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Fresko



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 45 bis 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

8 Punkte (HOlg)



Verlag

Queen Games
Queen Games


Autor

Marco Ruskowski,
Marcel Süßelbeck


Bild



Sonstiges:

Als Fresko bezeichnet man ein Wand- oder Deckenbild. Eines der berühmtesten Beispiele für diese Kunstform dürfte in der Sixtinischen Kapelle zu finden sein und das mit ca. 677 qm größte Fresko befindet sich ganz in meiner Nähe, in der Würzburger Residenz. Im Spiel Fresko von Queen Games geht es um das Fresko eines Doms, an dem der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen hat und das anlässlich eines Bischofbesuchs wieder restauriert werden soll. Die Spieler versuchen als Freskenmaler dieses Kunstwerk in altem Glanz erstrahlen zu lassen und obwohl alle am selben Fresko arbeiten versucht sich jeder besonders zu engagieren um als der beste Freskenmaler angesehen zu werden.

Doch allein ein Künstler zu sein reicht nicht aus, viele vorbereitende Handgriffe müssen ebenfalls erledigt werden. Am Markt müssen die benötigten Farben gekauft und ggf. in der Werkstatt gemischt werden. Hin und wieder müssen die Finanzmittel durch Nebenjobs - Portraitmalerei im Auftrag liquider Klienten - aufgebessert werden und auch für die Arbeiten am Fresko selbst benötigt man Zuarbeiter. Aus diesem Grunde gehen jedem Freskenmaler fünf Gehilfen zur Hand. Um erfolgreicher als die Konkurrenz zu sein, will jeder Arbeitstag der Gehilfen gut geplant sein und das beginnt schon mit der Festlegung der Aufstehzeit. Diese hat, wie im richtigen Leben, einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Verlauf eines Tages und wird zu Beginn jeder Runde festgelegt. Je früher ein Arbeitstag beginnt, umso größer ist die Auswahl am Markt, streng nach dem Sprichwort "Der frühe Vogel fängt den Wurm". Doch - und wer schon mal mit wenig Schlaf auskommen musste wird das gut nachvollziehen können - das Frühaufstehen wirkt sich nicht gerade positiv auf die Stimmung der Betroffenen aus. Bei den Gehilfen kann das sogar bis zur Arbeitsverweigerung führen. Und der Frühaufsteher hat noch einen weiteren Nachteil, er muss wesentlich mehr bezahlen als diejenigen, die erst zum "Tagesschlussverkauf" am Markt erscheinen.

Wir gehen jetzt einfach mal davon aus, dass die Dom-Kantine, in der das Frühstück eingenommen werden kann, immer nur Platz für die Gehilfen eines Spielers hat. D.h. zu jeder vollen Stunde dürfen nur immer die Gehilfen eines Spielers ihren Arbeitstag beginnen. Die erste Wahl seiner Aufstehzeit hat dabei immer derjenige, der auf der Siegpunktleiste am weitesten hinten liegt. In der ersten Runde wird die Reihenfolge zufällig bestimmt.
Wer an die Reihe kommt, entscheidet sich also für eine (freie) Aufstehzeit und platziert eine seiner drei Malerfiguren auf der entsprechenden Position des Spielplans. Damit sind die Position in der Zugreihenfolge für die folgenden Aktionen, der Preis für seine Einkäufe am Markt und die Auswirkungen auf seine Stimmung festgelegt. Die Stimmung ist anfangs bei allen Spielern gleich und wird mittels einer zweiten Malerfigur auf einer Stimmungstabelle auf dem Spielplan festgehalten. Gleich nach dem Festlegen der Aufstehzeit werden ggf. die Veränderungen auf der Stimmungstabelle vorgenommen. Sinkt dabei die Stimmung eines Spielers unter einen bestimmten Wert, so muss dieser bei den folgenden Aktionen auf einen seiner Gehilfen verzichten und diesen vor seinem Sichtschirm platzieren (er hat also nur vier Aktionen in dieser Runde) und erreicht die Stimmung einen bestimmten Mindestwert, so erhält der betreffende Spieler einen zusätzlichen Gehilfen in neutraler Farbe (er hat also sechs Aktionen in dieser Runde). Diesen zusätzlichen Gehilfen behält man so lange der Stimmungswert nicht unter den festgelegten Wert absinkt.

Ist der Beginn des Arbeitstages festgelegt wird dessen Ablauf geplant. Hinter einem Sichtschirm werden die zur Verfügung stehenden Gehilfen von allen Spielern gleichzeitig mittels eines Tableaus der die verfügbaren Örtlichkeiten zeigt, zu den Orten geschickt, an denen sie tätig werden sollen. Maximal drei Gehilfen eines Spielers können dabei am selben Ort eingesetzt werden. Diese Örtlichkeiten werden dann der Reihe nach abgearbeitet, wobei die Spieler mit Gehilfen an einem Ort in der Reihenfolge ihrer Aufstehzeit agieren dürfen.

Am Markt können der/die Gehilfen Farben in Form von Holzwürfeln erwerben. Diese sind auf Plättchen abgebildet und jedes Plättchen kostet entsprechend der Aufstehzeit eine bestimmte Summe. Dabei ist egal, ob ein Plättchen nur einen Farbwürfel "liefert" oder mehrere, die Kosten fallen pro Plättchen, nicht pro Farbwürfel an. Zwar kann jeder am Markt eingesetzte Gehilfe ein Plättchen kaufen, allerdings immer nur von einem Stand. Dieser Stand schließt anschließend auch sofort, d.h. verkauft keine Farben an andere Spieler. Diese Standinhaber tun wirklich nur das Nötigste.
Sollte mal gar kein Geld für Einkäufe zur Verfügung stehen, so kann man einen Stand zumindest schließen, so dass das Angebot für die anderen Spieler kleiner ist. Aber wie der Standinhaber genau überzeugt wird seinen Markttag ohne einen einzigen Verkauf zu beenden bleibt ein Geheimnis des entsandten Gehilfen.

Gleich nach dem Farbeinkauf geht es in den Dom, dessen Fresko im Zentrum des Spielplans dargestellt ist, und es darf restauriert werden. Ein Spieler am Zug wählt ein auf dem Fresko liegendes Plättchen aus, gibt die dort abgebildeten Farbwürfel ab, erhält die angegebenen Siegpunkte, die mit einer weiteren Malerfigur auf der Siegpunktleiste festgehalten werden, und legt das Plättchen umgedreht vor sich ab. Auf der Rückseite dieser Plättchen ist nämlich zu sehen, welche finanzielle Zuwendung man in jeder Runde für seine erledigte Arbeit erhält. Werden so langsam Plättchen für Plättchen vom Spielplan entfernt, ist immer mehr vom restaurierten Fresko zu sehen.
Eine Bischoffigur bewegt sich auf dem Fresko und sorgt ggf. für Bonuspunkte. Vor einer Restauration kann ein Spieler den Bischof für eine Münze in eine beliebige Richtung um ein Feld auf dem Fresko bewegen. Dabei versucht er ihn möglichst nahe an das Freskenfeld zu bewegen, das er anschließend restaurieren will, denn befindet sich der Bischof benachbart zum restaurierten Feld gibt es zwei, steht er direkt auf diesem Feld sogar drei Bonuspunkte.
Spätestens wenn die Auswahl der Fresko-Plättchen immer kleiner und es schwieriger wird die passenden Farben zu erhalten gewinnt der ebenfalls zu restaurierende Altar an Bedeutung. Hier gibt es zwar relativ wenig Siegpunkte zu holen, aber man kann immer die einfachen Basisfarben verwenden. Jede höherwertige Farbmischung, die man beliebig zusammen mit den Basisfarben verwenden kann, erhöht die Siegpunkte zumindest ein wenig und bevor man gar keine Siegpunkte bekommen kann, dann doch lieber wenigstens ein paar für Arbeiten am Altar. Dieser scheint auch ziemlich marode zu sein, denn fertig ist er quasi nie. Während des Spiels kann immer am Altar gearbeitet werden.

Sind die Arbeiten im Dom für den laufenden Tag beendet ist Zeit sich bei Geldknappheit einem Nebenverdienst zu widmen und sich der Portraitmalerei gegen Bezahlung zuwenden. Auf diese Weise lässt sich die Kasse für den kommenden Markttag etwas aufbessern. Jeder Gehilfe kann ein Portrait erstellen und das bringt je 3 Taler.

Desweiteren besteht die Möglichkeit und früher oder später auch der Bedarf die Werkstatt aufzusuchen. Dort können Farben gemäß einer Farbtabelle gemischt werden um für das Fresko benötigte, auf dem Markt aber nicht oder nur sehr schwer zu besorgende Farben selbst herzustellen. Jeder Gehilfe kann hier zwei Mal mischen und es gilt dabei natürlich den Bedarf des nächsten Tages abzuschätzen, denn das Farbmischen ist immer erst nach der Arbeit im Dom möglich.

Der Abend dient dann der Zerstreuung um die Gehilfen die besonders früh aufstehen mussten bei Laune zu halten. Jeder Gehilfe im Theater verbessern die Stimmung auf der entsprechenden Tabelle um je zwei Stufen und daher kann so ein Theaterbesuch besonders interessant sein, wenn man plant seine Gehilfen am nächsten Tag recht früh aus den Federn zu hauen.

Nach der Zerstreuung im Theater gehts ab ins Bett. Für Restaurationsarbeiten am Fresko gibt es Geld, die Marktstände werden neu befüllt, die Aufstehzeiten neu festgelegt und der nächste Tag kann kommen. Sobald Sechs oder weniger Plättchen zur Restauration auf dem Fresko liegen beginnt eine letzte Runde, die, abgesehen vom Theaterbesuch der durch eine zweite Möglichkeit am Fresko des Doms zu arbeiten ersetzt wurde, gleichermaßen abläuft.
Jeder Spieler zählt nach dieser letzten Runde sein verbliebenes Kapital und erhält für je zwei Münzen einen zusätzlichen Siegpunkt und wer die meisten Punkte erreichen konnte, gewinnt das Spiel.

Fresko ist aus meiner Sicht mal wieder ein echtes Highlight aus dem Hause Queen Games. Optisch sehr ansprechend, thematisch relativ unverbraucht mit funktionierenden Mechanismen ist Fresko auch was den anpassbaren "Schwierigkeitsgrad" angeht sehr gelungen. Gleich drei Erweiterungen liegen dem Spiel bei und machen einige der Aktionen bei Bedarf etwas komplexer.
Beispielsweise kann man bei einer der Erweiterungen durch die Portraitmalerei auch an Karten kommen, die einmalige und gelegentlich auch dauerhafte Vorteile verschaffen und die sich (nach einigen Runden) prima in einer Strategieplanung berücksichtigen lassen. Bei der zweiten Erweiterungsmöglichkeit reduzieren Aufträge des Bischofs zwar die regelmäßigen Einnahmen, bringen aber dafür andere Vorteile in Form von einmaligen Siegpunkten und manchmal regelmäßigen Farbsteinen. Zusätzliche Farben ermöglichen schwieriger zu erstellende Freskenabschnitte im dritten Erweiterungsmodul, die dafür aber sehr punkteträchtig sind.

Die Spielmechanismen sind thematisch größtenteils recht stimmig umgesetzt, sieht man mal davon ab, dass es etwas seltsam anmutet, wenn Anbieter auf einem Markt nach nur einem Kunden ihren Laden für den Rest des Tages schließen und sich ggf. sogar ohne Kauf dazu überreden lassen. Aber darüber ist leicht hinweg zu sehen, ist die spielerische Notwendigkeit doch einleuchtend und nicht themazerstörend.
Die Spieler werden gefordert, denn ohne Planung kann man Fresko nicht gewinnen, aber dabei auch nicht überfordert. Durch die Erweiterungsmodule lässt sich die Komplexität ein klein wenig den Bedürfnissen der Mitspieler anpassen und dieser modulare Aufbau der Regel ist eine super Sache.
Allerdings ist schon im "Basisspiel" einiges zu bedenken, wirkt sich doch beispielsweise die Aufstehzeit auf alle Belange der restlichen Spielrunde aus (Reihenfolge, Kosten, Stimmung). Insbesondere gegen Ende des Spiels wird die Spielerreihenfolge immer wichtiger, um sich an der immer kleiner werdenden Auswahl an Fresko-Plättchen bedienen zu können. Wer gegen Ende über ein kleines Geldpölsterchen verfügt wird den letzten Runden sicherlich etwas entspannter entgegen sehen. Doch auch ohne Kapital kann man die Konkurrenten zumindest ärgern, in dem man einen besonders interessanten Marktstand einfach schließt, wenn man schon nicht selbst dort shoppen kann.

Eine kleine aber feine Sache ist die Entscheidung bezüglich der Position auf der Siegpunktleiste, sobald man ein bereits besetztes Feld erreicht. In solch einem Fall muss man sich nämlich entscheiden, ob man auf das nächste freie Feld davor oder dahinter platziert sein will. Was sich zunächst mal wie eine leicht zu beantwortende Frage anhört, kann es manchmal von entscheidender Bedeutung sein auf einen Siegpunkt zu verzichten und sich hinter den Führenden auf der Siegpunktleiste zu platzieren, denn die Position auf der Siegpunktleiste gibt ja vor, wer in den folgenden Runden zuerst seine Aufstehzeit festlegen darf. Dieser Spieler hat es dann in der Hand als erster Spieler agieren zu können und das kann so manches Mal mehr als ein oder zwei Siegpunkte wert sein.

Fresko hat mir richtig gut gefallen und wird sicher noch einige Male auf dem Spieltisch auftauchen.

Vielen Dank an Queen Games für das Rezensionsexemplar!


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