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Ruhm für Rom



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 45 bis 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Lookout Games
Lookout Games


Autor

Carl Chudyk


Bild



Sonstiges:

Der große Brand in Rom im Juli 64 war eine Katastrophe und noch dazu eine, die angeblich vom damaligen Kaiser Nero verursacht wurde. Und trotzdem versuchten römische Patrizier unter eben diesem Kaiser die Stadt wieder aufzubauen. Die Spieler schlüpfen in die Rollen solcher Patrizier, die mit einem gewissen - aber nicht üppigen - Einfluss und der Unterstützung eines Senators beim Wiederaufbau Roms helfen. Nicht ganz uneigennützig, denn jeder strebt dabei nach größerem Wohlstand und Ansehen. Und dies kann nicht nur durch den Aufbau der römischen Infrastruktur erreicht werden, sondern auch durch den Verkauf von veruntreuten Baumaterialien, deren Erlöse in die eigene Tasche wandern.

Alles im Spiel Benötigte wird durch Karten dargestellt, die daher teilweise gleich mehrere Funktionen im Spiel erfüllen müssen. Jede "Multifunktionskarte" kann beispielsweise als Gebäude eingesetzt werden, das es neu zu errichten gilt. Dafür werden verschiedene Baumaterialien benötigt, die ebenfalls durch diese Karten dargestellt werden und damit ein Spieler während seines Spielzuges überhaupt etwas tun darf, muss eine Karte in ihrer Funktion als Aktionskarte eingesetzt werden.
Eine Ausnahme bilden die Senatoren(-karten), die nur als Aktionskarte eingesetzt werden können (dafür aber für jede mögliche Aktion, quasi als Joker) und die Bauplätze, die in Abhängigkeit von der Mitspielerzahl in mehr oder weniger großer Zahl als innerstädtische und/oder sonstige Bauplätze zur Verfügung stehen.

Einen Senator sowie vier dieser multifunktionalen Auftragskarten erhält jeder Spieler zu Beginn auf die Hand, die fünfte wird offen in die Tischmitte, den Umschlagplatz, gelegt und bestimmt den Startspieler (Kartenname, dessen Anfangsbuchstabe zuerst im Alphabet kommt). Je ein Spielertableau bietet den Spielern eine Übersicht über den Spielablauf und dient der Organisation ausgespielter Karten. So werden beispielsweise als Baumaterialien zu sehende Karten unterhalb des Spielertableaus, dem sog. Materiallager, abgelegt, verkaufte Baumaterialien rechts vom Tableau usw.

Wer an die Reihe kommt muss sich entscheiden, ob er als "Anführer" eine Aktion durchführen möchte oder lieber "nachdenkt" um seine Kartenhand aufzubessern. Welche Aktionen als Anführer möglich sind wird durch die Kartenhand vorgegeben, insgesamt gibt es sechs verschiedene Aktionen im Spiel.

Mit der Aktion Patron darf eine Karte des Umschlagplatzes in seiner Funktion als Aktionskarte ausgewählt und als sog. Client an der linken Seite des Spielertableaus anlegt werden. Clienten haben den Vorteil, dass sie zusätzliche Aktionen ermöglichen. Spielt man beispielsweise als Anführer einen Arbeiter aus und hat zusätzlich einen Arbeiter als Clienten, dann darf die Arbeiteraktion zweimal ausgeführt werden.

Und da wir gerade bei Arbeitern sind, als Arbeiter gelangt man an Rohstoffe vom Umschlagplatz, die man in sein Materiallager an der Unterscheite des Spielertableaus legen darf.

Spielt man einen Legionär aus kann man im Namen Roms Baumaterialien einfordern. Man zeigt eine seiner Karten so vor, dass nur die Baumaterialsorte zu erkennen ist und erhält sowohl vom Umschlagplatz als auch von jedem Mitspieler eine entsprechende Baumaterialkarte in sein Materiallager, sofern vorhanden.

Der Kaufmann ermöglicht es eine Baumaterialkarte aus dem Materiallager in die Privatschatulle (rechte Seite des Spielertableaus) umzulegen. Voraussetzung ist der benötigte Einfluss, denn in der Privatschatulle dürfen nicht mehr Karten vorhanden sein, als der entsprechende Spieler Einfluss besitzt. Mit dem nötigen Einfluss lässt sich auf diese Weise sehr gut Punkten, denn jede Karte bringt bei Spielende entsprechend ihrem aufgedruckten Wert Siegpunkte und trägt möglicherweise dazu bei einen Kaufmannsbonus zu erhalten. Für jede Materialsorte wird nämlich am Ende ein Kaufmannsbonus in Höhe von drei Siegpunkten vergeben und zwar an denjenigen, der am meisten des entsprechenden Baumaterials beiseite geschafft hat.

Mittels eines Baumeisters oder eines Handwerkers kann mit dem Bau eines Gebäudes begonnen oder dieser vorangetrieben werden. Für einen Baubeginn wird die Karte des zu errichtenden Gebäudes als Fundament vor den jeweiligen Spieler ausgespielt. Voraussetzung ist, dass ein Bauplatz (Karte) für das entsprechende Baumaterial vorhanden ist, denn dieser wird so unter das Fundament geschoben, dass nur noch die Banderole des Bauplatzes mit der Anzahl des benötigten Baustoffes zu sehen ist.
Besteht das Fundament eines Gebäudes bereits, können Baumeister und Handwerker das Gebäude Stück für Stück errichten, wenn das benötigte Baumaterial vorhanden ist. Der Baumeister bedient sich dabei aus dem Materiallager, der Handwerker aus den Handkarten des jeweiligen Spielers und sobald die benötigte Anzahl des geforderten Baumaterials in Form von Karten unter dem Fundament liegen, gilt das Gebäude als fertiggestellt. Die Baumaterialen werden dann entfernt und der Bauplatz so unter die obere Kante des Spielertableaus geschoben, dass nur noch die Münzen dieser Karte zu sehen sind. Diese Münzen stellen den durch die Fertigstellung dieses Gebäudes gewonnenen Einfluss dar.
Dieser Einfluss ist nicht nur für den Spielsieg wichtig und bedeutet am Ende entsprechend Siegpunkte sondern bringt schon während des Spiels Vorteile. Beispielsweise darf die Anzahl der Clienten nicht höher als der Einfluss eines Spielers sein genauso wie das beiseite geschaffte Baumaterial. Neben einer Einflusssteigerung bringt jedes fertiggestellte Gebäude seinem Erbauer noch zusätzliche besondere Funktionen mit teilweise nicht unerheblichen Vergünstigungen.

Entscheidet sich der aktive Spieler für das "Nachdenken" zieht er eine oder mehrere neue Karten, beendet damit seinen Spielzug und der nächste Spieler kommt an die Reihe. Spielt der aktive Spieler jedoch eine Aktionskarte aus und führt damit die gewählte Aktion an, können sich alle anderen Spieler reihum entscheiden diese Aktion ebenfalls durchzuführen, sofern sie eine entsprechende Aktionskarte ausspielen können oder über einen entsprechenden Clienten verfügen. Senatorenkarten gelten dabei als Joker und können anstelle einer passenden Aktionskarte ausgespielt werden, genauso wie zwei gleich Aktionskarten zusammen.
Wer der Aktion des Anführers nicht folgen kann oder will, der "denkt nach" und ergänzt seine Kartenhand.

Haben alle Spieler ihre Entscheidung getroffen werden beginnend mit dem aktiven Spieler reihum alle Aktionen ausgeführt, je eine Aktion für ausgespielte Karten und je passenden Clienten. Anschließend landen die ausgespielten Karten (außer den Senatoren) auf den Umschlagplatz und der nächste Spieler kommt an die Reihe.

Das Spiel endet, sobald keine Karten mehr nachgezogen werden können, der letzte innerstädtische Bauplatz vergeben wurde oder ein Spieler ein Gebäude mit Siegbedingung errichtet hat (z.B. Katakomben, Forum). Jeder Einflusspunkt ist dann einen Siegpunkt wert, die Baumaterialien in der Privatschatulle entsprechend ihres Wertes, Statue und Stadtmauern wie angegeben und jeder Kaufmannsbonus drei Siegpunkte. Wer in der Summe am meisten Punkte hat, gewinnt den Kampf um Ruhm in Rom.

Wer es liebt Entscheidungen zu treffen, der ist bei Ruhm um Rom gut aufgehoben, denn zu entscheiden gibt es viel. Dabei gilt es auch immer abzuwägen, ob und in wie weit die Mitspieler von den Entscheidungen und Aktionen ebenfalls profitieren könnten. Karten die man beispielsweise als Aktionskarten ausspielt landen im Umschlagplatz und stehen dort dann den anderen als Baumaterialien zur Verfügung. Da sollte man schon mal einen Blick auf die Bauvorhaben der Konkurrenten werfen, um diesen nicht die benötigten Baumaterialien in die Auslage zu legen.

Karten mit mehreren Möglichkeiten des Einsatzes führen immer zu dem Dilemma, dass man sich für eine Funktion entscheiden muss. Sehr oft benötigt man die Aktion einer Karte aber gleichzeitig auch ihre Funktion als Baumaterial oder hätte am liebsten auch noch das Gebäude auf dieser Karte errichtet. Die richtige Entscheidung ist immer Spielsituationsabhängig aber nicht immer leicht zu erkennen.

40 unterschiedliche Gebäude mit ihren unterschiedlichen besonderen Funktionen erlauben mit zunehmender Kenntnis der Möglichkeiten strategische Überlegungen und ganz gezieltes Vorgehen. Gebäude sind der Schlüssel zum Erfolg - sie bringen zum einen direkt Siegpunkte und sind die Grundlage zur Effizienzsteigerung während des Spiels durch die Möglichkeit mehr Clienten zu haben und/oder Baumaterial in der Privatschatulle zu verstauen, ganz zu schweigen von ihren speziellen Funktionen - aber oftmals entscheidet auch der geschickte Einsatz des Kaufmanns und damit der Kaufmannsbonus und der Inhalt der Privatschatulle über Sieg und Niederlage.

Am Spielmaterial gibt es nichts auszusetzen, einzig das Handling der Karten in Zusammenhang mit dem Spielertableau ist für meinen Geschmack nicht optimal. Während des Spielverlaufs werden immer mehr Karten an allen Kanten des Tableaus abgelegt bzw. darunter geschoben und es wird zunehmend "fummeliger" Karten am Tableau zu verstauen oder wieder hervorzuholen und auf die Hand zu nehmen bzw. einzusetzen.

Das Spielgefühl ist ähnlich dem von Race for the Galaxy, allerdings wird deutlich mehr Interaktion geboten und das dürfte vielen genauso entgegenkommen wie mir. Allerdings hat mir die Science Fiction Thematik bei Race for the Galaxy deutlich besser gefallen, aber das noch mehr Geschmackssache als alles andere. Alles in allem ist Ruhm für Rom auf jeden Fall eine Testrunde wert, denn man bekommt meiner Ansicht nach recht viel Spiel fürs Geld.

Vielen Dank an Lookout Games für das Rezensionsexemplar!


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