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Eketorp



Anzahl Spieler

Für 3 bis 6 Spieler
ab 8 Jahre


Spieldauer

Ca. 45 bis 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Queen Games
Queen Games


Autor

Dirk Henn


Bild



Sonstiges:

Das Jahr 2007 war das Jahr der Wikinger. Bereits zum dritten Mal sind diese kriegerischen, zur See fahrenden germanischen Völker des Nord- und Ostseeraumes und deren Lebensweise Thema eines Brettspiels. Nach Hans im Glück und Pro Ludo hat nun auch Queen Games ein Wikinger-Spiel in seinem Programm. Namensgeber ist eine Burganlage aus der frühwinkingerzeit, ca. 400 n.Chr., mit dem Namen Eketorp. Sie befindet sich auf der Ostseeinsel Öland. Dieser Burgname bietet sich für das Spiel perfekt an, schließlich geht es um Wikingerburgen und deren Errichtung.

Abhängig von der Mitspielerzahl hat jeder eine gewisse Anzahl an Wikinger und einen Bauplatz zur Verfügung. Dort muss eine Burg errichtet werden und die dafür benötigten Baumaterialien gibt es auf nicht weit entfernten Baustofffeldern. Jede Runde wird durch eine Materialkarte zunächst festgelegt, auf welchen Baustofffeldern wieviele Baumaterialien in dieser Runde vorhanden sind bzw. dazukommen.
Als Baustoff kann Grass, Holz, Lehm oder/und Stein verwendet werden, wobei Grass wesentlich leichter zu bekommen ist als beispielsweise Stein. Daher bringen die verbauten Materialien bei Spielende auch unterschiedlich viele Siegpunkte und sind während des Spiels entsprechend begehrt. Jeder Grassbaustein bringt einen Siegpunkt, Holz zwei, Lehm drei und Stein vier Siegpunkte.

Nachdem die Baumaterialien der Materialkarte verteilt wurden planen die Spieler geheim hinter ihrem Sichtschirm die Aktionen ihrer Wikinger. Es sollen möglichst viele und möglichst wertvolle Baumaterialien beschafft werden. Hinter dem Sichtschirm hat jeder Spieler ein Tabelau auf dem alle Bereiche, in denen die Wikinger aktiv werden können, zu sehen sind. Das sind zum einen natürlich die Baustofffelder, auf denen beliebig viele Wikinger eingesetzt werden können, aber auch die eigene Burg und drei unterschiedliche Bereiche für die Burgen der Mitspieler sind vorhanden.

Baustoffe lassen sich nämlich nicht nur auf den passenden Baustofffeldern beschaffen, man kann sie auch aus den Burgen der Mitspieler stehlen. Jede Burg kann von drei Seiten angegriffen bzw. belagert werden was durch die drei Belagerungsfelder auf den Tabelaus dargestellt wird. Auf jedem Belagerungsfeld einer jeden Burg darf max. ein Wikinger eingesetzt werden.
Auf dem Feld das die eigene Burg darstellt können beliebig viele Wikinger eingesetzt werden. Dort sind zwar keine Baumaterialien zu holen, aber je nach Baufortschritt und Wert der bisher verbauten Materialien macht es Sinn, die eigene Burg nicht unbewacht zurückzulassen. Früher oder später wird man wohl oder übel mit einer Belagerung durch die lieben Mitspieler konfrontiert.

Hat jeder Spieler seine zur Verfügung stehenden Wikinger auf dem Tabelau verteilt wird der Sichtschirm entfernt und die Figuren entsprechend auf dem Spielplan eingesetzt. Jetzt zeigt sich, ob man die eigene Burg doch hätte verteidigen sollen, ob die Baumaterialien auf den einzelnen Feldern für alle Wikinger ausreichen oder ob es zusätzlich zu den evtl. vorhandenen Belagerungen auch auf dem Baustofffeldern zum Kampf kommt.

Befinden sich auf einem Baustofffeld mindestens soviele Baumaterialien wie Wikingerfiguren eingesetzt wurden so nimmt sich jeder Wikinger einen der Baustoffe und alle ziehen friedlich ihrer Wege. Reichen die Materialien allerdings nicht aus, kommt es zum Kampf, genauso wie auf den Belagerungsfeldern der Burgen, falls mehrere Spieler die gleiche Burg auf demselben Feld belagern wollen. Nur wenn die Wikinger zum selben Clan gehören kommt es nicht zum Streit um die Baustoffe. Wenn also beispielsweise zwei rote Wikinger auf einem Baustofffeld mit nur einem Baustoff stehen, zieht einfach einer von beiden unverrichteter Dinge ab (zurück hinter den Sichtschirm).

Der jede Runde wechselnde Startspieler wählt den ersten Kampf an dem er selbst bzw. eine seiner Wikingerfiguren beteiligt ist aus. Falls er selbst keine Kämpfe auszutragen hat, wählt der in Sitzreihenfolge nächste Spieler, der Kämpfe auszutragen hat, den ersten Konflikt aus. Alle Kämpfe werden mittels Kampfkarten entschieden, von denen jeder Anfangs vier auf die Hand erhält. Die beiden Kontrahenten spielen verdeckt eine ihrer Karten aus und decken gleichzeitig auf. Die Karte mit dem höheren Kampfwert gewinnt und darf auf dem Baustofffeld bleiben während der unterlegene Wikinger das Feld räumen und ins Lazarett muss.
Der Lazarettbereich besteht aus vier Feldern und am Ende jeder Runde werden alle Wikinger um ein Feld weiter in Richtung Ausgang gezogen bzw. an die Spieler zurückgegeben wenn sie auf dem letzten Lazarettfeld standen. Auf welchem Lazarettfeld ein unterlegener Wikinger nach einem Kampf landet ergibt sich aus der Differnz der während des Kampfes ausgespielten Kampfkarten. Je größer die Differenz, desto weiter entfernt vom Ausgang wird sich der Verlierer wiederfinden, also entsprechend viele Runden für weitere Einsätze nicht zur Verfügung stehen.

Sollte ein Kampf unentschieden enden, also beide Kampfkarten gleich hoch sein, müssen beide Wikinger das Feld räumen, sind aber nur leicht verletzt und landen auf dem zweiten Lazarettfeld unmittelbar hinter dem Ausgang. Sie stehen also schon in der übernächsten Runde wieder zur Verfügung. Die ausgespielten Kampfkarten landen auf den Ablagestapeln der beiden Spieler neben ihren Burgen, wobei jeder die Karte des Kontrahenten erhält.
Sobald ein Spieler seine letzte Kampfkarte eingesetzt hat, kommen die vier Karten des Ablagestapels neben der eigenen Burg auf die Hand und können/müssen bei künftigen Kämpfen eingesetzt werden. Wer also zunächst sehr starke Kampfkarten hatte und viele Kämpfe gewinnen konnte, muss nun mit den schlechteren Karten seiner unterlegenen Gegner weitermachen.

Ist die Kampfkartenhand einmal gar zu schlecht, können unmittelbar vor einem Kampf bis zu fünf Amulette eingesetzt werden, um entsprechend viele Kampfkarten auf der Hand abzuwerfen und durch neue vom Nachziehstapel zu ersetzen. Doch deren Einsatz will gut überlegt sein. Bei einem Kartentausch müssen immer alle Karten getauscht werden und für jede Karte ist ein Amulett abzugeben. Wer also vier Karten tauscht, verliert auch vier Amulette. Das schränkt nicht nur seine Tauschmöglichkeiten für das restliche Spiel ein, es bedeutet auch den Verlust von Siegpunkten, denn bei Spielende zählt jedes übrigbehaltene Amulett einen Siegpunkt.

Befinden sich nach einem Kampf höchstens so viele Wikinger auf einem Baustofffeld wie dort Baumaterialien vorhanden sind, gibt es dort keine weiteren Kämpfe mehr. Jeder verbliebene Wikinger zieht mit einem der Baustoffe ab.

Haben sich mehrere Spieler für ein und dasselbe Belagerungsfeld des gleichen Mitspielers entschieden, so kämpfen diese Spieler zunächst darum wer die Burg auf diesem Feld belagern darf. Auf jedem Belagerungsfeld darf nur eine Wikingerfigur stehen, bevor die Belagerungskämpfe ausgetragen werden. Ist bei einem Belagerungsgefecht der Verteidiger siegreich muss der Verlierer wie gewohnt ins Lazarett und es geschieht nichts weiter. Im umgekehrten Fall kann es sein, dass der Belagerer bereits verbaute Materialsteine stehlen darf. Die Steine dürfen nur von oben weggenommen werden und insgesamt nicht mehr "wert" sein wie die Differenz der Kampfkarten hoch war.
Bei einer Kampfkartendifferenz von zwei beispielsweise darf der erfolgreiche Belagerer also entweder zwei grüne (Grass, Wert 1) Materialsteine stehlen, oder einen Braunen (Holz, Wert 2).

Sollte es einmal zu einer Belagerung kommen ohne dass es Verteidiger in der Burg gibt, müssen trotzdem beide Seiten Kampfkarten ausspielen, wobei die Karte des Verteidigers als null gewertet wird.

Nach einem Kampf entscheidet der in der Reihenfolge nächste Spieler, der an einem Kampf beteiligt ist, welcher seiner Kämpfe als nächstes ausgetragen wird und sobald alle Konflikte aufgelöst und die Baumaterialien verteilt sind, werden die frisch beschafften Baumaterialien in den Burgen verbaut. Beim Bau ist nicht viel zu beachten. Es dürfen auf jedem Feld der Burg maximal drei Baumaterialien aufeinander gestapelt werden.

Sobald alle Baumaterialien verbaut wurden, werden auf dem Baustofffeldern verbliebene Grass- und Holzbausteine vom Spielplan entfernt (Lehm und Steine bleiben liegen) und zurück in den allgemeinen Vorrat gelegt. Der Spieler links vom Startspieler wird der neue Startspieler, erhält den Stapel mit Materialkarten und deckt die nächste für die kommende Runde auf.

Das Spiel endet, sobald ein Spieler alle Felder seiner Burg mit drei Baumaterialien gefüllt und damit seine Burg fertiggestellt hat oder zehn Runden gespielt wurden. Die Spieler erhalten für alle ihre Baumaterialien Siegpunkte, einen Siegpunkt für jedes Amulett und fünf Siegpunkte sollte die eigene Burg vollendet sein, also aus 18 Bausteinen bestehen.

Die allererste Runde kann schon mal etwas seltsam verlaufen, wenn die meisten Mitspieler das Spiel noch nicht kennen. Die Einsetzmöglichkeiten sind relativ gering (Belagerungen und die Verteidigung der eigenen Burg machen noch keinen Sinn) und jeder hat alle seine Wikinger zur Verfügung - das Lazarett ist noch leer.
Das führt unweigerlich zu zahlreichen Gefechten, wenn alle Spieler alle Wikinger einsetzen und wer das Spiel noch nicht kennt würde sich auch fragen, warum er nicht alle Wikinger einsetzen sollte! Und daher haben natürlich alle genau das in unserer ersten Runde gemacht. Nicht nur dass sich diese Runde bei all den Gefechten zieht, es gibt auch zahlreiche verletzte Wikinger die im Lazaret landen und in den folgenden Runden nicht zur Verfügung stehen. Es hätte durchaus Sinn gemacht weniger Wikinger einzusetzten und diese für die kommende Runde aufzusparen.
In unserem Extremfall wäre es sogar sinnvoll gewesen keinen Wikinger in der ersten Runde einzusetzen. In der zweiten Runde hatten sehr viele Mitspieler sehr wenige (zwei sogar gar keinen) Wikinger zur Verfügung. Da hätte man in der zweiten Runde ohne größere Kämpfe (und Verluste) an viele Rohstoffe kommen können!

Runde zwei war also aufgrund der wenigen Wikinger schnell erledigt und so langsam wurde allen klar, wie der Hase läuft. Vieles hängt davon ab, wie man seine Mitspieler einschätzen kann. Wer geht auf die spärlich vorhandenen Steine, die mehr Siegpunkte bringen als die anderen Baustoffe? Oder denken alle, dass die anderen sich um die Steine schlagen und keiner setzt dort Wikinger ein?
Der Führende muss auch immer mit einer Belagerung rechnen doch ich habe auch schon erlebt, dass jeder dachte die anderen würden...und schließlich hat keiner die Burg des Führenden belagert, der sich trotzdem "geärgert" hat, hat er doch zahlreiche Wikinger zur Verteidigung in der Burg zurückgelassen, die eine Runde tatenlos rumlungerten.

Eketorp ist spannend, keine Frage, doch der Mix aus Bluff, Eingehen von Risiken und Einschätzen von Mitspielern muss einem auch zusagen um Freude an diesem Spiel zu haben. Mir jedenfalls hat es recht gut gefallen und ich kann jedem der sich nach Lesen dieses Textes noch nicht schlüssig ist, ob er mit Eketorp etwas anfangen kann, nur zu einer Testrunde raten.

Vielen Dank an Queen Games für das Rezensionsexemplar!


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