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Hawaii



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 bis 90 Minuten


Bewertung (max. 10)

8 Punkte (HOlg)



Verlag

Hans im Glück
Hans im Glück


Autor

Gregory Daigle


Bild



Sonstiges:

Eine der bekanntesten Inselketten im Pazifik dürfte Hawaii sein. Sonne, Strand, Tänzerinnen, Blumenkränze, Früchte, Urlaub, das alles verbindet man mit Hawaii und das alles hört sich recht entspannend an. Und im Spiel Hawaii von Hans im Glück ist dann auch nahezu all das genannte wieder zu finden, bis auf den Urlaub. Die bis zu fünf Spieler schlüpfen nämlich in die Rolle von Häuptlingen, deren Bestreben es ist ihr Dorf zu vergrößern, neue Dörfer zu gründen um am Ende der angesehenste Häuptling auf den Inseln zu sein. Und das ist keineswegs so einfach wie es sich anhört und hat mit Urlaub nichts zu tun!

Ausgehend vom Strand brechen die Häuptlinge in Spielerreihenfolge auf, um auf der Insel Hütten in Auftrag zu geben, Obst zu kaufen, Tänzerinnen ins Dorf zu holen, eben all das zu tun, was ein Dorf voranbringen kann. Der Startspieler einer Runde scheint dabei einen kleinen Vorteil zu haben, denn er kann zuerst und aus dem gesamten Angebot der Insel wählen. Das ist umso bedeutsamer, da nicht alles immer in für alle Spieler ausreichendem Maße zur Verfügung steht und so hat es ein Spieler am Zug grundsätzlich immer selbst in der Hand seine laufende Runde zu beenden um einen noch freien Platz auf der Spielerreihenfolge-Leiste zu wählen und damit seine Startposition für die kommende Runde zu beeinflussen.
Anfangs jedoch wird die Spielerreihenfolge zufällig ermittelt und um hier einen Ausgleich zu schaffen erhalten die Spieler in Spielerreihenfolge keine, zwei, drei, vier oder fünf Früchteplättchen. Früchte sind neben den sonst üblichen Muscheln ebenfalls als allgemeines Zahlungsmittel anerkannt (allerdings nur, wenn komplett mit Früchten bezahlt wird) und kompensieren den Vorteil der ersten Wahl und der Möglichkeit günstig einzukaufen.

Was, wie oft und zu welchem Preis auf der durch Inselplättchen in jedem Spiel neu zusammengestellten Insel angeboten wird variiert von Runde zu Runde und ergibt sich durch zufällig verteilte Preisplättchen. Nur so lange noch mindestens ein Preisplättchen an einem Ort ist, kann dort gekauft werden und wer an einem Ort kauft, der erhält das dort ausliegende Preisplättchen seiner Wahl und zahlt entsprechend mit Muscheln. Wer jetzt meint, dass immer das niedrigste Preisplättchen gewählt wird, der liegt falsch. Am Ende einer Runde, wenn also kein Spieler mehr ausreichend Füße, Muscheln (oder beides) zur Verfügung hat, oder wenn für die nächste Runde gespart werden soll, werden Siegpunkte an diejenigen vergeben, deren Summe an Preisplättchen einen vorgegebenen und von Runde zu Runde ansteigenden Wert erreichen. Wer dabei auch noch den höchsten oder zweithöchsten Wert erreicht erhält einen besonders hohen Bonus. Manchmal lohnen sich also höhere Ausgaben im Hinblick auf die bei Rundenende vergebenen Bonuspunkte.
Kann man sich keine hohen Ausgaben leisten, lässt sich der Wert der Preisplättchen auch durch Fischen erhöhen. Fischen am Strand "verbraucht" zwar eine wertvolle Aktion, doch jeder Fisch auf den so erhaltenen Fischplättchen darf zum Wert der Preisplättchen addiert werden und oft kann man auf diesem Wege doch noch den einen oder anderen Bonuspunkt bei Rundenende einfahren. Voraussetzung für das Fischen ist allerdings mindestens ein noch unbenutztes Boot, das in Abhängigkeit seiner Größe unterschiedlich viele Fischplättchen transportieren kann.

Neben einem kleinen Boot, 13 Muscheln und möglicherweise einigen Früchten Startkapital verfügt jeder Spieler anfangs noch über sieben (Holz-)Füße. Mit diesen Füßen werden Bewegungen auf der Insel "bezahlt" - jede Bewegung auf ein Nachbarinselfeld kostet einen Fuß - und auch mit diesen Füßen gilt es zu haushalten. Sowohl der zu Beginn jeder Runde an alle vergebene Muschelnachschub als auch der Nachschub an Füßen wird von Runde zu Runde kleiner. Wohl dem, der vorsorgt oder über Früchte verfügt, denn letztere können auch Füße ersetzen.

Muschel- und Fußknappheit kann man durch Hütten vorbeugen. Einige davon erhöhen den Grundnachschub, also entweder die Anzahl an Muscheln oder an Füßen, und wer beim Hüttenbau nicht geizt und das Doppelte bezahlt, der kann auch den Ertrag der Hütten (sowie auch der meisten anderen Plättchen) verdoppeln. Diese Ressourcensicherung wird zu Beginn gern und häufig angestrebt, denn wer hier gut vorsorgt kann sich später in aller Ruhe um den weiteren Dorfausbau kümmern.

Neben Muschel- und Fußhütten gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten sein Dorf zu vergrößern bzw. neue Dörfer (die immer mit einer Hütte begonnen werden müssen) zu gründen. Tauschhütten beispielsweise ermöglichen es eine, bei doppelter Kaufpreiszahlung sogar zwei, benötigte Muscheln oder Füße durch Früchte zu ersetzen. Hier wird also auch das kombinierte Zahlen mit Muscheln und Früchten bzw. Füßen und Früchten möglich. Und wer auf Tauschhütten setzt, der sollte auch Früchte in seinen Dörfern haben, denn diese sichern Runde für Runde den Nachschub an Früchten und bringen unter Umständen bei Spielende auch Siegpunkte, und zwar dann, wenn sie zusammen mit einem Bewässerungsplättchen im selben Dorf liegen. Je mehr verschiedenartige Früchte dabei bewässert werden, desto mehr Punkte bringen sie am Ende, vorausgesetzt das entsprechend Dorf wird auch gewertet.

Man erkennt schon jetzt, die Möglichkeiten in Hawaii sind gar nicht so einfach zu überblicken und aufeinander abzustimmen. Und es geht noch weiter! Surfer senken den in jeder Runde mit den Preisplättchen zu erreichenden Wert um Bonuspunkte zu kassieren, Hula-Tänzerinnen bringen am Ende Siegpunkte und verschiedene Götterplättchen gewähren teilweise schon während des Spiels Vergünstigungen, beispielsweise bei der Bewegung, oder ermöglichen Siegpunkte bei Spielende. Speerhütten bedeuten Siegpunkte bei einigen entsprechend markierten Preisplättchen usw.
Mit zusätzlichen Schiffen kann man nicht nur mehr Fischen, man kann auch die Anlegeplätze am Strand nutzen und Nachbarinseln besuchen. An den vier Anlegeplätzen liegen immer vier Inseln aus und gegen Abgabe der am entsprechenden Ablageplatz geforderten Füße, für die ausreichend freie Plätze in noch unbenutzten Booten vorhanden sein müssen, erhält man zum einen die beim Anlegeplatz angegebenen Siegpunkte und zum anderen die Vergünstigung des Inselplättchens. Diese Vergünstigungen können weitere Siegpunkte, Hütten, Tänzerinnen, Früchte, usw. sein, eigentlich alles, was es auch auf der Hauptinsel zu kaufen gibt. Boote sind also unter Umständen auch eine sehr interessante Möglichkeit zu Punkten bzw. seine Dörfer auszubauen.

Neben den bereits während des Spiels gesammelten Punkten zählen auch die Punkte der Schlusswertung bei Spielende, nach fünf Runden. Jetzt werden Dörfer "gewertet", deren Länge bis zum ersten Tiki reicht. Dazu muss man wissen, dass die Dörfer durch das Nebeneinanderlegen von Hütten, Früchten usw. in einem sog. "Winkel" von links nach rechts wachsen und die einzelnen Dörfer untereinander ausgelegt werden. Im oberen Bereich eines Spieler-Ablage-Winkels ist nun die Leiste der Tikis zu sehen, die von rechts nach links belegt wird und nur wenn das Dorf mindestens bis zum am weitesten links liegenden Tiki reicht, darf es am Ende gewertet werden. Tikis können wie gewohnt auf der Insel mittels Muscheln erworben werden und sind immer ganz besonders wichtig, wenn man sich nicht nur auf ein oder zwei Dörfer beschränken will. Je mehr Dörfer man hat, desto kleiner werden diese in der Regel und umso wichtiger sind Tikis, damit auch möglichst viele der relativ kleinen und sich nicht weit nach rechts ausdehnenden Dörfer gewertet werden können.
Alternativ kann man auch sog. Langhütten in seinen Dörfern errichten. Diese sind doppelt so lang wie normale Hütten und mit ihnen erreicht ein Dorf leichter den "Tiki-Bereich", der für die Wertung wichtig ist.

Reichlich Punkte kann man bei Spielende auch durch Kahunas bekommen. Solche Kahunas können natürlich ebenfalls auf der Insel erworben und vor einem Dorf, im linken Bereich des Spieler-Winkels, abgelegt werden. Der Punktewert für die Kahunas steigt von Dorf zu Dorf, setzt aber ebenfalls voraus, dass ein Dorf bei Spielende in die Wertung kommt.
Nach fünf Runden und der Schlusswertung gewinnt dann derjenige, der die meisten Punkte erreichen konnte.

Trotz der vielfältigen Möglichkeiten auf Hawaii ist der Spielablauf recht einfach. Reihum bewegen sich die Häuptlinge unter Abgabe der benötigten Füße zu dem Inselfeld, an dem das gewünschte Angeboten wird, kaufen es mit Muscheln, integrieren es ggf. in ein Dorf und warten darauf, wieder an die Reihe zu kommen. Kann oder will man nicht mehr kaufen, beendet man seinen Zug und wählt ein noch freies Feld auf der Leiste für die Spielerreihenfolge der nächsten Runde. Haben das alle Häuptlinge getan, werden die Sondersiegpunkte des Rundenplättchens vergeben, die Preisplättchen neu verteilt und die auf dem neuen Rundenplättchen angegebenen Muscheln und Füße, ggf. durch Hüttenerträge ergänzt, an die Spieler verteilt. Kein Problem, selbst für Gelegenheitsspieler, und trotzdem sind knifflige Entscheidungen zu treffen.

Das wichtigste ist es rechtzeitig für ausreichend Nachschub an Muscheln und Füßen zu sorgen bzw. seinen entsprechenden Bedarf zu reduzieren. Wer nur wenige Füße bekommt, muss sich der Hilfe der Götter bedienen. Die Gottheit "Pele" reduziert den Fußbedarf drastisch und wer ihn hat, der kann auf "Fußhütten" leicht verzichten.
Muscheln kann man gar nicht genug haben, denn bei "überzähligen" Muscheln zahlt man eben beim Kauf von Plättchen den doppelten Preis um dann auch den doppelten Effekt des Gekauften nutzen zu können.

Bei all den Möglichkeiten Strategien auszutüfteln gilt es immer flexibel zu bleiben. Lange und damit teure Wege können die beste Strategie zu Nichte machen, genauso wie die liebe Konkurrenz, die einem die letzte Möglichkeit die dringend benötigte Langhütte zu kaufen vor der Nase wegschnappt.

Hawaii ist sehr gut und mit reichlich Holz ausgestattet. Spiel und Material sind durch ein stimmiges Thema gelungen miteinander verbunden und ergeben ein rundes Gesamtbild. Wieder einmal ist es gelungen einfache Spielabläufe und bekannte Mechanismen zu einem anspruchsvollen und unterhaltsamen Spiel zu formen das auch eine Brücke zwischen Viel- und Gelegenheitsspielern darstellen kann. Regeltechnisch sollte sich niemand überfordert fühlen und spieltechnisch gibt es für die Spieler ausreichend zu tun und abzuwägen.
Zumindest eine Probepartie sei jedem wärmstens ans Herz gelegt.

Vielen Dank an Hans im Glück für das Rezensionsexemplar!


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