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Istanbul



Anzahl Spieler

Für 2 bis 5 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 45 bis 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

8 Punkte (HOlg)



Verlag

Pegasus
Pegasus


Autor

Rüdiger Dorn


Bild



Sonstiges:

Im Basarviertel von Istanbul herrscht ein geschäftiges und buntes Treiben. Geld und Waren wandern von einer Hand zur anderen, lukrative Geschäfte werden abgeschlossen doch das eigentliche Ziel der bis zu fünf Mitspieler in den Rollen von Kaufleuten, die mit ihren Gehilfen über den Markt schlendern, sind wertvolle und seltene Rubine, die es verschiedenen Orts zu kaufen bzw. zu tauschen gibt. Wer da nicht zu kurz kommen will, der muss seine Gehilfen möglichst effektiv einsetzen und schneller als die Konkurrenten mindestens fünf der begehrten Edelsteine ergattern. Nur so lässt sich der eigene Wohlstand angemessen zur Schau stellen und damit das Spiel gewinnen.

Das Basarviertel besteht aus 16 Orten, die bei Spielbeginn gemäß einer Startaufstellung, also sortiert nach den Zahlenwerten der zur Startaufstellung passenden Farbe, ausgelegt werden. Dabei ergeben sich Anordnungen mit kurzen oder längeren Wegen um Orte sinnvoll miteinander zu kombinieren, Gruppierungen ähnlicher Orte oder eine völlig zufällige Anordnung. Einige dieser Ausgangssituationen sind also eher einsteigerfreundlich (kurze Wege) oder anspruchsvoller (z.B. lange Wege) bzw. stellen möglicherweise vor ganz neue Situationen (zufällig Verteilung).

Die Anzahl der insgesamt im Spiel vorhandenen Edelsteine hängt von der Mitspielerzahl ab. An einigen Orten sind genauso viele Edelsteine wie Mitspieler vorhanden und jeder Spieler kann dort auch nur jeweils einen Edelstein bekommen, sobald er die dort geforderte Bedingung erfüllt. An anderen Orten sind mehr Edelsteine vorhanden und jeder Spieler kann dort auch mehrere davon kaufen bzw. ertauschen. Der "Preis" für einen Edelstein steigt dabei mit jedem verkauften Edelstein an, so dass der frühe Vogel den günstigsten Wurm...äh...Edelstein bekommt.

Ein gewisses Startkapital ist natürlich von Nöten und da der Startspieler einen Vorteil hat, wird dies durch die Höhe des Startkapitals ausgeglichen, das mit zwei Lira für den Startspieler beginnt und stetig ansteigt. Alle nachfolgenden Spieler erhalten immer genau eine Lira mehr als der Spieler zuvor.
Darüber hinaus verfügt jeder Mitspieler anfangs über vier Gehilfen, die zunächst unter die Kaufmanns-Scheibe gelegt und dann als Stapel beim "Brunnen" bereitgestellt werden. Von hier ausgehend machen die Spieler das Basarviertel unsicher und gehen ihren Geschäften nach, die zunächst auf Geld- und Warenerwerb ausgelegt sind, um anschließend dafür die spielentscheidenden Edelsteine zu bekommen.

Angezeigt wird der Warenbestand eines jeden Spielers durch seinen Handkarren, der anfangs Raum für maximal zwei Waren einer jeden Sorte bietet, während des Spielverlauf aber in der "Wagnerei" um bis zu drei weitere Ablagemöglichkeiten erweitert werden kann. Diese Erweiterungen bieten dann nicht nur Platz für je eine weitere Ware einer jeden Sorte sondern ein vollständig aufgerüsteter Handkarren bringt auch einen Edelstein ein.

Ist ein Spieler am Zug darf dieser seinen Kaufmann mit allen darunter befindlichen Gehilfen um bis zu zwei Orte weiterbewegen. Befindet sich am Zielort bereits ein eigener Gehilfe, wandert er unter den Stapel, anderenfalls muss ein Gehilfe des Stapels entfernt und daneben platziert werden, um die Aktion des Zielortes nutzen zu dürfen. Ohne Gehilfen ist der Kaufmann "hilflos" und darf die Aktion des Ortes nicht durchführen. Daher gibt es auch den "Brunnen", quasi ein regelmäßiger Treffpunkt, an dem sich Kaufmann und Gehilfen wieder zusammenfinden und neu formiert eine neue Runde über den Basar drehen.
Befinden sich Kaufleute anderer Spieler am Zielort, müssen an jeden dieser Kaufleute zusätzlich zwei Lira bezahlt werden. Das kann schnell teuer werden und will berücksichtigt sein, sowohl für den eigenen Spielzug, aber gelegentlich auch um einem Konkurrenten das Leben etwas teurer zu machen. Es kann sogar Situationen geben, in denen der Kauf des letzten benötigten Edelsteins durch diese Regel verhindert werden kann, da nach Bezahlung des/der anderen Kaufleute nicht genügend Bares für den Kauf des letzten Edelsteins übrig geblieben wäre, wie ich schon leidvoll am eigenen Leib erfahren musste.

Die Aktionsmöglichkeiten der Orte reichen vom Ausbau des Handkarrens um mehr Waren lagern zu können über den mehr oder weniger kostspieligen Erwerb von Tuch, Gewürzen oder Obst in den entsprechenden Lagern, an den Marktständen oder notfalls auch auf dem Schwarzmarkt bis hin zum Erwerb und Tausch der begehrten Edelsteine. Einige besondere Orte bieten die Möglichkeit seine Spielbedingungen und -möglichkeiten zu verbessern, beispielsweise durch Anheuern eines fünften Gehilfen in der Moschee oder den Erwerb von Bonuskarten in der Karawanserei, die zusätzliche Waren, finanzielle Mittel und ähnliches bieten und die während eines Spielzuges in beliebiger Zahl von ihrem Besitzer eingesetzt werden können, usw.

An den Orten des Basarviertels trifft man aber nicht nur auf eigene Gehilfen oder Konkurrenten sondern möglicherweise auch auf eigene oder fremde Familienmitglieder. Diese befinden sich, warum auch immer, anfangs auf der Polizeiwache, können aber von dort aus durch einen Gehilfen an einem beliebigen Ort eingesetzt werden und anschließend die entsprechende Aktion durchführen. Trifft man unterwegs auf "fremde Familienmitglieder" schickt man sie einfach zurück zur Polizeiwache und kassiert dafür eine Belohnung in Form einer Bonuskarte oder drei Lira.

Gelegentlich trifft man auch auf einen Schmuggler, der beliebige Waren tauscht oder für zwei Lira verkauft und anschließend sofort einen zufälligen anderen Ort aufsucht, oder gar den Gouverneur, der das gleiche Angebot für Bonuskarten bereithält. Es gibt also viel zu tun und viele Möglichkeiten den Weg zu bereiten um an die spielentscheidenden Edelsteine zu kommen und nach etwa einer Stunde dürfte das auch einem der Mitspieler, dem Gewinner, gelungen sein.

Istanbul ist mal wieder ein Spiel mit breiter Zielgruppe. Familien und Gelegenheitsspieler dürften sicherlich nicht überfordert sein und trotzdem bietet das Spiel auch spielerfahreneren Spielern genügend Möglichkeiten ihre Spielzüge zu optimieren und gefordert zu sein.

Die verschiedenen Möglichkeiten für die Startaufstellung stellen dabei immer wieder neue Anforderungen an die Spieler, die für ein Spiel mit "kurzen Wegen" möglicherweise eine funktionierende Vorgehensweise gefunden haben, diese aber bei "langen Wegen" nur noch bedingt oder gar nicht mehr funktioniert. Dazu kommt ein kleines bisschen Würfelglück, beispielsweise bei der Kapitalbeschaffung in der Teestube, und das nicht hundertprozentig abschätzbare Verhalten der Mitspieler, die eine geplante Aktion deutlich verteuern können, wenn sie sich am gewünschten Zielort befinden und vor der Durchführung der dortigen Aktion bezahlt werden wollen. Aber diese Unwägbarkeiten sorgen dafür, dass Istanbul nicht zu sehr "verkopft" sondern auch locker und leicht gespielt werden kann.

Etwas konstruiert fühlt sich für mich der Mechanismus mit den Familienmitglieder an, wahrscheinlich die "schwarzen Schafe" der Händlerfamilien, deren stetige Gesetzesübertretungen sie immer wieder ins Gefängnis bringen. Aber spielerisch funktioniert die Sache, fühlt sich für meinen Geschmack "nur" etwas holprig an.

Die Spielregeln sind überschaubar und leicht verständlich, auch wenn vielleicht zunächst durch die 16 Orte des Basarviertels, die natürlich erklärt werden müssen, ein anderer Eindruck entsteht. Istanbul ist darüber hinaus qualitativ bestens ausgestattet und funktioniert in jeder Besetzung und vor allem auch zu zweit ganz hervorragend.
Sollte man nicht in voller Besetzung spielen, kann man auch eine taktischere Variante ausprobieren, bei der jeder einen seiner Gehilfen durch einen neutralen Gehilfen (der nicht mitspielenden Farbe) ersetzt. Im späteren Spielverlauf können diese neutralen Gehilfen von allen benutzt werden, d.h. man kann auch mehrere neutrale Gehilfen zusätzlich zu seinen eigenen "sammeln" wodurch sich ganz neue taktische Möglichkeiten ergeben.

Mir hat Istanbul jedenfalls recht viel Spaß gemacht, ist eine rundum gelungene Sache und landet mit Sicherheit noch öfter auf meinem Spieletisch. Ich kann eine Testpartie nur wärmstens ans Herz legen.

Vielen Dank an Pegasus für das Rezensionsexemplar!


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