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Im Jahr des Drachen



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 45 bis 100 Minuten


Bewertung (max. 10)

8 Punkte (HOlg)



Verlag

Alea
Alea


Autor

Stefan Feld


Bild



Sonstiges:

In China hat der Drache eine ganz besondere Bedeutung. Nicht nur war der Drache (fast) immer das Symbol des Kaiserhauses, mit ihm werden auch positive Eigenschaften wie energiegeladen, langlebig, zuverlässig, ehrlich, mutig usw. verbunden. Alle 12 Jahre gibt es im chinesischen Horoskop ein Jahr des Drachen, zuletzt im Jahre 2000, und eigentlich sollten dies, bei all dem positiven das in China mit einem Drachen verbunden wird, "gute" Jahre sein.
Auch in der Alea-Neuheit aus Essen 2007 geht es um ein Jahr des Drachen, dass aber überwiegend weniger positive Ereignisse mit sich bringt. Und trotzdem versuchen die bis zu fünf Mitspieler in der Rolle eines chinesischen Provinzfürsten in einem dieser Jahre des Drachen ihren Wohlstand und ihr Ansehen zu mehren.

Über 12 Runden, welche die 12 Monate unseres "Drachenjahres" darstellen, geht ein Partie. Auf einer Zeitleiste ist bereits zu Beginn zu erkennen, was in welchem Monat passiert. Nur sechs verschiedene Ereignisse gibt es insgesamt, aber jedes tritt zweimal ein. Bis auf das Ereignis "Ruhe", welches jeweils immer in den ersten beiden Monaten eintritt und keinerlei Auswirkungen auf das Spiel hat, werden alle Ereignisse zufällig auf der Zeitleiste platziert. Dabei darf keines dieser Ereignisse zweimal hintereinander eintreten. Immer am Ende einer Runde werden die Auswirkungen eines Ereignisses umgesetzt und es zeigt sich, wie gut die Spieler ihre Provinz darauf vorbereitet haben.

Das Jahr beginnen die Spieler mit zwei Palästen von denen jeder zwei Etagen besitzt, also je zwei Angestellte aufgenommen werden können. Außerdem hat jeder ein Startkapital in Höhe von sechs Yuan und einen Drachen in der Spielerfarbe als Symbol seiner Provinz. Die ersten beiden Personen die in jeder Provinz beschäftigt werden suchen sich die Spieler in Spielerreihenfolge (jetzt beginnt noch der Älteste) aus, noch bevor das eigentliche Spiel beginnt. Es gibt insgesamt 9 Personengruppen (Steuereintreiber, Bauern, Handwerker, Feuerwerker, Krieger, Gelehrte, Mönche, Hofdamen und Heiler) wobei bis auf die Hofdamen, die Steuereintreiber und die Handwerker jede Gruppe nochmals in ältere aber erfahrenere bzw. jüngere, unerfahrenere Personen unterteilt ist.

Jede Person hat einen Wert, den sog. Personenwert, und eine Anzahl an Symbolen. Die Anzahl der Symbole gibt Aufschluss über deren Effektivität, welche mit zunehmenden Alter und der damit wohl verbundenen Berufserfahrung zunimmt. Gleichzeitig nimmt der Personenwert allerdings ab. Wählt ein Spieler also eine Person aus, die er in einem seiner Paläste beschäftigen will, so muss er sich nicht nur bezüglich der Berufsgruppe entscheiden, sondern auch bezüglich der Erfahrung.
Nun könnte man meinen diese Entscheidung wäre einfach. Je effektiver je besser. Was grundsätzlich richtig sein mag ist aber in diesem Spiel nicht immer das allein glücklich machende. Auch der Personenwert kann (und wird ab und an) ein Entscheidungskriterium sein, denn dieser hat Einfluss auf die Spielerreihenfolge.
Auf einer Personenleiste wird der Markierungsstein eines Spielers bei jeder Neueinstellung einer Person um deren Personenwert vorangerückt und die Spielerreihenfolge ergibt sich aus der Platzierung der Spieler auf dieser Leiste. Je weiter man vorne ist, desto eher ist man dran und dass kann schon das eine oder andere Mal von Bedeutung sein, wie wir noch sehen werden.

Bei den ersten beiden Personen die man in seinen Palast holt muss man sich aber nur bezüglich der Berufe entscheiden, denn es dürfen nur die jüngeren Personen gewählt werden. Des Weiteren muss darauf geachtet werden, dass kein Spieler die gleiche Kombination von Personen auswählt, d.h. hat ein Spieler bereits einen Krieger und einen Heiler genommen, darf dies kein anderer Spieler mehr in genau dieser Kombination. Einen Heiler und beispielsweise eine Hofdame oder einen Krieger mit jeder anderen Person außer einem Heiler kombiniert darf man schon auswählen, wenn diese Kombination noch kein anderer gewählt hat.
Sind die ersten beiden Jobs vergeben, werden die Personenplättchen unterhalb eines Palastes oder beider Paläste gelegt und die Personenwerte auf die Personenleiste übertragen.

Jetzt beginnt das eigentliche Spiel und die Spieler kommen während jeder Phase einer Runde gemäß der Reihenfolge auf der Personenleiste an die Reihe. Sollten zwei Personen die gleich Position auf der Personenleiste innehaben, so hat der Spieler Vorrang, dessen Spielstein oben auf liegt, also später auf dieses Feld der Leiste gezogen wurde.

Als erstes steht die Aktionsphase an. Die sieben Aktionskarten werden gemischt und es werden so viele Stapel mit möglichst gleich vielen Karten gebildet und offen in die Mitte des Spielplans gelegt, wie Mitspieler teilnehmen. Beginnend mit dem Startspieler wählt jeder Spieler nun einen dieser Stapel und daraus eine der Aktionskarten und führt die entsprechende Aktion aus. Alle folgenden Spieler dürfen zwar den gleichen Kartenstapel (ja sogar die gleiche Aktionskarte) wählen, müssen aber dann drei Juan zahlen.
Insbesondere in dieser Phase mag der eine oder andere sich über seine bisherige Angestelltenauswahl ärgern, wenn er seine Wunschaktion nicht ausführen kann, weil er zu spät an die Reihe kommt und über zu wenig Geld verfügt um bereits gewählte Aktionskartenstapel wählen zu können. Da nützen die fähigsten Gefolgsleute nichts, wenn man nicht die Aktion auswählen kann um sie zum Nutzen der Provinz arbeiten zu lassen.

Die Aktion Steuer bringt einem Spieler 2 Yuan und zusätzlich für jedes Geldsymbol auf einem Mitarbeiter in den eigenen Palästen, also den Steuereintreibern, einen weiteren Yuan. Die Bauaktion bringt entsprechend der Hammersymbole auf Aktions- und Personenkarten neue Palastteile mit denen sich bestehende Paläste auf bis zu drei Stockwerke vergrößern und/oder neue Paläste beginnen lassen. Die Ernteaktion beschert einen Getreideplättchen entsprechend der Symbolzahlen, die Aktion Feuerwerk Feuerwerksraketen, die Aktion Studium Siegpunkte auf der Siegpunktleiste und die Heerschau Punkte auf der Personenleiste.
Schließlich gibt es noch die Aktion Privileg welche es erlaubt ein kleines oder großes Privileg zu erwerben, je nachdem was der Geldbeutel zulässt. Diese Privilegien sind zwar teuer, liefern aber regelmäßig zum Ende einer jeden Runde eine bzw. zwei Siegpunkte.

Wer keine Aktion ausführen will, der darf stattdessen als Entschädigung für seinen Verzicht seinen Geldvorrat auf drei Yuan auffüllen.

Nach der Aktionsphase dürfen neue Personen eingestellt werden. Je einen Satz aus 11 Personenkarten in dem jede Person einmal vorkommt und zwei Jokerkarten enthalten sind hat ein Spieler zur Verfügung. In jeder außer der letzten Runde wird also pro Spieler eine Personenkarte ausgespielt und das entsprechende - oder im Falle eines Jokers ein beliebiges - Personenplättchen genommen.
Dieses muss in einem Palast untergebracht werden. Sollte kein Platz mehr vorhanden sein muss entweder ein Angestellter entlassen, also aus dem Spiel genommen werden, oder die neue Person kann nicht eingestellt werden und wird aus dem Spiel genommen. Wird die neue Person untergebracht und damit eingestellt, verbessert sich die Position auf der Personenleiste entsprechend.
Die Auswahl der Personen ist eine der entscheidensten Spielphasen. Hier wird oft auch gleich festgelegt, welche Aktionen in der Aktionsphase sinnvoll sind und damit höchstwahrscheinlich gewählt werden. In jedem Fall aber ist bei der Auswahl auf die, nicht nur unmittelbar, bevorstehenden Ereignisse zu achten!

Die Ereignisphase schließt sich gleich an die Personenauswahl an. Die ersten beiden Runden (Monate) findet das Ereignis "Ruhe" statt, es kommt zu keinerlei Auswirkungen. Diese Zeit sollte zur Vorbereitung auf die dann anstehenden Ereignisse genutzt werden. Das Ereignis "Kaisertribut" kostet jeden Mitspieler 4 Yuan, bei einer "Dürre" sollte man für jeden eigenen Palast einen Reissack besitzen, beim "Mongolensturm" über möglichst viele Helmsymbole auf den Beschäftigten verfügen, bei "Krankheit" über ausreichend Heiler und beim "Drachenfest" über möglichst viele Raketen verfügen.
Wer sich nicht ausreichend auf die Ereignisse vorbereitet hat, also beispielsweise keine 4 Yuan Tribut bezahlen kann oder zu wenige Heiler beschäftigt, muss Personal entlassen und zwar in dem Umfang, in dem er die Bedingungen des Ereignisses nicht erfüllt. Wer also nur 2 Yuan Tribut bezahlt, muss zwei Beschäftigte aus seinen Diensten entlassen und aus seinen Palästen entfernen.
Die Ereignisse Mongolensturm und Drachenfest bringen Siegpunkte. Greifen die Mongolen an, erhält man für jedes Helmsymbol auf seinen Beschäftigten einen Siegpunkt. Wer die wenigsten Helme vorweisen kann, verliert eine seiner Personen. Beim Drachenfest erhält der Spieler mit den meisten Raketen sechs Siegpunkte, der mit den zweitmeisten Raketen drei Siegpunkte und alle anderen gehen leer aus. Wer hier Siegpunkte erhält, muss die aufgerundete Hälfte seiner Raketen abgegeben.

Zusätzlich zu dem Ereignis wird in jeder Ereignisphase auch der Verfall von Palästen überprüft und ggf. durchgeführt. Jeder Palast, in dem nicht mindestens eine Person untergebracht ist, verliert eine Etage und verschwindet schlimmstenfalls vollständig. Muss man also Personen abgeben, was an sich schon schlimm genug ist, muss man auch noch darauf achten möglichst Personen die man nicht mehr oder wenigstens nicht so dringend benötigt entlässt und zusätzlich darauf, dass möglichst alle Paläste trotzdem besetzt bleiben, denn sonst gehen einem unter Umständen Siegpunkte für die Paläste durch die Lappen.

In der letzten Phase einer Runde kommt es dann zu einer Wertung. Jeder Palast bringt seinem Besitzer unabhängig von seiner Höhe einen Siegpunkt genauso wie jeder Drache auf den Fächern von Hofdamen. Schließlich schlagen noch die evtl. erworbenen Privilegien zu Buche und der nächste Monat mit einer neuen Herausforderung und Wertung am Ende steht an.

Nach Runde zwölf endet das Spiel. Jede noch in Palästen vorhandene Person bringt seinem Arbeitgeber zwei Siegpunkte. Jetzt zahlt es sich auch aus, wenn man die an sich etwas nutzlos wirkenden Mönche in seinen Reihen hat, am besten in möglichst großen Palästen. Jeder Mönch bringt so viele Punkte wie die Multiplikation seiner Buddha-Symbole mit der Anzahl der Etagen des Palastes in dem er untergebracht ist ergibt. Zwar kann jeder Palast maximal drei Etagen besitzen und jeder Mönch höchstens zwei Buddha-Symbole, aber zwei Mönche mit je zwei Buddhas in einem Palast mit drei Etagen können die Siegpunktleiste am Ende noch ganz schön durcheinanderwirbeln.
Schließlich werden noch alle vorhandenen Plättchen (Reissäcke, Raketen usw.) für je zwei Yuan verkauft und anschließend je drei Yuan in einen weiteren Siegpunkt umgewandelt. Wer sich danach auf der Siegpunktleiste am weitesten vorne befindet hat das Jahr des Drachen am besten gemeistert und gewinnt.

Die größten Gewinnchancen im Jahr des Drachen hat, wer über gute Fähigkeiten im Krisenmanagement besitzt. Es "brennt" an allen Ecken, überall besteht Handlungsbedarf und man kann nur viel zu wenig dagegen tun. Die in jeder Partie wechselnde Reihenfolge der Ereignisse macht es notwendig immer wieder neue strategische Überlegungen anzustellen. Eine Strategie, die in einem Spiel wunderbar funktioniert hat, kann schon im nächsten Spiel völlig versagen.

Kommen die Krankheiten beispielsweise relativ spät im Spiel, verlieren sie möglicherweise immer mehr an Schrecken, da man dann schon "entbehrliche" Personen in seinen Palästen hat und eine Entlassung dieser Personen sich "nur" auf noch bezüglich der zwei fehlenden Siegpunkte bei Spielende auswirkt. Auf Feuerwerker beispielsweise kann spätestens nach dem zweiten Drachenfest relativ leicht verzichtet werden, oder auf Bauern nach der zweiten Dürre oder auf Krieger nach zwei Mongolenanstürmen und es gilt zu überlegen, ob die beiden Siegpunkte, welche diese Personen am Ende noch einbringen, den Aufwand sie nicht entlassen zu müssen rechtfertigen.
Kommen die Ereignis "Tribut" recht früh im Spiel, ist es natürlich gut zu überlegen, ob man sein Geld in den ersten Runden für Privilegien ausgibt, auch wenn diese natürlich am meisten Punkte einbringen, wenn sie möglichst bald gekauft werden. Auch Hofdamen zahlen sich am meisten aus, je früher man sie in sein Paläste einquartiert. Doch wiegt der regelmäßige Siegpunkt in jeder Runde den Verlust auf, den man dadurch erleidet, dass man wegen der/den Hofdame(n) auf andere Angestellte verzichten muss und damit auf einige Ereignisse einfach weniger gut vorbereitet ist?

Für solche Überlegungen gibt es aufgrund der vielfältigen Spielsituationen die sich ergeben können einfach keine allgemeingültigen Regeln. Das sorgt auch nach einigen Runden Spielerfahrung immer wieder für spannende Spiele und damit für einen hohen Wiederspielreiz.

Das Spielmaterial ist funktional, die Spielregel auf gewohnt hohem Niveau. Es wird ein schneller Einstieg ins Spiel ermöglicht. Aus meiner Sicht ist "Im Jahr des Drachen" ein Highlight der Essener Spielemesse 2007.

Vielen Dank an Alea für das Rezensionsexemplar!


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