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Beowulf



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

5 Punkte (HOlg)



Verlag

Kosmos
Kosmos


Autor

Reiner Knizia
Reiner Knizia


Bild



Sonstiges:

Mit Beowulf hat Autor Reiner Knizia eines der bedeutensten literarischen Werke Englands zum Thema und Namensgeber seiner Kosmosneuheit des Jahres 2005 gemacht. 2 - 5 Spieler begleiten den Helden Beowulf durch 36 Episoden seines ereignisreichen Lebens und stehen diesem mit Rat und Tat in Form von Karten und Gold zur Seite. Alle haben dabei das Bestreben sich als würdig genug zu erweisen Beowulfs Nachfolger zu werden.

Material und Ausstattung sind in gewohnter "Komosqualität". Der Spielplan hat mit seiner L-Form ein ungewöhnliches Format, wer weiß, vielleicht wurde da schon Platz für die in diesen Zeiten sehr beliebten und häufigen Erweiterungen gelassen ;-)
Im übrigen besteht das weitere Spielmaterial abgesehen von der Beowulf-Figur und den Spielkarten in ersten Linie aus Pappmarkern welche einmal die Spielerreihenfolge nach einer Hauptepisode bestimmen und im übrigen Schätze, Ruhmespunkte und Verwundungen unterschiedlichen Ausmaßes darstellen.

Die einzelnen Episoden sind in drei Kategorien unterteilt, den Schatz-, Zwischen- und den Hauptepisoden. Für die ersten Runden und einen leichteren Einstieg empfiehlt die Spielregel die Schatzepisoden wegzulassen, wodurch sich natürlich die Spieldauer verkürzt und das Spiel minimal vereinfacht wird, aber auch ein taktisches Element entfällt. Meine Empfehlung lautet daher die Einsteigerregeln zu vergessen und gleich mit den kompletten Regeln zu spielen. Komplizierter wird das Spiel dadurch auch nicht wirklich, nur etwas länger aber dafür hat man immerhin eine Möglichkeit mehr, den Spielverlauf zu seinen Gunsten zu beeinflussen.

Die Zwischenepisoden dienen in erster Linie dazu, die Spieler auf die Hauptepisoden vorzubereiten bzw. die negativen Auswirkungen vorangegangener Hauptepisoden zu lindern, wobei auch hier das eine oder andere für die Endabrechnung wichtige Ruhmesplättchen ergattert werden kann. Es darf die Kartenhand ergänzt und Wunden geheilt werden, teilweise unter Einsatz von Gold oder Ruhmesplättchen manchmal auch ohne etwas abgeben zu müssen. In einigen Fällen muss das Risiko eingegangen werden sich einen Kratzer einzufangen, wenn einem das Glück nicht hold ist. Diese Aktionen sind freiwillig und jeder muss entscheiden, ob und inwieweit er Nutzen aus ihnen ziehen kann. Die meisten der Zwischenepisoden sind von Vorteil, so dass sich die Frage, ob man sie nutzt garnicht stellt sondern lediglich die Frage welchen Vorteil man nutzen will. Jedenfalls kann keiner mit der Startkartenhand, die aus einer Kampfkarte, einer Beowulfkarte und vier weiteren, zufällig gezogenen Karten besteht, weit kommen.

Letztlich spielentscheidend sind die Hauptepisoden. Hier werden soviele Aktionen vergeben, wie Spieler teilnehmen und nicht immer sind alle Aktionen auch von Vorteil. Wer sich aber zuerst eine der Aktionen aussuchen darf, wird durch eine Versteigerung ermittelt. Jeder Hauptepisode ist immer mindestens ein Symbol zugeordnet, von denen es fünf verschiedene im Spiel gibt und die sich auf den Aktionskarten in unterschiedlicher Zahl wiederfinden. Die Streitaxt steht für den Kampf, das Segelschiff für das Reisen, der Fuchs für Klugheit und das Horn für Freundschaft. Karten mit einem Helm nennen sich Beowulfkarten und können als Joker für jeder der vorgenannten Bereiche verwendet werden. Das oder die Symbole, die einer Hauptepisode zugeordnet sind, geben vor, welche Karten für diese Versteigerung eingesetzt werden können.

Bei manchen Hauptepisoden geben alle Spieler gleichzeitig und verdeckt ihr Kartengebot ab, bei anderen wird reihum, beginnend mit dem Startspieler, ein Gebot abgegeben, erhöht oder gepasst. Bei den Erstgenannten Hauptepisoden darf auch geblufft werden, indem man Karten mit nicht passenden Symbolen einsetzt. Diese bekommt man zurück auf die Hand, sie dienen lediglich der Einschüchterung der Mitspieler. Bei den Letztgenannten muss ein Spieler entweder mindestens eine passende Karte ausspielen und damit das Vorgebot zumindest erreichen. Kann oder will er das nicht, besteht auch die Möglichkeit ein Risiko einzugehen, um dabeizubleiben. Es wird genauso verfahren wie bei den Risko-Zwischenepisoden, es werden zwei Karten vom verdeckten Stapel aufgedeckt. Paßt zumindest ein Symbol, hat man zumindest schon mal die Bedingung erfüllt, dass ein Karte ausgespielt werden muss. Wird dann auch noch das vorangegangene Gebot, ggf. durch zusätzlichen Einsatz von Handkarten, erreicht, hat man ein gültiges Gebot abgegeben und bleibt dabei. Zeigt keine der beiden Karten ein passendes Symbol, ist man raus und erhalt einen Kratzer. Kein Risiko ohne Gefahr. Doch ein solches Risiko muss man nicht eingehen, man kann auch einfach nur aussteigen und erhält dann selbstverständlich keinen Kratzer.
Wie auch immer, wer aus einer Versteigerung aussteigt, nimmt sich das Reihenfolgeplättchen mit der höchsten Ziffer darauf. Am Ende einer solchen Versteigerung, egal ob die Gebote gleichzeitig oder reihum abgegeben werden, hat jeder Spieler immer ein Reihenfolgeplättchen und gemäß der Ziffer auf diesen Plättchen dürfen die Spieler nun aus den bei dieser Episode zur Verfügung stehenden Aktionen auswählen. Es werden Ruhmespunkte, Spezialkarten und Gold vergeben, man kann unter Umständen Wunden oder Kratzer heilen und manchmal bekommt man auch eine Verwundung oder gar negative Ruhmespunkte. Zusätzlich wird der Spieler, der zuerst auswählen darf auch Startspieler.
Klar ist, dass es immer von Vorteil ist als Erster wählen zu dürfen. Man kann die Aktion nach seinen derzeitigen Bedürfnissen (man sollte hier schon immer mal einen Blick auf die nächsten Hauptepisoden werfen!) auswählen und stellt sicher, dass man keine negative Aktion wählen muss. Genauso klar ist, dass selbiges nicht immer leicht und schon garnicht immer zu verwirklichen ist. Man muss also abschätzen können, wie stark die Konkurrenten bei einer Versteigerung wohl sind und ab welchem Gebot es sinnvoll ist auch mal später auszuwählen. Ein guter Bluff kann da schon mal einen Kartenvorsprung in einer der folgenden Episoden bedeuten. Auch manche der Spezialkarten lassen sich kombinieren und sind richtig stark.

Die Schatzepisoden unterscheiden sich hinsichtlich der Hauptepisoden lediglich dadurch, dass die Gebote nicht mit Karten sondern mit Goldplättchen abgegeben werden und dass es nicht mehrere Aktionen gibt sondern nur der Höchstbietende in den Genuss der hier angebotenen Vorteile kommt. Auch werden bei diesen Episoden die Gebote immer reihum abgegeben. Einzige Ausnahme ist die letzte Schatzepisode. Hier wird alles Gold ein letztes Mal im Rahmen einer Versteigerung in Ruhm umgewandelt.

Sobald eine Episode beendet ist, d.h. die Versteigerung abgeschlossen bzw. jeder die Gelegenheit hatte die Zwischenepisode zu nutzen, wird die Beowulf-Figur auf die nächste Episode der Leiste gestellt.

Die schon desöfteren erwähnten Kratzer und Wunden entfalten ihre negative Wirkung erst bei Spielende, wenn jeder seine Ruhmespunkte zusammenzählt. Jetzt muss jeder Spieler, der drei oder mehr Wunden erhalten hat, pro Wunde fünf Ruhmespunkte in Abzug bringen. Das fast schon sichere "Aus" im Rennen um die Nachfolge Beowulfs, denn das wird nur derjenige, der am Ende die meisten Ruhmespunkte vorweisen kann.

Beowulf ist ein lupenreines Versteigerungsspiel. Alle Hauptepisoden sind Versteigerungen, alle Zwischenepisoden dienen letztendlich dazu sich die für die Versteigerungen benötigten Einsätze zu besorgen oder Wunden zu heilen oder direkt ein paar Ruhmespunkte einzuheimsen. Das Thema wirkt und ist "aufgesetzt" und wäre nahezu beliebig austauschbar. Letztlich wäre es egal, ob eine Beowulf-Figur, ein Händlerspielstein oder was weiß ich von einem Versteigerungsfeld auf das Nächste gezogen wird und ob die Karten mit denen geboten wird Symbole aus dem Fantasybereich oder irgendeinem Anderen zeigen.
Mir allerdings gefällt die gewählte Thematik sehr gut und sie wurde von John Howe, wie von den Herr der Ringe Spielen aus dem Hause Kosmos gewohnt, wieder optisch stimmungsvoll umgesetzt. Wer Fantasythemen und Versteigerungsspiele mag, der kommt mit Beowulf so richtig auf seine Kosten und kann bedenkenlos zugreifen. Wer allerdings mit Versteigerungen nicht viel anfangen kann ist möglicherweise enttäuscht und kommt zum Schluss, dass das Spiel nicht hält, was der Titel verspricht.

Vielen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar!


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