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Opera



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 90 bis 120 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Hutter Trade
Hutter Trade


Autor

Hans van Tol


Bild



Sonstiges:

Die Oper, oder lateinisch Opera, ist seit dem 17. Jahrhundert Oberbegriff für ein musikalisches Werk in dem sich Musik, Dichtung, darstellende Kunst und Schauspiel, Ballett und Tanz, Bühnenbild, Beleuchtung und diverse Effekte sowie Maske und Kostüme vereinigen. Klingt nach einem schönen und vor allem unverbrauchten Thema für ein Brettspiel. Doch keine Angst, Opernliebhaber muss man nicht sein, um Opera zu mögen, denn in erster Linie beschäftigt die Spieler das Drumherum und nicht die Opern an sich. Es geht um den Erwerb und die Aufführung von Musikstücken, das Errichten und Erweitern von Opernhäusern in den verschiedenen Städten Europas und das Fördern bevorzugter Künstler, kurz zusammengefasst um das Geschäft rund um und mit Opern.
Und wozu der ganze Aufwand? Nicht wegen Geld, nein der Ruhm ist es, um den es letztlich geht und der in Form von Siegpunkten auf einer Leiste um den Spielplan herum festgehalten wird. Ihn zu erlangen ist gar nicht so einfach und es werden reichlich Gelder benötigt um alle das zu finanzieren, was letztlich Ruhm im Operngeschäft einbringt. Ein zu knappes Budget kann der Konkurrenz zu einem entscheidenden Vorteil verhelfen und daher muss das nötige Kleingeld durch Opernaufführungen erwirtschaftet werden, denn das Startkapital ist mit etwa 20 Dukaten denkbar knapp bemessen. Auch das anfangs einem jeden Spieler in Venezia zur Verfügung stehende Opernhaus mit einem Hauptsaal sowie ein talentierter aber unbekannter Hauskomponist können bestenfalls ein Anfang, eine kleine Starthilfe im harten Operngeschäft darstellen.

Neun in drei Epochen (Barock, Klassik und Romantik) unterteilte Runden lang konkurrieren die bis zu vier Spieler um die Werke großer Komponisten und um die Hilfe und Unterstützung eines Impresario, eines Architetto, einer Signora, eines Maestro, eines Critico und eines Esperto. Jeder dieser Charaktere ist Fachmann auf seinem Gebiet und gewährt gegen eine angemessene Bezahlung seine Unterstützung. Ein Impresario (Operndirektor) kauft für die Spieler bis zu zwei Musikstücke von Komponisten wie Mozart oder Wagner, die umso teurer sind, je populärer ein Künstler zum Zeitpunkt des Kaufes ist. In diesem Zusammenhang darf ein Spieler der den Impresario engagiert hat auch alle Musikstücke nahezu beliebig auf seine vorhandenen Säle seiner Opernhäuser verteilen. Lediglich dem Bedürfnis der Zuschauer nach Abwechslung muss Rechnung getragen werden und so dürfen nie zwei Werke eines Künstlers im selben Opernhaus aufgeführt werden.

Für die Neuerrichtung und den Ausbau der Opernhäuser muss ein Architetto (Architekt) verpflichtet werden. Dieser sorgt dafür, das zu klein gewordene Opernhäuser um weitere Säle erweitert oder neue Opernhäuser in Städten, die erst im Lauf der Zeit (des Spiels) Nachfrage an der Opernmusik entwickeln, neu errichtet werden.

Die Signora, die Kammerfrau, bringt Geld in die Kasse, in dem sie für die Spieler Musikstücke an das Palazzo verkauft. Diese kurzfristige Finanzspritze ist besonders bei bekannten und beliebten Komponisten interessant, denn bezahlt wird der doppelte Wert des aktuellen Kaufpreises, der wiederrum vom Bekannt- und Beliebtheitsgrad eines Künstlers abhängig ist. Problematisch ist dabei, dass das Palazzo nur begrenzt kauft und auch niemals Stücke von einem Künstler, von dem bereits ein Werk im Palazzo aufgeführt wird.
Erst wenn das Palazzo voll besetzt ist oder am Ende einer Epoche, wird es wieder geleert und es besteht neue Nachfrage.

Bei diesen drei bisher genannten Charakteren ist zu erwähnen, dass bei ihnen nicht nur derjenige, der sie engagiert von ihren Fähigkeiten profitiert sondern alle anderen ebenfalls diese Dienste in Anspruch nehmen können. Gegen Bezahlung versteht sich!

Die drei folgenden Charaktere sind sog. "Experten" und in Form von Spielfiguren auf dem Spielplan vorhanden. Sie reisen von Stadt zu Stadt und stellen immer nur ihrem Auftraggeber exklusiv ihre Dienste zur Verfügung. Trotzdem kann es sein, dass auch Konkurrenten mit profitieren, wie wir gleich sehen werden.
Der Maestro (Dirigent) beispielsweise reist in die Stadt, die sein Auftraggeber wünscht, sofern dort noch ein Expertenplatz verfügbar ist. Dort verdoppelt er alleine durch seine Präsenz das Einkommen aller Spieler mit Opernhäusern dort.

Der Critico (Kritiker). Dieser reist ebenfalls in die Stadt der Wahl seines Auftraggebers, der dann den Ruhm eines Künstlers, von dem in dieser Stadt ein Stück aufgeführt wird, erhöhen oder verringern und ihn um bis zu zwei Stufen auf der Ruhmesleiste entsprechend nach oben oder unten versetzen darf.

Schließlich gibt es noch den Esperto, den Opernfreund. Auch dieser reist nach Wunsch seiner Auftraggeber von Stadt zu Stadt und sorgt für Siegpunkte. Alle Musikstücke einer Stadt bringen den Besitzern der Opernhäuser in denen sie aufgeführt werden doppelt so viele Siegpunkte wie der aktuelle Ruhmeswert des entsprechenden Künstlers.

All das, das Engagieren der Fachleute, das kaufen von Werken oder das (Aus-)Bauen von Opernhäusern kostet Geld. Am Anfang jeder Runde entscheidet sich jeder Spieler zunächst geheim, wie viel seines Geldes er als Budget für das Anheuern von Experten zur Verfügung haben will. Dieses Budget wird auf einer Leiste festgehalten und bestimmt anschließend auch die Spielerreihenfolge in der folgenden Spielrunde. Derjenige mit dem höchsten Budget ist so lange am Zug und heuert Charaktere an, bis sein Restbudget niedriger als das eines anderen Spielers ist, der dann anschließend eben solange am Zug ist usw.
Wer kein oder kein ausreichendes Budget zur Verfügung hat, der kann keine Charaktere anheuern und damit deren Dienste nutzen. Von daher ist das Festlegen des Rundenbudgets immer gut abzuwägen. Zu wenig ist definitiv nicht gut, zu viel bringt aber auch nichts, denn während die Charaktere vom Budget bezahlt werden, müssen die Kosten für Musikstücke oder Baumaßnahmen an Opernhäusern aus der ganz normalen Kasse bezahlt werden, die also auch nie ganz leer sein sollte.

Am Ende jeder Runde werden Einnahmen kassiert, damit jeder sein Budget für die kommende Runde wieder auffüllen kann. Jedes Opernhaus bringt dabei Dukaten und zwar umso mehr, je mehr verschiedene Musikstücke dort aufgeführt werden. Ein Opernhaus mit einem Saal in dem ein Musikstück gezeigt wird bringt 1 Dukaten, ein Opernhaus mit zwei Sälen 3 Dukaten usw.

Nach jeweils drei Runden endet eine Epoche und es kommt zu einer Wertung bei der jedes in einem Hauptsaal eines Opernhauses aufgeführte Musikstück Siegpunkte einbringt. Je besser dabei ein Komponist auf der Ruhmesleiste positioniert ist, je berühmter und angesagter er also ist, desto mehr Siegpunkte gibt es. Leere Säle bringen nicht nur keine Punkte, sie schlagen sogar mit Minuspunkten zu Buche. Ein paar Bonuspunkte kann man noch für den sog. Komponisten des Jahrhunderts bekommen und schon geht es mit der nächsten Epoche, zu deren Beginn neue Musikstücke geschaffen (zufällig gezogen) werden und neue Städte für den Bau von Opernhäusern zur Verfügung stehen, weiter.
Wer nach neun Runden, also nach der dritten Epoche die meisten Siegpunkte auf seinem Konto hat, gewinnt die Partie Opera.

Optisch und thematisch hat mich Opera sofort angesprochen. Thematisch nicht etwa weil ich ein großer Opernfreund bin sondern hauptsächlich wegen der Unverbrauchtheit des Themas. Die Mechanismen sind teilweise nicht wirklich neu, das Nutzen verschiedener Charaktere kennt man beispielsweise aus Puerto Rico, aber sie haben sich schon dort bewährt und werden in Opera sinnvoll verfeinert. Der Einsatz des Kapitals als Budget für Charaktere bzw. als Kapital zum Bau von Opernhäusern und Sälen oder zum Kauf von Musikstücken, der in jeder Runde neu überlegt sein will, sei beispielhaft genannt. Diese Überlegungen sind besonders in der kapitalknappen Anfangszeit extrem wichtig und entscheiden nicht nur darüber welche oder wie viele Aktionen man durchführen kann, sondern auch in welchem Umfang und auch über die Zugreihenfolge, die schon so manches Mal interessant werden kann.

Der Spannungsbogen ist allerdings ein kleines Problem. Während zu Beginn wirklich viel zu überlegen und abzuwägen ist, treten beispielsweise die Überlegungen das Budget betreffend immer weiter in den Hintergrund. Das zur Verfügung stehende Kapital wächst immer weiter an und das Rundenbudget kann immer großzügiger ausfallen ohne dass der Kassenbestand bedenklich absinkt. Neun Runden scheinen hier im Hinblick auf die Entwicklung der Einnahmen der Spieler ein bisschen zu viel des Guten zu sein.
Auch die Spielregel ist für meinen Geschmack nicht gerade übersichtlich und lässt hier und da Raum für Spekulationen.

Was bleibt ist ein optisch und thematisch ansprechendes und auch funktionierendes aber am Ende etwas langatmiges Spiel, das taktische Anforderungen an seine Spieler stellt und unterhält aber gegen Ende etwas abfällt.

Vielen Dank an Hutter Trade für das Rezensionsexemplar!


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