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Raumstation Theseus



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 8 Jahre


Spieldauer

Ca. 30 bis 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Pegasus
Pegasus


Autor

Michal Oracz


Bild



Sonstiges:

Die Raumstation Theseus befindet sich irgendwo in einem fernen Orbit und scheint unbemannt zu sein. Wer sie erbaut hat und warum sie verlassen wurde ist nicht bekannt, aber klar ist, dass so eine unbemannte Station die unterschiedlichsten Spezies anlockt. Jede von ihnen will die Station kontrollieren um sich die möglicherweise neuen Technologien oder Forschungsergebnisse zu sichern und dabei wird nicht zimperlich vorgegangen. Andere Spezies werden gescannt, beschossen, in Fallen gelockt und gelegentlich auch mal ins Weltall gestoßen, denn nur wer alle anderen Eindringlinge besiegt oder als erster die wertvollen Datenpakete der Station gesammelt hat gewinnt den Wettlauf um die Raumstation Theseus. Manchmal bilden sich auch Zweckgemeinschaften. Zwei Spezies verbünden sich gegen die anderen beiden und versuchen gemeinschaftlich der Station ihre Geheimnisse zu entlocken, doch wie auch immer, es wird mit harten Bandagen gekämpft.

Die Raumstation besteht aus einer von der Mitspielerzahl abhängigen Anzahl an Sektoren in Form von Papptafeln, die rund um eine Lebenspunkt- und Datenpakettafel angeordnet werden, auf der die Lebenspunkte bzw. die bereits gesammelten Datenpakete der einzelnen beteiligten Spezies festgehalten werden. Jede beteiligte Spezies kontrolliert dabei einen dieser Sektoren, ihren sog. Fraktionssektor, dessen Aktionsmöglichkeit nur die jeweilige Spezies nutzen kann.
Alle Sektoren bestehen aus verschiedenen Bereichen, einmal damit die Spieler ihre (Fraktions-)Karten ins Spiel bringen können (Position für drohende Karten), oder um "drohende" Karten zu installieren damit diese letztlich auch ihre Wirkung entfalten (Installationsplätze) und um die Positionen von Einheiten der Spezies in den Sektoren zu bestimmen (Einheitenbereich/Räume).

Trotz der Weltraum-Thematik wird bei einem genaueren Blick auf den Spielablauf deutlich, dass Raumstation Theseus eigentlich ein sehr abstraktes Spiel ist. Das wird schon in der ersten Phase eines Spielerzuges, der Bewegungsphase, deutlich. Der Spieler am Zug bewegt eine seiner Einheiten im Uhrzeigersinn weiter, wobei die Zugweite durch die Anzahl an Einheiten im Ausgangssektor vorgegeben wird. Im Zielsektor angekommen, sucht man für seine Einheit einen Platz in den Räumen des Einheitenbereichs und verschafft sich ggf. Platz, indem man eine beliebige andere Einheit ins All stößt und deren Platz einnimmt.

Anschließend kann es gefährlich werden, denn haben feindliche Spezies Fallen-Karten im Zielsektor installiert, werden diese ausgelöst und entfalten ihre oft destruktive Wirkung, die den Verlust von Lebenspunkten oder gelegentlich auch Datenpakete für den Gegner bedeuten. Sind dann auch noch alle Räume des Sektors mit Einheiten belegt, kommt es zum Kampf, d.h. alle Einheiten des aktiven Spielers im fraglichen Sektor greifen alle feindlichen Einheiten vor Ort an die sie sehen können und fügen ihnen Schaden zu, bzw. scannen sie und erhalten auf diese Weise Datenpakete.

Nach der Bewegung mit allen ihren eventuellen Folgen kann der aktive Spieler alle seine in diesem Sektor installierten Aktionskarten nutzen und anschließend auch die Aktion des Sektors, sofern es sich nicht um den Faktionssektor einer anderen Spezies handelt.

Die Fraktionskarten sind auf die jeweilige Spezies und ihre Fähigkeiten abgestimmt, bieten die unterschiedlichsten Möglichkeiten, von Fallen für die Gegner über Abkürzungen bei der Bewegung bis zu Aktionen unterschiedlichster Art usw.
Damit man nicht schon beim Kennenlernen des Spiels durch eine Vielfalt an Karten und Möglichkeiten erschlagen wird, sind diese in verschiedene Kategorien eingeteilt, die erst nach und nach, mit zunehmender Erfahrung der Spieler und ihrer Kenntnis des Spiels und seiner Mechanismen, ins Spiel integriert werden sollten. Die Aktionsmöglichkeiten durch die Sektoren sind dagegen recht überschaubar. Sie bieten die Möglichkeit alle eigene Einheiten auf der ganzen Station feindliche Einheiten in Sicht angreifen zu lassen, einen Extrazug mit einer anderen eigenen Einheit auszuführen, durch eine Fehlfunktion Karten des Gegners zu blockieren oder Upgradeplättchen zu erwerben um eigene Einheiten oder installierte Karten aufzuwerten und damit effektiver zu machen.

Nach den Karten- und ggf. der Sektor-Aktion wird sich um die sog. "drohenden" Karten des aktiven Spielers gekümmert, zumindest denen des gerade besuchten Sektors. In der "Drohende-Karten-Phase" hat man daher die Möglichkeit entweder eine eigene drohende Karte dort abzulegen, eine dort ausliegende gegnerischen drohende Karte durch eine eigene zu ersetzen oder eine bereits dort ausliegende eigene drohende Karte auf einem freien Installationsplatz auf der Station zu installieren um sich das Leben einfacher und den andern schwerer zu machen.

Das Spielende naht, wenn ein Spieler eine Karte aus seinem Fraktionsdeck auslegen müsste, aber keine Karte mehr in seinem Vorrat hat. In diesem Fall wird ein Plättchen auf einer Spielendeleiste um ein Feld weiterbewegt und beendet das Spiel beim Erreichen des letzten Feldes dieser Leiste. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass sich ein Spiel nicht ewig in die Länge zieht, wenn es keiner der Parteien gelingen will die erforderlichen 20 Datenpakete zu erlangen oder die Lebenspunkte der feindlichen Spezies auf 0 fallen zu lassen, was das Spiel ebenfalls beendet.

Raumstation Theseus kommt, wie bereits erwähnt, trotz SciFi-Thematik recht abstrakt daher, weiß aber durch seine ausgeklügelten Mechanismen zu überzeugen, so dass dieser Umstand gar nicht mehr so gewichtig erscheint. Ja, die Einheiten bewegen sich, warum auch immer, nur im Uhrzeigersinn und, warum auch immer, umso weiter, je mehr Einheiten sich in einem Sektor aufhalten, aber egal, das Spiel erfordert die volle Aufmerksamkeit eines Spielers, so dass gar keine Zeit bleibt, sich diese Umstände irgendwie plausibel und thematisch stimmig zu Recht legen zu wollen.

Trotz der abstrakten Mechanismen schafft es Raumstation Theseus das Feeling eines Überlebenskampfes auf einer einsamen Raumstation hervorragend zu transportieren und ich habe tatsächlich so meine Zweifel, ob die Thematik, wie so oft bei anderen an sich abstrakten Spielen, beliebig austauschbar ist. Die einzelnen Spezies sind in ihrer Ausrichtung auch recht verschieden und spielen sich daher völlig unterschiedlich. Während beispielsweise die Marines recht militant und körperbetont agieren um die Lebenspunkte der Gegner zu reduzieren, versuchen die Forscher wesentlich subtiler zum Ziel zu kommen und das sorgt für lang anhaltenden Spielreiz.
Dazu tragen natürlich auch die Fraktionskarten bei, die einem, wenn man der Regelempfehlung folgt, Schritt für Schritt mehr Möglichkeiten eröffnen und durch das Ausprobieren verschiedenster Kartenkombinationen so richtig Spaß bereiten.

Die Möglichkeit im Spiel zu dritt oder viert entweder in einem "Deathmatch" jeder gegen jeden anzutreten oder in einer Vierer-Partie in zwei Teams die Raumstation unsicher zu machen ist ein weiterer Punkt, der für Abwechslung sorgt, genauso wie die geheimnisvolle fünfte Fraktion, die Pandora, die sich deutlich von den anderen unterscheidet und auch erfahrene Spieler wieder vor Herausforderungen stellt.

Mich hat Raumstation Theseus spielerisch voll und ganz überzeugt und ich kann jedem eine Testrunde nur wärmstens empfehlen. Optimal wäre das Spiel aus meiner Sicht, wenn Thema und Spiel sich noch etwas besser hätten verbinden lassen, wobei mir das im vorliegenden Fall kaum möglich zu sein scheint und auch weniger als sonst auffällt.

Vielen Dank an Pegasus für das Rezensionsexemplar!


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