Holgs Spieleteufel       Würfel Teufel



  Startseite
  Editorial / Impressum
  News
  Rezensionen
  Forum (inkl. Ringkriegbereich)
  Meine Top Ten
  Spielecharts
  Spieleevents
  Wunschliste
  Verkaufsliste
  Zitate zum Thema Spiele
  Schweinfurter Spieletage
  Schweinfurter Spieletreff
  Links
  Counterstatistik
  RSS-Feed
  Awards
  holger.kiesel@spieleteufel.de
  Datenschutzerklärung
  Follow me on
  
   


 
   

Bora Bora



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 bis 90 Minuten


Bewertung (max. 10)

8 Punkte (HOlg)



Verlag

Alea
Alea


Autor

Stefan Feld


Bild



Sonstiges:

Wir befinden uns knapp 300 km nordwestlich von Tahiti. Ort des Geschehens ist eine Inselgruppe, zu der auch ein Atoll namens Bora Bora gehört und so lautet auch der Name der jüngsten Neuheit aus dem Hause Alea. Die Spieler haben dort verschiedenste Aufgaben zu erledigen, von der Besiedlung der einzelnen Inseln dieser Gruppe und dem damit verbundenen Hüttenbau über das Entsenden von Priestern in den Tempel um sich der Gunst der Götter zu versichern und vieles mehr, nur um am Ende die meisten Siegpunkte zu erringen, denn die sind der Maßstab dafür, wie erfolgreich man bei der Erfüllung all der anstehenden Aufgaben war. Schließlich macht man das alles ja nicht zum Spaß, man will der Beste sein ;-)

Bevor man aber evtl. der Beste sein kann, müssen sechs Spielrunden absolviert werden, die jeweils aus drei Phasen bestehen. Zunächst würfeln alle Spieler in Phase A ihre drei Würfel und setzen diese anschließend in Spielerreihenfolge einen nach dem anderen auf die von ihnen gewünschten Aktionen ein. Die Höhe des Würfelwurfs hat dabei doppelte Bedeutung, zum einen legt sie den Umfang der gewählten Aktion fest, zum anderen ist sie entscheidend dafür, ob eine Aktion überhaupt genutzt werden darf. Ein Würfelergebnis muss nämlich grundsätzlich immer niedriger sein, als evtl. bereits zuvor in dieser Runde für diese Aktion eingesetzte Würfel.

Die Aktionen ermöglichen es den Spielern u.a. sich über Land oder Wasser in Nachbargebiete/Inseln auszubreiten. Dazu nimmt der jeweilige Spieler eine seiner Hütten von seinem Spielertableau, setzt diese auf den Bauplatz der neu besiedelten Region und erhält den entsprechenden Rohstoff. Befindet sich dort bereits die Hütte eines anderen Spielers, wird diese zwar vom Bauplatz verdrängt, aber nicht aus dem Gebiet entfernt. Neben dem Rohstoff kann es auch noch Siegpunkte geben, wenn man einen (roten) Gott in Form einer Karte auf der Hand und eine Opfergabe vor sich liegen hat. Gibt man beides ab wird das an dieses Gebiet angrenzende Fischplättchen gewertet, d.h. man erhält entsprechend viele Siegpunkte. Normalerweise werden diese Punkte für Fischplättchen erst bei Spielende und nur an diejenigen verteilt, die dann ihre Hütte auf den Bauplätzen der Inseln stehen haben.

Jede verbaute Hütte schafft Platz auf dem jeweiligen Spielertableau und dieser freigewordene Platz kann für eine Frau bzw. einen Mann genutzt werden und das führt uns zu einer weiteren Aktionsmöglichkeit. Die Aktionen "Mann" bzw. "Frau" erlauben es ein entsprechendes Plättchen aus der Auslage zu nehmen, wobei auch hier die Würfelzahl berücksichtigt werden muss, d.h. kein Plättchen von einem Feld mit einer höheren Zahl als der des eingesetzten Würfel gewählt werden darf. Ein auf diese Weise erworbenes Personenplättchen wird sofort auf einem freien Platz des Spielertableaus abgelegt, entfaltet aber erst zu einem späteren Zeitpunkt seine Wirkung, beispielsweise bei der Wahl der Aktion "Helfer"

Wer die Aktion "Helfer" wählt, darf die Augen seines dafür eingesetzten Würfels für die unterschiedlichsten Dinge verwenden. Beispielsweise können Männer(-Plättchen) tätowiert werden und bringen ihren "Besitzern" so Statuspunkte, die auf einer eigenen Leiste auf dem allgemeinen Spieltableau festgehalten werden und am Ende einer Runde nicht nur Siegpunkte bringen, sondern auch die Spielerreihenfolge für die kommende Runde festlegen.
Frauen(-Plättchen) werden nicht tätowiert aber sie sammeln Muscheln und die kann man kann man später in einer Runde gegen Schmuck tauschen, der bei Spielende eltiche Punkte einbringen kann.
Opfergaben werden immer dann benötigt, wenn man sich die Gunst der Götter(-karten) zu nutzte machen will, und für je zwei Würfelpunkte kann man sich eine Opfergabe ertauschen oder eine der ausliegenden Götterkarten sichern.
Wer nicht die Zeit und Gelegenheit findet sich auf den Inseln auszubreiten kann sich Ablageplätze für Männer und Frauen auch dadurch verschaffen, dass er eine Hütte von seinem eigentlichen Ablagefeld auf das letzte Hüttenfeld verschiebt. Dort dürfen beliebig viele Hütten stehen, doch fordert der "Helfer" dafür zwei Würfelpunkte im Tausch.
Und wer sich nicht ausbreitet, der hat natürlich auch Probleme mit dem Nachschub an Baustoffen. Auch hier ist die "Helfer"-Aktion die richtige Wahl, bei der man für zwei Würfelpunkte auch einen beliebigen Rohstoff auf seinen Zeremonienplatz erhält.
Zu guter Letzt kann man übrig behaltene Würfelpunkte auch eins zu eins in Siegpunkte tauschen, die sofort auf der Siegpunktleiste festgehalten werden.

Mit der Aktion "Tempel" kann man einen seiner Priester in den Tempel entsenden um den sog. "Feuerbonus" und am Ende der Runde Siegpunkte zu erhalten. Die Augenzahl des eingesetzten Würfels gibt dabei das Feld vor, auf das der Priester im Tempel eingesetzt wird, andere Priester werden ggf. auf das nächstniedrigere Feld verdrängt. Der Feuerbonus bedeutet entweder eine Götterkarte oder eine Opfergabe sowie zusätzlich entweder einen Statuspunkt oder eine Muschel.

Wer die Aktion "Bauen" wählt, der kann zwei auf seinem Zeremonienplatz benachbart liegende Rohstoffe abgeben, um auf denselben Feldern eines seiner Gebäude zu errichten. Das zu errichtende Gebäude darf dabei keinen höheren Wert haben, als der eingesetzte Würfel. Gebäude bringen zum einen genau wie Götter den "Feuerbonus" und eine von der Runde abhängige Anzahl von Siegpunkten.

Die Aktion "Fischen" ist eine Art Notfallaktion. Jeder hier eingesetzte Würfel bringt sofort zwei Punkte und hier wird die Augenzahl des Würfels nicht berücksichtigt, d.h. diese Aktion ist immer wählbar, auch wenn dort bereits Würfel mit einer niedrigeren Augenzahl eingesetzt wurden. Wer keinen sinnvollen Verwendungszweck für seinen Würfel mehr hat, weil Aktionen nicht wirklich etwas bringen oder aufgrund der Höhe des Würfelergebnisses nicht mehr gewählt werden können, der kann hier immer noch wenigsten zwei Siegpunkte mitnehmen.

In der Phase B kommen dann die Männer- und Frauenplättchen zum Einsatz. In Spielerreihenfolge können die Spieler je eine Sorte Frauenplättchen und eine Sorte Männerplättchen nutzen, d.h. mehrere gleiche Frauen- bzw. Männerplättchen können zusammen genutzt werden.
Die möglichen Aktionen (Land- oder Wasserweg nutzen, zusätzliche Frauen- bzw. Männerplättchen wählen, ein Gebäude bauen usw.) sind übersichtlich auf dem Haupttableau dargestellt und stellen eine gute Ergänzung zu den Würfeln dar, kann man mit ihnen doch einige Aktionen durchführen, für die man in Phase A einen Würfel sparen und anderweitig verwenden kann.

Während der Phase C einer Runde wird die rechte Hälfte des Haupttableaus genauer unter die Lupe genommen. Wer auf der Statusleiste vorangezogen ist erhält die oberhalb seiner Position angegebenen Siegpunkte und anschließend werden die Spielsteine zurück auf die Position null gesetzt. Dabei liegen die Spielsteine in aufsteigender Reihenfolge ihrer auf der Leiste erreichten Positionen übereinander und diese Reihenfolge gibt die Spielerreihenfolge für die kommende Runde vor.

Die Priester im Tempel bringen den Spielern unabhängig von ihren Positionen eine von der aktuellen Runde abhängige Anzahl an Siegpunkten. Derjenige mit den meisten Priestern im Tempel erhält zusätzlich ein sog. Hauptgottplättchen, das einen beliebige Götterkarte ersetzen kann oder unbenutzt bei Spielende zwei Siegpunkte wert ist.

Anschließend darf jeder Spieler genau ein Schmuckplättchen der aktuellen Runde erwerben und muss dafür die geforderte Anzahl an Muscheln abgeben. Diese Schmuckplättchen entfalten ihre Wirkung erst bei Spielende, im Rahmen der Schlusswertung, anlässlich der es neben den 1 - 9 Siegpunkten pro Schmuckplättchen noch einen Bonus von sechs Siegpunkten gibt, wenn man insgesamt sechs Schmuckplättchen erworben hat.

Schließlich muss jeder Spieler noch eine seiner drei Aufgabenplättchen wählen. Ist die abgebildete Aufgabe dieses Plättchens erfüllt, beispielsweise der Besitz von zwei Schmuckplättchen "Kette" oder einer bestimmten Anzahl an Baustoffen, bringt das sechs Siegpunkte und das Aufgabenplättchen wird auf ein Ablagefeld auf dem Spielertableau gelegt. Anderenfalls muss das Plättchen ohne Siegpunkte abgegeben werden.
Bei der Erfüllung von Aufgabenplättchen ist die Gunst des "gelben Gottes" oftmals recht hilfreich, denn dieser ersetzt eines der Erfordernisse des Aufgabenplättchens. Zwar erhält man dann für die Aufgabe nicht mehr die volle Punktzahl, kann sich aber immerhin noch vier der sechs Punkte gutschreiben. Erfüllt oder nicht, eine neue Aufgabe aus den ausliegenden muss jeder wählen und versuchen, sie in den kommenden Runden zu erfüllen.

Nach den Aufgaben wird die nächste Runde vorbereitet, neue Männer-, Frauen- und Aufgabenplättchen ausgelegt usw. und die nächste Runde kann beginnen. Nach Runde sechs endet das Spiel mit einer Schlusswertung, bei der unter Umständen nochmal Sonderpunkte in nicht unerheblichem Umfang verteilt werden. Neun erfüllte Aufgabenplättchen, sechs Schmuckplättchen, sechs gebaute Gebäude, ein voll belegter Zeremonienplatz, 12 Hütten in den 12 Gebieten, 12 Männer- und/oder Frauenplättchen auf dem Spielertableau, all das bringt je zusätzliche sechs Siegpunkte. Dazu kommen noch die zwei Siegpunkte für nicht eingesetzte Hauptgötter und die Wertung der Fischplättchen. Am Ende steht fest, wer die Aufgabenvielfalt am besten bewältigen konnte.

Bora Bora ist ein Spiel, das meines Erachtens ganz oben in der ersten Liga mitspielt. Eine gewisse Einstiegshürde ist ohne Frage vorhanden, und das nicht nur im Hinblick auf die Spielregel sondern auch vor allem im Hinblick auf die Möglichkeiten, die das Spiel bietet, und deren Ineinandergreifen. Viele Wege können zum Sieg führen und um abschätzen zu können, welcher dieser Wege bei welcher Spielentwicklung der Erfolgversprechendste ist, setzt schon etwas Spielerfahrung voraus.
Doch das ist in meinen Augen kein Nachteil sondern eher ein Pluspunkt, der den Spielreiz nicht nur in den ersten Spiele garantiert und einen immer wieder neue Wege ausprobieren lässt. Was jedoch immer berücksichtigt werden sollte und es ab und an erforderlich macht seinen Spielzug danach auszurichten sind die Aufgaben, deren Erfüllung eine richtig gute Siegpunktquelle werden kann. Sechs Siegpunkte pro Aufgabe und sechs Bonuspunkte bei neun erfüllten Aufgaben, da kommt ganz schön was zusammen. Da man immer drei Aufgaben auf seinem Tableau liegen hat und zumindest als erster in der Spielreihenfolge auch die nächste Aufgabe schon berücksichtigen kann, da man als erster wählen darf, lässt sich eine kontinuierliche Aufgabenerfüllung oft ganz gut vorbereiten.

Je besser man die Zusammenhänge des Spiels durchschaut, desto leichter fällt es einem oft auch die Situationen und Bedürfnisse der Mitspieler zu erkennen. Das kann natürlich auch ein Vorteil sein, denn spätestens wenn ein Würfel nicht wirklich sinnvoll produktiv eingesetzt werden kann, ist er vielleicht trotzdem noch zu gebrauchen um einem Mitspieler einen Strich durch die Rechnung zu machen. Braucht ein Konkurrent um den Sieg unbedingt einen Rohstoff und hat nur noch einen Würfel mit Wert 4 zur Verfügung, dann weiß man auch was man mit einem übrigen Würfel mit Wert 3 sinnvoll machen kann, wenn man ansonsten keine bessere Verwendung für ihn findet.
Für welchen Weg man sich letztlich auch entscheidet, er sollte konsequent verfolgt werden. Zu schnell verzettelt man sich in der Absicht in allen Bereichen gut dastehen zu wollen. Auch was die optische Gestaltung und die Ausstattung angeht braucht sich Bora Bora nicht zu verstecken und hat damit alles, was das "Vielspielerherz" höher schlagen lässt. Aus meiner Sicht ist Bora Bora sogar eines der besten "Feld-Spiele" zur Zeit. Für mich eine klare Kaufempfehlung!

Vielen Dank an Alea für das Rezensionsexemplar!

Wer sich jetzt gerne noch die Komponenten in bewegten Bildern aunschauen möchte, kann sich bei unserem Partner - Cyrils Brettspiele - eine Partie anschauen. Nils spielt da für Euch eine komplettes Spiel durch: >>> Videovorstellung von Bora Bora <<<


Ähnliche Spiele:
(Optimierungsspiel, Strategie, Taktik)

Civilization
Dschunke
Java
La Citta
Löwenherz
Caylus
Mexica

weitere Treffer...


Spiele vom selben Autor:
(Stefan Feld)

Im Jahr des Drachen
Die Burgen von Burgund
Aqua Sphere
La Isla
Strasbourg - Die Zeit der Zünfte
Die Speicherstadt
Macao

weitere Treffer...


Spiele vom selben Verlag:
(Alea)

Puerto Rico
Tadsch Mahal
Die Händler von Genua
Die Burgen von Burgund
Louis XIV
San Juan
Die sieben Weisen

weitere Treffer...


Spiele vom selben Jahrgang:
(2013)

Android: Netrunner
Caverna: Die Höhlenbauern
Maus und Mystik
Nations
Russian Railroads
Mage Wars
Star Wars - Das Kartenspiel

weitere Treffer...