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7 Wonders: Leaders



Anzahl Spieler

Für 2 bis 7 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 Minuten


Bewertung (max. 10)

9 Punkte (HOlg)



Verlag

Repos Production
Repos Production


Autor

Antoine Bauza


Bild



Sonstiges:

Bei Erweiterungen zu Spielen die mir gefallen bin ich immer in einem Wechselbad der Gefühle. Einerseits freut man sich, ein gern gespieltes Spiel mit neuen Möglichkeiten neu- oder wiederentdecken zu können, andererseits stellt sich die Frage ob eine Erweiterung das Spiel(-gefühl) wirklich entscheidend verbessern kann und damit den Kaufpreis rechtfertigt? Einige Spiele schreien geradezu nach Erweiterungen, beispielsweise Dominion oder das LCG Der Herr der Ringe - Das Kartenspiel, aber was ist mit denen, die nicht so offensichtlich ihre Erweiterungsmöglichkeiten offenbaren? Manchmal scheint eine Erweiterung nur eine Verkomplizierung des Spiels zu bewirken doch manchmal gibt sie auch den "letzten Schliff".

Ich für meinen Teil bin zu dem Schluss gekommen, dass die meisten Erweiterungen einem Spiel gut tun, ich mich aber nur dann damit beschäftigen will, wenn ich schon das Basisspiel mehr als gut fand und ich mich mit dem Spiel gerne wieder und möglicherweise auch intensiver beschäftigen will. 7 Wonders fällt genau in diese Kategorie Spiel. Man will einfach wissen ob die Erweiterung halten kann, was man sich von ihr verspricht.

Wie kann man sich also eine Erweiterung von 7 Wonders vorstellen? Eine jede Zivilisation wird nicht nur nach ihrer Größe oder ihrer Bevölkerungszahl bemessen, sondern auch nach den großen Persönlichkeiten, die sie hervorbringt. 36 dieser Persönlichkeiten sind nun im Spiel vorhanden und die können die Entwicklung einer Zivilisation als Anführer positiv beeinflussen. Einige Anführer bringen ähnlich den Profanbauten unmittelbar Siegpunkte andere bei Spielende für bestimmte ausliegende Karten oder Kartenkombinationen. Wieder andere erhöhen die anderweitig generierten Siegpunkte (z.B. drei Siegpunkte für jedes Set aus Wissenschaftskarten), bieten Vergünstigungen beim Ausspielen von Karten, warten mit militärischen Fähigkeiten auf, verbessern die Situation der Staatskasse, unterstützen bei den wissenschaftlichen Bemühungen usw.

Der Spielablauf ist trotz dieser Anführerkarten kaum verändert und auch die Spieldauer erhöht sich nur minimal. Das Startkapital wurde auf sechs Münzen erhöht und die vier neuen Gildenkarten mit neuen Möglichkeiten zu Punkten werden in den Stapel der Gildenkarten eingemischt. Teilweise beziehen sich diese neuen Gildenkarten auf die Anführer und können daher nur zusammen mit diesen ins Spiel integriert werden.

Unmittelbar bevor mit der ersten Epoche begonnen wird, findet eine Rekrutierungsphase statt. Anschließend und auch vor jeder weiteren Epoche ist je eine Anführerphase eingeschoben. Während der Rekrutierungsphase erhält jeder Spieler vier zufällige Anführer auf die Hand und wie bei 7 Wonders üblich darf nur eine Karte ausgewählt werden. Der Rest wird an den rechten Nachbarn weitergegeben und man erhält drei Anführerkarten seines linken Nachbarn aus denen man wieder eine auswählt und den Rest weitergibt, bis jeder Spieler letztlich wieder vier Anführerkarten auf der Hand hat.

In den drei Anführerphasen vor jeder Epoche wählt nun jeder Spieler eine seiner Anführerkarten aus und entscheidet über ihre Verwendung. Abwerfen um drei Münzen zu erhalten, verdeckt unter den nächsten freien Bauabschnitt des Weltwunders legen um diesen fertigzustellen - die Baukosten des Bauabschnitts müssen natürlich wie gewohnt bezahlt werden - oder ausspielen gegen Bezahlung der geforderten Münzen um seine Funktion zu nutzen. Einer der Anführer bleibt am Ende übrig und wird ungenutzt abgeworfen.

Nach der dritten Epoche endet das Spiel mit der Schlusswertung, bei der nun auch die Siegpunkte durch die Anführer berücksichtigt werden. Der Spielablauf wurde also tatsächlich nur wenig verändert und auch mit Erweiterung kann 7 Wonders: Leaders zu zweit gemäß den Expertenregeln für zwei gespielt werden, wobei nur die beiden Spieler Anführer erhalten, nicht die freie Stadt.

Neben den Anführern ist in der Erweiterung auch ein neues Weltwunder zu finden. Das Kolloseum, als neues römisches Weltwunder, liefert seinem Spieler nicht wie sonst gewohnt eine Ressource sondern bietet Vergünstigungen beim Ausspielen von Anführerkarten. Wird Seite A des Weltwunders gespielt, sind Anführer kostenlos, bei Seite B um zwei Münzen günstiger, wobei auch die beiden Nachbarn Roms eine Münze weniger für ihre Anführer bezahlen müssen. Hier profitieren zwar auch die beiden Nachbarn, aber Rom kann bei einer Fertigstellung des Kolloseums bis zu fünf Anführer im Spiel haben und hat damit alle Möglichkeiten die Vergünstigungen der Nachbarn mehr als nur zu kompensieren.
Kommen wir also zur Bewertung und fangen zunächst mit dem Negativen an. Das ist schnell abgehandelt und man kann sich mit den letztendlich überwiegenden positiven Aspekten der "Leaders-Erweiterung" beschäftigen.
Wie schon beim Basisspiel dürfte der Preis der Hauptkritikpunkt sein. 41 Karten und ein bisschen Pappe kosten immerhin ca. die Hälfte des Basisspiels und das ist vielen sicherlich zu teuer. Erschwerend kommt hinzu, dass eine Erweiterung in spielerischer Hinsicht natürlich nur in den seltensten Fällen genauso viel bieten kann wie das dazugehörige Basisspiel und so ist das auch bei 7 Wonders: Leaders. Das Preis-Leistungsverhältnis erscheint daher noch käuferunfreundlicher als das bei 7 Wonders schon der Fall war und trotzdem ist die Erweiterung eine gelungene Bereicherung. Keine die das Spiel derart verbessert, dass man von einem "Must-Have" sprechen kann, aber eine Ergänzung deren Anschaffung bei einem günstigeren Preis für die meisten wohl keine Frage wäre (und für viele auch trotzdem nicht ist).

Die Regeln sind auch mit Erweiterung einfach und die neuen Komponenten fügen sich nahtlos ins Spiel ein. Wer 7 Wonders mag, der erlebt mit der Erweiterung genau das, was ich oben beschrieben habe, die Möglichkeit sich mit neuen Aspekten einem klasse Spiel widmen zu können.

Vielen Dank an Repos Production für das Rezensionsexemplar!


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