Holgs Spieleteufel       Würfel Teufel



  Startseite
  Editorial / Impressum
  News
  Rezensionen
  Forum (inkl. Ringkriegbereich)
  Meine Top Ten
  Spielecharts
  Spieleevents
  Wunschliste
  Verkaufsliste
  Zitate zum Thema Spiele
  Schweinfurter Spieletage
  Schweinfurter Spieletreff
  Links
  Counterstatistik
  RSS-Feed
  Awards
  holger.kiesel@spieleteufel.de
  Datenschutzerklärung
  Follow me on
  
   


 
   

7 Wonders



Anzahl Spieler

Für 2 bis 7 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 bis 45 Minuten


Bewertung (max. 10)

9 Punkte (HOlg)



Verlag

Repos Production
Repos Production


Autor

Antoine Bauza


Bild



Sonstiges:

Bereits seit der Antike gibt es eine Auflistung besonderer Bauwerke oder Standbilder, die sog. "Sieben Weltwunder". Doch bis auf die Pyramiden von Gizeh sind diese Weltwunder der Antike größtenteils zerstört, und so wurde diese Liste öfters angepasst bzw. variiert. Heute gibt es daher neben den Weltwundern der Antike auch die "Architektonischen Weltwunder der Moderne" oder die "Weltwunder der Natur". Im Spiel 7 Wonders geht es allerdings um die klassischen Weltwunder der Antike, welche die Spieler in ihrer Funktion als Stadthalter einer der sieben großen Städte der Antike, in denen sich je eines dieser Weltwunder befindet, errichten können und zwar in nur ca. 30 Minuten.

Eine solch kurze und von der Mitspielerzahl unabhängige Spieldauer grenzt beinahe schon an ein (Welt-)Wunder, insbesondere wenn man bedenkt, dass das Errichten der Weltwunder nicht die einzige Aufgabe der Spieler ist. Denn natürlich umfasst auch die spielerische Verwaltung einer Stadt eine ganze Vielfalt an Aufgaben. Es gilt Ressourcen zu erschließen und zu nutzen, Handelsbeziehungen zu den Nachbarstädten aufzubauen und zu unterhalten und dabei auch die militärischen Aspekte nicht zu vernachlässigen. Und ganz nebenbei wird wohl auch das eine oder andere Weltwunder entstehen, denn schließlich kann man durch sie besonders viel Ruhm(-espunkte) anhäufen.

Genau genommen ist 7 Wonders ein Kartenspiel. Jeder Stadtstaat und seine Errungenschaften und Fortschritte werden durch Karten dargestellt, die Runde für Runde ausgespielt werden. Über drei Epochen erschließen die beteiligten Städte zunächst Ressourcen um damit anschließend punkteträchtige Bauwerke oder Bauabschnitte eines Weltwunders zu errichten.
Pro Epoche spielt jeder Spieler sechs Karten für seine Stadt aus, wobei von den anfänglich an jeden Spieler verteilten sieben Karten zunächst nur eine einzige ausgewählt werden darf. Die restlichen werden an den linken Nachbarn weitergegeben. Dafür erhält man die sechs Karten seines rechten Nachbarn von denen wieder nur eine Karte ausgewählt werden darf, während der Rest wieder weitergegeben wird. Dies wiederholt sich, bis jeder Spieler schließlich nur noch zwei Karten auf die Hand bekommt von denen er eine ausspielt und die andere ungenutzt ablegt. Mit diesen zuletzt abgelegten Karten endet eine Epoche und mit der dritten Epoche das Spiel.

Die ausgespielten Karten können ganz unterschiedlich genutzt werden. Entweder man spielt sie in seine Stadt aus und kann diese Karte künftig nutzen oder man legt sie verdeckt unter einen der Bauabschnitte seines Weltwunders oder man wirft sie ungenutzt auf den Ablagestapel. Während die letzte Option drei Münzen einbringt, sind die beiden anderen Verwendungsmöglichkeiten mit Kosten in Form von Ressourcen und/oder Geld verbunden. In der linken oberen Ecke einer Karte sind die zum Ausspielen benötigten Ressourcen abgebildet. Wer diese nicht vollständig aufbringen kann, der muss ggf. von seinen Nachbarstädten importieren und pro Ressource zwei Münzen an den Nachbarn zahlen oder auf den Bau, also das Ausspielen der Karte verzichten.

Verwendet man die ausgespielte Karte für einen Bauabschnitt des anfangs zufällig zugelosten Weltwunders seiner Stadt, so wird die Karte verdeckt unter den nächsten freien Bauabschnitt gelegt, der damit als vollendet gilt. Dabei sind nicht die Kosten auf der Karte zu beachten, sondern die Kosten für den Bauabschnitt des Weltwunders, die auf dem Weltwunder-Spielplan beim jeweiligen Bauabschnitt abgebildet sind. Auch hier gilt, dass die Baukosten vollständig vorhanden sein oder gekauft werden müssen.
Manche Karten verursachen keine Kosten, einige immer und etliche nur dann, wenn man nicht bereits ein bestimmtes vorausgesetztes Gebäude (Karte) in seiner Stadt ausliegen hat. Aber jedes Bauwerk gehört zu einer von sieben Kategorien:

  • Produktionsstätten versorgen eine Stadt mit Ressourcen und spülen durch den gelegentlich stattfindenden Handel mit den Nachbarstädten auch ab und an Geld in den Stadtsäckel. Sie sind die Basis einer jeden Stadt, denn ohne Ressourcen (oder wenigstens Geld) geht nichts voran.
  • Manufakturen produzieren Produkte wie beispielsweise Papyrus oder Stoffe, die ähnlich den Ressourcen für den Bau vieler Gebäude benötigt werden.
  • Was man nicht selbst produziert muss man bei den Nachbarn für teueres Geld einkaufen und da helfen einem meist die Handelsgebäude weiter, die oft direkt Geld in die Kasse bringen oder Preisvorteile beim Handeln bedeuten.
  • Sog. Profanbauten bringen während des Spiels keinerlei Vorteile, am Ende aber unmittelbar Siegpunkte.
  • Forschungsgebäude bringen ebenfalls bei Spielende Siegpunkte und zwar für möglichst vielseitige Forschung, also unterschiedliche Forschungsrichtungen (verschiedene Symbole auf den Forschungskarten) oder aber für intensive Spezialforschung (gleiche Symbole auf den Karten).
  • Gilden bringen ihre Siegpunkte oft in Abhängigkeit der Bauten in den Nachbarstädten, also beispielsweise Siegpunkte für jedes Handelsgebäude in den beiden Nachbarstädten usw.
  • Und schließlich gibt es noch die Militärgebäude. Sie entfalten ihre Wirkung am Ende jeder der drei Epochen, denn da vergleichen die Städte ihre militärische Stärke (Schilde auf Militärgebäuden) mit ihren Nachbarstädten und erhalten dafür entweder eine von Epoche zu Epoche ansteigende Siegpunktzahl bei Überlegenheit, nichts bei gleicher Stärke oder je einen Minuspunkt bei militärischer Unterlegenheit.
Nach der dritten Epoche werden die Siegpunkte gezählt und der Gewinner steht fest.

7 Wonders hat mich von der ersten Sekunde an fasziniert. Zunächst das in meinen Augen sehr interessante Thema, dann nach dem Regelstudium der zwar nicht neue aber noch recht unverbrauchte Mechanismus der Kartenverteilung sowie die angegebene Spieldauer und schließlich das Spielgefühl und der Wiederspielreiz. Selten findet sich ein derart vielschichtiges Spiel mit einer derart kurzen Spieldauer egal bei welcher Spielerzahl. Einzige Ausnahme ist das Zweipersonenspiel, bei dem eine sog. "Freie Stadt" von den beiden Spielern abwechselnd gespielt wird. Aber auch das funktioniert und macht Spaß!

Man befindet sich fast bei jeder Kartenauswahl in einem Dilemma und versucht einerseits eine Karte zu wählen die der eigenen Stadt und Strategie möglichst gut nutzt und andererseits keine Karten weiterzugeben, welche die Nachbarstadt gut gebrauchen kann. Beispielsweise fällt es immer sehr schwer eine starke militärische Karte an einen gleichstarken oder nur etwas schwächeren Nachbarn weiterzugeben, ganz besonders kurz vor Ende einer Epoche und den nahenden militärischen Auseinandersetzungen. Manches Mal könnte sich da die Wahl der zweitbesten Karte als die besser erweisen, wenn diese Karte für die Nachbarstadt sehr nützlich ist und ansonsten weitergegeben werden müsste.

Wartezeiten gibt es eigentlich kaum. Alle Spieler wählen gleichzeitig ihre Karten, decken gleichzeitig auf und geben die verbliebenen Karten weiter. Abgesehen davon, dass sich ein Grübler möglicherweise bei der Kartenwahl etwas schwerer tut und mehr Zeit benötigt, läuft das Spiel meist flüssig und keiner langweilt sich.

Was Strategien angeht, so lassen sich solche zwar umsetzen und man kann beispielsweise ganz gezielt versuchen seine Punkte mit Forschung zu machen, allerdings sollten die Strategien flexibel bleiben. Zu leicht läuft eine Strategie ins leere, wenn die Kartenverteilung auf die einzelnen Stapel aus denen gewählt werden kann einfach zu ungünstig ist oder zu viele der Mitspieler Gleiches versuchen. Auch wird die Stadt eines Spielers so manches Mal ungewollt zum Punktelieferant für eine Nachbarstadt, die ihre Siegpunkte für bestimmte Gebäude in den Nachbarstädten bekommt. Ein Auge auf die Städte der Mitspieler sollte man also immer werfen und ggf. sein Spiel anpassen. Auch muss (und kann) man nicht selbst alle Ressourcen vorhalten, wenn sie bei einem Nachbarn vorrätig und unter Umständen durch passende Handelsgebäude auch noch recht günstig zu bekommen sind.
Natürlich wissen das alles auch die Mitspieler und wer sich zu früh auf eine Art zu Punkten "spezialisiert" läuft Gefahr ein Punktelieferant für Nachbarstädte zu werden oder nur noch wenige passende Karten auf die Hand zu bekommen.

Um nun nochmal auf die Weltwunder zurück zu kommen - schließlich sind sie Namensgeber dieser Messeneuheit des vergangenen Jahres - ihre Fertigstellung ist nicht zwingend erforderlich aber sehr punkteträchtig und daher haben die meisten Gewinner einer Partie 7 Wonders auch ihr Weltwunder fertiggestellt.

Der Einstieg ins Spiel fällt leicht, die Regeln sind nicht allzu kompliziert und die Spielanleitung lässt keine Fragen offen. Spielreiz ist auch gegeben, die Optik stimmt, was also gibt es an 7 Wonders auszusetzen? Nichts! Wer allerdings nur die rund 150 Spielkarten in nicht gerader bester Qualität berücksichtigt, der wird den Preis des Spiels kritisieren. Zugegeben, 7 Wonders kann man wohl kaum als Schnäppchen bezeichnen, allerdings sollte man bei einem Spiel immer auch den Spielspaß berücksichtigen und dann schneidet 7 Wonders schon wieder deutlich besser ab, auch wenn man sagen muss, dass es ähnlich "gute" Spiele auch zu günstigeren Preisen gibt.

Ich bin von 7 Wonders sehr angetan und kann das Spiel in spielerischer Hinsicht uneingeschränkt empfehlen.

Vielen Dank an Repos Production für das Rezensionsexemplar!


Ähnliche Spiele:
(Antike, Aufbauspiel, Familienspiel, Kartenspiel, Optimierungsspiel, Strategie, Taktik, Zivilisationsspiel)

Civilization
Die Siedler von Catan
Dschunke
Java
La Citta
Löwenherz
Caylus

weitere Treffer...


Spiele vom selben Autor:
(Antoine Bauza)

Hanabi
7 Wonders: Leaders
Takenoko


Spiele vom selben Verlag:
(Repos Production)

7 Wonders: Leaders
City of Horror


Spiele vom selben Jahrgang:
(2010)

Runewars - Kampf um Terrinoth
Dominion - Blütezeit
Die Fürsten von Catan
Thunderstone
Descent - Gruft aus Eis
Navegador
Die verbotene Insel

weitere Treffer...