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Valdora



Anzahl Spieler

Für 3 bis 5 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 45 bis 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Abacus Spiele
Abacus Spiele


Autor

Michael Schacht
Michael Schacht


Bild



Sonstiges:

Ich denke jeder hat schon mal das deutsche Sprichwort "Das Geld liegt auf der Straße, man muss es nur aufzuheben wissen" gehört. Tatsächlich findet man auf der Straße, wenn überhaupt, meist nur Centbeträge doch so wortwörtlich dürfte das Sprichwort wohl auch nicht gemeint sein. Im Spiel Valdora von Michael Schacht und aus dem Hause Abacus trifft dieses Sprichwort jedoch fast im wahrsten Sinne des Wortes zu. Neben Gold und verschiedenen Edelsteinen scheint man auch Silbermünzen relativ einfach von der Straße auflesen zu können und man könnte vermuten mit Valdora auch das Paradies gefunden zu haben. Doch spätestens in den nahe gelegenen Städten holt einen die Realität wieder ein, denn wer Edelsteine im großen Stil transportieren will, der braucht die passenden Ausrüstungsgegenstände und die sind nur in Städten zu haben und kosten je einen Goldklumpen. Und was macht man mit den "hart" erworbenen Edelsteinen? Man sucht sich einen Interessenten, der sie einem abnimmt und die Aufträge solcher Edelsteinnachfrager sind ebenfalls nur in den Städten erhältlich, kosten zwar kein Gold aber dafür je eine Silbermünze. Das Stadtleben kann also teuer werden, insbesondere wenn man nicht den ersten besten Ausrüstungsgegenstand bzw. Auftrag nehmen sondern im Angebot einer Stadt "blättern" möchte.

Sowohl Ausrüstungsgegenstände also auch Aufträge (Edelsteinnachfragen) sind in je zwei der Städte erhältlich und liegen dort gesammelt in Buchform vor. Da nicht jeder Ausrüstungsgegenstand benötigt und nicht jeder Auftrag zu jedem Zeitpunkt und für jeden Spieler gleichermaßen interessant ist, drängt sich schnell der Wunsch auf in den Stadtbüchern zu stöbern. Einmaliges umblättern ist noch kostenlos, jede weitere umgeblätterte Seite muss mit einer Silbermünze bezahlt werden.

So schön günstig das Leben auf dem Lande also im Gegensatz zu dem in den Städten grundsätzlich ist, sobald man sich trifft muss auch im freien Gelände - außer in den Silberminen - der Geldbeutel gezückt werden. In Valdora hat sich der Brauch durchgesetzt, dass derjenige, der an einem Ort auf Abenteurer-Kollegen trifft diesen je eine Silbermünze zu bezahlen hat, sofern es das Reisebudget hergibt. Wahrscheinlich eine Art Begrüßungsritual, vielleicht wird anlässlich eines Umtrunks eine Runde ausgegeben. Dieser merkwürdige Brauch erschwert nicht selten die Reise und sollte dringend in die geplanten Aktionen mit eingeplant werden.

Zu Beginn besitzen die Spieler gerade mal einen Rucksack, in dem sich eine Goldwaschpfanne befindet. Die Goldklumpen in Valdora müssen wohl auch recht groß sein, denn immer nur ein einziger kann im Rucksack transportiert werden. Sogar der Brotsack ist leer und der maximal sechs Münzen fassende Geldbeutel nur in Abhängigkeit von der Spielerreihenfolge mehr oder weniger gefüllt. Der Startspieler startet mit nur einer Silbermünze, alle folgenden erhalten immer eine Münze mehr als der Spieler vor ihnen. Aufträge, von denen man bis zu drei offene, also noch nicht erfüllte, mit sich führen darf, hat man anfangs keine und um Edelsteine aufnehmen zu dürfen werden Spitzhacke, Schaufel und ähnliche Ausrüstungsgegenstände benötigt. Einfach nur bücken und aufheben ist also doch nicht.

Der erste Weg eines Spielers führt ihn also höchstwahrscheinlich entweder an einen Ort an dem Gold zu finden ist, in eine Stadt um die ersten Silbermünzen zu investieren oder in eine Mine um eben diese Münzen zu erhalten. Die Entscheidung wohin die Reise gehen soll ist für jeden Spieler bei jedem Spielzug die erste zu treffende, wobei dabei berücksichtigt werden muss, dass in einer Stadt anzuhalten ist, sofern man nicht mit Proviant versorgt ist. Ausreichende Verpflegung erlaubt es die Rast in einer Stadt ausfallen zu lassen und sofort weiter zu reisen.

Die zweite Entscheidung im Rahmen eines Spielerzuges ist dann meist etwas leichter, denn oft ergibt sie sich aus dem zuvor gewählten Aufenthaltsort und wurde schon zusammen mit dieser Entscheidung getroffen. In den Städten werden Ausrüstungsgegenstände bzw. Aufträge erworben oder man deckt sich mit Reiseproviant ein. Außerhalb von Städten sammelt man, die passenden Ausrüstungsgegenstände vorausgesetzt, Edelsteine ein, frischt in den Minen seine Reisekasse auf sechs Silbermünzen auf oder sucht die am Wappen erkennbaren Wohnstätten seiner Auftraggeber auf um die gewünschten Edelsteine dort abzuliefern. Abgelieferte Edelsteine landen in der Hafenstadt in der Spielplanmitte und können dort, spätestens wenn die Vorräte im Umland so nach und nach zur Neige gehen, auch wieder durch die Spiele aufgenommen und zur Auftragserfüllung verwendet werden.

Letzteres ist die Aktion mit der man Siegpunkte sammelt, die übrigen Aktionsmöglichkeiten haben vorbereitenden Charakter. Erfüllte Aufträge dürfen verdeckt unter der Spielübersichtskarte des jeweiligen Spielers gesammelt werden und bringen bei Spielende entsprechend ihres aufgedruckten Wertes Siegpunkte.
Darüber hinaus wirbt man mit jedem erfüllten Auftrag einen Handwerker an und zwar grundsätzlich in der Farbe des Wappens des Auftraggebers. Diese sind im Uhrzeigersinn und farblich sortiert um eine Handwerkertafel angeordnet und nur wenn eine Farbe nicht mehr vorhanden sein sollte, erhält man einen Handwerker der im Uhrzeigersinn nächsten vorhandenen Farbe. Man erhält also für jeden erfüllten Auftrag in jedem Fall einen Handwerker, denn ganz aufgebraucht wird dieser Handwerkervorrat nie. Sobald nur noch eine Farbe an Handwerkern vorhanden ist, endet das Spiel.

Handwerker sind eine nicht zu unterschätzende Möglichkeit an weitere Siegpunkte zu kommen. In jeder Handwerkerfarbe gibt es auch eine Werkstatt und der Spieler, der zuerst die auf einer Werkstatttafel geforderte Anzahl an Handwerker der entsprechenden Farbe vorweisen kann, eröffnet diese Werkstatt und erhält die Tafel. Diese sind bei Spielende nicht nur fünf Siegpunkte wert sondern bringen zusätzliche Punkte beim Erfüllen von Aufträgen der entsprechenden Farbe in Form von Bonuspunktplättchen. Jedes dieser Bonusplättchen ist satte 10 Siegpunkte wert!
Wer jetzt aber denkt, dass ein Spezialisieren auf bestimmte Aufträge die allein glücklich machende Strategie ist, dem sei gesagt, dass es noch eine weitere Siepunktquelle gibt, die das genaue Gegenteil fordert, nämlich sich gerade nicht zu spezialisieren. Für jede vorhandene Farbe, in der man mindestens einen Handwerker hat also auch mindestens einen Auftrag erfüllt hat, erhält man 10 Siegpunkte, also genauso viele also wie für die Bonusplättchen. Silbermünzen sind im Spiel wichtig, am Ende aber nur bei einem Gleichstand entscheidend.

Valdora fordert seinen Mitspielern mehr taktische Überlegungen ab, als es möglicherweise zunächst den Anschein hat. Stets gilt es die Konkurrenz im Auge zu behalten und ggf. seine Aktionen denen der Mitspieler anzupassen. Nichts ist schöner als einem Konkurrenten eine Werkstatt vor der Nase wegzuschnappen und nichts ärgerlicher, als sich eine wegschnappen zu lassen. Aufträge mit hoher Punktzahl sind nicht so leicht zu erfüllen und wer sich nur auf hochwertige Aufträge konzentriert, der erhält zwar auf diesem Wege mehr Siegpunkte als die Mitspieler, hat es aber deutlich schwerer an Handwerker und damit Werkstätten und damit Bonusplättchen zu kommen.
Es führen also "viele Wege nach Rom", aber welchen Weg man auch einschlägt, ein Optimieren der eigenen Spielzüge ist Voraussetzung um eine Siegchance zu haben. In einem Zug möglichst viel auf einmal zu erledigen ist auf Dauer sicherlich erfolgversprechender als immer nur einen Auftrag zu erfüllen, nur einen Ausrüstungsgegenstand oder Auftrag zu kaufen bzw. immer nur einen Edelstein oder Goldklumpen einzusammeln. Man benötigt auf diese Weise im Endeffekt mehr Spielzüge für die gleiche Punktzahl als die Mitspieler, die ihre Züge optimieren.

Regeltechnisch ist Valdora erstaunlich "einfach" und bietet dennoch Tiefgang, so dass die Spielanleitung sinnvollerweise gleich die ersten taktischen Tipps mitbringt. Die Ausstattung ist klasse, die "Auftrags- und Ausrüstungsbücher" aus Holz nicht nur spieltechnisch eine gute Idee und die Spieldauer bewegt sich in einem angenehmen Rahmen. Man kann Valdora eigentlich nur empfehlen und das nahezu jedem.

Vielen Dank an Abacus Spiele für das Rezensionsexemplar!


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