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Der Millionen Coup



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 8 Jahre


Spieldauer

Ca. 35 bis 45 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Ravensburger
Ravensburger


Autor

Matthias Cramer


Bild



Sonstiges:

Tiptoi ist ein audiodigitales Lernsystem für Bücher, Spiele und Spielzeug mit dem Kinder die Welt spielerisch entdecken. In den vier Erlebnisebenen Entdecken, Wissen, Erzählen und Spielen kann ein Kind mittels eines tiptoi-Stiftes ganz einfach und selbständig spielerisch lernen. Für mich war tiptoi daher bisher in erster Linie für Kinder und weniger für Erwachsene gedacht, doch im Bereich der tiptoi Spiele gibt es inzwischen auch Angebote für die ganze Familie, die sowohl die Kinder als auch die Eltern ansprechen. Ein Beispiel dafür, mit dem ich mich heute auch näher beschäftigen will, ist das Spiel Der Millionen Coup.

Bis zu vier Mitspieler versuchen im Auftrag einer Sicherheitsfirma eine Bank zu knacken. Nicht etwa um sich zu bereichern, zumindest nicht unmittelbar und auf illegale Weise. Nein, es gilt dem Bankdirektor zu beweisen, dass das Sicherheitssystem der Bank bei weitem nicht ausreichend und verbesserungsbedürftig ist, beispielsweise durch einen (lukrativen) Wachauftrag an eben diese Sicherheitsfirma. Insofern ist der Titel "Der Millionen Coup" auch nicht so ganz zutreffend, denn die Beute wird ja nicht eingesackt sondern soll nur den Weg für den Sicherheitsauftrag ebnen.

Da die Bank bisher ja nun nicht völlig ohne Sicherheitssysteme war, ist es für die vier Spieler keine leichte Sache in die Bank einzudringen, mehrere Schlösser und Alarmanlagen zu überwinden, die dreistellige Zahlenkombination des Tresors zu knacken und alle zusammen den Tresor zu erreichen. Dazu kommt noch der Zeitdruck, denn je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad stehen für dieses Unternehmen nur 35 bis maximal 45 Minuten zur Verfügung.

Die Sache will also vor der Durchführung gut geplant werden und daher gliedert sich das Spiel auch in zwei Phasen, in eine Planungs- und eine Ausführungsphase. In der Planungsphase wird die Bank ausgekundschaftet und je gründlicher das geschieht, desto weniger Überraschungen sieht man sich gegenüber, wenn es dann in der Ausführungsphase ernst wird und der Coup über die Bühne gebracht werden soll.
In dieser Phase werden die Positionen von Schlössern und Alarmanlagen ermittelt und auch Hinweise auf die Tresorkombination gesucht, die überall in der Bank verstreut zu finden sind. Auch der Weg des Wächters, der pflichtbewusst die Bank auf einer festen Route kontrolliert, ist von großem Interesse, denn wenn er einen der Einbrecher erwischt, ist die Sache verloren.

Während so nach und nach die Bank erkundet wird, stellt man früher oder später fest, dass nicht alle am Coup beteiligten Charaktere über die gerade benötigten Fähigkeiten verfügen. Maximal vier Spieler wählen je einen von sieben Charakteren, die alle ganz individuelle Fähigkeiten mitbringen, aber eben nicht immer alle benötigten, um den Job in der zur Verfügung stehenden Zeit zu erledigen. Kein Problem, denn während der Planungsphase können alle Charaktere weitere Fähigkeiten dazulernen oder bereits vorhandene Fähigkeiten verbessern, so dass sie später in kürzerer Zeit erledigt werden können. Es können sogar "Pläne geschmiedet werden". 12 davon gibt es, aber nur zwei davon sind im Spiel, können gelernt oder in diesem Fall geschmiedet werden und erleichtern das Leben der Einbrecher...äh...Securitymitarbeiter. Da kann der Wachmann mit einem Abführmittel eine Weile auf der Toilette festgesetzt werden oder einer der Spieler über das Dach eindringen usw.

Das alles wird mit dem tiptoi-Stift erledigt. Zunächst muss das richtige Audiofile auf den Stift geladen und anschließend auf das "Anschaltzeichen" auf dem Spielplan getippt werden um das Spiel zu aktivieren. Anschließend fragt der Stift die Anzahl der Mitspieler, die gewählten Charaktere und den gewünschten Schwierigkeitsgrad ab. Es besteht sogar die Möglichkeit in einem Tutorial die Spielregeln an Hand eines kurzen, abgespeckten Spiels zu erlernen.

Die gewählten Aktionen, sowohl in der Planungs- als auch später in der Ausführungsphase müssen dem Stift natürlich "mitgeteilt" werden und das erfolgt immer in der Weise, dass zunächst der Charakter, dann die gewünschte Aktion und schließlich der Ort bzw. was genau gemacht werden soll angetippt werden. Jede Aktion kostet Zeit und wer in der Planungsphase mehr Zeit als nötig verbraucht, der hat in der Ausführungsphase weniger Zeit zur Verfügung, so dass es letztlich einen Kompromiss zwischen Planung und Ausführung zu finden gilt um erfolgreich zu sein.

Sind die Spieler schließlich der Meinung auf den Coup ausreichend genug vorbereitet zu sein oder die Zeit knapp wird, startet ein Tippen mit dem Stift auf den Pfeil mit "GO!" die Ausführungsphase. Der tiptoi-Stift gibt zeitgesteuert die Bewegungen des Wächters vor, während die Spieler Gelegenheit haben Aktionen auszuführen und ihre (erlernten) Fähigkeiten zum Einsatz zu bringen. In der Regel ist zunächst das Schloss an der Eingangstür der Bank zu knacken und ein Charakter mit der entsprechenden Fähigkeit tippt auf seinen Charakter, dann auf die Fähigkeit und schließlich auf das Schloss der Türe. Ist die erforderliche Zeit zum knacken des Schlosses verstrichen, teilt der Stift dies mit und die Spieler können die Bank mittels der Aktion "Gehen", "Rennen" oder ggf. auch "Schleichen" betreten.

Während ein Charakter eine Aktion ausführt, also beispielsweise eine Alarmanlage deaktiviert, kann er in der dafür benötigten Zeit nichts anderes tun. Ist die Aktion beendet teilt der Stift dies mit und eine weitere Aktion kann gewählt werden. Auf diese Weise versuchen die Spieler unbemerkt den Tresorraum zu erreichen und diesen anschließend zu öffnen. Gelingt das innerhalb der vorgegebenen Zeit war der Coup erfolgreich, anderenfalls dürfte sich eine andere Sicherheitsfirma über den Auftrag der Bank freuen bzw. der Bankdirektor seine Bank als sicher genug erachten.

Das tiptoi-System auf Spiele zu übertragen ist aus meiner Sicht zumindest mit Der Millionen Coup sehr gut gelungen und spricht nicht nur Kinder an, sondern auch Erwachsene. Die verschiedenen Schwierigkeitsgrade ermöglichen es das Spiel in gewissem Umfang an die eigenen Bedürfnisse anzupassen und das kooperative Element passt zum Spielthema wie die Faust aufs Auge, auch wenn am Ende das Gold der Bank nicht gestohlen sondern brav zurückgegeben wird.

Der Zeitdruck sorgt für einen stimmigen Spannungsbogen auch wenn vor allem in der Planungsphase minimale Leerlaufzeiten entstehen können, wenn die beteiligten Charaktere eifrig Fähigkeiten erlernen oder die Bank auskundschaften und alle manchmal gleichzeitig auf den Ablauf der für die Aktionen benötigten Zeit warten. Diese nutzt man zwar dafür, das weitere Vorgehen zu besprechen, doch mit zunehmender Spielerfahrung ist das immer schneller erledigt.

Das Spielmaterial ist funktional, die Bedienung des Spiels mittels tiptoi-Stift problemlos und einfach und der immer wieder zufällig generierte Aufbau der Bank bzw. die Verteilung der Alarmanlagen, Schlösser und Laufwege des Wächters macht Lust, sich immer mal wieder eine Bank "vorzunehmen". Einzig der Umstand, dass der tiptoi-Stift immer mal wieder dazwischenquatscht, wenn ein Spieler gerade dabei ist eine Aktion durchzuführen kann ab und an etwas nervig werden.

Der Einstieg ins Spiel, sofern die möglicherweise für einige vorhandene Hürde genommen ist das Audiofile auf den Stift zu laden, ist dank des ins Spiel einführenden Tutorials sehr gering. Das Symbol "Entdecken" erlaubt es mittels des Stiftes alle benötigten Informationen über die Örtlichkeiten der Bank oder der im Spiel vorhandenen Objekte und Fähigkeiten zu erfahren und auch während des Spiels hilft einem der Stift bei Bedarf immer wieder den Überblick zu behalten. Das Infosymbol auf den Spielertafeln hilft einem jederzeit die Positionen der Spielfiguren und der Objekte zu ermitteln, so dass der aktuelle Spielstand im Falles eines Falles immer nachvollzogen werden kann und für den Fall, dass man mal etwas nicht mitbekommen hat, verfügt der Stift auch über eine Wiederholfunktion, die das zuletzt gesagte nochmal wiederholt.

Bleibt zu hoffen, dass es zukünftig mehr Spiele dieser Art geben wird, insbesondere auch für Erwachsene.

Vielen Dank an Ravensburger für das Rezensionsexemplar!


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