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Nightfall



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 45 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Pegasus
Pegasus


Autor

David Gregg


Bild



Sonstiges:

Der Deckbuilding-Mechanismus taucht seit dem durchschlagenden Erfolg von Dominion immer häufiger in Spielen auf. Auch in der Pegasus-Neuheit Nightfall ist er wieder zu finden und während bei den Vorgängern oft die mangelnde Interaktion kritisiert wurde, geht es bei Nightfall so richtig zur Sache. Der alte Kampf zwischen Werwölfen und Vampiren wird ausgetragen, die Menschen geraten zwischen die Fronten und da liegt es ja schon in der Natur der Sache, dass die Fetzen fliegen.

Wie in solchen Spielen üblich starten die Spieler mit einem Startdeck, das in diesem Fall aus je 12 Karten besteht, von denen man fünf auf die (Start-)Hand zieht. Im Rahmen eines Auswahlverfahrens oder gemäß den "Schnellstart"-Regeln erhält jeder Mitspieler zwei private Archive, also Karten die (grundsätzlich) nur dem jeweiligen Spieler zum Kauf zur Verfügung stehen. Acht weitere Archive liegen als allgemeiner Pool in der Tischmitte, von diesen Karten können alle Spieler Karten kaufen und damit ihr Deck ergänzen.

Gleich in Phase 1 eines Spielzuges wird der, im Vergleich zu beispielsweise Dominion, wesentlich aggressivere und interaktivere Charakter von Nightfall deutlich. Alle ausgespielten Kreaturen des aktiven Spieler müssen einen oder mehrere andere Spieler angreifen. Diese dürfen sich mit ihren Kreaturen verteidigen, d.h. den Angriff blocken und damit den Angriffsschaden in Höhe der Stärke der angreifenden Kreatur(en) auf sich ziehen und im besten Fall ganz absorbieren.
Auf diese Weise verletzte Kreaturen werden pro Treffer um 90 Grad gedreht, so dass der Kartenrand mit der noch verbliebenen Lebenspunktzahl in Form von roten Schrägstrichen oben liegt. Sinken die Lebenspunkte einer Kreatur auf null, ist die Kreatur vernichtet und landet auf dem Ablagestapel.

Interessant wird es, wenn angreifende Kreaturen nicht oder nicht ausreichend geblockt werden, denn in diesem Fall erhält der angegriffene Spieler für jeden nicht geblockten Schadenspunkt eine Wunde in Form einer Karte. Solche Wunden bringen nicht nur das Spiel langsam aber sicher seinem Ende entgegen, sondern entscheiden letztlich auch über Sieg oder Niederlage.
Pro Mitspieler sind 10 Wunden-Karten im Spiel und sobald die letzte Wunde an einen Spieler vergeben wurde, endet das Spiel. Gewonnen hat dann, wer insgesamt am wenigsten Wunden erhalten hat. Bei möglicherweise auftretenden Gleichständen werden die Wundenarten berücksichtigt. Jeder am Gleichstand beteiligte Spieler ermittelt die Anzahl Wunden der Gattung, von der er am meisten erhalten hat und hofft, dass dies weniger sind, als bei den Mitspielern.

Zum Abschluss der Kampfphase werden alle angreifenden Kreaturen auf den Ablagestapel des aktiven Spielers gelegt und die sog. "Kettenphase" beginnt. Jeder Spieler hat dabei die Möglichkeit Karten auszuspielen. Der aktive Spieler beginnt und legt eine Karte in die sog. Kette. Jede weitere Karte die dann noch ausgespielt werden soll muss die Kette regelgerecht fortsetzen, d.h. die Mond-Symbole in den linken oberen Ecken der Karten müssen passen. Jede Karte hat einen großen und bis zu zwei kleine Monde und die Farbe(n) der/des kleinen Mondes einer Karte geben vor, welche Farbe der große Mond der folgenden Karte haben muss usw.

Kann oder will der Spieler am Zug keine Karten mehr ausspielen, bekommen reihum auch alle Mitspieler die Möglichkeit Karten in diese Kette auszuspielen, bevor anschließend die Kartenkette in umgekehrter Reihenfolge abgearbeitet und die Kartentexte ausgeführt werden.

Einige Karten haben zusätzlich einen sog. Kickeffekt, der ebenfalls mit einem Mond versehen ist. Stimmen nun der große Mond der zuvor gespielten Karte und der Mond des Kickeffekts der folgenden Karte farblich überein, wird dieser Kickeffekt ausgelöst. Diese Effekte sind sehr wirkungsvoll aber nicht immer einfach auszulösen und stellen eine der Herausforderungen beim Deckbau dar.

Ist die Kette komplett abgearbeitet kann der aktive Spieler Karten aus den privaten oder allgemeinen Archiven kaufen. Die "Währung" mit der gekauft wird sind Einflusspunkte, von denen man in jeder Kaufphase automatisch zwei zur Verfügung hat. Zusätzliche Einflusspunkte kann man durch Karteneffekte oder durch Ablegen von Handkarten (1 Einflusspunkt pro abgelegter Handkarte) erhalten. Die Kosten der Karten sind direkt neben dem Kartennamen abzulesen.

Schließlich zieht der aktive Spieler in der Abschlussphase wieder bis auf fünf Handkarten nach und kann ggf. einen Wundeneffekt nutzen, d.h. für jede abgelegte Wundkarte zwei Karten von seinem Deck nachziehen.

Optisch, thematisch und was den Deckbuilding-Mechanismus angeht liegt Nightfall voll auf meiner Linie. Zwar ist das Deckbuilding, so genial dieser Mechanismus auch sein mag, inzwischen nicht mehr gerade innovativ aber Nightfall unterscheidet sich doch in einigen Punkten von den bekannten und erfolgreichen Vorgängern. So gibt es im Gegensatz zu Dominion und Thunderstone neben dem für alle zugänglichen Pool an Kaufkarten auch private Archive, die grundsätzlich nur einen Spieler zur Verfügung stehen. Interaktion ist deutlich mehr geboten, möglicherweise sogar mehr als manch einem lieb ist. Die ständigen und erzwungenen Kämpfe unter den Mitspielern sind doch eine recht aggressive Art der Interaktion und Geschmackssache genauso wie das Vampir-Werwolf-Thema.

Beim Deckbau muss nicht nur darauf geachtet werden möglichst "starke" Karten ins Deck zu bekommen sondern auch die Kettenphase muss berücksichtigt werden. Ein "kettenmäßig" gut abgestimmtes Deck kann effektiv eingesetzt werden, insbesondere wenn zusätzlich öfter mal der Kickeffekt genutzt werden kann. Dafür ist man beim Kartenkauf etwas flexibler als bei Dominion oder Thunderstone, da man nicht ausschließlich auf Karten mit Kaufkraft angewiesen ist, sondern beliebige Karten zur Steigerung der für den Kauf benötigten Einflusspunkte abwerfen kann.

Neu ist auch der Wegfall der relativ schwachen Startkarten im weiteren Spielverlauf. Hat man bei Dominion die anfänglichen Kupferkarten in der Regel bis zum Spielende auf der Hand, obwohl sie im weiteren Spielverlauf immer häufiger stören als nutzen, fallen bei Nightfall früher oder später nahezu alle Startkarten weg. Einmal ausgespielt und genutzt werden diese am goldenen Schriftzug zu erkennenden Startkarten nicht auf den Ablagestapel gelegt und damit später erneut ins Spiel gebracht, sondern für den Rest des Spiels aussortiert (verbannt).

Durch den zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftigen "Kettenmechanismus" reduzieren sich die Wartezeiten auf ein Minimum, da man auch bei jedem Mitspielerzug selbst Karten in die Kette spielen kann, also gefordert ist.

Nicht unerwähnt lassen will ich, dass das Spielziel manchmal dazu einlädt auf den "Schwächsten" einzuprügeln. Wenn man mit seinen Kreaturen einem Spieler Wunden zufügen kann, dann ist das eigentlich immer gut, denn jede Wunde die ein Mitspieler hat, kann man nicht selbst bekommen und so ist es besser einen "abgeschlagenen" Mitspieler anzugreifen als einen unmittelbaren Konkurrenten, der den Angriff größtenteils abwehren kann. Und wer sich in Führung glaubt, der strebt sowieso so schnell wie möglich dem Spielende entgegen, was bei Nightfall eben am einfachsten auf Kosten der Schwächeren geschieht.

Alles in allem bietet Nightfall Deckbuilding-Liebhabern etliche neue und erfrischende Aspekte und deutlich mehr Interaktion als sonst üblich. Dafür wirken Thematik und Spiel nicht so gut miteinander verflochten wie bei Dominion oder Thunderstone und an den "Kettenmechanismus" muss man sich erst gewöhnen. Ist das aber geschafft wird Nightfall immer interessanter. Die ersten Erweiterungen stehen ja auch schon in den Startlöchern und wer sich intensiver mit Nightfall beschäftigen will, der dürfte bald Gelegenheit dazu haben.
Trotz der gelungenen Kombination von Bewährtem und Neuem gefallen mir Dominion und Thunderstone derzeit besser als Nightfall doch das werden sicherlich viele auch andersherum sehen. Dabei muss auch die Tatsache berücksichtigt werden, dass Nightfall ja etliche Erweiterungen im Rückstand ist, also noch mächtig an Vielfalt und Möglichkeiten beim Deckbuilding aufholen dürfte.

Vielen Dank an Pegasus für das Rezensionsexemplar!


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