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Giants



Anzahl Spieler

Für 3 bis 5 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

8 Punkte (HOlg)



Verlag

Matagot


Autor

Fabrice Besson


Bild



Sonstiges:

Den meisten dürfte die Osterinsel mit ihren Moais, den kolossalen Steinstatuen deren eigentlicher Zweck noch immer umstritten ist, ein Begriff sein. 638 dieser Statuen wurden nummeriert und katalogisiert doch ursprünglich dürften es bedeutend mehr gewesen sein. Warum das interessant sein könnte? Ganz einfach, das Spiel Giants versetzt uns auf die Osterinsel und in die Entstehungszeit dieser Moais, wobei es Aufgabe der drei bis fünf Mitspieler ist ihren Clan durch Errichtung der eindrucksvollsten Statuen zu größtmöglichem Ansehen zu verhelfen.

Verborgen hinter einem Sichtschirm stehen jedem Mitspieler ein Häuptling, ein Medizinmann und ein Arbeiter seines Stammes zur Verfügung. Dazu zwei Stammesmarker mit denen der Einfluss eines Clans repräsentiert wird und eine von der Mitspielerzahl abhängige Anzahl an Sockeln, auf denen letztlich die Moais errichtet werden. Sobald ein Spieler seinen letzten Sockel mit einem Moai versieht, endet das Spiel und alle errichteten Moais und ggf. deren Kopfschmuck bringen Siegpunkte.
Es gilt also im Laufe des Spiels seinen Stammeseinfluss (Stammesmarker) und seine Stammesmitglieder zu mehren und diese möglichst Effektiv für die Erstellung, den Transport und letztlich die Errichtung der Moais einzusetzen.

Jede Runde steht nur eine begrenzte Anzahl an Moais zur Verfügung, die abgesehen von der ersten Runde nicht immer unbedingt der Anzahl der Mitspieler entsprechen muss. Es werden so viele Würfel geworfen, wie Mitspieler beteiligt sind je nach Ergebnis kommt pro Würfel kein, ein kleiner, ein mittlerer oder ein großer Moai ins Spiel, genauer gesagt auf das Steinbruchplättchen. Eigentlich sind das noch keine fertigen Moais sondern die Festlegung, wie viele Moais in dieser Runde hergestellt werden können.

Welcher Stamm nun welchen Moai auf dem Steinbruchplättchen herstellen darf wird durch den Einsatz des Stammeseinflusses, der Stammesmarker ermittelt. Jeder Spieler nimmt verdeckt in die eine Hand eine Anzahl an Stammesmarker - oder auch keinen - und in die andere Hand eine Anzahl an Stammesmitgliedern, die mit der Herstellung eines Moai betraut werden sollen. Dabei zählt der Medizinmann wie ein ganz gewöhnlicher Arbeiter, der Häuptling allerdings ist wohl besonders fleißig und entspricht drei Arbeitern. Tja, das waren noch Chefs damals ;-)
Mit den Stammesmarkern wird also quasi das Recht der ersten Wahl versteigert. Wer den größten Stammeseinfluss geltend macht darf als Erster im Rahmen seines in der anderen Hand eingesetzten Arbeiterpotentials einen Moai wählen und zunächst vor seinem Sichtschirm abstellen. Für einen kleinen Moai wird mindestens ein Arbeiter, für einen mittleren deren zwei und für einen großen gleich drei Arbeiter bzw. der Häuptling benötigt. Logisch, je größer ein Moai, desto mehr Arbeiter müssen daran arbeiten.
Hier gilt es besonders darauf zu achten die benötigte Zahl an Arbeitern bereit zu stellen. Nichts wäre ärgerlicher, als zwei Stammesmarker einzusetzen, trotzdem nur die zweite Wahl zu bekommen und dann mit möglicherweise nur zwei Arbeiter für einen großen Moai zur Verfügung zu haben, für den man eigentlich drei Arbeiter bräuchte. In solch einem Fall, also wenn gar kein Moai passender Größe mehr auf dem Steinbruch steht, darf dieser Spieler in dieser Runde gar keinen Moai erstellen.

Alle eingesetzten Stammesmitglieder und -marker werden vor den Sichtschirm zu dem möglicherweise "ersteigerten" Moai gelegt, sie stehen für die folgenden Phasen in dieser Runde nicht mehr zur Verfügung.

In der nun folgenden Einsetzphase können noch hinter dem Sichtschirm verbliebene Stammesmitglieder und -marker verwendet werden. Stammesmarker werden eingesetzt um Rongo-Tafelhälften zu bekommen durch deren Besitz man Gleichstände, beispielsweise beim Bieten um die Moais, für sich entscheiden kann und durch deren Einsatz ein Häuptling für die Laufende Runde die Fähigkeiten eines Medizinmannes erhalten kann.
Der Medizinmann, der zuvor noch wie ein einfacher Arbeiter angesehen wurde, entfaltet in dieser Phase seine volle Wirkung. Er ist in dieser Phase am vielfältigsten und sehr nutzbringend auf dem Spielplan einsetzbar. Beispielsweise im Dorf, um sofort einen weiteren Arbeiter zum sofortigen Einsatz zu erhalten, in der Hütte des Zauberers, um sofort einen weiteren Stammesmarker zu erhalten oder im Wald, um dieses abzuholzen und sofort entsprechend der Zahl auf dem Waldfeld Baumstämme zu bekommen.
Weiterhin kann der Medizinmann im Kopfschmuck-Steinbruch einen Moai-Kopfschmuck erstellen oder unmittelbar neben einem Ahu, einem Platz auf dem später ein Moai aufgerichtet werden kann, eingesetzt werden und dadurch diesen Ahu für seinen eigenen Stamm "reservieren", so dass kein anderer Stamm hier einen Moai errichten darf. Dieser Ahu wird dann einfach mit einem Sockel in der entsprechenden Spielerfarbe markiert.

Natürlich kann ein Medizinmann auch in dieser Phase wie ein ganz normaler Arbeiter eingesetzt werden, in dem er wie ein Arbeiter auf einem beliebigen Spielplanfeld zu Transportzwecken eingesetzt wird. Schließlich ist es nicht mit dem Herstellen der Moais getan, diese müssen auch zu den Ahus transportiert und dort auf Sockeln aufgerichtet werden, doch dazu später!

Zusammen mit einem Arbeiter oder einem Medizinmann können auf demselben Feld noch bis zu zwei Baumstämme abgelegt werden, die später den Transport der Moais über dieses Feld deutlich erleichtern, wie wir noch sehen werden.

Wer noch Stammesmarker übrig hat, der kann diese einsetzen um je eine Rongo-Tafelhälfte zu erhalten. Diese können bei Gleichständen entscheidend sein wenn man mehr als die Konkurrenz haben sollte und man kann zwei von ihnen einsetzen, um den Häuptling wie einen Medizinmann mit all seinen Möglichkeiten verwenden zu können, der ansonsten in dieser Phase "nur" als besonders effektiver Arbeiter (Häuptling = 3 Arbeiter) eingesetzt werden kann.
Durch einen Häuptling mit den Fähigkeiten eines Medizinmanns kann man in einer Runde also bis zu zwei neue Arbeiter dazu gewinnen oder zweimal Holz beschaffen oder einen Stammesmarker und einen Arbeiter erhalten usw., also ein nicht zu unterschätzende Option.

Sobald alle Spieler gepasst haben kommt die Transportphase. Reihum dürfen alle Spieler einen Moai oder einen Kopfschmuck transportieren und anschließend ggf. mit einem eigenen Stammesmarker markieren oder diese Markierung auch ohne vorherigen Transport vornehmen. Waren alle einmal an der Reihe kommt die nächste Transportrunde bis letztlich alle Spieler ihre gewünschten Transporte durchgeführt haben.
Für den Transport eines Moai ist es erforderlich, dass entsprechend der Größe der Statue ausreichend viele Arbeiter oder/und Baumstämme auf dem Nachbarfeld zur Verfügung stehen. D.h. soll beispielsweise ein mittelgroßer Moai über ein Feld bewegt werden, müssen dort entweder zwei Arbeiter, ein Häuptling oder ein Arbeiter und mindestens ein Baumstamm usw. vorhanden sein. Dabei muss es sich nicht zwingend um eigene Stammesmitglieder handeln, auch die Mitglieder eines anderen Stammes sind unter Umständen bereit zu helfen. Die Mithilfe liegt im Ermessen des jeweiligen Spielers, bringt aber entsprechend der Unterstützung Siegpunkte. Helfen beispielsweise zwei Arbeiter eines fremden Stammes beim Transport eines großen Moais mit, so erhalten diese zwei Siegpunkte für ihren "Herrn".
Ein Kopfschmuck kann immer durch einen einzigen Arbeiter transportiert werden.

Sollte ein Moai oder Kopfschmuck nach einer Transportphase sein Ziel noch nicht erreicht haben, so ist es meist empfehlenswert das Transportgut mit einem Stammesmarker zu markieren. Nur dann ist sichergestellt, dass einem die lieben Mitspieler den Moai oder Kopfschmuck in der nächsten Bewegungsphase nicht wegschnappen, denn grundsätzlich können in der Vorrunde nicht markierte Statuen und Verzierungen grundsätzlich von jedem Spieler am Zug übernommen, also transportiert, errichtet oder markiert werden, was mehr als ärgerlich ist, insbesondere kurz vor dem Ziel.

Erreicht ein Moai oder Kopfschmuck sein Ziel, so gibt es Punkte dafür. Der Kopfschmuck wird immer erst bei Spielende, sobald der erste Spieler alle seine Sockel bebaut hat, gewertet. Die Moais entweder bei Spielende oder, wer nach der berechenbareren Variante spielt, sofort nach der Errichtung. Im ersten Fall werden die Sockel, auf denen Moais errichtet wurden, verdeckt und man muss sich merken wo man seine Moais errichtet hat bzw. eine Rongo-Tafelhälfte abgeben um später nachzusehen. Schließlich will man ja nicht versehentlich einen falschen Moai krönen und damit einem Mitspieler Punkte einbringen.
Egal wann letztlich gewertet wird, für einen Moai gibt es Siegpunkte in Höhe seiner Größe (1, 2, 3) multipliziert mit dem Wert des Standortes. Also ein mittelgroßer Moai auf einem Standort mit dem Moaiwert 4 ist acht Siegpunkte wert. Auch für einen Kopfschmuck ist der Punktewert abhängig von dem Standort des Moais, den er ziert. Grundsätzlich gilt immer: Je weiter der Transportweg, desto mehr Siegpunkte, wobei die Standorte, an denen es viele Punkte für die Moais gibt deutlich weniger Punkte für den Kopfschmuck zu holen sind und umgekehrt. Die Steinbrüche für Moais und Kopfschmuck liegen ja auch an verschiedenen Enden der Insel.
Für je zwei Rongo-Tafelhälften gibt es noch drei Siegpunkte und der Sieger steht fest.

Giants gefällt optisch und spielerisch! Trotz der überschaubaren Regeln gibt es jede Menge zu bedenken und man kann eigentlich nie alles machen, was man eigentlich will/müsste. Ressourcenmanagement ist angesagt. Ein interessanter Aspekt ist dabei die Möglichkeit sich gegenseitig beim Transport zu unterstützen. Auf diese Weise kann man so manches Mal Arbeiter, Baumstämme oder den Häuptling beim Transport einsparen und für andere wichtige Dinge einplanen. Bei den vielen Dingen, die man zu tun hat, ist diese Option äußerst reizvoll doch kann man sich auf die Unterstützung der Mitspieler verlassen? Sind die Siegpunkte für die Unterstützung Anreiz genug sich an die Abmachung zu halten? Gerade wenn es auf das Spielende zu geht, könnte der eine oder andere Transportpartner seine Unterstützungszusage "vergessen", möglicherweise mit fatalen Auswirkungen auf den Punktestand.

Auch in voller Besetzung ist - die Kenntnis der Regeln vorausgesetzt - das Spiel im Durchschnitt innerhalb von 60 Minuten zu beenden. Manches Mal geht es etwas schneller, wenn die Spieler weniger auf die Punkte pro Moai achten und mehr darauf bedacht sind möglichst schnell ihre Sockel zu bebauen. Ein anderes Mal ist das Ziel möglichst viele Punkte mit jedem einzelnen Moai zu erzielen und da dauert es dann etwas länger.
Diese Möglichkeit die Dauer des Spiels beeinflussen zu können ist auch der Grund dafür immer auf die Aktionen der Mitspieler achten zu müssen. Bleibt mir überhaupt noch die Zeit meine Pläne umzusetzen oder droht ein schnelleres Spielende als mir lieb ist. Dann ist umdenken gefragt. Oder diplomatisches Geschick, um mit der Unterstützung des einen oder anderen Konkurrenten Zeit zu sparen.

Preislich ist Giants nicht gerade bei den günstigen Spielen angesiedelt allerdings scheint er mir aufgrund der spielerischen Qualität und der des Spielmaterials dennoch vertretbar, so dass ich Giants eigentlich nur empfehlen kann. Zumindest eine Testpartie kann ich jedem wärmstens ans Herz legen.

Vielen Dank an Matagot für das Rezensionsexemplar!


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