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Whacky Roll



Anzahl Spieler

Für 2 Spieler
ab 8 Jahre


Spieldauer

Ca. 15 bis 30 Minuten


Bewertung (max. 10)

6 Punkte (HOlg)



Verlag

Spielquader
Spielquader


Autor

Norman Sommer


Bild



Sonstiges:

Die langsam aber sicher in die Jahre kommenden Semester unter den Brettspielern erinnern sich bestimmt noch an Pac-Man, das Arcade- und Videospiel aus den 80ern. In diesem Spiel galt es den von Gespenstern gejagten Pac-Man sicher durch ein Labyrinth zu leiten und dabei die Punkte in den Gängen aufzusammeln. Lange ist es her und in der Zwischenzeit waren viele Klone, Varianten und Weiterentwicklungen zu haben, eine Umsetzung auf ein Spielbrett allerdings ist neu bzw. zumindest mir noch nicht untergekommen.

Whacky Roll ist so eine Brettspielumsetzung von Pac-Man und sie kommt nicht in einer klassischen Spieleschachtel sondern einer Rolle daher, in der sich sieben Holzwürfel, drei 12-seitige Würfel mit dazugehörigen Zahlenaufklebern, ein Permanent-Marker und 25 beidseitig bedruckte Spielbögen befinden. Die Variante mit den Magneten, die sog. Magnet-Edition von Whacky Roll, erlaubt auch ein Spiel in der Vertikalen, z.B. an einer Magnettafel. Die Spielregeln sind sehr überschaubar und finden im unteren Bereich der Spielbögen Platz.

Grundsätzlich ist Whacky Roll in kürzester Zeit einsatzbereit. Allerdings nicht beim ersten Spiel, denn da müssen zunächst die drei 12-seitigen Würfel beklebt werden und das ist zugegebenermaßen etwas aufwändig und fummelig, aber glücklicherweise eben nur beim ersten Mal zu erledigen.

Einer der Spieler lenkt die Geschicke von Whacky, erhält die drei Whacky-Spielsteine und beginnt das Spiel mit dem ersten Whacky-Spielstein auf dem gelben Startpunkt. Zu Beginn des Spiels - und auch jedes Mal wenn ein neuer Whacky-Spielstein am Startpunkt eingesetzt wird - darf der Whacky-Spieler zweimal hintereinander den gelben Zahlenwürfel werfen und entsprechend viele Felder im Labyrinth weiterziehen. Jeder Punkt auf Feldern, die Whacky betritt, wird abgestrichen und bringt ihn seinem Ziel, alle Punkte des Labyrinths abzugrasen, näher.

Anschließend wird abwechselnd gezogen. Der zweite Spieler kontrolliert die vier Gespenster, die das Spiel im Zentrum oberhalb ihres Startpunktes beginnen. Sie gelangen erst dann ins Spiel, wenn mit dem Gespenster-Zahlenwürfel ein Zahlenwert von sechs oder weniger gewürfelt wird. Der Farbwürfel gibt dabei die Farbe des Gespenstes vor das bewegt wird und schon geht die Jagd auf Whacky so richtig los.
Im Gegensatz zu Whacky dürfen die Gespenster während ihrer Bewegung nicht hin- und herziehen und können auch nicht den Mittelgang benutzen, der auf einer Seite des Labyrinths hinaus und auf der anderen wieder hineinführt und umgekehrt. Auf diese Weise kann Whacky so mancher brenzligen Situation, wie schon in der guten alten Arcade-Zeit, so gerade noch entgehen.

Erwischt ein Gespenst Whacky auf seinem Feld ist er geschlagen und damit eines seiner drei Leben verbraucht. Mit dem dritten Leben verliert der Whacky-Spieler auch das Spiel, man sollte also nicht zu risikofreudig agieren, auch wenn man bewusst ein Leben opfern kann, beispielsweise um den Punkt unter einem Gespenst zu ergattern.

Auch wenn die Gespenster zu viert unterwegs sind und die Situation im Laufe des Spiels immer bedrohlicher wird, hat Whacky so seine Möglichkeiten sich etwas Luft zu verschaffen und die Gespenster wieder ein Weilchen aus dem Labyrinth zu verbannen. Vier Power-Punkte sind in der Nähe der Ecken des Labyrinths zu finden und diese haben ihren Namen nicht ganz zu unrecht. Frisst Whacky einen Power-Punkt, darf er sofort dreimal mit dem gelben Zahlenwürfel würfeln und entsprechend viele Felder ziehen und dabei natürlich Punkten, doch damit nicht genug, der Power-Punkt verleiht Whacky auch die Fähigkeit während dieser drei Bewegungen die Gespenster zurück auf ihren Startbereich zu verbannen, wenn er sie auf ihren Feldern erwischen kann. In diesem Fall müssen sie erst wieder mit einem Würfelergebnis von weniger als sieben ins Spiel gelangen um die Verfolgung wieder aufzunehmen.

Soweit, so einfach. Die Regeln von Whacky Roll sind wirklich äußerst simpel und in kürzester Zeit erklärt. Spielerisch reduziert sich das Ganze dadurch natürlich auch und zwar auf das simple Würfeln und Ziehen der Spielfiguren. So einfach sich das anhört, so viel Spaß macht das Ganze aber auch, denn Pac-Man-Feeling kommt schon nach wenigen Spielzügen auf und Spieler meiner Altersklasse schwelgen ganz schnell in nostalgischen Erinnerungen. Ob die Nostalgie jedoch langfristig ausreicht um Whacky Roll auch nach längerer Zeit immer mal wieder auf den Tisch zu bringen dürfte wahrscheinlich von jedem etwas anders beurteilt werden. Etwas mehr Vielfalt bei den Labyrinthen hätte ich mir schon gewünscht, damit man Whacky nicht nur durch die immer gleichen Gänge hetzen muss und nicht so schnell Routine einkehrt, denn das ist nach einige Spielen schon der Fall.

Nach einem üblicherweise gemächlichen Beginn einer Partie steigt der Spannungsbogen meist schnell und stetig an. Die verbliebenen Punkte sind immer schwerer zu erreichen, immer mehr Gespenster greifen ins Spielgeschehen ein und Whackys Lebensvorrat sowie die Powerpunkte werden immer knapper. Extremes Würfelglück kann eine Partie schon mal auf die eine oder andere Seite kippen lassen, normalerweise aber verteilt Fortuna ihre Gunst gleichmäßig und es bleibt spannend bis zum Schluss.

Der "Bastelaufwand" beim Bekleben der Würfel vor der ersten Partie ist möglicherweise nicht Jedermanns Sache und auch die Tatsache, dass natürlich nur eine begrenzte Zahl von Spielbögen in der Spielerolle Platz finden, die "nur" für 50 Spiele ausreichen, ist nicht ganz so prickelnd. Glücklicherweise kann man sich die Spielpläne auf www.spielquader.de runterladen und ganz begeisterte Whacky Roll-Spieler können auch über die Anschaffung der ebenfalls erwerbbaren abwischbaren Spielmatte nachdenken.

Ob Whacky Roll genügend Langzeitmotivation bietet um diese Anschaffung zu rechtfertigen muss letztlich jeder für sich beurteilen und die Meinungen dürften dabei sehr auseinandergehen. Mir jedenfalls macht Whacky Roll zur Zeit noch richtig Spaß, zumindest als gemütlicher Absacker, denn so richig fordernd ist das Spiel nicht, dazu ist der Glücksanteil durch die Würfel letztlich dann doch einfach zu hoch. Das Spiel besticht vor allem durch seinen Retro-Look und seine Einfachheit und ist daher auch und insbesondere für Familien bestens geeignet. Meine beiden Töchter (7 und 10 Jahre), denen wohl niemand nostalgische Befangenheit nachsagen kann, sind recht angetan von Whacky Roll. Hartgesottene Strategen werden von Whacky und den Gespenstern sehr wahrscheinlich nicht in dem Umfang gefordert, dass sie mit diesem Spiel glücklich werden.

Zum Schluß sei noch ein Wort an die Liebhaber edler und aufwändiger Ausgaben von Spielen gerichtet. Wer es ganz komfortabel und edel will, der gönnt sich den spielerisch identischen großen Bruder von Whacky Roll, der sich Whacky Wit nennt. Dieser ist mit seinem Preis von knapp 400 EUR nun nicht gerade günstig zu nennen, dafür aber handgefertigt, ein Eyecatcher und kommt natürlich ohne Permanent-Marker und Papierspielbögen aus. Wem also Whacky und seine Gespenster so richtig gut gefallen, der kann auch "das Auge mitspielen lassen".

Vielen Dank an Spielquader für das Rezensionsexemplar!


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