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Via Romana



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 8 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 bis 45 Minuten


Bewertung (max. 10)

6 Punkte (HOlg)



Verlag

Goldsieber
Goldsieber


Autor

Knut Happel


Bild



Sonstiges:

Alle Wege führen ja bekanntlich nach Rom. Es ist also zu vermuten, dass die guten alten Römer etwas vom Straßenbau verstanden. Und das war sicherlich auch erforderlich, schließlich galt es zahlreiche Provinzen nicht nur zu verwalten sondern auch straßenbaumäßig an das römische Imperium anzuschließen. Mit Via Romana aus dem Hause Goldsieber werfen wir nun einen Blick auf den Wege- und Straßenbau in fünf Provinzen Galliens zur Zeit des römischen Reiches. Die auf dem Spielpan eingezeichneten Wegstrecken dieser Gegend sind derzeit noch nicht bzw. im Spiel zu zweit oder dritt nur teilweise gebaut. Sie befinden sich also größtenteils noch im Planungsstadium und Aufgabe der Spieler ist es die Anzahl der ausgebauten Wege auf die Zahl 20 zu bringen. Erst dann gilt diese Region straßenmäßig als erschlossen und das Spiel endet.

Doch wie so oft verfolgen die einzelnen Straßenbauer/Spieler neben diesem gemeinnützigen Ziel des Straßenbaus zum Gemeinwohl auch Eigene. Ein Aufgabenkärtchen, das jeder Mitspieler bei Spielbeginn zufällig zieht, gibt vor, welche Strecken für einen Spieler besonders interessant sind und dann wollen noch Kastelle in lukrativen Städten errichtet werden. Auch sorgt der Ehrgeiz der Straßenbauer dafür, möglichst oft den Ruhm des Fleißigsten zu genießen.

Jede der fünf Provinzen - und damit auch die Städte in den Provinzen - hat eine Farbe und immer wenn zwei Städte durch eine fertig gestellte Straße miteinander verbunden wurden darf sich derjenige, der am meisten zum Bau dieser Straße beigetragen hat, einen Punktechip einer der beiden Städte nehmen. Zu beachten ist dabei zum einen natürlich, dass diese Punktechips unterschiedliche Werte haben können und die darunter liegenden immer geringwertiger werden. Wurde das letzte Plättchen vergeben, gibt es für weitere Straßen bei dieser Stadt zwar keine weiteren Plättchen mehr, einen Siegpunkt gibt es aber dennoch.
Des Weiteren ist - und damit kommen wir wieder zu den Aufgabenplättchen zurück - natürlich die Farbe der Siegpunktplättchen zu beachten. Wer eine orange mit einer grünen Stadt verbindet, der kann entweder das oberste orange Plättchen bei der entsprechenden Stadt oder auch das grüne von der anderen Stadt nehmen. Auf den Aufgabenplättchen ist nun vorgegeben, von welcher Farbe man wie viele Plättchen haben muss, um bei Spielende fünf Bonuspunkte zu erhalten. Manchmal ist es da durchaus sinnvoll, ein höherwertiges Siegpunktplättchen nicht zu wählen, um das Siegpunktplättchen mit der laut Aufgabenplättchen noch fehlenden Farbe zu bekommen.

Die Farben der Provinzen finden sich auch auf den Spielkarten wieder, mit denen der Straßenbau vorangetrieben wird. Vier dieser Karten hat jeder zu Beginn des Spiels auf der Hand, mehr als sieben dürfen es am Anfang eines Spielerzuges nicht sein, sonst müssen überzählige abgeworfen werden. Während seines Zuges darf ein Spieler drei dieser Karten einsetzen um Straßenabschnitte fertig zu stellen und/oder ein Kastell zu errichten. Natürlich darf nur an Straßen gebaut werden, die zumindest an eine Stadt grenzen, welche die Farbe der ausgespielten Karte hat. Stimmen dann auch noch Symbol von Stadt und Karte überein, dürfen sogar zwei Streckenmarkierungen auf einmal eingesetzt werden.
Für zwei gleichfarbige Streckenkarten kann man in einer entsprechendfarbigen Stadt ein Kastell errichten und zwei verschiedenfarbige Karten sind eine Art Joker. Wer eine solche Kartenkombination abgibt, darf eine beliebige Strecke entsprechend der Bauregeln weiterführen oder fertigstellen.

Anfangs ist die Zahl der Strecken, an denen gebaut werden darf noch recht klein. Ein Markierungsstein darf nur unmittelbar neben einem zuvor errichteten Markierungsstein (beliebiger Farbe) oder einem Kastell errichtet werden und da vor Spielbeginn jeder Spieler (nur) eines seiner vier Kastelle auf einer Stadt einsetzen darf, ist der Straßenbau zunächst auf die von diesen Städten abgehenden Straßen beschränkt. Doch schnell dehnt sich der Straßenbau über die ganze Region aus. Weitere Kastelle werden errichtet und Verbindungen fertig gestellt, so dass von den nun angeschlossenen Städten ausgehend ebenfalls weitergebaut werden kann.

Sobald eine Strecke zwischen zwei Städten komplett fertig gestellt ist wird, wie oben beschrieben, an den fleißigsten Straßenbauer mit den meisten Markierungssteinen auf dieser Strecke - bei Gleichstand an den Fertigstelle der Strecke - ein Siegpunktchip vergeben. Alle anderen am Bau beteiligten dürfen sich immer hin noch für jeden eigenen Markierungsstein/Kastell auf dieser Strecke eine von vier offen liegenden Streckenkarten aussuchen und auf die Hand nehmen. Anschließend werden alle Markierungssteine auf der Straße - nicht die auf den Städten - entfernt und ein Wegweiser darauf platziert, der diese Straße als fertig gestellt markiert.
Wird der letzte Wegweiser eingesetzt und damit die zwanzigste Straße fertig gestellt endet das Spiel.

Siegpunkte gibt es am Ende für alle Siegpunktchips, ggf. fünf Siegpunkte für die Erfüllung des Aufgabenplättchens und für errichtete Kastelle. Diese sind so viele Siegpunkte wert, wie der höchste bei dieser Stadt noch vorhandene Siegpunktchip, immer jedoch mindestens einen Siegpunkt. Beim Bau von Kastellen gilt es also darauf zu achten, dass diese Städte möglichst nicht von Mitspielern an das Straßennetz angeschlossen werden, da diese höchstwahrscheinlich Siegpunktchips von dieser Stadt nehmen dürften und damit der Siegpunktwert des Kastells geschmälert wird.
Zwei weitere Siegpunkte stehen demjenigen zu, der den zwanzigsten und damit letzten Streckenabschnitt fertigstellt.

Via Romana ist ein klassisches Mehrheitenspiel. Die meisten Punkte erhält man durch Mehrheiten von Markierungssteinen an fertig gestellten Straßen und auf diese Weise lässt sich auch das Punkteniveau der eigenen Kastelle hoch halten, welche unbedingt verbaut werden sollten. Im Bestfall ist jedes Kastell drei oder vier Siegpunkte wert und das ist schon ein Wort. Im schlechtesten Fall gibt es immerhin noch mindestens einen Siegpunkt pro Kastell und das entspricht insgesamt schon fast den Bonuspunkten, die man für die Erfüllung seines Auftragskärtchens bekommt. Wer also seine Kastelle nicht verbaut dürfte in aller Regel wichtige Punkte verschenken.

Da man unmöglich bei allen Strecken um die Vergabe des Siegpunktplättchens mitmischen kann gilt es in erste Linie abzuwägen, bei welchen Strecken es am vorteilhaftesten ist die Mehrheit zu erreichen. Wo kann ich verhindern, dass Siegpunktplättchen von Städten mit meinen Kastellen weggenommen werden? Wo kann ich selbst hohe oder zu meiner Aufgabe passende Punkteplättchen ergattern und dabei am besten noch Städte mit Kastellen der Mitspieler im Wert mindern? Kann ich die Mehrheit an einer Straße noch verlieren, wenn ein Mitspieler möglicherweise zwei farbliche passende Karten mit zusätzlich noch passendem Symbol auf der Hand hat und gleich vier Markierungssteine einsetzen kann?
Das sind die spielentscheidenden Fragen des Spiels und das hört sich nicht nur interessant und spannend an sondern ist es im Grunde auch. Allerdings stellt sich die Frage ob man ein weiteres Mehrheitenspiel - denn wirklich Neues wird nicht geboten - benötigt.

Was aber über den Mangel an neuen spielerischen Elementen oder zumindest neuen Kombinationen bekannter Mechanismen hinaus so richtig störend ist, ist die Tatsache, dass die Wegweiser, die eine Straße als fertig gestellt markieren, einfach nicht dazu zu bewegen sind in ihren Halterungen zu bleiben. Oft reicht schon eine leichte Berührung und der Wegweiser fällt um und das ist nicht nur während des Spiels störend sondern auch während der Spielvorbereitung, bei der diese Wegweiser jedes Mal aufs Neue zusammengesteckt werden müssen. Da empfiehlt es sich gleich beim ersten Mal einen Kleber zu verwenden um dieses Problem dauerhaft zu lösen.

Abgesehen davon allerdings ist Via Romana ein solides Mehrheitenspiel mit überschaubaren Regeln, bis zum Ende spannend und durchaus taktisch.

Vielen Dank an Goldsieber für das Rezensionsexemplar!


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