Holgs Spieleteufel       Würfel Teufel



  Startseite
  Editorial / Impressum
  News
  Rezensionen
  Forum (inkl. Ringkriegbereich)
  Meine Top Ten
  Spielecharts
  Spieleevents
  Wunschliste
  Verkaufsliste
  Zitate zum Thema Spiele
  Schweinfurter Spieletage
  Schweinfurter Spieletreff
  Links
  Counterstatistik
  RSS-Feed
  Awards
  holger.kiesel@spieleteufel.de
  Datenschutzerklärung
  Follow me on
  
   


 
   

Nauticus



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 12 Jahre


Spieldauer

Ca. 60 bis 90 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Kosmos
Kosmos


Autor

Wolfgang Kramer,
Michael Kiesling


Bild



Sonstiges:

Die Aufgaben eines Reeders sind vielfältig, doch im Spiel Nauticus bei weitem nicht die einzigen, die bewältigt werden müssen. Da die Schiffe der Reederei selbst hergestellt werden, müssen die Arbeiten auf einer Werft genauso wahrgenommen werden wie die Pflichten eines Kaufmanns, denn auch die zu transportierenden Waren werden höchstpersönlich eingekauft, ggf. eingelagert und nach Möglichkeit ertragreich (Siegpunkte) veräußert. Bis zu fünf Runden gilt es für die Spieler all diesen Belange möglichst optimal gerecht zu werden, um am Ende der Beste auf seinem Gebiet zu sein.

Aller Anfang ist schwer und so besteht der nicht gerade üppige Grundstock für die bis zu vier aufstrebenden Unternehmen aus vier Arbeitern und 15 Talern, wobei die Spieler, die später zum Zug kommen jeweils einen Taler mehr erhalten, als der Konkurrent, der unmittelbar vor ihnen am Zug ist. Mit diesem Kapital müssen zunächst einmal Schiffe gefertigt werden, denn diese sind nicht nur für den Transport von Waren, die am Ende Siegpunkte bedeuten, unverzichtbar, sondern bringen auch selbst bei Spielende Siegpunkte und zwar in Abhängigkeit ihrer Größe.

Allerdings können auch ohne fertiggestellte Schiffe bereits Waren gekauft werden, die dann jedoch bis zu ihrer Verschiffung eingelagert werden müssen. Dazu verfügt jeder Spieler über ein Lager(-tableau) bestehend aus 12 Feldern, in das aber nicht nur Waren sondern auch nicht sofort verbaubare Schiffteile wie Masten, Segel oder Rumpfteile eingelagert werden müssen. Schiffe müssen nämlich immer vom Bug oder Heck beginnend gebaut werden, so dass beispielsweise ein Mittelteil nur dann sofort angebaut und in der Werft ausgelegt werden kann, wenn bereits der Bug oder das Heck hergestellt ist.
Das Lager ist also wichtig, insbesondere da auch Schiffsteile oder Waren die man kostenlos erhält, nicht direkt verbaut bzw. auf ein Schiff geladen werden dürfen, sondern zunächst zwingend im Lager untergebracht werden müssen. Schnell wird man feststellen, dass die Lagerhaltung nicht immer so einfach ist, wie es den Anschein hat, denn was einmal eingelagert ist kann nicht einmal einfach "entsorgt" werden um Platz für neues, wichtigeres zu schaffen und das kann schon auch mal zum Problem werden.

Für all diese zu erledigenden Aufgaben stehen den Spielern acht Aktionen in Form von Plättchen zur Verfügung, die um eine Drehscheibe in der Mitte des Spielplans herum zufällig angeordnet werden. Der Spieler am Zug wählt eine in der laufenden Runde noch nicht gewählte Aktion, erhält den unterhalb des Aktionsplättchen abgebildeten Bonus (Mast, Segel, Arbeiter, Geld, Siegpunkte, Waren) und darf dann die entsprechende Aktion durchführen. Anschließend haben auch alle Mitspieler die Gelegenheit, die gewählte Aktion zu nutzen, allerdings ohne den Bonus, bevor das Aktionsplättchen schließlich umgedreht wird und damit für die laufende Runde nicht mehr zur Verfügung steht.

Die Aktionen gliedern sich in kostenpflichtige Aktionen, z.B. dem Kauf von Schiffsteilen, Masten, Segeln und Waren, und kostenlose Aktionen, z.B. dem Transport vom Lager auf Schiffe, Geldabheben, Waren ausliefern oder dem Auslösen einer Kronenwertung. Alle Aktionen haben gemeinsam, dass sie den Einsatz von Arbeitern erfordern. Jedes gekaufte Schiffsteil, jeder Mast usw. muss durch einen Arbeiter transportiert werden, genauso wie beim Transport vom Lager auf Schiffe oder beim Entladen der Schiffe bei Warenlieferungen. Auch die zwei Taler beim Geldabheben oder die Siegpunkte bei einer Kronenwertung erhält man nicht einfach so, sondern nur pro eingesetztem Arbeiter. D.h. keine Arbeiter kein Geld bzw. keine Siegpunkte.

Arbeiter sind also wichtig und immer knapp und so sind die 1 bis 3 auf der Drehscheibe des Spielplans, unterhalb des jeweiligen Bonus abgebildeten Arbeiter meist sehr willkommen. Diese erhält man zwar nicht in Form von Arbeiterwürfeln in den eigenen Vorrat, aber man darf sie für die gewählte Aktion einsetzen und ggf. um eigene Arbeiter ergänzen. Da die Aktionsplättchen nach jeder Runde zufällig auf dem Drehrad verteilt werden ist jedoch nie abschätzbar, wie viele Arbeiter man für eine Aktion in der kommenden Runde brauchen wird.

Beim Kauf von Schiffsteilen und auch Waren ist so einiges zu beachten und nicht nur die Anzahl der benötigten Arbeiter zu berücksichtigen. Natürlich ist auch das Geld ein entscheidender Faktor. Von allem was im Spiel Nauticus gekauft werden kann, gibt es vier Sorten. Vier verschiedene Warenarten, Bug, Heck, Mittelteil und kleines Einer-Schiff bei den Schiffsteilen, Segel in vier Farben und Masten mit Wappen in den vier verschiedenen Farben der Segel, und diese sind auf dem jeweiligen Aktionsplättchen nebeneinander angeordnet. Um die Drehscheibe herum sind nun immer genau vier Zahlen von 0 bis 3 einer Aktion und jedem Warenangebot - beispielsweise Segel in den einzelnen Farben - dieser Aktion eine Zahl zugeordnet und diese Zahlen sind die Preise für die Waren oder Schiffsteile. Liegt also beispielsweise auf dem Aktionsplättchen "Segel kaufen" das gelbe Segel unterhalb der 1, so kostet das (erste) gelbe Segel 1 Taler usw.
Kauft man alles, was ein Aktionsplättchen zu bieten hat, also beispielsweise alle Segel in den vier Farben, erhält man ein weiteres Segel der Wahl umsonst dazu. Ein zweites Segel derselben Farbe jedoch kostet in jedem Fall unabhängig vom eigentlichen Preis 4 Taler und genauso verhält es sich auch mit den Waren, Masten und Schiffsteilen.

Bis auf die Aktion "Wertung der Kronen" sind diese eigentlich selbsterklärend. Um die Kronenwertung zu verstehen muss man wissen, dass jeder Spieler drei "Passe-Plättchen" mit den Werten 1, 2 und 3 besitzt. Diese Plättchen bringen entsprechend ihrer Zahl am Ende einer Runde Minuspunkte, sofern ein Spieler nicht auf Aktionsmöglichkeiten verzichtet, also passt und dafür jedesmal eines seiner Plättchen umdrehen darf. Die Rückseiten dieser Plättchen zeigen Kronen und bei der Kronenwertung erhält jeder Spieler für jeden Arbeiter den er abgibt so viele Siegpunkte, wie er Kronen besitzt. Darüber hinaus werden natürlich auch die Minuspunkte der Passe-Plättchen verhindert, wenn sie auf der Seite mit der Krone liegen.

Kronen sind aber auch auf Wappen von Schiffsmasten und auf Segeln zu finden. Diese können jedoch nicht gekauft werden, sondern sind nur als Belohnungen für fertiggestellte Schiffe zu erhalten. Jedes Mal wenn ein Spieler ein Schiff fertigstellt - dabei ist zu beachten, dass alle Wappen und Segel eines Schiffes dasselbe Wappen aufweisen müssen - erhält er eine Belohnung für jeden Mast, den das fertiggestellte Schiff hat. Dabei stehen sechs Belohnungen zur Auswahl. Neben drei Siegpunkten oder Arbeitern, sieben Talern und zwei Waren gibt es eben auch die Möglichkeit, an die bereits erwähnten Kronenmasten und -segeln zu gelangen.

Einmal im Spiel kann jeder Spieler vor oder nach seiner Aktion sein Plättchen "Extra-Aktion" einsetzen. Dieses bringt zwei Arbeiter und die Möglichkeit, eine der acht bekannten Aktionen auszuführen, unabhängig vom Aktionsangebot an der Drehscheibe. Dabei gilt für alle Einkäufe ein Preis von 2 Talern, solange man nicht mehrere Schiffsteile oder Waren derselben Sorte kauft. Diese Extra-Aktion kann besonders gegen Spielende sehr hilfreich sein, wenn einem die "Zeit" davonzulaufen droht und noch so viel zu erledigen ist.

Sobald von den acht verfügbaren Aktionen sieben ausgewählt wurden, endet eine laufende Runde, die Aktionsplättchen werden gemischt und neu auf der Drehscheibe platziert. Auf diese Weise ergeben sich neue Preise für die einzelnen Aktionen und auch Arbeiter, die man nicht aus dem eigenen Vorrat aufbringen muss. Nach fünf Runden - im Spiel zu zweit wird eine Runde weniger gespielt - endet das Spiel und der Punktestand wird ermittelt. Dabei bringen alle Warensorten in Abhängigkeit ihrer Anzahl Punkte. Je mehr Waren gleicher Sorte, desto mehr Punkte bringt das. Alle fertiggestellten Schiffe bringen Punkte, je größer sie sind, umso mehr und auch übrig behaltene Schiffsteile und Waren im Lager bringen noch ein paar Pünktchen (3 Waren/Schiffsteile = 3 Taler = 1 Siegpunkt) und der Gewinner steht fest.

Nauticus wirkt regeltechnisch wie ein lockeres Familienspiel, fordert aber einiges an planerischem Geschick und auch die Aktionen der Mitspieler sollten in einem gewissen Umfang berücksichtigt werden. Doch auch dieser vermeintlich unvorhersehbare Aspekt "Mitspieler" lässt sich sehr oft erahnen, zumindest wenn man die Spielsituation der Mitspieler richtig zu deuten versteht. Dabei können durchaus sehr unterschiedliche Wege zum Erfolg führen.

Große Schiffe, Viermaster, brauchen eine deutlich längere Entwicklungszeit, können dann aber umso mehr Waren auf einmal transportieren und bringen am Ende deutlich mehr Siegpunkte. Schnell etliche kleine Schiffe zur Verfügung zu haben erlaubt das zeitige Verschiffen von Waren, was ebenfalls zu einer stattlichen Anzahl an Punkten führen kann und je nachdem was die liebe Konkurrenz so treibt, kann auch mal der goldene Mittelweg mit Zwei- oder Dreimastern zum Erfolg führen. Mehrere kleinere Schiffe zu bauen führt durch die Belohnungen für den Schiffsbau auch recht früh im Spiel zu Kronen und die können die Aktion Kronenwertung zu einer kleinen aber feinen und konstanten Punktequelle werden lassen, so dass mir derzeit diese Strategie, mit mehreren kleinen Schiffen möglichst viele Waren zu verschiffen und wann immer es geht "Kronenpunkte" einzufahren, der etwas erfolgversprechendere Weg zu sein scheint.

Wie auch immer man sich aber letztlich entscheidet, die Zeit vergeht wie im Fluge und fühlt sich deutlich kürzer an. Auch die Ausstattung ist nicht zu beanstanden und so gerät die "Optimieraufgabe" Nauticus trotz allem nicht zu trocken, aber kurzweilig und spannend. Die Wahl der Aktionen erinnert an Puerto Rico und in diese Kategorie ist auch Nauticus einzuordnen, ohne aber ganz Puerto Rico heranzukommen, womit es auch eine Zielgruppe gibt, die mit Nauticus den größten Spass haben dürfte.

Vielen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar!


Ähnliche Spiele:
(Optimierungsspiel, Taktik, Wirtschaftsspiel)

Dschunke
Java
La Citta
Löwenherz
Caylus
Mexica
Puerto Rico

weitere Treffer...


Spiele vom selben Autorenteam:
(Wolfgang Kramer, Michael Kiesling)

Tikal
Java
Mexica
Torres
Bison
Raja
Pueblo

weitere Treffer...


Spiele vom selben Verlag:
(Kosmos)

Die Siedler von Catan
La Citta
Löwenherz
Die Siedler von Catan - Aufbruch der Händler
Jäger + Späher
Blue Moon
Der Herr der Ringe - Das Meisterquiz

weitere Treffer...


Spiele vom selben Jahrgang:
(2013)

Android: Netrunner
Caverna: Die Höhlenbauern
Maus und Mystik
Nations
Russian Railroads
Mage Wars
Star Wars - Das Kartenspiel

weitere Treffer...