eigenen Kanonen kleiner als die Kanonenzahl des Piraten ist, muss das Schiff zurück zum Startpunkt oder zumindest bis zum nächsten eigenen Hafen.
Die See ist launisch und so können einem auch Wirbelstürme oder Schiffbrüchige begegnen. Letztere zeigen sich für eine Rettung sicherlich erkenntlich und bringen unter Umständen wieder leben in die Kasse.

Auf einem Seefeld mit einem Anker hat man die Möglichkeit seinen Zug zu unterbrechen um die angrenzenden Inselfelder zu erforschen. Die Konkurrenten sollten über das Gesehene im Unklaren gelassen werden, es sei denn man beendet seinen Zug hier und gründet an dieser Stelle eine Kolonie. In diesem Fall werden die Inselplättchen offen zurück- und ein Koloniegebäude darauf gelegt. Das Schiff ist dann natürlich erstmal aus dem Spiel und muss neu gebaut werden.

Sobald man seinen fünften Gunststein eingesetzt hat, ist der Sieg und das Spielende zum Greifen nah. Befindet sich das Dorfzentrum des Spielers, der fünf Gunststeine einsetzen konnte nicht in Aufruhr, gewinnt er sofort das Spiel.
Ein Dorfzentrum gerät immer dann in Aufruhr, wenn die Inselkasse zu sehr geleert wurde. Bei weniger als drei Goldmünzen im Säckel muss das Aufruhrplättchen auf das Dorfzentrum gelegt werden. Dieses verhindert nicht nur unter Umständen den sofortigen Spielsieg sondern es verhindert auch Erträge bei einem Würfelergebnis von sechs oder acht. Ein böser Nachteil wenn man bedenkt, dass diese Zahlen doch neben der 7 die wahrscheinlichsten Würfelergebnisse sind!
Der Aufruhr ist aber meist nicht von Dauer. Sobald die Kasse wieder über mehr als zwei Goldstücke verfügt, ist alles wieder friedlich (und das Spiel ggf. gewonnen).

Anno 1701 ist ein strategisches Aufbauspiel mit Siedler-Elementen bei dem man am erfolgreichsten ist, wenn man langfristig plant. Schnelle Siegpunkte sind zwar auch zu machen, aber diese kann man in den seltensten Fällen behalten, wenn nicht auch die Gesamtstrategie darauf ausgerichtet ist.
Möglicherweise Erfolg versprechende Strategien gibt es zahlreiche. Viele Rohstoffe zu bekommen ist dabei wohl nie schädlich und so ist eine Kolonisierung benachbarter Inseln eigentlich unumgänglich und sollte baldmöglichst in Angriff genommen werden. Rohstoffe sind die Grundlage des Erfolges, ganz gleich ob man diesen in erster Linie auf finanziellem Wege (Spenden), durch Kolonisierungen oder durch Einwohner und Gebäude und deren Vorteile im Bereich Kanonen, Handelssäcke bzw. glückliche Einwohner erringen will.
Eine Partie Anno 1701 ist zugegebener Maßen nicht gerade kurz. 90 bis 120 Minuten gehen schon ins Land, bis der Sieger feststeht, aber während dieser Zeit wird es nie langweilig. Durch das Handeln und die Rohstoffermittlung, den bewährten Siedler-Elementen, ist man fast immer ins Spielgesehen eingebunden.

Vielen stellt sich nun die Frage: "Brauche ich Anno 1701, wenn ich die Siedler von Catan oder Anno 1503 besitze?"
Dazu kann ich anmerken, dass mir Anno 1701 besser als Anno 1503 aber nicht so gut wie die Siedler von Catan gefällt, um das Spiel im direkten Vergleich mal einzustufen. Aber trotz den Siedlern von Catan werde ich auf jeden Fall immer mal wieder zu Anno 1701 greifen! Einige Mechanismen, die Hauptmechanismen, sind gleich und trotzdem wird ein ganz anderes Spielgefühl vermittelt. Mir jedenfalls hat dieses Spiel richtig gut gefallen, wesentlich besser als beispielsweise Kampf um Rom und daher kann ich Siedler-Fans das Spiel auf jeden Fall empfehlen, während Siedler-Gegnern eher abzuraten ist.

Vielen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar!


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