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Trains



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 bis 45 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Pegasus
Pegasus


Autor

Hisashi Hayashi


Bild



Sonstiges:

Die Bahn kommt! Zumindest vielleicht! Oder aber auch nicht und auf jeden Fall gerne mal zu spät, doch das ist im Spiel Trains aus dem Hause Pegasus nicht das Problem der Spieler, denn die sind keine Fahrgäste sondern damit beschäftigt Gleise und Bahnhöfe zu bauen, um dadurch das mächtigste Eisenbahnnetz Japans zu erschaffen. Doch die Konkurrenz ist groß und die Ausgangslage für alle gleich. Vorteile muss man sich erarbeiten und das fällt einem umso leichter, je besser man mit dem Mechanismus des Deckbuilding vertraut ist und je schneller man sich mit den Funktionen der Karten vertraut machen kann.

Obwohl im Spiel Trains ein beidseitig bedruckter Spielplan, der zwei verschiedene Regionen Japans zeigt, Verwendung findet, handelt es sich hier um ein lupenreines Deckbuildingspiel im Stile von Dominion. Das in einem Deckbuilding-Game ein Spielbrett verwendet wird mag sich für den einen oder anderen möglicherweise ungewohnt anfühlen, allerdings gibt es inzwischen schon zahlreiche Beispiele, in denen Spielplan und Deckbuilding zusammengekommen sind. Von A few acres of snow über Mage Knight bis hin zu Mage Wars, um nur einige Beispiele zu nennen, hat sich diese Kombination schon etliche Male bewährt. Trains scheint also nicht gerade vor Innovation zu strotzen, aber ein gutes Deckbuilding Game habe ich immer wieder gerne auf dem Spieletisch und hoffe auf ein gelungenes Spielerlebnis.

Ausgehend von einem zu Beginn frei gewählten und mit einem Schienenstein besetzten Spielplanfeld und ausgerüstet mit 10 Karten, die entweder Geld oder die Möglichkeit Bahnhöfe bzw. weitere Gleise zu bauen bieten, beginnen die bis zu vier Mitspieler den Aufbau ihres Eisenbahnimperiums. Jeder mischt seinen Kartenvorrat und zieht fünf davon auf die Hand um damit seinen nächsten Spielzug zu bestreiten, der im Prinzip genauso wie im allseits bekannten Dominion abläuft. Ausgespielte Karten bieten entweder Geld oder Aktionen und am Ende des Spielzuges werden sämtliche Handkarten auf den Ablagestapel gelegt und durch fünf neue Karten vom Nachziehstapel ersetzt.

Damit die Spieler ihre Möglichkeiten ausbauen und auch gezielte Strategien verfolgen können, liegen insgesamt 16 verschiedene Stapel Karten in einer offenen Auslage, von denen die Spieler weitere Karten kaufen können. Diese landen zwar, wie zu erwarten, zunächst auf dem Ablagestapel, gelangen aber früher oder später in den Nachziehstapel und anschließend auf die Hand der Spieler und ermöglichen neue Aktionen oder erhöhen die Häufigkeit bereits vorhandener Aktionen.

Hauptaufgabe der Spieler ist der Gleisbau, denn durch das eigene Schienennetz lassen sich die meisten Punkte erzielen. Zwar gibt es auch bei Trains Karten, die am Ende Siegpunkte bringen, doch diese sind zum einen recht teuer und verlangsamen ein Deck ungemein, so dass sie eher Notlösungen darstellen. Bei der Endwertung allerdings sorgen sie möglicherweise ab und an auch mal für eine Überraschung, wenn die Punkte der Spieler auf dem Spielplan recht dicht beieinander liegen und die Siegpunktkarten das Spiel letztlich entscheiden oder sogar noch drehen.

Gleise müssen ausgehend vom Startgebiet immer zusammenhängend gebaut werden und es gilt mit dem Schienennetz Städte zu erreichen, denn nur dort können Punkte erzielt werden. Dabei muss zum einen das Gelände berücksichtigt werden, denn der Gleisbau in der Ebene kommt natürlich günstiger als der Gleisbau über Flüsse oder im Gebirge, und zum anderen auch die Aktionen der Mitspieler. Befinden sich nämlich Gleise anderer Spieler auf einem Spielplanfeld, wird der Gleisbau ebenfalls teurer und das sollte man wenn möglich verhindern oder muss es zumindest einplanen.

Punkte für Gleise in Städten setzen aber ebenfalls mindestens einen Bahnhof voraus. Sind es mehr, umso besser, denn dann gibt es auch deutlich mehr Punkte, aber einer muss mindestens vorhanden sein, sonst war die "Investition" umsonst und man geht leer aus. Am liebsten baut man in Städten jedoch immer zunächst seine Gleise bevor Bahnhöfe errichtet werden, denn Bahnhöfe verteuern den Gleisbau in Städten ebenso wie die Gleise der Konkurrenz oder das Gelände außerhalb der Städte. Wie viele Bahnhöfe in einer Stadt errichtet werden können ist auf den Stadtfeldern zu sehen, so dass man schon im Vorfeld seine Planung beispielsweise zunächst auf die lukrativen Städte ausrichten kann.
Einige Städte stellen "abgelegene Orte" dar. Diese haben keine Bahnhöfe - zumindest keine die durch die Spieler errichtet werden müssten - bringen aber trotzdem Punkte und zwar in Höhe des auf dem Stadtfeld angegebenen Punktwertes, der während des Spiels gleichzeitig auch die zusätzlichen Kosten für den Gleisbau an diesem Ort festlegen.

Sowohl der Bahnhofs- als auch der Gleisbau haben eine unangenehme Nebenwirkung. Beim Bau entsteht jede Menge Müll, der in Form von Karten in die Spielerdecks wandert und der, sofern er nicht durch Karteneffekte oder den Verzicht auf einen Spielzug wieder entsorgt werden kann, die Spielerdecks verlangsamt und die Spielzüge einschränkt. Mit Müllkarten auf der Hand lässt sich nun mal nichts anfangen und so lernt man Karten wie beispielsweise die "Mülldeponie" schätzen, mit der man den Müll nicht nur aus der Hand sondern sogar auch wieder aus dem Deck bekommt.

Die Spieler kommen also abwechselnd zum Zug und versuchen ihre Karten möglichst effektiv einzusetzen und ihr Gleisnetz auf möglichst punkteträchtige Städte auszuweiten. Das Spielende ist erreicht, sobald ein Spieler alle seine Gleise verbaut hat, alle Bahnhöfe gebaut wurden oder vier beliebige Stapel an kaufbaren Karten "ausverkauft" sind. Im Rahmen einer Schlusswertung werden die Punkte für "abgelegene Orte", Städte mit Bahnhöfen und die Siegpunkte auf Karten für jeden Spieler zusammengezählt und Japans neuer Eisenbahnbaron steht fest.

Mal abgesehen vom Thema bietet Trains gegenüber anderen Deckbuilding Games nichts wirklich Neues. Einige Karten ermöglichen die gleichen Aktionen wie beispielsweise bei Dominion und so mancher wird sich die Frage stellen, ob es Trains nun wirklich braucht, vor allem, wenn man andere Deckbuilding Games und insbesondere Dominion schon im Spieleschrank stehen hat.

Diese Frage muss ich aus meiner Sicht verneinen. Trains ist kein schlechtes Spiel, schließlich greift es auf bewährte Mechanismen zurück, bietet aber aus meiner Sicht zu wenig Neues um eine zusätzliche Anschaffung neben Dominion zu rechtfertigen. Wem allerdings die Eisenbahn-Thematik mehr zusagt oder wer mit Trains erst in die Welt des Deckbuilding eintaucht, den erwartet ein sehr gut funktionierendes Deckbuilding Game, das mit seiner übersichtlichen und auch alles andere als komplexen Regel und den ausführlichen Beispielen ausgesprochen Einsteiger- und Familienfreundlich ist.

Ich für meinen Teil greife lieber zu Dominion also zu Trains, zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt. In der Trains-Schachtel ist allerdings so viel Platz, dass mit einigen Erweiterungen zu rechnen sein dürfte, und wer weiß, vielleicht kommt die Bahn doch noch öfter auf den Tisch, wenn Erweiterungen das derzeit vermisste Neue bringen. Für den Moment kann ich nur feststellen, dass die Bahn kam, allerdings (mal wieder) zu spät. Ich bin im "Dominion-Zug" und sehe keinen Grund umzusteigen.

Zu bewerten ist allerdings ja nicht nur die Innovation die ein Spiel bietet, sondern auch seine Mechanismen, seine Ausstattung und den Spielspass, den es bietet. In all diesen Punkten ist Trains nämlich alles andere als schlecht und das will ich in meiner Bewertung berücksichtigen. Trains ist aus meiner Sicht nicht genauso gut wie Dominion, das den Deckbuildingmechanismus in der Welt der Spieler salonfähig gemacht und so richtig verbreitet hat, zu bewerten, aber auch nicht nur mittelmäßig, denn das hat es auch nicht verdient.

All diejenigen, die Dominion kennen und vielleicht für deutlich besser halten mögen mir die aus ihrer Sicht möglicherweise zu hoch gegriffene Bewertung "verzeihen" und bedenken, dass "Deckbuilding-Neulinge" oder diejenigen, die mit Dominion möglicherweise nichts anfangen können mit Trains mehr als zufrieden sein könnten. Denn allein für sich betrachtet gibt es an Trains nämlich nicht viel auszusetzen.

Vielen Dank an Pegasus für das Rezensionsexemplar!


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