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Abtei der Rätsel



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 bis 40 Minuten


Bewertung (max. 10)

6 Punkte (HOlg)



Verlag

Kosmos
Kosmos


Autor

Thomas Fackler


Bild



Sonstiges:

Dass in einer Abtei mitunter mehr als nur gebetet wird und sich Rätselhaftes ereignen kann, ist spätestens seit dem Roman "Der Name der Rose" bekannt. Nicht immer aber muss es sich dabei gleich um mysteriöse Todesfälle handeln und so geht es in der Kosmos-Neuheit Die Abtei der Rätsel auch "nur" um ein Rätsel bei dem ein bestimmter Begriff gesucht wird. Zwischen 5 und 10 Buchstaben umfasst dieser und Hinweise finden sich in den 10 Büchern, die sich irgendwo in den Räumlichkeiten der Abtei befinden.

Doch die Mönche sind durch die Bank nicht mehr die Jüngsten. Sehr belesen zwar, so dass sie die Hinweise in den Büchern sofort erkennen könnten, jedoch einfach nicht mehr mobil genug, um möglichst schnell an die Bücher zu gelangen. Und die Zeit drängt, denn schließlich will man die Lösung vor allen anderen Mönchen kennen. Aber es gibt ja glücklicherweise auch noch die Novizen, die zwar (noch) nicht über die Weisheit verfügen die Lösung aus den Büchern herauslesen zu können, dafür aber junge flinke Beine besitzen. Und wenn der Prophet nicht zum Berg, sprich der Mönch zum Buch, will dann muss eben das Buch zum Mönch. Eine Aufgabe für die Novizen geradezu prädestiniert sind.

Ein Mönch und ein Novize bilden also immer ein Team. Alle sind ehrgeizig genug, nicht nur das Lösungswort herausfinden zu wollen, sondern das am besten schneller zu erledigen, als die anderen Teams. Man sollte nicht meinen, über welch sportlichen Ehrgeiz auch Mönche verfügen. Damit sich keiner einen unlauteren Vorteil verschaffen kann, beginnen alle Mönche und Novizen vor dem Tor der Abtei. In jedem Raum außer der Bibliothek, der Kirche und dem Speisesaal liegt je genau ein Buch. In der abgeschlossenen Bibliothek befinden sich, wie sollte es auch anders sein, gleich mehrere Bücher (4), im Speisesaal gar keine Bücher sondern ausschließlich Brote, damit sich alle an der Suche Beteiligten auch mal stärken und wieder zu Kräften kommen können, und in der Kirche liegen statt Bücher mehrere Schlüssel um sich Zugang zur Bibliothek verschaffen zu können.

Der gesuchte Begriff wird aus einen Stapel Karten zufällig gezogen und so in das Bücherregal geschoben, dass die Kartenseite mit den Buchstaben des gesuchten Begriffs auf der Seite mit den Schiebeklappen ist. Natürlich ohne dass einer der Mitspieler die Buchstabenseite sehen kann. Die Schiebeklappen sind, genauso wie die Bücher der Abtei, von 1 bis 10 nummeriert und immer wenn ein Mönch ein Buch liest, darf der entsprechende Spieler die Klappe mit der gleichen Ziffer wie das Buch geheim öffnen und sich den Buchstaben notieren.
Grüne Karten sind leichtere Begriffe mit genau 10 Buchstaben, die schwereren Begriffe sind auf den roten Karten und können auch weniger als 10 Buchstaben umfassen. Das hat natürlich zur Folge, dass nicht in allen Büchern, sprich hinter allen Schiebtürchen, auch ein Buchstabe zu finden sein wird. Stattdessen ist dann ein Stern zu sehen und das macht die Sache natürlich ungleich schwerer.

Das Ziel ist klar: Möglichst schnell so viele Bücher der Abtei lesen, dass man den gesuchten Begriff weiß oder richtig erraten kann. Wer glaubt den Begriff zu kennen, der darf während seines Zuges geheim das Lösungswort auf einem Zettel notieren und dessen Richtigkeit überprüfen. Ist der Lösungsversuch gelungen, endet das Spiel mit einem Gewinner, war das Wort falsch, ist der betroffene Spieler aus dem Spiel und alle übrigen forschen weiter.

Doch wie genau verläuft denn der Weg zum Ziel? Eigentlich ganz einfach. Entweder man bewegt einen Mönch zu einem Buch oder ein Buch zu einem Mönch. Hat ein Mönch am Zug keine Bewegung unternommen und befindet sich am selben Ort wie ein Buch, dann kann er es lesen, d.h. das entsprechende Türchen des Bücherregals geheim öffnen. Ein Mönch kann sich aber auch bis zu zwei Felder weit bewegen, allerdings dann kein Buch mehr lesen.
Der Novize kann keine Bücher lesen, er kann sie dafür aber transportieren und das bis zu vier Felder weit. Natürlich ist es dabei besonders vorteilhaft, wenn der Novize ein oder gar mehrere Bücher innerhalb eines Zuges zum Mönch bringen kann, der sich dann selbst nicht bewegen muss und alle Bücher, die ihm gebracht werden, lesen kann. Zu beachten ist allerdings, dass ein Mönch immer nur ein Buch auf einmal tragen kann und am Ende nie zwei Bücher am selben Ort liegen dürfen. D.h. bringt ein Novize seinem Mönch ein zweites Buch zum lesen, muss er das erste wieder mitnehmen und anderweitig ablegen.
Mit Broten kann man die Zugweite von Mönch und Novize erhöhen, jedes abgegebene Brot erhöht die Zugweite um ein Feld. Liegen ungelesene Bücher günstig, können schon mal drei Bücher während eines Zuges gelesen werden.

Brote können aber auch noch einem anderen Zweck dienen. Der Abt des Klosters ist vom Treiben der Mönche nicht sonderlich begeistert. Nicht nur, dass er sich an der Suche nach dem Lösungswort nicht beteiligt, er erschwert die Sache für die Mönche sogar. Befindet er sich bei Spielbeginn noch in der Bibliothek und stört (noch) nicht weiter, besteht zu Beginn eines jeden Spielerzuges die Möglichkeit, dass er seine Position verändert. Das birgt Gefahren, denn jeder Mönch oder Novize am selben Ort wie der Abt müssen weichen und ein Feld weiter ziehen. Desweiteren sind alle Bücher, die sich am Aufenthaltsort des Abtes befinden für diesen Spielzug tabu, sie können weder gelesen noch transportiert werden. Auch dürfen weder Mönche noch Novizen ihren Zug beim Abt beenden, sie dürfen lediglich schnell vorbeihuschen, also durch das Feld mit dem Abt hindurch ziehen. Der Aufenthaltsort des Abtes wird zu Beginn eines jeden Spielerzuges durch Würfelwurf ermittelt. Er zieht dann zu dem Buch mit der gewürfelten Zahl mit allen bereits geschilderten Auswirkungen.
Ist ein Spieler mit dem neuen erwürfelten Aufenthaltsort nicht glücklich - um wieder auf die Brote zurück zu kommen - kann er ein Brot abgeben und den aktiven Mönch zum erneuten Würfeln zwingen. Das kann ggf. auch mehrmals hintereinander, durch ein und denselben Spieler oder auch durch verschiedene Spieler, bewirkt werden.

Ist der Abt positioniert darf der aktive Spieler seinen Mönch und seinen Novizen im Rahmen ihrer Zugweiten bewegen. Dabei kann der Novize insgesamt ein Buch und zusätzlich einen Schlüssel oder zwei Brote gleichzeitig transportieren. So wie Bücher erst gelesen werden können, wenn sie beim Mönch sind, so können Brote und Schlüssel erst genutzt werden, wenn sie der Novize beim Mönch und damit beim Spieler abgeliefert hat.
Bei den Bewegungen sind immer die Pfeile vor den Räumlichkeiten der Abtei zu beachten. Manche Türen darf man in beide Richtungen, manche nur in eine benutzen. Die Bibliothek beispielsweise muss durch verschiedene Türen betreten und verlassen werden und jedes Mal wird für das Betreten ein (neuer) Schlüssel benötigt. Ausgerechnet dort liegen aber vier Bücher (Ziffern 7 bis 10) und damit möglicherweise vier Lösungsbuchstaben. Es ist also empfehlenswert weil zeitsparend möglichst wenige Bücher der Bibliothek lesen zu müssen, d.h. möglichst viele der anderen Bücher zu kennen. Das wissen natürlich auch die anderen Mönche und so kann schon mal ein munteres stibitzen von Büchern entstehen und taktische Überlegungen sind bei jedem Spielzug anzustellen.

Das Spiel endet, sobald ein Spieler das Lösungswort gefunden hat, oder nur noch ein Spieler übrig bleibt, der dann automatisch, durch das Ausscheiden aller anderen, gewonnen hat.

Abtei der Rätsel ist eindeutig der Kategorie Familienspiel zu zuordnen. Das ist keinesfalls negativ gemeint, ist aber für die richtige Einschätzung des Spiels wichtig. Spätestens nach 45 Minuten steht der Gewinner fest, die Regeln sind einfach und überschaubar und die taktischen Anforderungen an die Spieler sind zwar vorhanden, aber sicherlich nicht erdrückend. Allerdings ergeben sich bei Unachtsamkeit der Mitspieler und den Einsatz von Brot(en) oft erstaunlich effektive Spielzüge. Wann immer es sich ergibt, sollte der Novize Brote und/oder einen Schlüssel besorgen, beides wird eher früher als später dringend benötigt und wer dies bestmöglich mit dem Transport von Büchern vereinbaren kann, der hat schnell einen Vorteil.

Die Glückskomponente Würfel ist zwar vorhanden, wirkt sich aber eher selten negativ aus, insbesondere wenn man mit dem einen oder anderen Brot versorgt ist. Und manches Mal kommt der Abt auch wie gerufen, zumindest wenn man seinen Mönch eh hätte bewegen müssen und diesen nun schon mal einen Schritt in die richtige Richtung versetzen kann, möglicherweise sogar gleich noch auf ein ungelesenes Buch.

Ein frühzeitiger Lösungsversuch ist für den Spielsieg meist unumgänglich aber natürlich immer mit dem Risiko verbunden falsch zu liegen und aus dem Spiel auszuscheiden. Der einzige Nachteil des Spiels ist also, dass einige Spieler möglicherweise ein Weile zum Zuschauen verdammt sind, doch diese Zeitspanne ist alles in allem recht kurz und zu verschmerzen.

Das Spielmaterial ist qualitativ und optisch recht gelungen, lediglich der Transport der Brote und Schlüssel, der auf dem Rucksack der Novizen-Spielfigur erfolgen soll, gestaltet sich meist recht fummelig. Alles in allem ist Abtei der Rätsel kurzweilig und unterhaltsam, wenngleich der stets gleiche Spielablauf den Unterhaltungswert nicht auf Dauer hoch halten kann. Doch auch wenn man mit Abtei der Rätsel keinen längeren Spieleabend gestalten kann, könnte es für viele zur Kategorie "Ist immer mal wieder auf dem Spieletisch" gehören.

Vielen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar!


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