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La Isla



Anzahl Spieler

Für 2 bis 4 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 45 bis 60 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Alea
Alea


Autor

Stefan Feld


Bild



Sonstiges:

Zwei bis vier Forscherteams landen auf einer geheimnisvollen Insel. Würden diese zusammenarbeiten, könnten sie wahrscheinlich wesentlich mehr erreichen und der Insel ihre Geheimnisse viel schneller entlocken, doch wie so oft will jeder den anderen überflügeln und am Ende erfolgreicher gewesen sein als der Rest. Die Forscherteams machen sich daher getrennt auf den Weg in den Dschungel, um möglichst viele und seltene Tierarten aufzuspüren. Man hofft den auffälligen Dodo, den scheuen Riesenfossa oder die kleine Goldkröte zu entdecken, doch die Tiere sind nicht immer einfach zu erwischen. Die begrenzte Anzahl an Forschern in einem Team macht die Sache nicht leichter und außerdem werden auch noch jede Menge Ausrüstung und andere Ressourcen benötigt.

Die Insel wird durch insgesamt 11 Inselteile aus Pappe gebildet, mit einem Zehneck im Zentrum um das herum sich die zehn anderen Teile derart und immer wieder anders arrangieren lassen, dass die Insel am Ende ein großes Zehneck bildet. Das Dschungelgebiet der Insel ist mit farbigen Landschaftsfeldern durchzogen, die drei Ringe um das Zentrum der Insel bilden und in die Forscher entsandt werden können, um die angrenzenden Dschungelabschnitte zu untersuchen.

In jedem Dschungelabschnitt ist eines der zufällig aber offen verteilten Tiere zu finden und immer wenn alle an ein Dschungelgebiet angrenzenden Landschaftsfelder von Forschern eines Spielers besetzt sind, erhält dieser Spieler das dort abgelegte Tierplättchen und außerdem so viele Siegpunkte, wie Forscher erforderlich waren, um das Tier zu "umzingeln". Die Spieler müssen also Forscher auf die Insel entsenden, und das erfordert Ausrüstung und Ressourcen, die im Spiel durch kleine Holzwürfel in fünf verschiedenen Farben dargestellt werden. Soll ein Forscher beispielsweise auf einem gelben Landschaftsfeld eingesetzt werden, so kostet das zwei gelbe Ausrüstungswürfel usw.
Da jedem Spieler zu Spielbeginn nur je ein Würfel in jeder Farbe zur Verfügung steht, ist es erforderlich ganz gezielt, entsprechend dem geplanten Einsatz der eigenen Forscher, zusätzliche Ausrüstung zu organisieren.

Damit am Ende genau die Tiere, von denen man recht viele fangen konnte, auch recht viele Punkte einbringen, besteht neben dem Ressourcenbeschaffen und dem Einsetzen der Forscher die dritte Aufgabe der Spieler darin, die Punkte für die einzelnen Tiergattungen für die Schlusswertung zu beeinflussen. Anlässlich dieser Abschlusswertung gibt es nochmal satt Punkte für übrig behaltene Ausrüstung (1 Punkt für zwei Ressourcensteine), für Komplettsätze von je fünf verschiedenen Tieren und schließlich nochmal für jedes einzelne Tier. Dazu ist auf dem Spielplan, auf dem auch die Siegpunkte der Spieler festgehalten werden, für jede Tierart eine Leiste vorhanden auf der die Spieler den dazugehörigen Marker nach oben und damit in immer höhere Punkteregionen bewegen können.

Und wie funktioniert das Ganze nun? Relativ einfach, nämlich mittels dreier Karten, die jeder Spieler zu Beginn einer jeden Spielrunde von einem der verdeckten Nachziehstapel zieht und sich geheim ansieht. Diese Karten haben drei Funktionen, von denen jeweils eine genutzt werden kann, indem sie der jeweiligen Aktion zugeordnet wird. Zu diesem Zweck verfügt jeder Spieler über ein Papp-Etui auf dem die vier Aktionen in der Reihenfolge, in der sie jede Runde ausgeführt werden, abgebildet sind.

Die Karte, die Aktion A zugeordnet wurde, wandert in einen der drei im Etui oberhalb der Aktionen vorhandenen Schlitze und wirkt ab sofort mit ihrer nun noch sichtbaren Sonderfunktion im oberen Bereich. Da wird unter Umständen das Einsetzen von Forschern auf bestimmte Landschaftsfelder günstiger, oder es gibt Sonderpunkte bzw. -ressourcen usw.
Drei Karten finden in diesen Schlitzen nebeneinander Platz und entfalten ihre Wirkung parallel, so lange, bis sie nicht durch eine andere Karte (ab der vierten Runde lässt sich das nicht vermeiden) verdeckt werden.

Die für Aktion B gewählte Karte zeigt in ihrer linken unteren Ecke die Ressource, die man erhält und die der Aktion D zugeordnete Karte zeigt in der rechten unteren Ecke das Tiersymbol, dessen Punktemarker um ein Feld nach oben verschoben werden darf und gibt damit auch die Tierart vor, für die man sofort pro bereits entdecktem Tier einen Siegpunkt erhält.
Dazwischen werden in der Aktion C, für die keine Karte erforderlich ist, beginnend mit dem Startspieler reihum je ein Forscher auf einem Landschaftsfeld eingesetzt, bzw. versetzt, wenn sich bereits alle Forscher auf der Insel befinden. Wer das nicht kann, erhält zwar zumindest einen Ressourcenstein nach Wahl, trotzdem sollte man dies nach Möglichkeit vermeiden. Keinen Forscher ein- bzw. umzusetzen bedeutet letztlich immer auf Punkte zu verzichten, entweder unmittelbar, da man in dieser Runde kein Tier entdeckt, zumindest aber mittelbar, da man in solchen Runden auch keine Möglichkeit hat künftige Tierentdeckungen vorzubereiten.

Auf diese Weise verläuft das Spiel mit wechselnden Startspielern Runde um Runde und die Tiermarker werden dabei in immer höhere Punktebereiche gezogen, die für die Schlusswertung der Multiplikator für die jeweiligen ergatterten Tierplättchen darstellen. Sobald nun die Werte aller Tiermarker einen von der Mitspielerzahl abhängigen Wert erreichen, endet das Spiel mit der Schlusswertung, nach der die Punkte der Schlusswertung mit den während des Spiels für die Tierentdeckungen gesammelten Punkten zusammengezählt werden und so den Sieger ergeben.

La Isla kommt in einer kleinen Spielschachtel daher und vermittelt nicht zuletzt auch wegen der eigentlich recht einfachen und überschaubaren Spielregel den Eindruck recht simpel und eher für Gelegenheitsspieler gedacht zu sein. Auch der ohne Frage durch die Karten vorhandene Glücksfaktor verstärkt diesen Eindruck zusätzlich doch tatsächlich ist La Isla deutlich kniffliger als es zu Beginn den Anschein hat. Das Verinnerlichen der Spielregel ist dabei kein Problem und die eine Seite der Medallie, das Beherrschen der gut verzahnten Mechanismen die andere.

Jeder Spielzug will gut durchdacht und optimiert sein, will man La Isla-Dschungelkönig werden. Die Entwicklung der Punkte für die Tierplättchen bei der Schlusswertung will genauso berücksichtigt werden wie die Ressourcen für den Einsatz der Forscher und nach Möglichkeit müssen auch die potentiellen Aktionen der Mitspieler in die eigenen Überlegungen einbezogen werden. Das ist nicht immer ganz so einfach und falls sich trotzdem irgendwann so etwas wie Routine breitmacht, lassen sich noch "Karten für Fortgeschrittene" ins Spiel integrieren. Diese bieten weitere Möglichkeiten wie beispielsweise zusätzliche Forscher oder die Möglichkeit mehr als nur drei Sonderfunktionen von Karten zu nutzen usw. und machen das Spiel noch einen Tick interessanter.

Ein klein wenig Kritik lässt sich vielleicht beim Spielmaterial üben. Während die Forscher aus Kunststoff und die Inselteile sowie Tiermarker aus stabiler, dicker Pappe bestehen, also eigentlich nicht zu beanstanden sind, sind die Übersichtskarten und der Spielplan für die Punktestände und die "Tierwerte" vergleichsweise viel zu dünn geraten und auch die Lesbarkeit der Übersichten ist nicht für jeden problemlos. Ein Glück, dass letztere nach kurzer Zeit bereits nicht mehr wirklich benötigt werden.

Davon abgesehen hat mir La Isla spielerisch wie optisch sehr gut gefallen. Der variable Inselaufbau sorgt für nicht festgefahrene Startspielzüge und die Aufteilung der Karten auf die einzelnen Aktionen ist nicht selten ein Dilemma, besonders wenn man ein und dieselbe Karte am liebsten für jede Aktion nutzen würde oder bereits drei hervorragende Sonderaktionskarten in den Schlitzen seines Etuis hat und eigentlich keine davon abdecken will. Das Beste aus den Karten einer Spielrunde und der aktuellen Spielsituation herauszuholen ist die Hauptaufgabe der Spieler und wer das mag, der macht mit La Isla nichts falsch.

Je mehr Spieler mit von der Partie sind, desto unvorhersehbarer verändert sich die Situation bis zum nächsten eigenen Spielzug und dazu kommt der erhöhte Konkurrenzkampf um die Tierplättchen, der nicht erst gegen Ende des Spiels sondern schon sehr früh im Spiel einsetzt und sich immer weiter verschärft.
Für die Spieldauer ist die Spielerzahl nicht von großer Bedeutung, da bis auf das Einsetzen der Forscher die Spieler ihre Aktionen im Wesentlichen gleichzeitig ausführen können und das spart Zeit.

Obwohl der Glücksfaktor immer mit von der Partie ist, hat man doch immer zumindest das Gefühl diesem nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein, sondern im wahrsten Wortsinn seines eigenen Glückes Schmied zu sein. Ich für meinen Teil kann zumindest eine Testpartie La Isla nur wärmstens empfehlen und werde La Isla des Öfteren mal auf den Spieletisch holen.

Vielen Dank an Alea für das Rezensionsexemplar!


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