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Egizia



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 bis 90 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Hans im Glück
Hans im Glück


Autor

Armstrong -


Bild



Sonstiges:

Der Nil war im alten Ägypten die Lebensader des Landes und ist auch heute noch von großer Bedeutung. Brettspiele wie beispielsweise Egizia die in Ägypten "spielen" kommen daher selten an diesem über 6000 Kilometer langen Fluss vorbei . Auch auf dem Spielplan von Egizia, einer Essener Messeneuheit von 2009 aus dem Hause Hans im Glück, ist das Nildelta zu sehen. Fünf Runden lang wird der Nil befahren, Bautrupps gebildet und Steinbrüche ausgebeutet um am Bau von Königsgräbern, Sphinxen, Obelisken, Pyramiden und Tempeln mitzuwirken, denn diese baulichen Fortschritte bringen die benötigten Siegpunkte.

Jeder Spieler verfügt neben vier Bautrupps auch über ein Tableau, auf dem diese abgelegt werden können und zwar immer in den Feldern, die der Stärke des jeweiligen Bautrupps entsprechen. Drei dieser Bautrupps haben anfangs die Stärke 1, der vierte, ein sog. Joker-Bautrupp und der einzige der auch mit anderen Bautrupps zusammen harmoniert und kombiniert werden kann, hat bereits die Stärke 2. Die Stärke eines Bautrupps legt nicht nur seine Leistungsfähigkeit fest sondern bestimmt auch den Nahrungsbedarf, der Runde um Runde von den Spielern aufgewendet werden muss.
Unterhalb der Bautrupps werden die Steinvorräte eines Spielers festgehalten. Diese sind zu Spielbeginn von der zufällig ermittelten Spielerreihenfolge in der Art abhängig, dass der erste Spieler am Zug weniger Steine als alle anderen in seinem Vorrat hat und der letzte der ersten Runde über die meisten Steine verfügt.

Neben den Bautrupps und den ersten Steinen besitzt jeder Spieler gleich zu Beginn auch eine sog. Steinbruch- und eine Getreidekarte. Durch solche Karten bestimmt sich der Zuwachs an Nahrung und Steine pro Runde und sicherlich werden von allen Spielern im weiteren Spielverlauf weitere solcher Karten benötigt um im Wettstreit beim Errichten antiker ägyptischer Bauwerke konkurrenzfähig zu bleiben.

Zu Beginn jeder Runde werden 10 sog. Nilkarten gezogen und offen auf die passenden Felder neben dem Nil gelegt, der anschließend beginnend mit dem Startspieler befahren wird. Reihum platzieren die Spieler immer eines ihrer Schiffe auf ein Nilfeld, um entweder die dort liegende Karte oder die Aktion des Feldes nutzen zu können. Dabei muss beachtet werden, dass auf jedem Feld immer nur ein Schiff stehen darf und jedes weitere Schiff eines Spielers immer unterhalb des zuletzt platzierten eingesetzt werden muss. Alle Felder oberhalb des am weitesten "unten" platzierten Schiffes eines Spielers sind für diesen in der laufenden Runde nicht mehr erreichbar.

Kann oder will kein Spieler mehr Schiffe einsetzen müssen die Bautrupps ernährt werden. Die Anzahl an Getreideeinheiten durch Karten (Getreide-, Nilkarten usw.) muss mindestens der Gesamtstärke aller Bautrupps entsprechen. Ist dies nicht der Fall, müssen Verluste auf der Siegpunktzählleiste hingenommen werden, die der Unterversorgung entsprechen. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass die Nahrung bringenden Karten verschiedene Geländetypen haben können, die teilweise eine Bewässerung voraussetzen um einen Ertrag abzuwerfen. Ein sog. "Wasserring", der ebenfalls durch die Spieler beeinflusst werden kann, legt fest, welche Geländetypen bewässert werden und damit bei der Versorgung der Bautrupps berücksichtigt werden dürfen.

Nach der Ernährungsphase erhalten die Spieler Nachschub an Baumaterialien. Entsprechend der Steinbruchkarten der Spieler dürfen diese ihren Vorrat im unteren Bereich des Tableaus bis maximal 25 Steine aufstocken.
Anschließend dürfen diese Baustoffe auch gleich zum Bau verwendet werden, allerdings nur von den Spielern, die eines der Felder an den drei Bauplätzen am Nil mit einem ihrer Schiffe besetzt haben. Der Bau an der Sphinx bedeutet eine Sphinxkarte, die aber aus einer bestimmten Auswahl gewählt werden darf. Aus wie vielen Karten gewählt werden darf, hängt von der Stärke des für dieses Bauvorhaben eingesetzten Bautrupps ab. Je stärker ein Bautrupp (ggf. zusammen mit dem Jokerbautrupp) desto mehr Karten stehen zur Auswahl. Für jede gezogene Karte muss ein Stein aus dem Vorrat abgegeben werden.
Sphinxkarten sind interessant, weil sie am Ende des Spiels Siegpunkte bringen sofern ihre Vorgaben (z.B. mindestens sechs eigene Steine in der Pyramide) erfüllt wurden. Jede gezogene Sphinxkarte, die man ungenutzt abwirft bringt einen Siegpunkt und so sind beim Bau an der Sphinx starke Bautrupps nicht nur deswegen interessant, weil man mehr Karten zur Auswahl hat sondern auch weil die ungenutzten Karten unmittelbar Siegpunkte bedeuten.

Auch an den Obelisken und Gräbern kann gebaut werden und auch hier muss ein noch nicht eingesetzter Bautrupp zur Verfügung stehen. Dabei muss die Stärke des Bautrupps mindestens so hoch sein, wie die Ziffer auf dem Feld bzw. Plättchen, welches bebaut werden soll, vorgibt. Das bebaute Feld wird mit einem Stein in der Spielerfarbe markiert, die Siegpunkte auf der Zählleiste festgehalten, der eingesetzte Bautrupp umgedreht und damit für diese Runde als bereits eingesetzt markiert und der Steinvorrat entsprechend der Vorgabe auf dem Baufeld reduziert.
Wichtig ist beim Obelisken, dass von unten nach oben gebaut werden muss und auch erst die Basis bestehend aus zwei Baufeldern vollständig errichtet sein muss, bevor weiter in die Höhe gebaut werden kann.

Die Pyramide und die Tempel sind die letzte der Baumöglichkeiten. Hier wird genauso verfahren wie beim Obelisken, wobei es bei der Pyramide noch Bonuspunkte zu ergattern gibt und zwar für den- bzw. diejenigen, die Mehrheiten in den einzelnen Ebenen der Pyramide erhalten haben. Wer also die meisten Steine in einer Ebene der Pyramide verbauen konnte, der erhält für jede dieser Ebenen zwei Bonuspunkte.

Und weil wir gerade bei Bonuspunkten sind, es werden in jeder Runde auch Bonuspunkte für das Mitwirken an Bauwerken vergeben. Wer an einem Bauwerk gebaut hat, erhält einen Bonuspunkt, wer an zwei Baustellen tätig war erhält drei und wer sich an allen drei Baustellen beteiligt hat sogar sechs Bonuspunkte.
Sind alle Sieg- und Bonuspunkte auf der Zählleiste festgehalten, wird die nächste Runde gespielt, wobei die Spielreihenfolge der umgekehrten Reihenfolge der Spieler auf der Zählleiste entspricht, d.h. derjenige mit den wenigsten Punkten kommt zuerst an die Reihe usw.
Nach fünf Runden endet das Spiel mit einer Schlusswertung, in der die Sphinxkarten berücksichtig, ggf. Steine verkauft und der Wert der Gräberplättchen ermittelt wird. Gewinner ist derjenige, der auf der Zählleiste am weitesten voran gekommen ist.

Feinheiten wie der Getreidemarkt, der Steinverkauf oder die Gräberplättchen sind zwar unberücksichtigt geblieben, stellen aber auch "nur" Details dar, die der Spielanleitung vorbehalten bleiben können. Egizia ist ein Planungs- und Optimierungsspiel bei dem viel bedacht werden muss. Reizvolle sprich punkteträchtige Karten sollte man sich zwar nach Möglichkeit sichern aber immer muss dabei berücksichtigt werden, dass man nie oberhalb des zuletzt gesetzten eigenen Schiffes einsetzen kann. Vorpreschen ist da nicht immer sinnvoll und in der glücklichen Lage eine gute Karte recht weit oben am Nil vorzufinden kann nur nutzen, wer bald am Zug ist. In diesem Zusammenhang hat der Startspieler leichte Vorteile, doch dem wird dadurch Rechnung getragen, dass immer der Punktschwächste in den Genuss dieses Vorteils kommt.

Sphinxkarten sind recht bald im Spiel natürlich deswegen interessant, weil man noch reichlich Zeit hat die Vorgabe zu erfüllen bzw. sein Spiel darauf auszurichten kann. Andererseits hat man später stärkere Bautrupps und damit eine größere Auswahl und kann mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit an Sphinxkarten gelangen, zu deren "Erfüllung" gar nicht mehr viel, im besten Fall gar nichts mehr, getan werden muss.
Wenn man baut, dann sollte man das richtig tun, heißt an möglichst vielen der drei Baustellen in derselben Runde, denn das bringt ordentlich Bonuspunkte. In einer Runde an allen Baustellen werkeln bringt sechs Bonuspunkte, während nur insgesamt drei Bonuspunkte anfallen, wenn man in jeder Runde immer nur an einer Baustelle tätig wird. Natürlich muss man auch hier die Konkurrenten im Auge behalten.

Die Möglichkeiten sind vielfältig und es fließt sicherlich einiges Wasser den Nil hinunter, bis man sich so richtig sicher auf dem Fluss bewegt. Abwechslung und Kurzweile bietet Egizia ohne aber das Rad neu zu erfinden. Das wird vielen gefallen während sich einige sicherlich mehr Innovation wünschen. Unstrittig dürfte sein, dass Egizia einwandfrei funktioniert und auch nach mehreren Partien noch reizvoll ist.

Vielen Dank an Hans im Glück für das Rezensionsexemplar!


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