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Finca



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 45 bis 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Hans im Glück
Hans im Glück


Autor

Ralf zur Linde,
Wolfgang Sentker


Bild



Sonstiges:

Heutzutage wird der aus dem spanischen stammende und mit Grundstück zu übersetzende Begriff Finca oft für ein bäuerliches Ferienhaus verwendet. Doch eigentlich handelt es sich um ein Landgut, meist mit angeschlossener Plantage und in diesem Sinne ist auch der Titel des Spiels Finca von Hans im Glück zu verstehen. Die bis zu vier Mitspieler versuchen auf Plantagen insgesamt sechs verschiedene Früchte zu ernten um diese an die Gemeinden einer Insel verkaufen zu können und dabei die meisten Punkte zu erhalten.

Geerntet wird mittels eines Windrades auf dem die Spieler eine von der Mitspielerzahl abhängige Anzahl an Gehilfen im Einsatz haben, die sich auf diesem Windrad von Blatt zu Blatt fortbewegen können um die jeweils auf dem Zielfeld angegebene Frucht zu erhalten. Die Zugweite ist dabei von der Anzahl aller eigener und fremder Spielfiguren auf dem Startfeld abhängig und die Ertragsmenge von der Anzahl der Figuren auf dem Zielfeld. Die Blätter des Windrades werden zwar in zufälliger Weise angeordnet, sicher ist aber, dass jede Frucht auf zwei dieser Felder vorkommt. Zugegeben, das Ganze wirkt etwas aufgesetzt. Gehilfen die sich für die Obsternte auf einem Windrad bewegen...egal, es funktioniert.
Wer die einmal geernteten Früchte liefern will, der kann das nicht zu Fuß tun. Zumindest ein Eselskarren, der Platz für bis zu sechs Früchte bietet, sollte vorhanden sein und diesen bekommt man immer dann, wenn eine eigene Spielfigur auf dem Windrad eine von zwei Grenzlinien überschreitet. Ernten und Ausliefern, beides zusammen geht natürlich nicht, und so muss man sich jedes Mal, wenn man am Zug ist entscheiden, welche Aktion man ausführen will.
Zunächst gilt es natürlich Früchte zu ernten, damit man überhaupt die Nachfrage einer Gemeinde (obenliegendes Früchteplättchen) erfüllen kann, doch nach den ersten paar Ernten gilt es aufzupassen, dass einem nicht gerade die Nachfrageplättchen von der Konkurrenz weggeschnappt werden, auf die man es selbst abgesehen hatte, oder plötzlich Teile der geernteten Früchte wieder verloren sind. Sollte nämlich der Vorrat einer Frucht zur Neige gegangen sein und ein weiterer Spieler möchte diese Frucht ernten, so müssen alle Spieler ihre Vorräte dieser Frucht wieder abgeben. Zu lange darf man also nicht bunkern, Früchte sind eben leicht verderblich.
Geliefert wird in 10 auf dem Spielplan dargestellte Gemeinden, auf denen neben einem Finca-Plättchen auch je vier Früchteplättchen gestapelt liegen. Erstere werden vergeben sobald Letztere, welche die Nachfrage dieser Gemeinde repräsentieren, alle an die Spieler vergeben wurden. Die Früchteplättchen zeigen welche Früchte in welcher Zahl erforderlich sind, um die Nachfrage zu befriedigen und das Plättchen zu erhalten. Manche Nachfrage umfasst nur eine einzige Frucht, manche z.B. vier beliebige und wieder andere von jeder Sorte eine usw.
Diese Früchteplättchen zählen bei Spielende entsprechend ihres Wertes als Siegpunkte. Für Lieferungen werden Eselskarren benötigt, wobei man die bis zu sechs Früchte, die mit einem solchen Karren transportiert werden können, auch an verschiede Gemeinden liefern kann, mit einem Liefervorgang also durchaus mehrere Früchteplättchen erhalten kann. Zu lange sollte man mit den Lieferungen auch nicht warten, denn sobald keine Eselskarren mehr im Vorrat sind, müssen beim nächster Gelegenheit, zu der ein Spieler einen Eselskarren bekommen würde, alle Karren in den Vorräten der Spieler zurückgegeben werden. Ganz genauso wie bei den Früchten, wenn diese knapp werden.
Sobald das vierte und damit letzte Früchteplättchen einer Gemeinde vergeben wurde, erhält einer der Spieler das Finca-Plättchen und damit fünf Siegpunkte. Auf jedem Finca-Plättchen sind eine oder mehrere Früchte zu sehen und derjenige, der auf seinen bisher gesammelten Früchteplättchen mehr Früchte dieser Art(en) besitzt, der erhält dieses Finca-Plättchen. Wurden eine von der Mitspielerzahl abhängige Anzahl an Finca-Plättchen vergeben, endet das Spiel, im Spiel zu dritt beispielsweise nach fünf Finca-Plättchen.

Weitere Siegpunkte bringt es Sätze mit sechs verschiedenwertigen Früchteplättchen zu sammeln. Der erste dem das gelingt, erhält das Bonusplättchen mit den sieben Siegpunkten, der zweite das mit den sechs Siegpunkten und so fällt die Punktezahl auf den beiden weiteren Bonusplättchen bis auf vier Siegpunkte.
Jeder Spieler hat bei Spielbeginn insgesamt vier Aktionsplättchen zum einmaligen Einsatz während des Spiels erhalten. Diese Aktionen erlauben einen Doppelzug, den Sprung auf ein beliebiges Blatt des Windrades (allerdings ohne einen Eselskarren zu erhalten), die Lieferung an eine Gemeinde mit einer Frucht weniger und das einmalige Liefern von bis zu 10 Früchten ohne einen Eselskarren einsetzen zu müssen. Wer jedoch ohne den Einsatz dieser Aktionsplättchen über die Runden kommt, der erhält für jedes übrig behaltene Plättchen am Ende zwei Siegpunkte extra.

Es gewinnt derjenige, der bei Spielende die meisten Siegpunkte hat. Bei einem Gleichstand hat der die Nase vorn, der mehr Früchte im Vorrat hat.

Finca ist ein Spiel das die Spielernation spalten könnte. Das Thema, zumindest in dem Bereich, der die Ernte der Früchte darstellt, wirkt doch sehr aufgesetzt. Zwar funktioniert alles einwandfrei, den einen oder anderen mag das trotzdem stören. Das Spielmaterial ist einwandfrei, darüber wird es wohl keine Diskussionen geben, allerdings kann das Spiel, die "richtige" oder vielmehr "falsche" Runde vorausgesetzt, ganz schön kopflastig und damit zeitintensiv werden. Viel gilt es zu berücksichtigen und wer seinen Zug so richtig optimieren will, der kann diesen schon auch mal ganz schön in die Länge ziehen und seine Mitspieler damit zum Warten "verdammen".
Welche Früchte braucht man momentan am dringendsten? Wo gibt es die meisten Früchte? Hab ich überhaupt einen Eselskarren um Liefern zu können? Welches Finca-Plättchen könnte bald vergeben werden und habe ich genügend passende Früchteplättchen um da ein Wörtchen mitzureden? Kann ich einem Konkurrenten ein Bonusplättchen verderben in dem ich ihm das dafür benötigte Früchteplättchen vor der Nase wegschnappe? Liege ich in Führung und lohnt es sich daher das Spielende möglichst schnell herbeizuführen?

Sehr verlockend ist es sich Früchteplättchen zu holen, die keine bestimmten Früchte erfordern, sondern beispielsweise vier Stück einer beliebigen Sorte. Diese sind oft leichter zu bekommen haben aber den Nachteil, dass sie nur bei der Vergabe relativ weniger Finca-Plättchen von Nutzen sind und diese Plättchen sind nicht selten spielentscheidend!
Man sieht, es gibt genug zu bedenken und wer das während seines Zuges ausgiebig tut, der kann die Geduld seiner Mitspieler mitunter ganz schön auf die Probe stellen. Doch Finca lässt sich auch ganz gut und nicht unbedingt mit weniger Erfolg aus dem Bauch heraus spielen. Beide, die Kopf- und die Bauchspieler können und dürften mit Finca ihren Spaß haben und auf ihre Kosten kommen, sie sollten nur nicht unbedingt an einem Tisch sitzen.
Mir persönlich gefällt Finca recht gut, wobei ich dieses Spiel eindeutig lieber in einer Runde von "Bauchspielern" spiele.

Vielen Dank an Hans im Glück für das Rezensionsexemplar!


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