Holgs Spieleteufel       Würfel Teufel



  Startseite
  Editorial / Impressum
  News
  Rezensionen
  Forum (inkl. Ringkriegbereich)
  Meine Top Ten
  Spielecharts
  Spieleevents
  Wunschliste
  Verkaufsliste
  Zitate zum Thema Spiele
  Schweinfurter Spieletage
  Schweinfurter Spieletreff
  Links
  Counterstatistik
  RSS-Feed
  Awards
  holger.kiesel@spieleteufel.de
  Datenschutzerklärung
  Follow me on
  
   


 
   

Nosferatu



Anzahl Spieler

Für 5 bis 8 Spieler
ab 10 Jahre


Spieldauer

Ca. 15 bis 30 Minuten


Bewertung (max. 10)

7 Punkte (HOlg)



Verlag

Kosmos
Kosmos


Autor

Pierre-Yves Lebeau


Bild



Sonstiges:

Ein Vampir hat es nicht leicht. Keiner mag ihn, alle machen Jagd auf ihn und wollen ihm einen hölzernen Pfahl ins Herz treiben. Die Liste seiner Anhänger ist kurz. Im Spiel Nosferatu von Kosmos ist einer der Spieler ein solcher Vampir, der mit Hilfe seines Partners Renfield, einem weiteren Mitspieler, gegen bis zu sechs Mitspieler in den Rollen von Vampirjägern bestehen muss. Der Vampir bewegt sich geheim und unentdeckt mitten unter den Jägern, nur Renfield kennt dessen Identität. Er nutzt die Nacht um die Jäger zu beißen doch auch die Jäger liegen nicht auf der faulen Haut. Sie beobachten, kombinieren und versuchen die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen, um den Vampir unter ihnen zu enttarnen und ihn im Morgengrauen mittels eines Holzpflocks den Garaus zu machen.

Ein Spieler übernimmt die Rolle des Renfield und nimmt alle Personenkarten. Er ist kein gewöhnlicher Mitspieler sondern übernimmt besondere Aufgaben im Spiel und ist quasi ein ins Spiel eingebundener Spielleiter. Zunächst legt er die Renfield-Personenkarte offen vor sich ab und verteilt die übrigen Personenkarten beliebig und verdeckt an die Spieler. Er ist also der einzige, der weiß wer der Vampir ist und versucht diesen zu unterstützen, denn er gewinnt oder verliert mit dem Vampir. Als nächstes gibt er auch den Holzpflock an einen beliebigen Spieler, der dann der Startspieler in der ersten Nacht ist.

Der Ablauf einer Nacht wird durch das Ziehen von Karten dargestellt. Eine Karte zeigt den Sonnenaufgang und bewirkt mit ihrem Aufdecken das Ende einer Nacht, während die anderen Karten einen Vollmond bei Nacht zeigen und bedeuten, dass die Nacht noch mindestens eine weitere Runde andauert. Die Anzahl der Nachtkarten entspricht dabei der Anzahl der Mitspieler, und damit hat jeder Spieler theoretisch die Möglichkeit, eine Aktion während einer Nacht auszuführen. Nach jedem Spielzug eines Spielers wird nun eine Karte vom sog. "Nachtstapel" aufgedeckt und nur wenn die Sonne (noch) nicht aufgeht, kommt der nächste Spieler an die Reihe.

Ein Spieler am Zug, zieht zunächst zwei Karten von einem Stapel mit Aktionskarten und hat damit vier Karten auf der Hand. Zwei von diesen Karten erhält jeder bei Spielbeginn. Bei diesen Karten kann es sich um "Bisse" handeln, die der Vampir natürlich gerne zum Einsatz bringen würde, um Nachtkarten, die ggf. in den Nachtkartenstapel gemischt werden und die Nächte verlängern können, um Knoblauch, der unter Umständen die Durchführung von Ritualen ermöglicht, die in erster Linie die Jäger unterstützen, oder um Gerüchte, die keinerlei Auswirkung haben.

Von seinen vier Handkarten gibt der Spieler am Zug eine an Renfield und legt eine weitere offen auf einen Ablagestapel, während er die übrigen beiden Karten für seinen nächsten Spielzug zurückbehält. Die an Renfield gegebene Karte ist diejenige, die am Ende der Nacht oder sobald alle Spieler an der Reihe waren ihre Wirkung entfaltet. Der Vampir kann so also auf diese Weise seine "Bisse" an den Mann bringen oder die Nacht verlängern während die Jäger natürlich daran interessiert sind die Biss- und Nachtkarten möglichst auf den Ablagestapel zu bringen, dafür aber den Knoblauch bei Renfield abzugeben.

Der Vampir muss bei seinen Aktionen immer darauf achten, seine wahre Identität zu schützen. Ein Spieler der Knoblauch abwirft macht sich natürlich sofort verdächtig und wer Biss- oder Nachtkarten entsorgt, scheint erst mal kein Vampir zu sein, doch Vorsicht ist geboten. Wer vier Knoblauchkarten auf der Hand hat, der muss eine abwerfen, auch wenn er der aufopferungsvollste Jäger ist den es geben kann und auch ein Vampir wirft gelegentlich mal eine Bisskarte ab, sei es das er nur solche Karten auf der Hand hat, oder weil er den Verdacht von sich ablenken will.

Hat ein Spieler seinen Zug beendet, deckt Renfield die nächste Karte vom Nachtstapel auf und es entscheidet sich, ob in dieser Nacht noch ein weiterer Spieler an die Reihe kommt oder nicht.

War jeder Spieler außer Renfield einmal an der Reihe oder endet die Nacht durch die Sonnenaufgangskarte tritt Renfield in Aktion, wertet alle Karten, die er von dem/den Spielern erhalten hat, aus und achtet dabei darauf, dass die Spieler nicht mitbekommen, welche Karte von welchem Spieler stammt. Zunächst verteilt er die Bisskarten beliebig an die Mitspieler, wobei er auch dem Vampir eine solche Karte zuweisen kann, um beispielsweise möglicherweise entstandenen Verdacht gegen den Vampir zu entkräften. Bisskarten bringen den Vampir dem Sieg näher, denn mit der fünften (im Spiel zu viert mit der vierten) Bisskarte, die einem Spieler zugewiesen wurde, hat er das Spiel gewonnen.
Aber auch während des Spiels bringen bereits die ersten Bisse dem Vampir Vorteile, denn jeder Spieler kann maximal zwei Bisskarten erhalten und muss für jede dieser Karten eine seiner Handkarten unter den Ablagestapel ablegen, hat also für den nächsten Spielzug weniger Karten zur Auswahl. Das erhöht natürlich das Risiko für einen Jäger, auch mal eine Biss- oder Nachtkarte an Renfield geben bzw. Knoblauch abwerfen zu müssen.
Aber auch für den Vampir kann eine Bisskarte das eine oder andere Mal hilfreich sein. Zwar schränkt diese natürlich auch die Kartenauswahl des Vampirs für den nächsten Spielzug ein, aber dafür lässt sich dann leichter begründen, warum man eine Knoblauchkarte abwerfen musste bzw. eine Biss- oder Nachtkarte an Renfield geben musste. Man ist nicht der Vampir, man hatte nur keine andere Möglichkeit. Ja...ne...is klar. Und gebissene Spieler sind nun einmal nicht die Hauptverdächtigen, zumindest anfangs.

Erhaltene Nachtkarten packt Renfield in den Nachtstapel und mischt diesen wieder neu, Gerüchte werden einfach ohne das die Spieler diese sehen unter den Ablagestapel abgelegt und Knoblauchkarten entfalten nur dann Wirkung, wenn Renfield in einer Runde ausschließlich Knoblauchkarten erhalten hat. Das kommt zwar relativ selten vor, ist aber in einer kurzen Nacht, in der beispielsweise nur ein Spieler an der Reihe war, durchaus möglich.
Hat Renfield also ausschließlich Knoblauchkarten erhalten wird ein Ritual durchgeführt. Fünf Ritualkarten sind im Spiel vorhanden, liegen offen in der Tischmitte, und der Spieler der den Holzpflock vor sich liegen hat entscheidet, welches Ritual durchgeführt wird. Da kann es sein, dass eine Nachtkarte aus dem Nachtstapel entfernt werden darf, Renfield eine Personenkarte aufdecken muss oder ein Spieler zusätzliche Aktionskarten erhält bzw. seine Handkarten gegen Gerüchtekarten tauschen muss. Und sollte das fünfte Ritual durchgeführt werden, gewinnen die Jäger das Spiel sofort.

Wurde eine Spielrunde durch den Sonnenaufgang beendet, muss der Spieler mit dem Holzpflock nun entscheiden, ob er einen Mitspieler pfählen will, weil er ihn für den Vampir hält, oder ob er den Pflock an einen beliebigen Spieler (außer Renfield) weitergibt. Entscheidet sich der Spieler für das Pfählen, deckt der Gepfählte seine Personenkarte auf und das Spiel endet. Ist der Vampir tot, gewinnen die Jäger, wurde ein Jäger gepfählt, gewinnt der Vampir. Selbstverständlich hat der Vampir, falls er den Pflock haben sollte, hier keine Wahlmöglichkeit, er darf den Pflock nur an einen anderen Spieler weitergeben und keinen der Jäger pfählen.
Wurde die Spielrunde beendet ohne das die Sonnenaufgangskarte aufgedeckt wurde, gibt Renfield den Pflock an einen anderen Spieler.

Nosferatu ist ein kleines Spiel mit großer Wirkung. Die kleine Spielschachtel beinhaltet nur einen Pappholzpflock sowie einige Karten, dauert selten länger als 20 Minuten kann aber einen Heidenspass machen. Die Rolle des Renfield ist etwas gewöhnungsbedürftig, da sie sich von allen anderen unterscheidet, ist aber nicht zu unterschätzen. Er entscheidet in Spielrunden, die nicht durch einen Sonnenaufgang enden, wer der nächste Startspieler wird und kann Jäger ganz gezielt mit Bissen schwächen oder aber den Vampir mit einem Biss schützen bzw. Verdacht von ihm abwenden, ganz wie es die momentane Situation erfordert. Im Grunde ist Renfield eine Art Spielleiter, wie man ihn vom Spiel Werwölfe bzw. Werwölfe vom Düsterwald kennt, der jedoch ins Spiel integriert und beteiligt ist.

Die übrigen Spieler müssen versuchen, aus den ausgespielten und abgelegten Karten die richtigen Rückschlüsse zu ziehen bzw. versuchen diese zu verhindern und dabei helfen nicht nur die Karten sondern auch Überzeugungskraft. Nicht jeder abgeworfene Knoblauch macht einen gleich zum Vampir und das muss man, sowohl als Jäger als auch als Vampir, ggf. überzeugend darlegen.

Den Schlüssel zu einem gelungenen Spielerlebnis haben die Spieler in der Hand. Sie dürfen kommunizieren und sollten davon auch regen Gebrauch machen. Schutzbehauptungen, Anschuldigungen, alles ist erlaubt, außer dem Aufdecken der Personenkarten und das kann sehr unterhaltsam sein. Die Spieldauer ist auch angenehm kurz, so dass sich oft unmittelbar weitere Partien mit neuer Rollenverteilung anschließen und auch als Absacker ist Nosferatu ein mehr als geeigneter Kandidat.

Vielen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar!


Ähnliche Spiele:
(Deduktionsspiel, Fantasy, Horror)

Der Herr der Ringe - Der Ringkrieg
Der Herr der Ringe - Die Schlachten des dritten Zeitalters
Magic - Die Zusammenkunft
Middle Earth - The Wizzards
Paladine & Drachen
Descent - Quelle der Finsternis
Small World

weitere Treffer...


Spiele vom selben Autor:
(Pierre-Yves Lebeau)

Keine Spiele vom selben Autor
in der Datenbank gefunden !


Spiele vom selben Verlag:
(Kosmos)

Die Siedler von Catan
La Citta
Löwenherz
Die Siedler von Catan - Aufbruch der Händler
Jäger + Späher
Blue Moon
Der Herr der Ringe - Das Meisterquiz

weitere Treffer...


Spiele vom selben Jahrgang:
(2014)

Die Schlacht der fünf Heere
Jäger + Späher
Die Legenden von Andor: Die Reise in den Norden
Die Staufer
Eldritch Horror
Love Letter
Istanbul

weitere Treffer...