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Vor den Toren von Loyang



Anzahl Spieler

Für 1 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 bis 120 Minuten


Bewertung (max. 10)

8 Punkte (HOlg)



Verlag

Hall Games
Hall Games


Autor

Uwe Rosenberg


Bild



Sonstiges:

Nicht nur diejenigen, die Bargeld bevorzugen, kennen den Ausdruck "Cash". Der nur etwas anders geschriebene Begriff "Käsch" hingegen ist möglicherweise nicht jedem bekannt. Bereits lange vor dem Yuan war der Käsch die Währung in China und in diese Zeit entführt uns das Spiel Vor den Toren von Loyang. Ein Spiel, das vielerorts als drittes Spiel der "Ernte-" oder "Rohstoff-Trilogie" bezeichnet wird und einen ähnlichen Erfolg wie seine beiden Vorgänger Agricola und Le Havre anstrebt. So ganz unmöglich scheint das auch gar nicht zu sein, denn das erste Spiel von Hall Games stammt wieder aus der Feder von Uwe Rosenberg und das klingt doch schon mal vielversprechend.

Vor den Toren von Loyang versuchen die bis zu vier Spieler Geld zu verdienen. Doch das Geld ist nicht das eigentliche Ziel, sondern der bei Spielende erreichte Wohlstand entscheidet über Sieg und Niederlage. Dieser wird natürlich mit Geld erworben und daher besteht am Ende jeder der neun Spielrunden die Möglichkeit sein sauer verdientes Geld in Wohlstand zu investieren. Jeder Wohlstandsfortschritt wird auf einer Wohlstandsleiste festgehalten und in jeder Runde kostet der erste Schritt auf dieser Leiste ein Käsch und jeder weitere Schritt entsprechend der Zahl auf dem nächsten Feld. Wenn man nun bedenkt, dass die Felder der Wohlstandsleiste von 1 bis 20 aufsteigend nummeriert sind, dann wird schnell klar, dass zusätzliche Wohlstandschritte immer teurer werden.

Die für den Wohlstand benötigten Käsch müssen aber zunächst erwirtschaftet werden, denn mit den anfänglichen 10 Münzen kommt man nicht wirklich weit (maximal bis Stufe 4). Dazu verkauft man an die Bewohner von Loyang die Grundnahrungsmittel Weizen, Kürbis, Rüben, Chinakohl, Bohne und/oder Lauch. Diese muss man relativ teuer in seinem Stammladen kaufen und damit sich das Ganze lohnt, wird das Eingekaufte nicht direkt weiterverkauft sondern angebaut. Erst die in jeder Runde anfallende Ernte wird dann unters Volk gebracht.
In der ersten Runde hat jeder Spieler nur ein 3 x 3 Felder großes Anbaugebiet, das sog. Stammfeld, zur Verfügung. Auf diesem wird noch vor Spielbeginn Getreide, Kürbisse oder Rüben angebaut, in dem jeder das entsprechende Saatgut aus seinem Laden einkauft und zusammen mit acht weiteren Spielsteinen der entsprechenden Sorte auf sein Anbaufeld legt. Acht weitere Anbaugebiete stehen jeden Spieler für den weiteren Spielverlauf als verdeckter Stapel zur Verfügung, wobei die Stapel der einzelnen Spieler identisch sind und aus je zwei drei-, vier-, fünf- und sechs Felder großen Anbaugebieten bestehen.
Die Ein- und Verkaufspreise sind bei den jeweiligen Waren angegeben und da die Einkaufspreise deutlich über den Verkaufspreisen bewegen, dient der Laden nur zum Einkauf von dringend benötigtem Saatgut oder dem Verkauf von Waren die nicht eingelagert werden können bzw. für weitere Investitionen dringend zum Geld gemacht werden müssen.

Jetzt kann die erste Spielrunde mit der Erntephase beginnen. Jeder Spieler dreht das oberste Anbaugebiet von seinem verdeckten Stapel auf und erntet von allen bereits ausliegenden Feldern sofern vorhanden einen Spielstein, die in den Karren (Spielkarte) gelegt werden. Einmal vollständig abgeerntete Anbaugebiete sind aus dem Spiel, auf ihnen darf nicht erneut ausgesät werden.
In der ersten Runde erhält also jeder Spieler einen Spielstein seiner ersten Aussaat als Ernte und ein zweites Anbaugebiet.

In Phase 2, der Kartenphase erhält jeder Spieler zunächst vier Karten auf die Hand. Die Karten stellen Gehilfen dar, die einem beim Alltagsgeschäft unter die Arme greifen, Lauf- und Stammkundschaft die sich die Waren auch was kosten lassen, Stände an denen Waren getauscht werden können oder weitere zusätzliche Anbaugebiete. Wer nun an die Reihe kommt, der spielt entweder eine seiner Karten in einen gemeinsamen Pool oder er wählt eine seiner Handkarten und eine Karte aus dem gemeinsamen Pool um diese in seine Auslage zu bekommen. Übrig behaltene Karten kommen anschließend in den Pool und so geht es weiter, bis auch der letzte genau zwei Karten erhalten hat. Diese Karten werden in die eigene Auslage gelegt und können sofort in der nächsten Phase genutzt werden.
Gleichzeitig wird bei diesem Kartenverteilungsmechanismus auch die Spielerreihenfolge bestimmt, wer zu Letzt seine Karten bekommt wird Startspieler. Es gibt noch eine zweite, kleinere Startspielerscheibe, deren Bedeutung aber der Spielregel vorbehalten bleiben kann.

Die Aktionsphase ist dann die dritte und letzte Phase einer Runde. Hier können die Spieler Kundschaft, egal ob Stamm- oder Laufkundschaft, bedienen, von der Kundschaft gewünschte aber gerade nicht vorrätige Waren an Ständen der eigenen Auslage ertauschen, eigene Gehilfen einsetzen, Saatgut kaufen, Waren (sehr billig) an den eigenen Laden verkaufen, auf freie Anbaugebiete aussäen und/oder einmalig pro Aktionsphase bis zu zwei weitere Aktionskarten im Doppelpack kaufen. Der Preis hängt dabei von der Anzahl der Marktstände oder Helfer ab, je nachdem welche Zahl größer ist. Werden beide Karten eines Doppelpacks behalten, so müssen sie übereinander in die Auslage gelegt werden und die untere Karte kann erst genutzt werden, wenn die obere Karte wieder aus dem Spiel ist. Bis auf den Doppelpack kann jede Aktion auch mehrfach gewählt und in beliebiger Reihenfolge ausgeführt werden.

Die Laufkundschaft unterscheidet sich von den Stammkunden dadurch, dass ein Laufkunde einmalig drei Waren möchte, diese bezahlt und wieder verschwindet. Die Stammkundschaft möchte vier Runden lang je zwei Waren geliefert bekommen und ist ungehalten, wenn Lieferungen ausbleiben. Beim ersten Mal wird noch ein Auge zugedrückt, aber dem zweiten Mal wird eine Strafe in Höhe von zwei Käsch fällig. Und trotz dieser langfristigen Verpflichtung mit Strafrisiko sind Stammkunden sehr interessant. Nicht nur dass sie für eine regelmäßige, planbare Nachfrage und ggf. Einnahmen sorgen, sie beeinflussen auch den Preis den man bei seiner Laufkundschaft erzielt. Wer nämlich mehr Stamm- als Laufkunden in seiner Auslage hat, der erhält für seine Lieferung an die Laufkundschaft zwei Käsch extra während ein Spieler mit mehr Lauf- als Stammkunden zwei Käsch abziehen muss.

Am Ende jeder Aktionsphase müssen die Waren vom Karren eingelagert oder abgegeben werden. Anfangs fast das Lager eines Spielers nur eine Ware, für zwei Käsch kann es aber ausgebaut werden, so dass es dann vier Waren aufnehmen kann. Bevor die nächste Runde beginnt, können die Spieler nun noch Käsch ausgeben, um auf der Wohlstandsleiste voran zu kommen. Einen Schritt sollte man da immer machen, denn für 1 Käsch kommt man sonst nicht auf dieser Leiste voran. Jeder weitere Schritt hängt dann von den Finanzen ab und obwohl die ersten Schritte am Anfang der Partie noch recht günstig sind, verfügt man zu diesem Zeitpunkt noch nicht über Geld im Überfluss und darf die Kasse nicht vollständig leeren um ggf. weiterhin Saatgut kaufen zu können. Da muss jede Investition gut überlegt werden.

Bei finanziellen Engpässen besteht die Möglichkeit Kredite in Anspruch zu nehmen. Diese spülen je fünf Käsch in die Kasse und müssen auch nicht zurück bezahlt werden. Allerdings, und das wiegt fast noch schlimmer, muss man bei Spielende für jeden Kredit ein Feld auf der Wohlstandsleiste zurück. Da kann so ein Kredit richtig teuer werden.

Nach neun Runden, sobald also das Stammfeld der Spieler abgeerntet ist, endet das Spiel und es gewinnt, wer auf der Wohlstandsleiste am weitesten vorangekommen ist. Nur bei Gleichstand sind das Geld bzw. verbliebene Waren entscheidend.

Ja! Genau so ein Spiel habe ich erwartet! Vor den Toren von Loyang spielt in der gleichen Liga wie Agricola und Le Havre, auch wenn es für meinen Geschmack nicht ganz an diese beiden Highlights herankommt. Die Ausstattung ist wieder reichlich und das fehlende Tiefziehteil, das einige als Nachteil empfinden, finde ich gar nicht schlimm. Lieber gar kein Tiefziehteil als eines in das man das Spielmaterial nicht unterbringen kann und durch die mitgelieferten Ziptütchen lässt sich alles prima verstauen und es entsteht kein Chaos in der Schachtel.
Der Preis ist sicherlich nicht ganz ohne aber durch das üppige Spielmaterial begründet. Die 237 Holzspielsteine welche größtenteils die Waren darstellen machen beim Spielen einfach Spaß.

Obwohl die Regeln keine Fragen offen lassen dürften viele relativ ahnungslos in ihre erste Partie gehen. Man muss erst ein Gefühl für das Spiel bekommen. Das aber geht recht schnell und die Ahnungslosigkeit wird durch Wiederspielreiz ersetzt. Man versucht zu optimieren, insbesondere in der wieder vorhandenen und gelungenen Solitärvariante, und erkennt nach und nach auch etliche Möglichkeiten dazu. Beispielsweise ist es meist deutlich günstiger das Saatgut für weitere Anbaugebiete zu ertauschen als zu kaufen und die gesparten Käsch in den Wohlstand zu investieren.

Durch die Unwägbarkeiten der Kartenphase, dem Herzstück des Spiels, sind eher taktische als strategische Überlegungen anzustellen. Die Erntephase ist quasi ein Automatismus, die Aktionsphase ergibt sich durch die aktuelle und die vorgegangenen Kartenphasen und den Karten die man hier in seine Auslage bekommen hat. Aus diesen Karten gilt es das Beste zu machen und so werden die Weichen in erster Linie in der Kartenphase gestellt.

Mir hat Vor den Toren von Loyang jedenfalls sehr gut gefallen. Ich muss schon ein ganzes Weilchen überlegen bis mir etwas einfällt, dass mich an diesem Spiel "stört". Möglicherweise ist das Thema nicht jedermanns Geschmack (auch nicht unbedingt meiner), die Kartenphase fügt sich nicht optimal in das Thema ein, wirkt etwas konstruiert und das Säen bzw. Ernten kann schon auch ganz schön "fummelig" werden, aber das war es dann auch schon. Kleinigkeiten mögen dem einen oder anderen nicht gefallen, in der Hauptsache überzeugt das Spiel in meinen Augen.

Vielen Dank an Hall Games für das Rezensionsexemplar!


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