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Schinderhannes



Anzahl Spieler

Für 1 bis 4 Spieler
ab 8 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 bis 45 Minuten


Bewertung (max. 10)

9 Punkte (HOlg)

Weitere Bewertungen

9 Punkte (Thomas Fischer)


Verlag

Clicker Spiele
Clicker Spiele


Autor

Stephan Riedel


Bild



Sonstiges:

Weiß jemand von euch, wer Johannes Bückler war? Ich bis vor kurzem nicht, wobei mir die Person an sich schon ein Begriff ist, nur unter einem anderen Namen. Schinderhannes lautet dieser, genauso wie das gleichnamige Spiel aus dem Hause Clicker Spiele, und unter diesem Spitznamen kennen ihn bestimmt einige mehr. Sein recht kurzes Leben Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts bestand in erster Linie aus Straftaten. Bereits während seiner ersten Lehrzeit bei einem Wasenmeister (auch Schinder genannt) geriet er auf die "schiefe Bahn" die ihn letztlich zu seinem Spitznamen und seinem frühen Ende unter dem Schafott führte.

Obwohl die Ereignisse im Leben des Johannes Bückler und auch zahlreiche seiner Taten heute bekannt sind gilt es im Spiel Schinderhannes herauszufinden, welches Ereignis und welche Tat sich an welchem Ort zugetragen hat. Der/die Spieler schlüpfen dazu in die Rolle von Einwohner der Orte, in deren Umgebung der Schinderhannes sein Unwesen trieb. Im Rahmen eines Kneipenstammtisches versuchen sie gemeinsam mittels einer Landkarte der Umgebung und logischen Schlussfolgerungen aus ihnen bekanntgewordenen Gerüchten und Hinweisen (Informationskarten) die einzelnen Tatorte einzuschränken und letztlich definitiv festzustellen, was wo passiert ist. Dabei gibt es für jeden Hinweis der die möglichen Tatorte einschränkt eine Belohnung die umso höher ausfällt, je genauer sich durch ihn ein oder mehrere Ereignisse einzelnen Orten zuordnen oder diese sich sogar konkret feststellen lassen.
Irgendwie kommt ihnen das bekannt vor? Dann kennen sie mit Sicherheit das Spiel "Old Town" vom gleichen Autor. Damals mussten die Spieler als Archäologen an Hand von Ausgrabungsinformationen den Stadtplan einer alten Westernstadt rekonstruieren. Abgesehen vom Thema werden sich Kenner und Liebhaber von "Old Town" als Ermittler in den Fällen des Schinderhannes recht schnell zu Hause und wohl fühlen, denn der Schinderhannes ist mehr eine Weiterentwicklung von Old Town als ein neues Spiel.

Insgesamt 16 Verbrechen bzw. Ereignisse haben in 16 Ortschaften stattgefunden, in jeder Ortschaft immer nur eines. Mehr ist zunächst nicht bekannt und das ist wenig, denn rein theoretisch ergibt das gelinde gesagt sehr viele Kombinationsmöglichkeiten. Aufgeteilt sind diese Verbrechen in vier Kategorien, den Viehdiebstählen (Esel-, Hammel-, Pferde und Bienenstockdiebstahl), den Straftaten (Einbruch, Räuberball, Beute verkaufen und Machtdemonstration), den "Schweren Verbrechen" (Raubüberfall, Erpressung, Mord und Straßenraub) und schließlich der Kategorie "Ausbruch/Gefängnis" (Verhaftung, Ausbruch, Gefängnis und Unterschlupf). Diese Aufteilung ist wichtig, da die Informationskarten, mittels derer sich die Tatorte immer weiter einschränken lassen und von denen jeder Mitspieler anfangs vier auf die Hand bekommt, an Hand ihrer Rückseiten diesen Kategorien und teilweise konkreten Taten bzw. Ereignissen zuordnen lassen. Beim Nachziehen von Informationskarten von den insgesamt sechs vorhandenen Nachziehstapeln (vier Stapel entsprechend den Kategorien der Ereignisse und zwei Ortschaftskartenstapel) lässt sich dieses Wissen verwenden um ganz konkret zu einer Tat, einer Tatkategorie oder einer Ortschaft Informationen zu bekommen.

Für jedes Delikt gibt es sechs Plättchen, mit denen sich mögliche Tatorte auf der Karte, dem Spielplan markieren lassen. Die fünf kleineren Plättchen eines Delikts sind Hinweismarker und werden verwendet, solange sich ein Delikt noch nicht auf einen bestimmten Ort festlegen lässt. Mit ihnen werden alle theoretisch möglichen Tatorte markiert. Das große Plättchen kommt erst zum Einsatz, wenn der Ort, an dem das entsprechende Delikt stattgefunden hat, feststeht, um diesen entsprechend zu markieren.

Die Informationskarten sind in vier Arten unterteilt. Es gibt die sog. "Deliktkarten", die sich ganz konkret auf ein Delikt beziehen, welches sich mit einer solchen Karte auf jeden Fall schon einmal auf vier Ortschaften eingrenzen lässt. Liegen noch keine Marker des entsprechenden Delikts auf dem Spielplan, nimmt man die fünf kleinen passenden bereitliegenden Hinweismarker und legt einen auf jeden auf der Informationskarte angegebenen Ort. Ein Plättchen bleibt übrig und dieses darf der Spieler am Zug am Ende in einen Siegpunkt auf der Siegpunktleiste umwandeln. Der Spieler hat das entsprechende Delikt von anfangs fünf (mehr dürfen und können nicht sein) auf nun nur noch vier mögliche Orte eingeschränkt.
Aber auch wenn bereits Plättchen des entsprechenden Delikts auf dem Spielplan liegen lässt sich eine solche Karte einsetzen. Alle eingesetzten Plättchen des entsprechenden Delikts die nicht auf einem der vier auf der Karte genannten Orte liegen, dürfen entfernt werden und bedeuten bei Zugende Siegpunkte.
Diese Karten sind zu Spielbeginn besonders nützlich, denn da immer nur vier mögliche Tatorte für ein Delikt genannt sind, kann man sie im Gegensatz zu anderen Informationskarten jederzeit ausspielen.

Die zweite Art Informationskarten sind die "Gruppenkarten". Diese beziehen sich immer auf eine der vier Deliktgruppen. Man wählt eines der Delikte aus der entsprechenden Gruppe und kann dieses nun auf eine der vier Himmelsrichtung festlegen.
Hierzu muss man wissen, dass ein Fluss mit zwei Nebenarmen die Landkarte in einen nördlichen und südlichen bzw. westlichen und östlichen Bereich unterteilt, in denen immer je acht der Ortschaften liegen. Da es für jedes Delikt nur fünf Hinweismarker gibt, lassen sich diese Informationskarten nicht jederzeit nutzen. Ein Delikt dessen Hinweismarker noch nicht auf dem Spielplan liegen ließe sich durch eine solche Karte lediglich auf acht Orte eingrenzen, sofern keiner der in Frage kommenden Orte bereits als Ort eines Geschehens festgelegt wurde und mit einem der großen Deliktplättchen belegt ist. Eine Gruppenkarte ist daher erst dann spielbar, wenn durch sie für neu auf den Spielplan einzusetzende Hinweismarker maximal fünf Orte in Frage kommen bzw. bereits ausliegende Hinweismarker entfernt werden können. Natürlich macht es auch keinen Sinn eine Gruppenkarte zu spielen, mit der alle fünf Hinweismarker eines Delikts eingesetzt werden müssten, denn dann bliebe kein Hinweismarker übrig und es gäbe bei Zugende auch keine Siegpunkte.

Die Flussarme teilen die vorhandenen Ortschaften nicht nur in die vier Himmelsrichtungen sondern auch in vier Bezirke mit je vier Orten auf und daher gibt es auch Informationskarten die sich "Bezirkskarten" nennen. Diese Informationskarten beziehen sich immer auf zwei Delikte die in benachbarten Orten stattgefunden haben, wobei die Karte vorgibt, ob diese benachbarten Orte im selben oder in benachbarten, also durch einen Fluss(-arm) getrennten Bezirken liegen. Benachbart sind Orte immer dann, wenn sie durch einen Weg miteinander verbunden sind. Solche Karten sind natürlich nur dann spielbar, wenn zumindest von einem der beiden Delikte Plättchen (klein oder groß) auf dem Spielplan liegen.

Schließlich gibt es noch die sog. "Ortschaftskarten". Diese geben Hinweise darauf, welche Delikte im angegeben Ort stattgefunden haben können und so lassen sich "falsche" Hinweismarker ausschließen und in Punkte umwandeln.

Was sich zunächst recht kompliziert anhört bzw. liest ist spätestens nach einer Proberunde kein Problem mehr! Kommt ein Spieler an die Reihe hat er zwei Möglichkeiten. Entweder er spielt eine seiner Informationskarten aus, legt oder entfernt entsprechend Hinweismarker, erhält für die entfernten bzw. nicht gelegten Plättchen Siegpunkte, legt bei Bedarf eine nicht (mehr) benötigte Informationskarte ohne Auswirkung ab und füllt seine Kartenhand wieder oder er passt, wirft beliebig viele Handkarten ab und zieht eine Karte mehr als abgeworfen wurde nach. Die zweite Option kommt eigentlich nur zum Einsatz, wenn man mit den vorhandenen Karten gar keinen vernünftigen Zug machen kann.

Neben den vier Informationskarten erhält jeder Spieler zu Beginn noch eine Karte mit der sich ein beliebiger Hinweismarker entfernen lässt. Für einen so entfernten Hinweismarker erhält man zum einen 1 Siegpunkt und zum anderen lässt sich bei geschicktem Einsatz manchmal dadurch auch ein Tatort (oder mehrere) definieren, was zum entfernen weiterer Hinweismarker und damit zu Siegpunkten führt.

Das Spiel endet, sobald entweder jeder Ortschaft ein Ereignis zugeordnet werden konnte oder sowohl die Nachziehstapel als auch die Handkarten der Spieler aufgebraucht wurden. Wer nun die meisten Siegpunkte vorweisen kann, hat am besten zur Aufklärung der Sachverhalte beigetragen und gewinnt das Spiel.

Wer Old Town nicht kennt hat vor dem Spielspass eine gewisse Regelhürde zu nehmen. Nicht weil das Spiel sonderlich kompliziert wäre sondern aufgrund der ungewöhnlichen Spielelemente die sich einfach besser erfahren als erklären lassen. Die Funktion der Informationskarten lässt sich zwar der Spielregel entnehmen aber um zu verstehen wie sich diese so richtig auswirken (können) und was für Möglichkeiten mitunter in den Informationskarten stecken muss man das Spiel spielen. Und das kann man in jeder Besetzung - sogar alleine mit einem der vier mitgelieferten Solorätsel - gleich gut. Mit dem Verständnis und dem Gefühl für die Informationskarten nimmt der Wiederspielreiz in den ersten Partien von Spiel zu Spiel immer mehr zu und hält sich auch lange auf einem recht hohen Niveau.

Der Glücksfaktor durch die Karten ist wie bei Old Town zwar vorhanden, stört aber, wie schon beim Vorgänger, nicht wirklich. Thematisch hat mir Old Town schon sehr gut gefallen aber auch die Schinderhannes-Thematik gefällt und scheint mir sogar noch etwas besser zu diesem deduktiven Spiel zu passen.
Tja und so richtig abgerundet wird dieses Spiel nun auch in optischer Hinsicht. Sah Old Town doch sehr nach Kleinverlag aus wirkt Schinderhannes nun auch in dieser Hinsicht richtig professionell, wobei ich auch das Erscheinungsbild des Vorgängers, wenn schon nicht unbedingt als schön, so aber in jedem Fall als passend, stimmungsvoll und das Flair des Spiels unterstützend angesehen habe.

Wer das inzwischen nicht mehr erhältliche Old Town "verpasst" hat, dem kann ich Schinderhannes nur ans Herz legen. Endlich gibt es wieder die Möglichkeit an dieses Spiel zu kommen!

Vielen Dank an Clicker Spiele für das Rezensionsexemplar!


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