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Keltis



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 Minuten


Bewertung (max. 10)

6 Punkte (HOlg)



Verlag

Kosmos
Kosmos


Autor

Reiner Knizia
Reiner Knizia


Bild



Sonstiges:

Abstrakte Spiele sind ja immer öfter immer weniger mein Fall. Es gibt immer mehr (sehr) gute Spiele mit stimmigem Thema und das ist mir einfach lieber. Aber nicht selten sind abstrakte Spiele in spielerischer Hinsicht recht gut, und das mit noch größerer Wahrscheinlichkeit, wenn der Autor Reiner Knizia heißt. Dazu kommt, dass Keltis als "Lost Cities für mehr als zwei Spieler" bezeichnet wird, also mit einem Spiel in Zusammenhang gebracht wird, das ich zwar selbst nicht kenne, sich aber über 200.000 mal verkauft hat und damit ja nicht wirklich schlecht sein kann! Meist sind abstrakte Spiele auch vom Regel- und Zeitaufwand sehr gemäßigt so dass man also alles in allem um einen Blick auf Keltis eigentlich gar nicht herum kommt.

Der in grün gehaltene Spielplan zeigt fünf Steinpfade die sternförmig von einem größeren Stein, dem Startfeld, ausgehen. Vier kleine und eine größere Spielfigur in jeder Spielerfarbe werden anfangs dort platziert. Einige Steine dieser Pfade sind etwas dunkler, auf ihnen wird vor Spielbeginn je ein zunächst verdecktes Wegeplättchen gelegt, welche nach der Auslage aller Plättchen umgedreht werden. Liegt dann noch für jeden Spieler ein Wertungsstein auf dem Startfeld der Zählleiste, die wie so oft am Rand des Spielplans entlang um diesen herum führt, kann es auch schon los gehen.

Jeder Steinpfad ist neun Steine lang und Siegpunkte gibt es am Ende entsprechend der erreichten Positionen auf den einzelnen Steinpfaden. Während die ersten drei Felder jedes Pfades noch mit Minuspunkten zu Buche schlagen (-4, -3 und -2) ist mit dem Erreichen des vierten Steines eines jeden Pfades die positive Punktezone erreicht. Die Punkte steigen dann langsam aber sicher beginnend mit 1 Siegpunkt bis auf 10 Siegpunkte für das Erreichen des letzten Steines eines Weges an.

Für das Vorankommen auf den Pfaden müssen Zahlenkarten in verschiedenen Farben ausgespielt werden, von denen jeder anfangs acht auf die Hand bekommt. Wer an der Reihe ist, muss zunächst eine Karte ausspielen und anschließend eine nachziehen.
Die ausgespielte Karte wird entweder ungenutzt offen neben dem Spielplan oder für das Vorankommen einer Spielfigur direkt vor dem Mitspieler abgelegt. Für jede Farbe wird eine neue Ablagereihe begonnen und der Spielstein auf dem Steinpfad mit den Symbolen der entsprechenden Farbe um ein Feld/Stein weiter bewegt. Ungenutzt abgelegte Karten werden nach Farben sortiert neben dem Spielplan gestapelt, so dass immer die zuletzt abgelegte Karte offen oben auf dem Stapel liegt. Beim Einsatz der Karten sollte und muss auf die Zahlenwerte geachtet werden, denn meist ab der zweiten Karte in einer Farbe muss man sich entscheiden, ob diese Zahlenreihe auf- oder absteigend verlaufen wird. Wer beispielsweise zunächst eine rote 5 ausspielt, der legt mit einer zweiten gespielten roten 7 fest, dass diese Ablagereihe aufsteigend verläuft. Ab sofort dürfen in dieser Reihe dann nur noch Karten abgelegt werden, deren Wert der letzten Karte entspricht oder höher ist.
Ist die zweite Karte hingegen eine rote 4, ist die Reihe absteigend und alle weiteren Karten dürften maximal den Wert der niedrigsten Karte dieser Reihe haben.

Optimal wäre es also eine Reihe mit der höchsten (10) bzw. niedrigsten (0) Karte zu beginnen, denn dann können viele Karten in dieser Farbe gespielt werden und der entsprechende Spielstein sicherlich recht weit vorankommen. Leider ist das selten genug möglich und so gilt es aus den vorhandenen Handkarten das Beste zu machen.

Als Abschluss eines Spielzuges wird die Kartenhand wieder auf acht ergänzt, wobei entweder die oberste Karte vom verdeckten Nachziehstapel oder eine der auf den Ablagestapeln oben- und offen liegenden Karten gezogen wird.

Reihum versuchen die Spieler auf diese Weise ihre Spielsteine auf den Steinpfaden möglichst weit voran zu bringen, wobei nicht alle Spielsteine die Reise tatsächlich beginnen müssen. Ist abzusehen, dass ein Spielstein den negativen Punktebereich wohl nicht verlassen können wird, dann ist zu überlegen, ob man diesen Pfad überhaupt beginnen sollte. Solche Überlegungen sind insbesondere im Spiel zu viert anzustellen, denn da ist ein Spiel meist schneller vorbei als beispielsweise zu zweit. Eine wichtige Entscheidung besteht auch darin einen Steinpfad für den größeren seiner Spielsteine auszuwählen, denn dieser verdoppelt den Punktewert seiner erreichten Position, die er am Ende erreicht hat. Allerdings auch, und das macht die Pfadwahl doppelt wichtig, ggf. die Negativpunkte.

Die Wegeplättchen sind für das Vorankommen oft entscheidend und sollten soweit möglich in der Zugplanung berücksichtigt werden. Es gibt verschieden Wegeplättchen, die aber bei Erreichen immer einen Vorteil bedeuten. Einige bringen sofort Siegpunkte, andere stellen Wunschsteine dar, die jeder Spieler sammelt und die bei Spielende in Siegpunkte umgewandelt werden können. Je mehr Wunschsteine, desto mehr Siegpunkte und wer nur einen oder gar keinen Wunschstein bei Spielende vorweisen kann, der bekommt drei bzw. vier Minuspunkte. Allerdings bringen diese Plättchen nur demjenigen einen Vorteil, der sie zuerst erreicht, da sie anschließend entfernt werden.

Besonders interessant sind vor allem die Kleeblätter. Diese bleiben immer auf ihrem Platz liegen, bringen also den Nachfolgenden Spielern ebenfalls denselben Vorteil und dieser besteht darin, dass einer der eigenen Spielsteine egal auf welchem Pfad um einen Stein weiterbewegt werden darf. Bei geschickter Planung kann eine richtige Kettenreaktion ausgelöst werden bzw. Spielsteine auf Pfaden vorangebracht werden, für die man eigentlich gar keine Karten mehr ausspielen kann. So manche Negativpunkte können so noch abgewendet bzw. so mancher 10-Punkte-Stein kann so noch erreicht werden.
Gleiches kann man aber auch bewirken, indem man Karten für einen Steinpfad spielt, dessen Ende man bereits erreicht hat. In diesem Fall darf nämlich eine beliebige andere eigene Figur voran bewegt werden.

Sobald die fünfte Spielfigur (egal welcher/welches Spielers) eines der letzten drei Felder eines Steinweges erreicht oder der Nachziehstapel aufgebraucht ist, endet das Spiel. Der Punktestand wird ermittelt, wobei auch die Wunschsteine berücksichtigt und die Punkte der großen Spielsteine verdoppelt werden. Wer nun auf der Punkteleiste am weitesten vorankommt gewinnt das Spiel.

Keltis ist ein abstraktes Spiel mit nicht unerheblichem Glücksanteil gemischt mit einem Taktikanteil, der größer ist, als es zunächst den Anschein hat. Die große Spielfigur muss auf Feld 10, das sind schon mal 20 Punkte und damit ein guter Schritt in Richtung Sieg. Wie kann man die Kleeblatt-Wegeplättchen am effektivsten nutzen, nicht nur um seine Steine möglichst weit voran zu bringen sondern auch um die Möglichkeit zu schaffen das Spiel bei Bedarf schnell und möglicherweise unerwartet beenden zu können? Kann man keinen Zug machen der einem unmittelbar einen Vorteil bringt, so sollte man darauf achten die Mitspieler zu ärgern bzw. unter Druck zu setzen. Lässt sich vielleicht jemandem ein dringend benötigter Wunschstein wegschnappen, oder zumindest damit drohen? Sollte man einen weiteren seiner Spielsteine auf den Weg schicken? Bleibt Zeit genug diesen auf punkteträchtige Felder zu bringen?
Gaaanz wichtig und immer notwendig ist es die Auslage der Mitspieler im Auge zu behalten. Nichts ist schlimmer, als den Mitspielern dringend benötigte Karten auf einen Ablagestapel und damit vor die Nase zu legen. Wenn schon mal nichts geht, dann lieber eine solche Karte abdecken!

Doch alle taktischen Überlegungen sind zum Scheitern verurteilt, wollen die "richtigen" Karten einfach nicht kommen. Und wenn dann auch noch die Mitspieler darauf achten diese nicht abzulegen wird es ganz schwer. Noch schwieriger zu planen ist das Ganze, je mehr Mitspieler teilnehmen. Hat man jedoch nicht zu viel Pech macht Keltis etliche Runden Spaß, ist aber irgendwann dann auch ausgereizt und daher am besten als "immer-mal-wieder-zwischendurch-Spiel" geeignet. Dafür aber auch bestens geeignet, denn Keltis dürfte einer relativ breiten (Spieler-)Masse Spaß machen.

Vielen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar!


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