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Takenoko



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 8 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 bis 45 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Matagot


Autor

Antoine Bauza


Bild



Sonstiges:

Das Auge spielt mit. Dies wird bei einem Blick auf Takenoko aus dem Hause Matagot mal wieder so richtig deutlich. Mag die Farbgebung möglicherweise nicht jedermanns Geschmack treffen, so sind zumindest die mit Liebe zum Detail gestalteten Spielfiguren, der Gärtner und der Panda, wohl über jeden Zweifel erhaben. Passend zur Optik versetzt uns Takenoko in den fernen Osten, nach Japan. Der dortige Kaiser hat einen heiligen Riesenpanda vom Kaiser von China als Friedensgeschenk erhalten und muss zu dessen Pflege einen Bambusgarten unterhalten. Das macht er natürlich nicht selbst sondern beschäftigt dafür einen Gärtner, den wiederrum wir, die Spieler, unterstützen so gut es geht. Dabei hat jeder Spieler aber so seine ganz eigenen Vorstellungen so dass alle zwar gemeinsam an diesem Bambusgarten arbeiten und ihn vergrößern, aber trotzdem ihre ganz eigenen Ziele verfolgen.

Anfangs besteht der Garten lediglich aus einem Gartenteich-Feld, das zur Bewässerung des langsam aber sicher immer größer werdenden Gartens dient, denn Bambus wächst natürlich nur auf bewässerten Gartenfeldern. Ein Spieler am Zug prüft, außer in der ersten Runde, zunächst immer die Wetterbedingungen mit dem Wetterwürfel. Das Wetter kann sich gravierend auf einen Spielzug auswirken. Sonne bedeutet eine zusätzlich Aktion, leichter Regen führt zu verstärktem Wachstum auf einem bewässerten Bambusfeld, eine erfrischende Brise erlaubt es einem Spieler zweimal dieselbe Aktion zu wählen (normalerweise sind verschiedene Aktionen zu wählen), Gewitter erschreckt den Panda und erlaubt es ihn auf ein beliebiges Gartenfeld zu versetzen und bei grauen Wolken lässt sich prima über Gartenverbesserungen nachdenken und diese ggf. auch umsetzen.
Solche Gartenverbesserungen sind auf einigen Beeten bereits von Anfang an zu finden, auf vielen jedoch nicht und dort macht der Einsatz eines Gartenverbesserungsplättchens hin und wieder Sinn. Beispielsweise gibt es da Umzäunungen, mit denen man Beete vor dem gefräßigen Panda schützen kann, oder die besondere Gartenpflege, die für beschleunigtes Wachstum von Bambus sorgt. Oft von Nutzen sind auch die Bewässerungstanks, die ein Beet unabhängig von der Entfernung zum Gartenteich und ohne jegliche Bewässerungskanäle mit Wasser versorgen.

Ist das Wetter ausgewürfelt und berücksichtigt wählt der aktive Spieler zwei (verschiedene) Aktionen damit sich der Garten im Sinne des Spielers weiterentwickelt. Bei Spielbeginn hat jeder Mitspieler nämlich je eine Aufgabenkarte aus drei Kategorien erhalten. Diese zu erfüllen bedeutet sie offen auslegen zu dürfen und damit bei Spielende Siegpunkte. Die Aufgaben der Kategorie "Beete" fordern eine bestimmte Anzahl und Konstellation an Beeten, die es in drei verschiedenen Farben gibt und auf denen entsprechend farbiger Bambus wächst. Die Kategorie "Gärtner" verlangt bestimmte Bambussorten in bestimmten Größen auf Beeten mit oder ohne bestimmten Verbesserungen. Beispielsweise also ein gelber Bambus, bestehend aus vier Stücken auf einem Feld mit der Verbesserung "Wassertank". Die letzte Kategorie ist der "Panda" und solche Aufgaben fordern, dass der Panda eine bestimmte Anzahl Bambusstücke bestimmter Farbe gefressen hat.

Mit ihren beiden Aktionen versuchen die Spieler also möglichst viele ihrer Aufgabenkarten zu erfüllen bzw. deren Erfüllung vorzubereiten sowie neue Aufgabenkarten und damit weitere Möglichkeiten zum Punkten aufzunehmen. Fünf Aktionen stehen dabei zur Auswahl. Mit der Aktion "Beete" zieht ein Spieler drei sechseckige Beete-Plättchen und legt eines davon an den Garten an, so dass entweder der Gartenteich oder zwei andere Beete berührt werden. Die beiden anderen Beete werden oben auf den Nachziehstapelt zurück gelegt.

Die Aktion "Bewasserungskanal" erlaubt es eines der blauen Holzstäbchen, die Bewässerungskanäle darstellen, sofort auf dem Spielplan zu platzieren oder für den späteren Einsatz aufzuheben. Diese Bewässerungskanäle werden zwischen zwei Beete gelegt, die dann ab sofort als bewässert gelten. Bewässerung ist Voraussetzung für das Pflanzen von Bambus und normalerweise gelten nur Beete mit Bewässerungstank oder Beete benachbart zum Gartenteich als bewässert.

Die Aktion "Gärtner" erlaubt es den Gärtner vom seinem aktuellen Beet in gerader Linie beliebig weit in eine beliebige Richtung zu versetzen. Auf dem erreichten Beet und auch auf allen angrenzenden Beeten wächst anschließend ein Bambusstück der passenden Farbe, sofern diese Beete...richtig, bewässert sind.
Die "Panda-Aktion" erlaubt es die Panda-Figur in gerader Linie beliebig weit zu bewegen. Auf seinem Zielfeld frisst der Panda ein Bambusstück, das der aktive Spieler auf seinem Tableau ablegt um eine "Panda-Aufgabe" seiner Erfüllung näher zu bringen.

Früher oder später werden Aufgaben erfüllt - was jederzeit während des eigenen Zuges erfolgen darf und keine Aktion(en) erfordert - und Nachschub wird benötigt. Mit der Aktion "Aufgabe" kann man eine weitere Aufgabenkarte einer Kategorie seiner Wahl ziehen, wobei maximal fünf Karten gleichzeitig auf der Hand gehalten werden dürfen.

In Abhängigkeit von der Mitspielerzahl wird das Spielende eingeläutet, sobald ein Spieler die erforderliche Anzahl an Aufgaben erfüllt hat. Dieser Spieler erhält die Spezialkarte "Kaiser", die zwei Siegpunkte wert ist. Alle Mitspieler haben jetzt noch einen Spielzug und wer am Ende in der Summe die wertvollsten Aufgaben erfüllt hat, gewinnt das Spiel.

Takenoko ist kein Schwergewicht, absolut familientauglich und optisch äußerst ansprechend. Das Glück spielt immer mit, ein von mir nicht so gern gesehener Umstand, und daher sollte man aus meiner Sicht auf jeden Fall die sog. "Experten-Regel" verwenden, bei der gezogene Aufgabenkarten, die bereits zu diesem Zeitpunkt erfüllt sind, durch eine andere ersetzt werden müssen. Das entschärft den Glücksfaktor zumindest teilweise, wobei gerade bei Spielende und beim Schwierigkeitsgrad einer gezogenen Aufgabenkarte die Glücksgöttin Fortuna entscheidend ihre Hand im Spiel haben kann. Trotzdem hat mir Takenoko und die Art und Weise Aufgaben zu erfüllen sehr viel Spaß gemacht.

Haben Anfangs alle Spieler noch Aufgaben aus allen Kategorien auf der Hand und es ist in aller Interesse, wenn der Garten zunächst ein bisschen anwächst, werden die Aktionen der Mitspieler im weiteren Spielverlauf immer undurchsichtiger und schwerer einzuschätzen. Ein bisschen hilft es, wenn man sich merken kann, aus welchen Kategorien die Mitspieler ihre Aufgaben ziehen, aber es bleibt immer spannend, ob ein Mitspieler einem in die Hände spielt oder einem der Panda die fast erfüllte "Gärtner-Aufgabe" vermiest.

Ist man sich der Tatsache bewusst, dass sich Takenoko in erster Linie an Familien- und Gelegenheitsspieler richtet, denen das Spiel uneingeschränkt empfohlen werden kann, dann kann man auch als Anhänger "gewichtigerer" Spiele bestens unterhalten sein. Vielleicht nicht auf Dauer, aber sicherlich ein Weilchen.

Vielen Dank an Matagot für das Rezensionsexemplar!


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