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Walnut Grove



Anzahl Spieler

Für 1 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 bis 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Lookout Games
Lookout Games


Autor

Paul Laane,
Touko Tahkokallio


Bild



Sonstiges:

Walnut Grove, dieser Name weckt bei mir Kindheitserinnerungen. Walnut Grove ist ein kleines Dörfchen in Minnesota, in dessen Nähe sich die Familie Ingalls niedergelassen und in ihrer(unserer) kleinen Farm gelebt hat. Und ähnlich den Ingalls haben die bis zu vier Mitspieler die Aufgabe ein kleines Stück Land zu bewirtschaften um Familie und Knechte durch den Winter zu bringen. Obwohl das Land eines Spielers jedes Jahr ein bisschen erweitert wird ist das Farmleben ein hartes. Ein Häuschen, eine kleine Scheune, etwas Holz, zwei Kupfermünzen und ein Knecht der im Planwagen nächtigen muss, mehr steht einem am Anfang nicht zur Verfügung um insgesamt acht Jahre möglichst erfolgreich das Land zu bewirtschaften.

Zu Beginn eines jeden Jahres wird eine Jahresscheibe aufgedeckt, auf der die vier Jahreszeiten mit ihren besonderen Gegebenheiten zu sehen sind. Im Frühling wird neues Land urbar gemacht und die Scheibe gibt vor, wie viele Landschaftsplättchen jeder Spieler aus einem Stoffbeutel ziehen und wie viele er davon behalten und an seine bisherigen Ländereien angrenzend anlegen darf. Die Landschaften liefern Holz, Getreide, Stein, Fisch oder Milch entsprechend der Farbe und der Anzahl an Feldern in diesen Gebieten. Einige Zäune sind auch immer wieder zu finden und von Interesse, denn komplett eingezäunte Gebiete bringen am Ende Punkte.

Im Sommer müssen die Ländereien bewirtschaftet werden. Jeder Knecht - und natürlich der Farmer selbst - kann in einem Gebiet arbeiten, also beispielsweise Holz fällen oder fischen. In jedes Feld eines bewirtschafteten Gebiets wird ein entsprechender Warenstein gelegt und wer im Frühling seine jetzt bewirtschafteten Gebiete ausdehnen konnte kann sich über große Warenerträge freuen.
Im "Sommerbereich" der Jahresscheibe ist meist eine Warenart angegeben, die einen Warenstein zusätzlich als Ertrag abwirft. Dieser zusätzliche Ertrag sowie Erträge die mangels freier Felder nicht in den Gebieten abgelegt werden können, müssen in der Scheune untergebracht oder ersatzlos abgegeben werden.

Der Herbst ist die letzte Chance für Wintervorbereitungen. In Walnut Grove gibt es alles dazu notwendige und die Spieler tauschen dort ihre Felderträge gegen Vorräte, Baumaterial für eine größere Scheune oder Hütten für die Knechte, gegen Bares oder sog. Anschaffungen, die bei Spielende für Sonderpunkte sorgen können. Allerdings sind manchmal auch Steuern fällig oder man engagiert sich im Rahmen eines Kirchenbasars, selbst wenn man dafür Nachbarschaftshilfe in Anspruch nehmen muss.
Jedes Mal wenn Münzen zu bezahlen oder Waren "verbraucht" werden müssen und das Benötigte nicht vorrätig ist, dann kann man sich auf die Nachbarschaftshilfe verlassen. Die Nachbarn helfen zwar jederzeit aus, bescheren einem aber für jede Münze oder Ware ein Nachbarschaftsplättchen, das am Ende zwei Minuspunkte zählt. Gegen Abgabe von drei beliebigen Waren kann man ein Nachbarschaftsplättchen wieder loswerden, solange es noch nicht umgedreht wurde. Dies geschieht immer dann, wenn ein weiteres Nachbarschaftsplättchen genommen werden muss.
Auch für den Herbst zeigt die Jahresscheibe eine Ware an. Diese ist besonders gefragt und kann daher besonders gewinnbringend verkauft werden. Egal welche Aktion in Walnut Grove gewählt wird, im kommenden Herbst muss von dort aus weitergezogen werden.

Im Winter wird es dann ernst. Während der Farmer selbst zu Hause ein warmes Süppchen gekocht bekommt, müssen die Knechte ernährt und ggf. warmgehalten werden. Jeder Knecht "verbraucht" mindestens eine Nahrung (Warenstein in seiner Farbe) und ein Holz pro Feuersymbol auf der Jahresscheibe, sofern er noch kein festes Dach über dem Kopf hat und in einem Planwagen übernachten muss.

Nach der Winterphase beginnt ein neues Farmjahr mit einer neuen Jahresscheibe, bis das Spiel nach der achten Runde endet. Komplett eingezäunte Gebiete, jede Scheune und jede Hütte bringen einen Siegpunkt. Jeder Knecht und der Farmer zwei Siegpunkte und die gesammelten Münzen entsprechend ihres Wertes null, einen oder zwei Siegpunkte.
Als sehr punkteträchtig können sich jetzt auch die Anschaffungen erweisen. Diese bringen zusätzliche Punkte für Münzen oder Waren in der Scheune, für umzäunte Gebiete, für Anschaffungen, Knechte usw.
Wer die Vorgaben seiner Anschaffungen gut erfüllt, der kann das Spiel so manches Mal für sich entscheiden. Doch diejenigen, die zu oft auf Nachbarschaftshilfe angewiesen waren verlieren pro Nachbarschaftsplättchen zwei Siegpunkte. Wer am Ende die meisten Siegpunkte erwirtschaftet hat, gewinnt das Spiel in Walnut Grove.

Walnut Grove ist im Grunde ein recht einfaches Spiel mit bestens bekannten Mechanismen die aber die Mitspieler ständig fordern. So manches Mal hat man das Gefühl Krisenmanagement zu betreiben und weiß gar nicht wo man zuerst Hand anlegen soll. Langeweile ist also wahrlich nicht angesagt, selbst wenn man sich alleine ans Spiel wagt und versucht die Punktvorgaben der Spielregel zu erreichen.
Interaktion zwischen den Spielern gibt es nur im Herbst in Walnut Grove, wenn es darum geht seine Farm zu erweitern (Hütten, Scheunen, Anschaffungen, Baumaterialien usw.), denn belegte Felder (Aktionen) können nicht genutzt werden. Oft gilt es dann die Strategie zu überdenken, wenn ein Konkurrent die begehrte Anschaffung vor der Nase weg kauft oder beim lukrativen Warenverkauf zuerst ankommt und das Feld blockiert.
Am erfolgreichsten ist man, wenn man die Besonderheiten der einzelnen Jahreszeiten trotz vieler Zwänge am besten nutzen kann. Bessere Erträge bei Ernte und/oder Verkauf sind immer eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Farmbewirtschaftung genauso wie der Überblick über Nahrungsbedürfnisse der Knechte. Muss man tatsächlich unbedingt einen blauen Knecht einstellen, wenn man auch einen gelben beschäftigen kann, der bereits im letzten Winter doppelte Nahrung benötigt hat, also sehr wahrscheinlich nicht auch in diesem Jahr gleich wieder größere Nahrungsvorräte erfordert?

Wer Workerplacement Spiele ohne große Regellast, mit kurzer Spieldauer und trotzdem fordernd mag, der ist in Walnut Grove bestens aufgehoben. Mir hat dieses Spiel richtig gut gefallen und bei manchem genießt es vielleicht sogar auch einen kleinen "Nostalgie-Bonus", obwohl das Spiel und der gleichnamige Ort der oben genannten Serie nichts weiter als den Namen gemeinsam haben.

Vielen Dank an Lookout Games für das Rezensionsexemplar!


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