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Axis & Allies - Anniversary



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 14 Jahre


Spieldauer

Ca. 240 bis 880 Minuten


Bewertung (max. 10)

10 Punkte (HOlg)



Verlag

Avalon Hill
Avalon Hill


Autor

Lawrence H. Harris


Bild



Sonstiges:

Axis & Allies ist inzwischen ein immer wiederkehrender Brettspielklassiker. Von der Ausgabe der MB Gamemaster Serie über Axis & Allies Revised bis hin zu den verschiedensten Ablegern (Axis & Allies Pacific, Axis & Allies Europe, Axis & Allies D-Day, Axis & Allies - Battle of the Bulge, Axis & Allies Guadalcanal usw.) reicht die Produktpalette und seit dem November 2008, anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens von Avalon Hill Games, wird diese durch eine ganz besondere Auflage abgerundet. Axis & Allies Anniversary nennt sich diese Jubiläumsausgabe. Neben einem gegenüber der vorangegangenen "Revised-Ausgabe" optisch wesentlich schöner gestalteten und deutlich größeren Spielplan (61x117 cm) bringt diese Ausgabe auch zwei neue Nationen (Italien und China), einen neuen Schiffstyp (Kreuzer) und neue Regeln, insbesondere die Seeschlachten und den Beginn des Spiels (1941 oder 1942) betreffend, mit. Insgesamt runden über 600 Teile aus dieser Anniversary-Ausgabe das ansprechende Gesamtbild ab und machen aus dieser Jubiläumsausgabe einen richtigen Leckerbissen.

Kommen wir zum aus meiner Sicht einzigen Nachteil dieser Anniversary Edition: Sie ist inzwischen schon nicht mehr bzw. nur noch zu astronomischen Preisen in den gängigen Auktionshäusern zu haben. Lag der reguläre Preis irgendwo zwischen 70 und 80 EUR bewegt er sich nun auf einschlägigen Versteigerungsportalen weit im dreistelligen Bereich! Schade, denn nicht nur optisch sondern auch regeltechnisch gefällt mir die Anniversary Edition außerordentlich gut, wobei ich natürlich einräumen muss, dass ein intensiver Test insbesondere auch hinsichtlich des Balancing noch aussteht.

Nach wie vor funktioniert das Spiel aus meiner Sicht am besten zu zweit, es sei denn man mag es etwas weniger strategisch und dafür kommunikativer (was durch aus auch seinen Reiz hat). Im Großen und Ganzen hat sich ja auch gar nicht so viel geändert. Nach wie vor werden sog. IPCs in neue Einheiten investiert, welche bereitgelegt aber erst am Ende eines Spielerzuges eingesetzt werden dürfen. Noch immer werden anschließend zunächst die Einheitenbewegungen in Gefechtssituationen, unmittelbar danach die bestehenden Gefechte und darauf folgend Bewegungen die nicht zu Gefechtssituationen führen und schließlich die Einkommensphase durchgeführt. Auch die Trefferwahrscheinlichkeiten sind gleich geblieben, abgesehen von dem neuen Schiffstyp Kreuzer, der mehr als ein Zerstörer aber noch nicht ganz ein Schlachtschiff ist, und den Transportern, die sich nicht mehr verteidigen können (wie wir noch sehen werden).
Italien ist als eigenständige Achsenmacht dabei, verstärkt die Achse allerdings nicht in dem Maße wie man vermuten könnte, weil die Möglichkeiten von Deutschland dafür entsprechend etwas eingeschränkt sind. Italien kann und dürfte sich in vielen Fällen entweder um Afrika oder eine intensive Unterstützung des Deutschen in Richtung Russland bemühen.


China ist zwar mit eigenen Einheiten (Infanterie) vertreten, aber dennoch nicht vergleichbar mit den anderen alliierten Mächten. Die Spielzüge Chinas werden zusammen mit denen des USA-Spielers und auch durch diesen vorgenommen und müssen ganz eigenen Regeln folgen, welche die Möglichkeiten Chinas im Vergleich zu den anderen Alliierten doch deutlich einschränken. Beispielsweise verfügt China nicht über eigene IPCs um Einheiten zu kaufen und kann auch nur sehr eingeschränkt außerhalb des chinesischen Territoriums agieren. China dürfte in vielen Fällen in erste Linie dazu da sein das Vorankommen Japans auf dem Kontinent zu verlangsamen.

Das hört sich jetzt so an, als wären die Neuerungen gar nicht so gewichtig wie man zunächst möglicherweise vermutet. So ist das allerdings auch wieder nicht! Die gewichtigen Unterschiede im Spiel werden nur durch Neuerungen bewirkt, die zunächst gar nicht so sehr ins Auge fallen (mal abgesehen von den Optischen). Auf den ersten Blick vermutet man viele neue Möglichkeiten und ein anderes Spielgefühl in erster Linie durch die neuen Nationen. Viel gewichtiger ist aus meiner Sicht eine "kleine" Regeländerung, die gar nicht so gewichtig "aussieht". Sie betrifft Transporter und damit einen Einheitentyp, der ja, mal abgesehen von der Möglichkeit mit ihnen amphibische Angriffe durchzuführen, gar nicht so "stark" ist.
Diese kleine Regeländerung besagt, dass Transporter, die an einer Schlacht teilnehmen, im Falle von Treffern nicht mehr als Verlust gewählt werden und sich auch nicht verteidigen können. Sie nehmen quasi nur als "Zuschauer" an einer Schlacht teil und gehen automatisch verloren, sobald die letzte kämpfende befreundete Marineeinheit versenkt wurde. Damit können Transporter auch nicht mehr als "Kanonenfutter" zum Schutz wertvoller Einheiten (lieber einen Transporter ersetzen als ein Schlachtschiff, insbesondere wenn die Schlacht noch weiter geht) dienen und sich noch nicht einmal mehr mit einem einzigen Würfel verteidigen. Dienten sie also früher öfter mal dem Schutz anderer Einheiten sind sie nun diejenigen, die Schutz benötigen.

Und es gibt noch weitere Änderungen, welche die Strategien auf See beeinflussen dürften. U-Boote besitzen noch immer ihren Erstschlag, doch genauso wie Transporter können sie feindliche Schiffe nicht mehr am Durchqueren von Seegebieten hindern, d.h. auch keine amphibischen Angriffe. Insbesondere bei diesen Landungsangriffen können beispielsweise Schlachtschiffe eine Invasion durch ein Küstenbombardement unterstützen und müssen sich nicht um feindlich U-Boote und Transporter vor der Küste kümmern.

Zusätzlich zu den gemeinsamen Zielen der Achsenmächte auf der einen und den Alliierten auf der anderen Seite verfolgt jede Nation nun auch eigene Ziele, sog. "National Objectives", die bei Erfüllung einen Bonus bedeuten und den tatsächlichen historischen Gegebenheiten nachempfunden sind.
Strategische Bombardements haben nun keine unmittelbaren Auswirkungen mehr auf die IPC einer Nation. Eine Bombardierte Fabrik erhält entsprechend des zugefügten Schadens durch einen Bombenangriff Schadensmarker, maximal in Höhe des doppelten IPC-Wertes des angegriffenen Landes. Jeder Schadensmarker kann zu Beginn des Zuges der entsprechenden Nation für 1 IPC repariert werden, muss das aber nicht. Für jeden nicht entfernten Schadensmarker kann diese Fabrik eine Einheit weniger produzieren, es dürfen in diesem Land also entsprechend viele neue Einheit weniger als normalerweise erlaubt (IPC-Wert des Landes) aufgestellt werden.

Die Summe der Neuerungen, insbesondere die beiden möglichen Startaufstellungen, bringt in jedem Fall frischen Wind in den Axis & Allies Alltag. Und gemäß dem Motto "Das Auge spielt mit" kann...nein...könnte ich jedem diese Jubiläumsausgabe nur ans Herz legen. Könnte, weil man sie leider nur noch sehr schwer (und höchstwahrscheinlich teuer) bekommen kann. Die Frage was einem diese Jubiläumsausgabe wert ist, muss jeder für sich beantworten, den regulären Preis war sie mir auf jeden Fall wert!

Vielen Dank an Avalon Hill für das Rezensionsexemplar!


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